Krüger National Park und Gesundheitsrisiken

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Tatsächliche und vermeindliche Gesundheitsrisiken beim Besuch des Krüger Nationalparks werden in einer aktuell erschienenen, sorgfältigen Übersichtsarbeit untersucht (Durrheim DN et.al., Safety of Travel in South Africa: The Kruger National Park, J Travel Med 2001; 8:176-191).

Krüger National Park
Krüger National Park
Quelle: J Travel Med
Danach werden in Südafrika z.Z. >50.000 Malariafälle jährlich gemeldet (überwiegend in den Grenzregionen zu Mosambik, Swasiland und Simbabwe).
 
Resistenz gegen Chloroquin kommt dabei häufig vor. Das Malariainfektionsrisiko für Reisende ohne Prophylaxe wird auf 4,5 / 10.000 geschätzt.
 
Insbesondere in der Regenzeit (Oktober – Mai) ist ein deutliches Malariarisiko vorhanden. Die Malariarate bei Angestellten in Touristenressorts, die in der Regel auf eine medikamentöse Prophylaxe verzichten, lag zwischen 1996-1999 bei 9-12% jährlich.
 
Die Mehrheit der Parkbesucher nimmt eine Malariaprophylaxe ein, jedoch nur 30% in einer vorgeschriebenen Weise.
 
Auch die Nutzung von Moskitoschutz sei häufig inkonsequent und nicht korrekt. Die Areale um die Touristenressorts werden weiträumig zweimal pro Jahr mit Insektiziden (Deltametrin) besprüht.
 
Andere von Insekten oder Zecken übertragene Erkrankungen kommen vor, spielen jedoch als Reiserisiko eine geringere Rolle (wenn auf geeigneten Schutz durch Kleidung, Moskitonetz und Hautschutz geachtet wird).
Fälle von Schlafkrankheit wurden in Südafrika bisher nicht beobachtet.
 
Das Risiko von Verletzungen ist in Südafrika erhöht (Die Sterblichkeit durch Gewaltereignisse sei in Südafrika sechsmal höher als in den USA; das Risiko von Verkehrsunfällen sei bedeutender als in Kenia, Marokko oder Korea).
 
Verletzungen durch Wildtiere sind selten. Zwischen 1988-1997 wurden sieben Todesfälle durch Wildunfälle registriert (Ursache: Unvorsichtigkeit und Nicht-befolgen von Anweisungen z.B. im Zusammenhang mit Alkohol).
 
Nur bei einem Touristen sei in den vergangenen 20 Jahren der Biß einer (ungiftigen) Schlange gemeldet worden.
 
Das Gesundheitsrisiko für Besucher des Krüger Nationalparks ist offenbar klein. Um sicher gesund zu bleiben, wird in dem oben genannten Artikel empfohlen:
  • Ganzjähriges konsequentes Achten auf Insekten- und Zeckenschutz
  • Medikamentöse Malariaprophylaxe, insbesondere in den Monaten Oktober bis Mai.
Beachten und Befolgen von allgemeinen Sicherheitshinweisen südafrikanischer
Institutionen rund um die Parkbesuche.
(Quelle: J Travel Med/ Bernhard-Nocht-Institut Hamburg)
Hansgeorg Arndt

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