Norwegen – Jagen im Land der Mitternachtssonne

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Norwegen ist bei Auslandsjägern noch wenig populär, obwohl es dort hervorragende Jagd-Möglichkeiten gibt. Grund genug, den Blick in den hohen Norden zu wenden.

Norwegen

Von Jörn Clotten
Mit Norwegen verbinden die meisten Menschen Begriffe wie Fjorde, Lachse, den Polarkreis und die Mitternachts-Sonne. Selbst eingefleischte Jäger sehen Norwegen erst in zweiter Linie als höchst attraktives Jagdland.

Dies liegt zum einen daran, dass Norwegen nicht zu den „klassischen“ skandinavischen Jagdländern zählt, das von ausländischen Jägern bereist wird. Zum anderen gingen die Norweger auch nicht mit ihren Pfründen hausieren und jagten eher für sich alleine, was übrigens auch ihrem Naturell entspricht.

Durch das stetige Zusammenwachsen Europas ist Norwegen bemüht, auch seine jagdlichen Möglichkeiten der ausländischen Jägerschaft zu präsentieren und diesbezüglich aus seinem Schattendasein heraus zu treten.

 

Geographie

Die konstitutionelle Monarchie Norwegen bildet den nordwestlichen Teil der Skandinavischen Halbinsel. Das Land hat eine Gesamtfläche von 385.639 Quadratkilometern. Seine stark gegliederte, durch frühere Gletscher-Tätigkeit geformte Küstenlinie verfügt unter Einbeziehung aller Fjorde und vorgelagerten Inseln über eine Länge von 21.930 Kilometern, die Küste des Festlandes hat dabei eine Gesamtlänge von etwa 2.700 Kilometern. Die Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Oslo.

Das Land gliedert sich in fünf Hauptregionen: Vestlandet (Westland), Østlandet (Ostland), Trøndelag (Region Trondheim), Nord Norge (Nordnorwegen oder Finnmark) und Sørlandet (Südland). Im Süden des Landes liegen die höchsten Erhebungen Norwegens im Gebirgsmassiv Jotunheimen („Reich der Riesen“, bis zirka 2.500 Meter hoch), an das nach Mittelnorwegen hin das Dovrefjell anschließt. Im Süden liegt das Hardanger Vidda, ein weites Gebirgsplateau mit einer durchschnittlichen Höhe von etwa 1.000 Metern. Das Vestlandet wird durch das steil zum Meer abfallende Gebirge geprägt.

Die Gebirgsmassive, die Vestlandet und Østlandet trennen, bestehen aus einem komplexen System von abgerundeten Gipfeln und Hochebenen oberhalb der Waldgrenze. Diese Fjell genannten Hochflächen wurden von Gletschern überformt. Während der Eiszeiten schnitten sich die Gletscher tief in frühere Flusstäler ein und formten so eine spektakuläre Fjordlandschaft. An manchen Stellen steigen die umrahmenden Felswände vom Meer abrupt bis zu einer Höhe von etwa 1.500 Metern auf.

Die Südküste von Boknafjord, die tiefer gelegenen Teile des Hardangerfjords und die küstennahen Inseln sind von Tiefland geprägt. Dort lebt ein Großteil der Bevölkerung von Vestlandet. Diese Region wird landwirtschaftlich intensiv genutzt.

Das Østlandet wird überwiegend von einer hügeligen Landschaft mit vereinzelten Tälern eingenommen. In den tiefer gelegenen Teilen der Täler, vor allem um den Oslofjord, liegen einige der ertragreichsten landwirtschaftlichen Gebiete Norwegens. Die Region Trøndelag ist landschaftlich mit dem Østlandet vergleichbar. Das Gebiet ist reich an Tälern, die sich an den Fjorden vereinigen. Das Zentrum dieser Region bildet der breite Trondheimsfjord.

Nord Norge ist ein weites Gebiet mit Fjorden und Gebirgen. Ein Großteil der Bevölkerung hat sich an der Strandflate-Küste und auf den Strandflate-Inseln angesiedelt. Die Inselgruppe der Lofoten und Vesterålen besteht aus den ehemals vergletscherten Gipfeln einer alten vulkanischen Gebirgskette. Im nördlichsten Teil dieser Region grenzen die Fjorde an das Nordpolarmeer. An der Spitze der Fjorde steigt das Land zu der ausgedehnten Finnmarksvidda auf, einem kahlen Gebirgsplateau. Dort befinden sich einige der größten Gletscher Europas.

Klima

Norwegen liegt etwa auf der nördlichen Breite von Alaska, hat aber aufgrund des mäßigenden Einflusses der warmen Gewässer des Nordatlantischen Stromes (eine Verlängerung des Golfstromes), der entlang der norwegischen Atlantikküste fließt, ein viel milderes Klima. Auf den vorgelagerten Inseln und in den Tieflandgebieten herrscht überwiegend maritimes Klima.

Die Winter in Norwegen sind vergleichsweise mild, die Sommer relativ kühl. In Trondheim liegt die mittlere Temperatur im Januar bei minus 3,5 und im Juli bei plus 14 Grad Celsius. Das ganze Jahr über fällt viel Niederschlag. An der Küste beträgt die jährliche Niederschlagsmenge etwa 870 Millimeter.

Im Landesinneren nimmt mit abnehmendem Einfluss der Meeresströmung das kontinentale Klima zu; die Winter sind kühler und die Sommer wärmer. Die Niederschlagsmenge ist hier mit einem Jahresdurchschnitt von unter 740 Millimetern im Allgemeinen niedriger als an der Küste. Die Hochebenen von Nordnorwegen haben subarktisches Klima. Die Küstengebiete dieser Region hingegen kennzeichnet ein gemäßigt maritimes Klima. Die meisten Häfen, auch die im äußersten Norden, sind im Winter eisfrei.

Bevölkerung

Norwegen verfügt über rund 4,5 Millionen Einwohner was einer Bevölkerungsdichte von zwölf (!) Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht (zum Vergleich: in Deutschland leben rund 233 Menschen pro Quadratkilometer). Somit ist Norwegen eines der dünnst besiedelten Länder Europas. 2001 betrug die Wachstumsrate der Bevölkerung 0,3 Prozent (Stand Oktober 2002).

Ethnisch betrachtet weist die norwegische Bevölkerung eine überaus starke Homogenität aus: 98 Prozent der Einwohner sind Norweger. In Nordnorwegen leben etwa 20.000 Lappen (Samen) und eine finnische Minderheit, daneben gibt es kleine Gruppen dänischer, amerikanischer, schwedischer, britischer und pakistanischer Abstammung. Etwa die Hälfte der Gesamtbevölkerung lebt im Südosten, über drei Viertel aller Norweger nicht weiter als etwa 15 Kilometer vom Meer entfernt.

Flora

Norwegen ist ein überaus gebirgiges Land und besteht fast ausschließlich aus Wald- und Berglandschaft. Nur drei Prozent des Landes werden landwirtschaftlich genutzt.

In den Küsten-Regionen der südlichen und südwestlichen Landesteile wachsen Laubwälder mit Eichen, Eschen, Ulmen, Ahorn und Linden. Im nördlich anschließenden Birkengürtel gedeihen auch Eiben, Erlen, Aspen, Ebereschen und Stechpalmen.

Nach Osten und Norden zeigen sich in den Wäldern mehr Nadelbäume. Dichte, nordeuropäische Nadelwälder treten in den Küsten-Regionen und in den Tälern in Ost- und Zentralnorwegen auf, in diesen Wäldern herrschen Kiefern und Fichten vor.

In den meisten Waldgebieten wachsen Wildbeeren wie Heidelbeeren, an feuchteren Standorten auch die zur selben Gattung gehörenden Moosbeeren. Im äußersten Norden und in großen Höhen herrscht baumlose Tundra vor, die den strengen klimatischen Bedingungen angepasst ist.

Wildarten

Dank der dünnen Besiedelung und der überaus abwechslungsreichen Biotop-Struktur verfügt das Land über einen hohen Wildreichtum, der die Grundlage für unterschiedliche Jagdformen bildet. Auch in Norwegen wird zwischen Hochwild (Großwild Storvilt) und Niederwild (Kleinwild Småvilt) unterschieden.

Dem Hochwild werden in Norwegen Elch, Rotwild, Rentier, Rehwild, Luchs und Biber zugerechnet. Zum Niederwild zählen das Auer- und Birkwild, Moor-, Hasel- und Alpenschneehuhn sowie der Schneehase.

Das Raubwild besteht aus Wolf, Braunbär, Luchs, Eisfuchs, Vielfraß und dem eingebürgerten nordamerikanischen Mink. Allerdings sind die Populationsdichten von Wolf, Bär und Vielfraß so gering, dass eine Jagderlaubnis nur in Sonderfällen genehmigt wird.

An den Küsten leben Seehunde, im äußersten Norden auch Bartrobben und Walrosse.

Norwegen
Fjorde, Flüsse, Wälder, steile Gipfel. Norwegen bietet reizvolle Landschaften.

 

Bilder:

Nur ein keliner Teil der Elchbullen trägt ein Schaufelgeweih. Die flintenjäger freuen sich: Die Jagd auf die Schneehühner war erfolgreich.

Fotos:Christian Hoch, Geir Kjellmann

Jagd in Norwegen

Beispielhaft für die Jagdgebiete Norwegens sei hier eine Region erwähnt, die unter heimischen Elchjägern für seine guten Bestände bekannt ist und in dem jährlich zirka 7.000 Elche erlegt werden. Das entspricht rund einem Fünftel der norwegischen Elch-Jahresquote!

Die Hedmark hat den höchsten Waldanteil in Norwegen. Geographisch gesehen liegt sie im Südosten des Landes an der schwedischen Grenze. Die Landschaft ist geprägt durch große zusammenhängende Waldflächen im Süden und weite unbewaldete Bergregionen im Norden.

Zahlreiche Flüsse und Seen durchziehen das Land. Der Wald besteht überwiegend aus Kiefer, Fichte und Birke und umfasst eine Gesamtfläche von 1,25 Millionen Hektar. In der Hedmark herrscht kontinentales Klima vor: warme, niederschlagsarme Sommer und kalte schneereiche Winter.

Rentier-Jagd Das wilde Rentier zählte früher zu den begehrtesten Wildarten norwegischer Jäger, weil es nicht nur Fleisch lieferte, sondern seine dichte, warme Decke auch den Rohstoff für Kleidung und Zeltbespannung lieferte. Daneben wurde die Trophäe zu Werkzeugen und Schmuck verarbeitet. Die Jagd auf das Ren hat über die Jahre nichts an ihrer Ursprünglichkeit verloren, weshalb norwegische Jäger diese Jagd noch als „echte Jagd“ bezeichnen.

Norwegen ist das einzige europäische Land, in dem das echte Wildren bejagt werden kann (Jagdzeit 20. August bis 30. September, Hirsche nur bis 20. September). Rentiere ziehen in großen Verbänden über weite Strecken, und oftmals ist es sehr schwierig, sie in den Weiten der norwegischen Gebirgslandschaft auszumachen. Somit werden einige Anforderungen an die Kondition des Jägers gestellt.

Aufgrund der Größe der Reviere und der vielen Erfahrung, die notwendig ist, das Wildren zu bejagen, kann diese Jagd nur mit Hilfe eines Guides durchgeführt werden.

Nur er kann die Witterungsverhältnisse und das Wander-Verhalten der Rentiere einschätzen und somit eine erfolgreiche Jagd gewährleisten, bei der nicht nur der Jagderfolg eine Rolle spielt sondern auch die Sicherheit für den Jäger.

Jäger und Jagdführer werden mit einem PKW ins Revier gebracht. Nachdem der Jagdführer den Zug der Rentiere eingeschätzt hat, versucht man, sich an die Herde heranzupirschen. Das kann sich über mehrere Kilometer (pro Tag können es zehn bis 20 Kilometer sein) hinziehen und teilweise mit erheblichen Anstrengungen verbunden sein. Die Herden zählen oft mehrere Hundert Stück! Die Chancen, einen guten Hirsch zu erlegen, werden mit 100 Prozent bewertet.

Die Unterbringung erfolgt meist in einfachen Berghütten oder auf Gehöften. Da um diese Zeit in den Bergen schon Schnee liegen kann, ist besonders auf warme Kleidung zu achten. Ebenfalls darf ein warmer Schlafsack nicht fehlen. Neben einem Fernglas sollte man auch ein Spektiv mit in den Rucksack nehmen.

Die Basiskosten für ein siebentägiges Rentierjagd-Programm mit fünf vollen Jagdtagen liegen je nach Jagdführung zwischen 2.500 (2:1) und 3.000 (1:1) Euro. Die Trophäen-Gebühr pro Renhirsch beträgt zirka 650 Euro.

Elchjagd Die am weitesten verbreiteten Jagdarten auf den Elch sind der Ansitz, die Pirsch oder verschiedene Formen der Bewegungsjagd. Hierbei wird, wie in unseren Revieren auch, unter gezieltem Einsatz von Hunden und/oder Treibern das Wild in seinen Einständen locker gemacht und zum vertrauten Annehmen von Wechseln veranlasst.

Ebenfalls sehr verbreitet ist die Jagd mit Hunden. Die Hunde stellen die Elche und verbellen sie, bis sich der Hundeführer und der Jagdgast auf sichere Schuss-Entfernung genähert haben.

Die Jagdzeit auf den Elch ist auf vier Wochen beschränkt (25. September bis 31. Oktober). In dieser Zeit muss der Abschussplan erfüllt werden. Das bedeutet, dass allein im Gebiet der Hedmark rund 7.000 Elchbullen, Kühe und Kälber erlegt werden müssen.

Die Jagd als solche ist eine reine Fleischjagd, bei der die Trophäen-Qualität der Bullen nebensächlich ist. Für den ausländischen Jagdgast heißt das, dass er sich an einer Jagd in ursprünglicher Form beteiligt, dass aber nicht gezielt nach starken Trophäen gesucht wird. Starke Trophäenträger sind keine Seltenheit, jedoch gibt es keine Garantie dafür, dass ein Bulle mit starker Trophäe vom Jagdgast erlegt werden kann.

Die Unterbringung erfolgt in urigen Jagdhütten, die meist im Revier liegen. Es handelt sich bei diesen Hütten um gut isolierte Blockhäuser im skandinavischen Stil – einfach, aber sehr gemütlich. Oftmals verfügen diese Hütten jedoch nicht über fließend Wasser und Strom, eine nahegelegene Quelle oder Ähnliches versorgt mit Wasser. Ein warmer Schlafsack sollte nebst warmer (Funktions-)Unterwäsche keinesfalls im Gepäck fehlen!

Die Kosten für ein sechstägiges Elchjagd-Programm mit vier vollen Jagdtagen variieren je nach Größe der Jagdgruppe und Anzahl beziehungsweise Qualität der getätigten Abschüsse zwischen 1.500 und 3.000 Euro.

Rotwild-JagdDie besten Rotwild-Reviere liegen im südwestlichen Teil Norwegens. Gejagt wird in gebirgiger Landschaft, die sich bis zu 900 Meter erhebt (Jagdzeit 10. September bis 15. November, Brunft Anfang bis Mitte Oktober). Die Reviere sind von großen Waldflächen geprägt, die ideale Einstände für das Rotwild darstellen.

Die Trophäen-Stärken der Hirsche sind nicht spektakulär. Geweih-Gewichte um fünf Kilogramm sind die Regel, allerdings kamen auch schon Hirsche mit acht Kilogramm und mehr zur Strecke, was aber die Ausnahme ist.

Wie die Elchjagd wird die Rotwildjagd in Norwegen in erster Linie als Fleischjagd betrieben – die Trophäe spielt für die meisten norwegischen Jäger eine untergeordnete Rolle.

Eines der besten Rotwild-Gebiete liegt in der Gegend von Todal, im Südwesten des Landes. Der besondere Reiz dieser Jagd liegt darin, dass man in diesem Gebiet auf eigene Faust jagt. Als Jagdformen kommen Pirsch und Ansitz in Frage. Diese Region unterscheidet sich insofern von anderen norwegischen Rotwild-Gebieten, da dort eine Bejagung nach Altersklassen stattfindet und somit auf eine nachhaltige Nutzung des Rotwildes geachtet wird.

Die Unterbringung erfolgt in einem Haus oder einer Hütte bei Selbstverpflegung.

Für eine erfolgreiche Jagd werden in der Regel fünf bis sieben Jagdtage veranschlagt. Die Preise für einen solchen Jagdaufenthalt bewegen sich zwischen 1.200 und 1.500 Euro und beinhalten neben der norwegischen Jagdkarte die Unterkunft und auch die Abschussgebühren. Eine gesonderte Trophäen-Abgabe wird nicht erhoben.

Auer-‚ Birk- und Haselhahn Die Jagd auf die Waldhühner in den herbstlich gefärbten Wäldern Norwegens hat ihren besonderen Reiz, auch als Kombination zur Elchjagd. Die Jagd findet ausschließlich als Waldjagd mit dem stöbernden Hund statt (Jagdzeit 10. September bis 15. Oktober). Diese als norwegische Hühnerhunde bekannte Rasse stöbert die Hühner auf und veranlasst sie zum Aufbaumen. Durch Verbellen ermöglichen die Hunde dem Jäger, auf Schuss-Entfernung heranzupirschen.

Die Jagd auf Waldhühner findet in der mittleren bis südlichen Hedmark statt und ist optimal für zwei bis sechs Jagdgäste pro Revier. Die Unterbringung erfolgt in einfachen aber gemütlichen Jagdhütten auf großen land- und forstwirtschaftlichen Anwesen. Zum Heizen und Kochen wird der Holzofen benutzt, die Beleuchtung erfolgt durch Öllampen.

Die Kosten für ein fünftägiges Rauhfußhühner-Jagdprogramm mit drei vollen Jagdtagen bei 2:1 Führung schwanken je nach Verpflegung zwischen 1.500 (Selbstversorgung) und 1.800 Euro (Vollpension). Der freie Abschuss von weiblichen Rauhfußhühnern ist im Preis enthalten. Für jeden erlegten Hahn müssen zusätzlich 130 Euro bezahlt werden.

Bekleidung und Ausrüstung

Bekleidung und Ausrüstung

Gerade bei der Jagd im Gebirge, bei der die unterschiedlichsten Klimaverhältnisse vorherrschen können, spielt die Wahl der Ausrüstung eine wichtige Rolle! Hier gilt der Grundsatz „weniger ist oftmals mehr“, vor allem, wenn man seine Ausrüstung selbst tragen muss.

Das Zwiebelschalen-Prinzip findet hier seine Anwendung. Als Unterwäsche kommt leichte Kunstfaser in Frage, die den Schweiß nach außen trägt. Das ist sehr wichtig, damit man nach dem Aufstieg beim Abglasen der Gegend nicht anfängt zu frieren.

Auch Hosen und Jacken sollten aus den neuen Kunstfasern bestehen, weil sie geringes Gewicht mit hoher Reißfestigkeit verbinden und zudem wasserundurchlässig sind. Ähnliches gilt für das Schuhwerk, das darüberhinaus über eine griffige Sohle verfügen sollte.

Der klassische Jagdrucksack, der im heimischen Revier seit vielen Jahren gute Dienste leistet, ist für eine Gebirgsjagd eher ungeeignet. Hier kommt eher Material aus dem Bergsport zum Tragen, welches über einstellbare Schulter- und Beckengurte verfügt und aus einem Material besteht, das sich durch große Robustheit auszeichnet.

Waffen-Einfuhr Bei der Einfuhr von Waffen nach Norwegen müssen ausländische Staatsangehörige den norwegischen Zollbehörden bei der Einreise eine im Heimatland gültige Waffenlizenz (Waffenbesitzkarte) vorlegen. Außerdem müssen auf einem beim Zoll erhältlichen Formular (INF 3) Angaben über Name, Adresse und Alter gemacht werden, desweiteren über Art und Kaliber der Waffe, deren Markenbezeichnung und Fabrikationsnummer, Art und Menge der Munition und wo und zu welchem Zweck die Waffe in Norwegen verwendet werden soll. Das ausgefüllte Formular wird von den Zollbehörden beglaubigt und ist dann für die Höchstdauer von drei Monaten als Waffenschein in Norwegen gültig.

Anreise

Anreise

Die Anreise nach Norwegen erfolgt entweder mit dem PKW in Verbindung mit der Fähre oder mit dem Flugzeug. Die Anreise mit dem Flugzeug geht selbstverständlich am schnellsten, zumal mehrmals täglich Maschinen von Frankfurt/Main nach Oslo oder Trondheim fliegen.

Die Anreise mit dem PKW ist praktischer, speziell für Jäger, die meist eine umfangreiche Jagdausrüstung mit sich führen. Außerdem kann man einen Großteil der Strecke auf dem Fährschiff zurücklegen. Es gibt mehrere Linien, die regelmäßig zwischen Deutschland und Norwegen (zum Beispiel Kiel/Oslo) verkehren.

Zwei bekannte Linien sind Color Line und Stena Line. Die Kosten schwanken je nach Reisezeit und Abfahrtsort zwischen 150 und knapp 500 Euro (gerechnet 5 Personen, 1 PKW, Hin- und Rückreise). Wer nicht mit dem Schiff fahren möchte, kann auch auf dem Landweg über die neue Brücke nach Seeland (Dänemark) und dann weiter über Schweden reisen.

Für die Mitnahme eines Jagdhundes muss ein veterinärärztliches Gesundheits- und lmpf-Attest vorgelegt werden. Dabei sollen von den norwegischen Veterinär-Behörden vorgefertigten Formulare benutzt werden. Nähere lnformationen erhält man beim Landwirtschaftsministerium. Norwegen ist als Jagdland unbestritten attraktiv, allerdings ist der Jagdtourismus dort noch nicht so weit verbreitet wie zum Beispiel in Schweden. Für Jäger aber, die eine sportliche Jagd über die erbeuteten Trophäen stellen, ist Norwegen eine sehr gute Alternative.