Kenia: Französin landet im Gefängnis wegen Elfenbein-Armreif

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Ein 80 Gramm schwerer Elfenbeinarmreif wurde letzten Mittwoch einer Französin auf dem Jomo Kenyatta Flughafen in Nairobi (Kenia) zum Verhängnis.

Die Frau war eine Transitpassagierin auf dem Weg von Paris zur französischen Insel Mayotte im Indischen Ozean, als Beamte ihr Schmuckstück entdeckten. Sie wurde verhaftet und verbrachte eine Nacht im Gefängnis des Flughafens. Am Donnerstag wurde sie einem Schnellrichter vorgeführt, der ihr eine Geldstrafe von 8725 Euro aufbrummte, alternativ ein Jahr Gefängnis. Die kenianische Wildschutzbehörde kommentierte den Vorfall, solche Gegenstände würden die Wilderei anheizen.

Symbolbild – Ein Armreif aus Elfenbein mit 82 Gramm (Quelle: Rolf D. Baldus)

Es ist davon auszugehen, dass der Reif nicht frisch erworben wurde und sich völlig legal im Eigentum der Frau befand. Besitzern von legalem Elfenbeinschmuck ist zu raten, diesen beim Überschreiten von Grenzen nicht mehr mit sich zu führen.

Interessanterweise trägt Kenias Präsident Uhuru Kenyatta in der Öffentlichkeit ein Häuptlingszepter mit einem Griff aus Elfenbein. Das auf mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar geschätzte Familienvermögen Kenyattas nahm seinen Anfang mit dem illegalen Elfenbeinhandel seiner Mutter „Mama Ngina“, der vierten Ehefrau des ersten Präsidenten Kenias, Jomo Kenyatta. Das hält die Gattin des jetzigen Präsidenten aber nicht davon ab, sich als Elefantenretterin aufzuspielen und gegen solche afrikanischen Länder zu agieren, die für einen legalen und geordneten Handel ihres Elfenbeins eintreten.

rdb