Kenia: Zukunft der Wildnutzung

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Die Kommission zur Untersuchung der Möglichkeiten konsumtiver Nutzung von Wildtieren hat in Nairobi ihren Endbericht vorgestellt.

Im März 2018 hatte die Regierung die Untersuchung beauftragt. Ob die seit 1977 verbotene Jagd wieder eingeführt werden soll, war nicht Teil des Auftrags. Das steht auch weiterhin politisch nicht zur Debatte. Westliche Tierrechtsorganisationen bestimmen in Kenia die Agenda, wenn es um Wild geht. Der amerikanische „Internationale Fonds für die Wohlfahrt der Tiere“ (IFAW) ist faktisch in die staatliche Wildschutzbehörde eingebunden, wie offizielle Organigramme schon in der Vergangenheit zeigten.

Erfolgreiche Jagd auf Flughühner vor den Chyulu Hills, Kenia. Die Jagd auf Flugwild war bis in die 1990er Jahre noch erlaubt (Foto: Rolf D. Baldus)

Die Kommission empfiehlt vor allem eine Bejagung der Wildbestände auf privaten Farmen zum Zwecke der Fleischerzeugung, also Game Farming und Ranching. Das Wildbret könnte dann in Restaurants und in Fleischereien angeboten werden. Dies war gängige Praxis auch in den Jahren nach dem Jagdverbot. Fachleute wissen, dass eine reine Wildbreterzeugung allerdings nur geringe Erträge ermöglicht. Insofern ist es begrüßenswert, dass die Kommission eine wirtschaftliche Analyse des Potentials unterschiedlicher Nutzungsformen und der Märkte empfiehlt. Ob die Tiere auf Wildfarmen durch bezahlte Angestellte oder auch durch zahlende Jagdgäste erlegt werden, wird sich zeigen. Die Kommission meint, dass die verbreitete Korruption und die Inkompetenz der Wildschutzbehörde „Kenya Wildlife Service“ die allgemeine Einführung der Trophäenjagd im Lande derzeit nicht erlauben.

Begünstigt durch das Jagdverbot hat Kenia mehr als 3 Viertel seiner Wildbestände und viele natürliche Lebensräume verloren. 107 Wildarten, so ein offizieller Bericht der Regierung, steuern auf die Ausrottung zu. Das kenianische Jagdverbot wird von den Tieraktivisten gefeiert, ist in der Praxis aber ein totaler Misserfolg.

rdb