Vögel

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Der größte Vogel des Kontinents ist der flugunfähige Strauß, der seinen kleinen Kopf in 2,2 Metern Höhe trägt und der bis zu 150 kg schwer werden kann.
Der Hals und die kräftigen Läufe sind wenig befiedert, der Körper ist dagegen von einem üppigen Federkleid bedeckt, beim Weibchen schmutzig-grau, beim männlichen Vogel schwarz mit weißen Schwung- und Schwanzfedern.
In Namibia sind Strauße noch häufig auf Farmland und in offenen Gebieten bis hinein in die Namib-Wüste anzutreffen und können vereinzelt bejagt werden.
Strauße ernähren sich von Gräsern und Laub, doch sie jagen auch Kleinsäuger. Ein Hahn hat meist mehrere Hennen um sich, die ihre bis zu 1600 Gramm schweren Eier in ein gemeinsames Nest legen, das gemeinsam betreut wird.
Bei Gefahr zeigen Strauße ein ebenso mutiges wie raffiniertes Verhalten: Während ein Vogel die Jungen um sich schart, versucht ein anderer, den Feind durch ein „Kranker Strauß-Spiel“ abzulenken.
Das Tier läuft vom Ort des Geschehens weg, lässt dabei einen „lahmen“ Flügel hängen, geht schwankend, bricht gar zusammen und fällt zu Boden.
Dabei hat der Vogel seinen Gegner mit seinen scharfen Augen stets im Blick. Ist der Trick geglückt und der Feind abgelenkt, wird der „kranke“ Strauß plötzlich wieder putzmunter und rast mit bis zu 70 Stundenkilometer Geschwindigkeit davon.
Muss er sich aber einem Raubtier stellen, sind seine Fußkrallen durchaus bedrohliche Waffen, mit denen er selbst unvorsichtige Menschen töten kann.
Für den Flugwildjäger gibt es 20 verschiedene jagdbare Vogelarten: Felsentaube, Fleckenflughuhn, Harlekinwachtel, Hottentottenente, Kapente, Kapturteltaube, Laufhühnchen, Nachtflughuhn, Namaflughuhn, Nilgans, Perlhuhn, Rebhuhnfrankolin, Rotschnabelfrankolin, Senegaltaube, Swainsonfrankolin, Wachtel und Witwenente.
Es dürfen aber nur zwei Stück Federwild jeder Art zum Zwecke der Trophäenjagd erlegt werden. Die Jagdsaison für Trophäenjagd auf Flugwild ist also auch von Anfang Februar bis Ende November.
Eine Fülle von Geier-, Adler- und anderer Greifvogelarten gibt es. Auffallend auch die verschiedenen Trappenarten, angefangen bei der Riesentrappe, die in Namibia häufig ist und auf afrikaans Pau („Pfau“) genannt wird, und der Rüppeltrappe aus der Namib-Wüste, bis hin zur Gackeltrappe, die örtlich so häufig vorkommt, dass alle 200 Meter ein Hahn mit penetrant lautem Gegacker aus dem Gras emporsteigt -und alles Wild in der Nähe warnt.
Spektakulär muten die riesigen Nester der Siedelweber an, die sich praktisch einen ganzen Wohnblick zusammenbasteln. Andere Webervögel bauen sich kunstvolle kugelförmige Nester, die an den äußersten Enden von Zweigen befestigt werden und ständig im Winde schwanken.
Die Tokos mit ihren riesigen Schnäbeln trifft man in mehreren Unterarten an. Gabelracken, Glanzstare und Bienenfresser fallen durch ihre schmucken Gefieder auf. Eine ganze Reihe von Störchen – einschließlich der europäischen als Wintergast – sieht man.
Reiher, Ibis, Pelikan, mehrere Kranicharten (Kronen-, Paradies- und Klunker-Kranich) und Flamingos sind überall dort zu finden, wo wenigstens zeitweise offenes Wasser zur Verfügung steht.
Marabus, den hochbeinigen Sekretär (ein Greifvogel) und den riesigen Hornraben sieht man häufig durch das Gras schreiten. 900 Arten von Vögeln insgesamt werden in den einschlägigen Feldführern für das südliche Afrika beschrieben.

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