Deutliche Signale

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Auf der Frühjahrestagung der deutschen Delegation im internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) am 17. März in Frankfurt wurden sowohl nationale als auch internationale Brennpunkte in der Jagdwelt diskutiert.

Hansgeorg Arndt

Die Ehrenmitglieder
Auf der Frühjahrestagung der deutschen Delegation des CIC wurde das Ehepaar Underberg als Anerkennung für das besondere Engagement für die Jagd zu Ehrenmitgliedern ernannt (v.l.: Dieter Schramm, Emil Underberg, Christiane Underberg, Dr. Sigurd Lehmann-Tolkmit).
So standen für Deutschland die Bedrohung der Artenvielfalt durch die Produktion nachwachsender Rohstoffe sowie durch die Biolandwirtschaft und die geplante Novellierung des Bundesjagdgesetzes im Vordergrund.
Die Problematik der Biogasanlagen, ihre Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion und auf die Jagd müssen intensiver beobachtet und erforscht werden. Dabei gilt es zu verhindern, dass die Erfolge des Projekts „Lebensraum Brache“ nicht durch großflächige Monokulturen zunichte gemacht werden. Man muss deshalb nach Pflanzenmischungen suchen, die Artenvielfalt und Rohstoffgehalt gleichermaßen sicherstellen. Zusätzlich gilt es zu verhindern, dass Biogasanlagen zur illegalen Abfallentsorgung genutzt werden.
 
Auch die sogenannte biologische Landwirschaft soll deutlicher unter die Lupe genommen werden, denn sie schreibt häufiges Mulchen, Mähen und Häckseln vor, was ebenfalls verheerende Auswirkungen auf die Artenvielfalt hat. Der Leiter der deutschen Delegation, Dr. Sigurd Leh­mann-Tolkmit, will eine entsprechende wissenschaftliche Untersuchung in die Wege leiten.
 
Bezüglich einer möglichen Novelle des BJG mahnte der Präsident des CIC, Dieter Schramm, die internationale Perspektive an: Da Deutschland sich im Rahmen der Konvention zur Erhaltung der biologischen Vielfalt (CBD) zur nachhaltigen Nutzung der natürlichen Resourcen verpflichtet hat, und da es dem CIC gelungen ist, in diesem Abkommen die nachhaltige Jagd als einen wichtigen Bestandteil der Erhaltung biologischer Vielfalt herauszustellen, muss das Recht zu Jagen auch auf diese Weise in einem modernen Bundesjagdgesetz begründet werden!
 
 
-md-

Foto: JWW

Hansgeorg Arndt