Südsudan: Was tun mit 6 Nationalparks und 13 Wildreservaten?

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13 Prozent der Fläche des Südsudans besteht aus Wildschutzgebieten. Touristen gibt es keine, und die Jagd ist verboten.

Wie nicht anders zu erwarten, sind die Schutzgebiete des Landes reine „Papierparks“. Sie stehen nur auf dem Papier. Infrastruktur und Straßen fehlen. Geld zum Unterhalt der sechs Nationalparks und 13 Wildreservate hat das Land, das erst 2011 nach langem Bürgerkrieg die Unabhängigkeit vom Sudan erlangte, auch keins. Sechs Millionen US-Dollar standen vergangenes Jahr laut Haushaltsplan für die Schutzgebietsfläche von 84.000 Quadratkilometer zur Verfügung: Das sind gerade einmal 70 Dollar pro Quadratkilometer.

Der Unterhalt von Schutzgebieten verschlingt viel Geld     Foto: pixabay/geralt

Dieses Geld wird größtenteils für die Bezahlung der Wildhüter gebraucht. Nach Ende des Bürgerkriegs (2013-2018) mit fast 400.000 Toten standen nämlich tausende von Soldaten auf der Straße, und man ernannte sie flugs zu Wildhütern, damit sie ein Gehalt bekamen und keine Probleme machten. Auch die Wildhüter stehen insofern nur auf dem Papier.

Das Vakuum wird jetzt ausgefüllt durch Wilderer, die hemmungslos die immer noch reichen Wildbestände des Landes Plündern. Der Südsudan ist eines der wenigen verbliebenen Länder in Afrika mit einer großen, jährlichen Wildwanderung. Vor allem amerikanische Naturschutzorganisationen, wie die Wildlife Conservation Society, hatten dem Südsudan dabei geholfen, seine perspektivlosen Nationalparks zu gründen und einzurichten. Die amerikanische Entwicklungshilfe steckt jetzt 7,6 Millionen US-Dollar und die Conservation Society trägt immerhin 1,5 Millionen bei, um das Fass ohne Boden etwas zu füllen.

Früher war der Süden des Sudans ein super Jagdgebiet. Auch der unabhängige Staat Südsudan wollte den Jagdtourismus einführen. Entsprechende Planungen waren weit gediehen. Offenbar hatten ausländische Helfer der Regierung aber vom Jagdtourismus abgeraten und ihnen goldene Zeiten des Tourismus in den Nationalparks versprochen. Dabei hätte ein geordneter Jagdtourismus durchaus das Potential, die Finanzierung einiger Wildschutzgebiete sicherzustellen. Trotz der Instabilität und Unsicherheit, die den Südsudan kennzeichnen, würden Jagdtouristen kommen. Das zeigt die Erfahrung. Normale Fototouristen werden noch lange auf sich warten lassen.

rdb