Vierläufer

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Bei den Schlossen war es natürlich nicht ganz so einfach, denn schließlich wird ein zweites Kugelschloss benötigt. Die Seitenschlosse für die Schrotläufe entsprechen technisch den normalen Heym Seitenschlossen mit rückwärts vom Schlagstück angeordneten Spiralfedern. Durch die Bauweise mit halb-rückliegender Feder, die über dem Studel (Gegenstück der Seitenplatte zur Aufnahme von Schlossteilen) und den beiden Stangen angeordnet ist, wird eine sehr kurze Bauweise der Schlosse möglich.
 
Die inneren Schlosswerksteile sind sehr sorgfältig verarbeitet und beim vorliegenden Modell wurde ein besonderer Aufwand getrieben. Die Schlossteile, sowie auch die Abzüge, sind zum Rostschutz vergoldet, der Studel mit Englischarabesken graviert und die Innenseiten der Schlossbleche gekreiselt.
 
Die Seitenschlosse werden beim Abkippen des Laufbündels gespannt. Signalstifte auf der Scheibe zeigen den gespannten Zustand der Seitenschlosse an. Die Seitenschlosse sind mit einer Klappenschraube miteinander verbunden und können nach Herausdrehen dieser Schraube einfach entfernt werden. Die rechts neben dem Verschlusshebel angeordnete Schiebesicherung wirkt auf die Abzüge.
 
Blitzschlosse bedienen die beiden Kugelläufe. Der Drilling Modell 37 hat hier nur ein Schloss, beim Vierling wurde ein zweites Schloss hinzugefügt; der Platz im Kasten reicht dazu gerade noch aus. Die beiden Schlosse für die Büchsenläufe werden durch den Spannschieber auf der verlängerten Scheibe gespannt. Hier müssen jetzt zwei Schlosse gespannt werden und das ist deutlich am Kraftaufwand zu spüren. Der muschelförmig ausgearbeitete und großzügig dimensionierte Schieber erlaubt aber eine gute Kraftübertragung. Durch das Spannen der beiden Kugelschlosse bedient der vordere Abzug jetzt den großen Kugellauf, der hintere Abzug den kleinen Kugellauf.
 
Beide Abzüge sind mit Rückstechern ausgestattet. Bei ungestochenen Abzügen weisen die Seitenschlosse ein Abzugsgewicht von 3,0 und 4,2 Kilogramm auf, bei Umstellung auf die Kugelschlosse wurden 2,8 und 4,3 Kilogramm gemessen. Für ein sauberes Schießen stehen die Seitenschlosse damit viel zu hart. Hier sind bedeutend niedrige Abzugsgewichte wünschenswert und auch möglich.
Kleiner Kugellauf
Die Testwaffe ist für die Kaliber 20/76, 9,3×74 R und .222 Remington eingerichtet. Eine durchaus praxisgerechte Zusammenstellung, die die Bejagung einer breiten Palette von Wildarten erlaubt und der Universalität eines Vierlings gerecht wird. Schrotläufe und großer Kugellauf sind fest verlötet, der dazwischen liegende, aus rostfreiem Stahl gefertigte kleine Kugellauf aber nicht.
 
Er liegt frei und ist mit einer Mündungsverstellung System Fortner ausgestattet. Die Verstellung für Höhe und Seite liegt knapp hinter der Mündung und erlaubt es, über drei Inbusschrauben die Treffpunktlage zu verändern. Um an die dritte Schraube zu gelangen, muss zuvor das Korn entfernt werden, was aber sehr einfach funktioniert. Es wird lediglich ein Druckbolzen vor dem Korn eingedrückt und das Korn nach vorn ausgeschoben. Die Stellschraube ist dann zugänglich. So ist es recht einfach, die beiden Kugelläufe zum Zusammenschießen zu bringen. Auch bei einem späteren Laborierungswechsel fallen dann keine aufwendigen Lötarbeiten, sondern lediglich ein Gang zum Schießstand an.
 
Die Laufschiene ist im hinteren Bereich als erhöhte Visierschiene ausgebildet, in der das Klappvisier und die Unterteile der Zielfernrohrmontage eingeschoben sind. Der Vierling hat keine automatisches Visier, das sich beim Spannen der Kugelschlosse aufrichtet, sondern ein manuelles Klappvisier, das sich auch nicht bündig in die Schiene einklappen lässt und lediglich zwei verschieden große Kimmenausschnitte für Schrot und Kugel hat. An der Mündung ist ein feines Perlkorn mit Goldauflage eingesetzt. Die Fläche zwischen den Laufmündungen ist fein graviert.
 
Die Testwaffe war mit einem Schmidt&Bender 1,5-6×42 mit Absehen 4 ausgestattet. Ein Zielfernrohr, das optisch ganz hervorragend zur Waffe passt und auch nicht zuviel Gewicht mitbringt. Als Montage wurde eine EAW-Hebelschwenkmontage verwendet. Die Montageunterteile sind bündig in die Visierschiene eingelassen und stören so nicht beim Schuss über die offene Visierung.


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