Südafrika: Von Elefant getötet von Löwen aufgefressen

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Ranger und Polizei haben am 4. April im südafrikanischen Krüger Nationalpark einen Wilderer geborgen oder vielmehr das, was die Löwen von ihm übrig gelassen hatten. Seine Familie hatte die Behörden alarmiert.

5 Wilddiebe waren auf der Suche nach Nashörnern in der „Krokodil-Sektion“ des Parks unterwegs gewesen, als sie von Elefanten angegriffen wurden. Dabei wurde eine Person getötet, die 4 anderen entkamen. Sie benachrichtigten die Verwandten des Verstorbenen. Offenbar stammten die Täter aus Dörfern in der Nähe des Nationalparks.

Die Nationalparkverwaltung überflog abends noch das fragliche Gebiet mit einem Kleinflugzeug, doch die Suche blieb ohne Ergebnis. Die Polizei der Provinz Mpulanga konnte die 4 Wilderer festnehmen, die weitere Angaben zur Örtlichkeit machten. Eine Suchmannschaft fand am nächsten Tag Schädel, Hose und Schuhe des Toten. Ein Löwenrudel hatte sich in der Nacht über die Leiche hergemacht.

Wildhüter
Tansanische Dorfwildhüter haben Wilddiebe in Arrest genommen. Diese kommen ebenfalls aus Dörfern im Umkreis eines Naturschutzgebietes (Foto: Rolf D. Baldus)

Die Polizei zeigte auf Twitter auch eine großkalibrige Repetierbüchse mit Munition, die dem Getöteten gehört hatte. Die Behörden kondolierten der Familie, wie in solchen Fällen üblich, und warnten die Bevölkerung vor den Gefahren, als Wilderer im Park unterwegs zu sein. In den sozialen Medien häuften sich hingegen hämische und bösartige Kommentare von Tierfreunden, die den tragischen Todesfall begrüßen. Dabei zeigen Vorfälle dieser Art, dass Armut ein wesentliche Ursache für die Wilderei in Afrika ist. Die lokalen Wilderer gehen hohe Risiken ein. Dabei erhalten sie nur „peanuts“ im Vergleich zu den Bossen, die den internationalen Schmuggel in den Händen haben. Der illegale Handel wird auf über eine Milliarde Euro im Jahr geschätzt.

Ähnliche Unfälle kommen in Afrika immer wieder vor. In Südafrika trifft es meist illegale Einwanderer aus Mosambik, die den Krüger Park seit Jahren regelmäßig nachts zu Fuß durchqueren. Viele sind dabei durch wilde Tiere zu Tode gekommen. Allerdings waren im vergangenen Juli schon einmal 3 Nashornwilderer von Löwen getötet worden. Der Vorfall hatte sich damals im kleinen Sibuya Wildreservat in der Provinz Ostkap ereignet.

rdb