Wilderei auf Dickhäuter

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Die Gier nach Elfenbein und Nashorntrophäen nimmt unheimliche Dimensionen an. Fast alle afrikanischen Länder sind von zunehmender Wilderei betroffen.

 

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Der Dickhäuter-Bestand im Bouba-Ndjida-Nationalpark ist inzwischen auf die Hälfte geschrumpft. (Foto: Heinz Lehmann)
Im vergangenen Jahr wurden über 2.500 Elefanten und mindestens 443 Nashörner illegal erlegt. Allein in diesem Jahr sind es bereits 135 Rhinozerosse. Im Bouba-Ndjida- Nationalpark in Kamerun sollen hunderte Elefanten innerhalb weniger Tage gewildert worden sein. Experten gehen davon aus, dass der Dickhäuter-Bestand im Bouba-Ndjida-Nationalpark inzwischen um die Hälfte dezimiert wurde. Auch im Selous- und Mikumi-Nationalpark in Tansania verringerte sich nach Meldungen von Spiegel Online zwischen 2006 und 2009 die Zahl der Elefanten um 32.000.
 
Vor allem die Nachfrage aus Asien treibt die Preise auf dem Schwarzmarkt nach oben und damit immer mehr Wilderer auf die Jagd nach den wertvollen Trophäen. Im kenianischen Hafen Mombasa wurden Ende 2011 mehrmals große Mengen an Elfenbein sichergestellt. Vermutlich sind es Grenzgänger, die den Elfenbeinhandel als lukratives Zusatzeinkommen betreiben. Im Bouba-Ndjida-Park kommen sie wohl aus dem Sudan und Tschad, in Kenia hat man Somalier im Verdacht. Mit neuen oder altertümlichen Methoden gehen die Wilderer dort auf illegale Elefantenjagd. Im kenyanischen Mau-Wald wurden in den letzten Wochen 3 Elefanten in mit Speeren versehenen Fallen erlegt, die an Elefanten-Wechseln postiert waren. Die von Speeren durchbohrten Dickhäuter verenden erst Stunden oder Tagen später.
 
Um die Wilderei einzudämmen, werden unterschiedliche Versuche unternommen: Teils versieht man Nashörner mit Sendern. Der Kenyan Wildlife Service setzt Schweißhunde und Helikopter ein. In Botswanas Nationalparks wachen südafrikanische Söldner, die eine „shoot-to-kill-Politik verfolgen“, wie Spiegel Online berichtet, wenn sie auf illegale Jäger stoßen. Erst kürzlich wurden 3 Wilderer von Rangern in Isiolo, Kenya, erschossen. Sie hatten 30 Kilogramm Elfenbein auf Motorrädern geschmuggelt.
 
as
Quellen: standardmedia.co.ke, Spiegel-Online
 
 
 


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