Ruanda: Afrikas Staatslenker debattieren die Zukunft der Wildschutzgebiete

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In dieser Woche treffen sich afrikanische Staatsführer in Ruandas Hauptstadt Kigali zur ersten kontinentalen Konferenz über den Schutz der Natur und der Wildschutzgebiete in Afrika (APAC).

Blick in den Plenarsaal in Kigali (Quelle: St. Wunderlich/Archiv Baldus)

3.000 Delegierte nehmen an diesem Kongress teil, der von der Welt-Naturschutzunion organisiert wurde. Auch die Zivilgesellschaft ist vertreten. Dazu gehören die Vertreter indigener Völker und lokaler Gemeinden sowie auch Jagdorganisationen. So ist z.B. der Internationale Jagdrat CIC offizieller Partner der Konferenz. Ihre Erfahrungen mit Naturschutz durch nachhaltige Nutzung sind in besonderem Maße für die Zukunft der Schutzgebiete relevant. Denn die meisten sind defizitär, unterfinanziert und in schlechtem Managementzustand. Viele werden auf der Konferenz als „Papier-Parks“ bezeichnet, da sie nur auf dem Papier stehen. Laut APAC werden weniger als zehn Prozent der erforderlichen Finanzmittel für die Erhaltung der Natur bereit gestellt.

Immerhin gibt es über 8.500 Schutzgebiete in Afrika, die 14 % der Landfläche und 17 % der Wasserfläche umspannen. Ein UN-Bericht aus dem Jahr 2016 über den Zustand der Bio-Diversität in Afrika schätzt, dass dort 6.500 Tier- und 3.000 Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sich. Die weiterhin schnell anwachsende Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen übernutzt die wilden Ressourcen des Kontinents.

Ziel der Konferenz ist die Verabschiedung eines Aktionsplans für Naturschutzgebiete. Gesucht werden auch 200 Mrd. Euro für seine Umsetzung. Erstaunlich, dass man in vielen Ländern bemüht ist, funktionierende Jagdgebiete in Nationalparks umzuwandeln. Die Jagdgebiete verdienen in aller Regel Geld, liegen deshalb dem Staat nicht auf der Tasche und erhalten die Natur in vielen Fällen besser als die Nationalparks.

rdb

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