Großbritannien: Totales Versagen bei der Verfolgung der Wildtierkriminalität

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Die britische Regierung brüstet sich damit, international der Vorreiter bei der Bekämpfung der Wildtierkriminalität zu sein. Seit 2014 habe man für 100 internationale Projekte 34 Million Pfund ausgegeben.

Die Mehrzahl der von den britischen Zollbehörden beschlagnahmten illegalen Wildtierprodukte, wie Elfenbein oder Artenschutz-Urlaubssouvenirs, werden einfach zerstört, ohne dass es zu polizeilichen Ermittlungen kommt. (Symbolbild/Quelle: Archiv Baldus)

Doch zu Hause attestierte ein Forschungsbericht der Denkfabrik „ Royal United Services Institute“ der Regierung Versagen auf breiter Front. Vor allem schaffen es die Strafverfolgungsbehörden nicht, an die Finanzflüsse der Kriminellen und die Geldwäsche heranzukommen. Das berichtet der Nachrichtendienst „The National“. So habe man im Jahr 2020 gerade einmal 2.500 Pfund bei Wildtier-Kriminellen beschlagnahmt. Dabei seien diese Verbrechen in der Corona-Krise weiter angestiegen.

Unter den wenigen Verurteilten rage der Händler G.K. hervor, der als britischer Statthalter eines internationalen Schmugglerrings über Jahre hinweg seinen Geschäften nachgegangen sei. So hätte er über das Vereinigte Königreich geschützte Glasaale in großen Mengen nach Asien geschmuggelt und allein damit 53 Millionen Pfund verdient. Mit der Behauptung, wegen seiner Demenz wisse er nicht, woher die bei ihm gefundenen hohen Geldbeträge stammten, sei er immer wieder davon gekommen. Auch die irische Verbrechergang, die unter dem Namen „Rathkeale Rovers“ berühmt wurde, hätte jahrelang unterhalb des Radars der britischen Strafverfolgungsbehörden Nashorn-Trophäen im Wert von vielen Millionen Pfund in ganz Europa gestohlen und nach Asien verkauft. (Falk Anmerkung: Darüber hatten wir seinerzeit mit einer Kurzmeldung berichtet; evtl. Link)

Die Mehrzahl der von den britischen Zollbehörden beschlagnahmten illegalen Wildtierprodukte würden einfach vernichtet, ohne dass es zu polizeilichen Ermittlungen käme. Alexandria Reid, die Hauptautorin des Berichts, wird auf der Website des Instituts zitiert: „Wir können solange weder Klimawandel noch den Verlust der Artenvielfalt in den Griff bekommen, wie wir nicht die Rolle des britischen Finanzsystems angehen, die sie beim Waschen der Riesenprofite der Umweltkriminellen spielt.“

rdb

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