Kenia: Italienisches Entführungsopfer in Elfenbeinschmuggel verwickelt?

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Die Entführung einer Entwicklungshelferin aus Italien bekam eine neue Wendung, als die kenianische Polizei jetzt bekannt gab, die 23-Jährige sei wahrscheinlich bei einem fehlgeschlagenen Ankauf von gewilderten Elfenbein entführt worden.

Drei wild um sich schießende Kidnapper hatten Silvia R. am 20. November 2018 in einem Dorf bei Kilifi an der Küste des Indischen Ozeans in ihre Gewalt gebracht. Die junge Frau arbeitete als Sozialhelferin für die italienische Nichtregierungsorganisation „Africa Milele Onlus“. Der Verein beschäftigt sich vor allem mit Alphabetisierung. Kurz nach der Entführung hatte die Polizei bereits mitgeteilt, die Frau lebe, und bald darauf mehrere Personen somalischer Herkunft verhaftet. Man vermutete sie auf dem Weg nach Somalia. Die Entführer verlangen ein Lösegeld.

Gewilderter Elefant (Foto: Rolf D. Baldus)

Angeblich, so heißt es jetzt, hatte Silvia R. kurz vor ihrer Entführung in einem Hotel Elfenbein von einem der Entführer angekauft. Vorher sei sie mehrere Tage lang mit dieser Person auch in Telefonkontakt gewesen. Nach Zeitungsberichten hatte sie seit April 2017 Elfenbein aus dem Land geschmuggelt, die Verkäufer aber nicht bezahlt. Die Polizei geht danach nicht mehr von einer terroristischen Entführung aus und prüft stattdessen die Hypothese Elfenbeinschmuggel. Offenbar hat ein in den Fall verwickelter und inzwischen auch verhafteter Angestellter der kenianischen Wildschutzbehörde KWS Licht in den mysteriösen Fall gebracht.

rdb