Kenia: Wildschäden werden nicht bezahlt

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Im Gegensatz zu den meisten afrikanischen Staaten hat Kenia gesetzlich festgelegte Entschädigungen, wenn Wildtiere Schäden anrichten.

Im Todesfall sollen 42.000 Euro und bei Personenschäden sollen bis zu 25.000 Euro bezahlt werden. Auch Ernteverluste sollen ersetzt werden. Schäden, die durch Giftschlangen oder Meerestiere verursacht werden, sind ebenfalls eingeschlossen.

Die Schäden, insbesondere durch Elefanten, steigen seit Jahren an. Die zuständige Ministerin für Tourismus und Wildtiere, Margaret Mwakima, wurde jetzt in Tageszeitungen zitiert, dass in den letzten fünf Jahren Schadensersatzansprüche in Höhe von unglaublichen 130 Millionen Euro angemeldet worden sind. Davon wurde allerdings nur ein Bruchteil beglichen. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass sich in Zukunft daran viel ändert.

Ein funktionierendes System zur Wildschadenentschädigung gibt es derzeit in keinem afrikanischen Land (Foto: Pixabay)

Systeme zum Ersatz von Wildschäden wurden in verschiedenen afrikanischen Ländern in der Vergangenheit eingeführt. Es ist aber ungeheuer schwer, die aufgetretenen Schäden nachzuweisen, und die Systeme wurden in der Regel missbraucht. Oft wurden die finanziellen Mittel auch direkt bei den staatlichen Stellen unterschlagen. Es gibt deshalb auch kein Land, in dem ein funktionierendes System der Entschädigung von Wildschäden existiert.

rdb