Südafrika: Will Südafrikas Polizeiminister die Rhino-Schützer entwaffnen?

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Die Rhino-Schützer warnen. Die Polizei will ihnen ihre modernen Waffen wegnehmen. Steckt böse Absicht dahinter?

Südafrikas 20.000 Nashörner sind ein immenses Sicherheitsrisiko. Hoch bewaffnete Wilderer mit High-Tech Ausrüstung und manchmal gar mit Helikoptern sind hinter ihnen her und scheuen sich auch nicht, notfalls ihren Weg frei zu schießen. Die gehörnten Dickhäuter müssen deshalb von bewaffneten Sicherheitskräften bewacht werden. Die privaten Eigentümer von Nashörnern haben ihre Wohnungen zu Festungen ausgebaut und gehen nicht ins Bett, ohne ihre Schusswaffen dabei zu haben. Es herrscht eine Art Kriegszustand.

Nashorn Kalb auf einem Schutzgebiet von John Hume, der den größten privaten Nashornbestand Südafrikas sein eigen nennt. Die Tiere müssen rund um die Uhr von Sicherheitskräften bewacht werden. (Quelle: John Hume)

Die Nashörner auf Staatsland werden von staatlichen Wildhütern beschützt. Ein Viertel der Nashörner lebt auf privaten Wildfarmen. Dort sind die Farmer selbst für den Schutz der Tiere, viele von ihnen sind Eigentum der Regierung, verantwortlich. Sie stellen deshalb eigene Wildhüter an oder engagieren private Sicherheitsdienste.

Die Wilderer führen an Waffen alles, was sie brauchen und was der Schwarzmarkt hergibt. Jahrelange Bürgerkriege im südlichen Afrika versorgen die Nachfrage mit vollautomatischen Kriegswaffen, vor allem dem bewährten Ak 47. Die Nashorn-Schützer setzen in Südafrika zu ihrem Schutz meist auf die halbautomatische Zivilversion des südafrikanischen Militärgewehrs R 4, das seinerseits auf dem israelischen Sturmgewehr Galil basiert. Die Waffe im Kaliber 5,56 ermöglicht eine gewisse Feuerkraft, die beim Einsatz gegen die Wilderer auch erforderlich ist.

Doch eine neue Verordnung des Polizeiministers Bheki Cele könnte die Gewichte zugunsten der Wilddiebe verschieben. Den privaten Sicherheitsdiensten sollen die halbautomatischen Sturmgewehre weggenommen werden. Sie dürfen weiterhin andere Waffen, wie Pistolen, Flinten oder Jagdgewehre führen. Diese gelten für die Verteidigungszwecke aber nicht als adäquat. Nashornschützer sind besorgt. Angesichts von über 1.000 gewilderten Nashörnern im Jahr ist kaum zu verstehen, dass man jetzt die Schützer entwaffnen will.

rdb