Wiederladen: .325 Winchester Short Magnum

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Klups Niesters
Mit modernen Geschossen verladen, ist die .325 WSM eine gute Wahl auch auf starkes Wild, wie ein Waldbisonbulle. (Fotos: Horst Niesters, Norbert Klups)
 

JAGEN WELTWEIT 6/2010

Amerikanische Patronen mit dem S-Geschossdurchmesser .323 gab es in der 8 mm Remington Magnum, die 1977 auf den Markt kam. 30 Jahre später zog mit der .325 WSM aber Konkurrent Winchester nach.

Von JAGEN WELTWEIT 6/2010

 

Patronenvergleich
Die .325 WSM zwischen der deutschen 8×68 S (l.) und der amerikanischen 8 mm Remington Magnum (r.)
Die .325 WSM basiert auf der Hülse der .300 WSM und profitiert von deren innenballistischen Vorteilen: gürtellose, kurze, dicke Hülse mit steiler Schulter. Die Hülse hat einen 35-Grad-Winkel. Sie arbeitet als Schulteranlieger, was nur Vorteile hat und präzisionsfördernd ist. Durch die nahezu zylindrische Hülse entsteht ein großes Innenvolumen, was trotz kurzer Hülsenlänge viel Leistung er möglicht. Die Gesamtlänge ist geringfügig größer als bei der .308 Winchester. Damit ist die .325 WSM auch für Kurzsysteme geeignet. Durch den sehr gleichmäßigen und schnellen Abbrand der kurzen Pulversäule hat die Patrone ein sehr hohes Präzisionspotenzial und schießt sich zudem noch sehr angenehm. Bei den Leistungen blieb man im vernünftigen Rahmen. Ein 12,7 Gramm schweres Geschoss lässt sich auf 850 m/s bringen. Das sind gut 50 bis 70 m/s mehr als sich aus einer 8 x 57 IS herausholen lässt, aber auch deutlich weniger als die 8 x 68 S zu leisten vermag, die auf weit über 900 m/s kommt.
 
Die .325 WSM ist sehr flexibel, was die Bandbreite der erzielbaren Leistung angeht. Mit den leichten 150-Grains-Geschossen kratzt sie schon an 1 000 m/s, mit den 220 Grains schweren Geschossen kommt sie immerhin noch auf gut 800 m/s. Damit deckt die .325 WSM von der Bergjagd bis hin zu afrikanischen Großantilopen alles ab. Mit den mittelschweren Geschossen, besonders wenn die modernen Konstruktionen verwendet werden, ist sie eine verlässliche Patrone für mittleres und starkes Hochwild auch auf weite Distanzen. Geschossgewichte von 165 bis 180 Grains sind optimal. Fabrikmunition wird zurzeit nur von Winchester angeboten. Es sind zwei Laborierungen mit 180 (Ballistic Silvertip) und 200 Grains Geschossgewicht (Accu Bond) erhältlich. Hülsen lassen sich aus der .300 WSM einfach durch Aufweiten des Hülsenhalses umformen.
 
Neue Hülsen sind bei Johannsen (Neumünster) für 40,60 Euro (50er-Packung) zu bekommen. Bei diesem Preis lohnt sich das Umformen für den Wiederlader kaum, und die Hülsen haben gleich den korrekten Bodenstempel.
 
 

 

Patronen
An Geschossen herrscht ebenfalls kein Mangel, denn der .323er Geschossdurchmesser ist bei vielen Geschossherstellern vertreten. Die Palette reicht von 125 bis 250 Grains. Damit hat der Wiederlader viele Möglichkeiten. Die leichteren Geschosse mit einfachem Teilmantelaufbau sollten nicht verwendet werden, denn sie sind bei den in der .325 WSM erreichbaren Geschwindigkeiten überfordert und zerlegen sich sehr schnell. Die Folgen sind mangelnde Tiefenwirkung und fehlender Ausschuss. Für die sehr schweren Geschosse ist der Pulverraum zu klein, und es ist mit ihnen keine befriedigende Leistung zu erzielen.
 
Bei den Treibladungsmitteln sind hauptsächlich die langsam abbrennenden Sorten geeignet. Kemira N 160, IMR 4350 und Alliant RL 19 erwiesen sich als besonders geeignet. Bei den mittelschweren Geschossen brachte besonders Hodgdon 4350 eine gute Präzision. Zur Anzündung der hohen Pulverladung sind Mag numzündhütchen erforderlich. Die Werkzeugbeschaffung ist kein großes Problem, die Matrizensätze sind von allen großen Herstellern zu bekommen. Zur Ermittlung der Daten wurde eine Repetierbüchse mit 61-Zentimeter-Lauf benutzt.
 
Weil keine Garantie dafür besteht, mit welcher Sorgfalt und welchen Komponenten der Wiederlader arbeitet, noch in welchem Zustand sich die Waffe befindet, aus der er seine Munition verschießt, erfolgt die Angabe der Ladedaten in jeder Hinsicht ohne Gewähr!
 
 

 

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