Luxemburg: Jäger erbost über Jagdverbot

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In Luxemburg sorgt derzeit ein von der Regierung ausgesprochenes Jagdverbot für Unverständnis bei Jägern und Landwirten. Ein juristisches Nachspiel ist wahrscheinlich.

Die Jäger in Luxemburg fordern eine sofortige Aufhebung des Treibjagdverbots (Foto: Dr. Rolf Roosen)

Luxemburgs Umweltministerin Carole Dieschbourg hat wegen der Corona-Pandemie die Durchführung von Treibjagden vorerst bis zum 15. Dezember verboten, weil sie die Jagd mit Freizeit- und Sportaktivitäten gleichsetzt.

Das stößt bei der ‚Fédération St-Hubert des Chasseurs du Grand-Duché de Luxembourg‘ (FSHCL), die mehr als 2.000 Luxemburger Jäger vertritt, auf großes Unverständnis. Während in Ländern wie Deutschland, Belgien und Frankreich, in denen sogar noch strengere Corona-Regeln herrschen, Bewegungsjagden weiterhin durchgeführt werden dürften und sogar sollen, gelte in Luxemburg trotz stimmigen Hygienekonzepts „Hahn in Ruh“, ärgert sich die Vereinigung in einer Mitteilung vom 28. November. Bei einer Treibjagd im Wald sei man ohne Zweifel sicherer, als etwa in Menschenmengen an „Black Friday“. Seuchenschutz, die Verhinderung von Wildschäden in der Landwirtschaft sowie die Vermeidung von Verbissschäden im Wald seien derzeit wichtiger denn je, trotzdem halte die Frau Ministerin an ihrer „fixen Idee“ fest.

Die FSHCL will das Treibjagdverbot prüfen lassen und gegebenenfalls juristische Schritte einleiten. Denkbar wären Schadenersatzleistungen gegenüber Wildschadensersatzpflichtigen Jägern.

fh

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