Eine Million Euro…

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Soviel soll eine Scheiring Luxus Kipplaufbüchse kosten: ein einmaliges Kunstwerk, das zudem eine hervorragende Präzision erbringt. Für den, der schon alles hat…

Scheiring
Luxus pur: Gold, Elfenbein und Brillanten.

Von Roland Zeitler
Die superteure Kipplauf-Büchse basiert auf der Technik des Kippblock-Verschlusses. Die 102 Zentimeter lange Waffe wiegt 3,12 Kilogramm (mit Zielfernrohr Zeiss Diavari V 2,5-10x50T* sind es 3,73 kg) und ist sehr führig. Die Lauflänge beträgt 60 Zentimeter. Sie hat das Kaliber .308 Winchester.

Der Hinterschaft enthält am Ende des Schaftrückens beidseitig je sieben Blatt-Einlagen aus Elfenbein. Solche finden sich auch an der Schaft-Unterseite (13 Stück) sowie je drei Stück pro Seite am Pistolengriff und am Schafthals. An beiden Vorderschaft-Seiten sind jeweils sechs Stück eingearbeitet. Besonders ausgeprägt sind die Elfenbein-Einlagen am Schafthals. Gezeigt werden verschiedene Blätter und Baumzapfen. Die feinen Blattadern und Stiele sind schwarz eingraviert.

Den Pistolengriff schließt ein Phantasiehaupt ab, umrahmt mit Ornamenten. Es besteht auch aus Elfenbein. Im geöffneten Mund liegt eine Goldeinlage. Das Vorderschaft-Ende wird von einem volumigen Blätter-Gebilde aus Elfenbein verziert: eine massive Elfenbein-Schnitzerei.

Das Schleppkorn wurde ebenfalls aus Elfenbein hergestellt. Es fehlt aber eine dazugehörige Kimme.

Alle Metallteile, einschließlich des gesamten Laufes, wurden auf der Oberfläche reliefartig graviert. Dabei wurde aus dem vollen Material gestochen. Aufgesetzt wurden nur Goldverzierungen mit Brillanten. Es wurden reliefartig und sehr tiefgestochen Blätter in verschiedenen Größen herausgearbeitet. Die Blätter überlappen sich teilweise.

Formschön und kaum auffallend wurden die Schlitze der Schrauben für die Seitenplatten sowie den Scharnierbolzen integriert. Der Durchbruch am Baskülen-Boden für den Laufhaken ist ebenfalls kaum wahrnehmbar. Die Blätter in verschiedenen Höhen und Stärken findet man überall als einheitliches Muster. Sie decken vollflächig alle Metallteile ab, dazu hervorgehoben angedeutete Äste oder Zweige mit Goldauflage. Dazwischen liegen Goldtrauben mit eingelegten Brillanten. Diese sind auch auf Basküle, Öffnungshebel, Spannschieber, Patentschnäpper sowie entlang des Laufes und am Kornsattel zu finden.

Die Hinterfuß-Verriegelung fällt kaum auf und zeigt auf der Oberseite ebenfalls ein Blattmuster. Auch das Vorderfuß-Prisma wurde formschön auf dem Lauf integriert und ist mit Blättern eingefasst.

Der Spannschieber lässt sich bequem und geräuschlos bedienen und ist natürlich ebenfalls reliefartig graviert. Die Blätter bilden eine bequeme Daumenmulde für die Bedienung. Das Bett des Spannschiebers wurde feinmatt punziert.

Das Besondere ist die Laufgravur. Schließlich hat der Lauf in etwa eine Härte von 30 bis 32 HRC und soll nach dem Gravieren und Härten auch noch präzise schießen. Selbst um die Laufmündung reichen die Blattmuster bis zur leicht angesenkten Laufmündung.

Natürlich wurden im gleichen Stil auch die Montageringe und die Fuß- und Verriegelungsteile der Zielfernrohr-Mmontage graviert. Da fehlt wirklich nur noch eine Gravur des Zielfernrohrs. Außerdem wäre eine lederüberzogene Schaftkappe oder skelettierte Stahlschaftkappe edler als die „schnöde“ Gummischaftkappe.

Ich habe bisher weder im Original noch auf Bildern eine derartig aufwändig gravierte Büchse gesehen. Vor allem nicht eine derartige vollflächige Laufgravur. Über Geschmack kann man sich bekanntlich nicht streiten. Mir erscheint aber die Büchse zu überladen. Vor allem die großen Elfenbein-Abschlüsse stören das einheitliche Bild.

Trotzdem handelt es sich um ein künstlerisches Unikat von hohem Wert. Ob ein Verkaufspreis von einer Million Euro gerechtfertigt ist, sei dahingestellt. Doch eines halte ich der Waffe zugute: Sie schießt hervorragend. Es wurden drei Schussbilder mit RWS-Patronen mit 12,3 und 10,9 Gramm schweren Matchgeschossen aus warmem Lauf geschossen. 5-Schuss-Streukreise auf 100 Meter von 14, 18 und 19 Millimetern bedürfen keines Kommentars: Das ist schon eine außergewöhnliche Büchse.

Die Waffe wurde mit Zieloptik und einem Custom-Messer aus Damaststahl mit Elfenbeingriffschalen in einem blau ausgeschlagenen Koffer geliefert. Er ist aus Eichenholz gefertigt und mit Elefantenleder bezogen. Eckenschutz sind Blattreliefs aus massivem Gold. Zum Schutz gibt es einen Überzug aus profanem Leinen. Bei dieser teuren Waffe wäre eigentlich Brokat angebracht.

Eine Million Euro...


Fotos: Roland Zeitler

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