Genf: Washingtoner Artenschutzabkommen sucht neuen Chef

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Nach 8 Jahren Amtszeit wird der bisherige Generalsekretär des CITES-Sekretariats, John Scanlon, am 6. April ausscheiden.

In seiner Amtszeit ist die Zahl der Mitglieder von 175 auf 183 angestiegen. Der Kampf gegen den illegalen Handel mit Elfenbein war eine der Hauptaufgaben der Konvention in den vergangenen Jahren. Daneben kontrolliert CITES den Handel mit Tieren und Pflanzen, die in den 3 Anhängen erfasst sind. Zweifellos ist die zu besetzende Position von großer Bedeutung für die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen weltweit.

Stoßzähne
Eine der Hauptaufgaben der Konvention in den vergangenen Jahren war der Kampf gegen den illegalen Handel mit Elfenbein

Für Jagdtrophäen gefährdeter Wildarten gibt es eine Sonderregelung. Sie dürfen nach sorgfältigen Genehmigungsverfahren ausgeführt und eingeführt werden, wenn dies dem Überleben der jeweiligen Tierart nützt. Für die Öffentlichkeit ist es dennoch schwer zu verstehen, dass gefährdete Tierarten bejagt werden dürfen. Anti-Jagdorganisationen kämpfen seit Jahren darum, diese Sonderregelung aufzuheben, obgleich dies einige der betroffenen Wildarten zum Aussterben verdammen würde.

3 Jagdorganisationen haben nun öffentlich gefordert, dass der nächste Generalsekretär etwas von der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen verstehen soll. Der Aufruf war vom europäischen Jagdverband FACE, dem amerikanischen SCI sowie von der OPHAA, dem Zusammenschluss der afrikanischen Jagdfirmen und Berufsjäger, unterzeichnet. Dem zukünftigen Amtsinhaber solle auch die Problematik der ländlichen Bevölkerung besser bewusst sein, die Seite an Seite mit dem Wild lebt und seine sozio-ökonomischen Kosten trägt. Kandidaten, die den Handel mit natürlichen Ressourcen gänzlich verbieten wollten, auch wenn dies wissenschaftlich gar nicht gerechtfertigt sei, sollten nicht berücksichtigt werden. Es gibt allerdings Stimmen, die einen solchen offenen Brief als nicht zielführend ansehen.

John Scanlon wird als Sonderbotschafter für „African Parks“ tätig werden. Die 2000 in Holland gegründete gemeinnützige Organisation managt Nationalparks in Afrika. Sie erregte international Aufmerksamkeit, als sie Ende vergangenen Jahres Prinz Harry als Präsidenten präsentierte.

rdb