Südsudan: Jagd mit Potential, aber unsicherer Zukunft

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Im Südsudan, einst Zentrum der Safarijagd, herrscht ein fünfjähriges Jagdmoratorium. Die Finanzierung zahlreicher Nationalparks ist unklar.

 

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Charakteristisch für die Nilquellen im Süden des Sudans ist das Flusspferd. (Foto: Horst Niesters)
Mit Militärparaden und Folklore beging man am 9. Juli in Juba die Gründung des 193. Staates der Welt. Zuvor hatten sich 99 Prozent der südsudanesischen Bevölkerung in einem Referendum für die Unabhängigkeit von Khartum ausgesprochen.
Als in den 1970-iger Jahren vorübergehend friedliche Verhältnisse herrschten, war der Südsudan Zentrum einer aufblühenden Safarijagd geworden. Auch heute gibt es noch in vielen Landesteilen umfangreiche Wildbestände. Die alljährliche Migration von 1,3 Millionen Kob- und Topi-Antilopen sowie Thomson Gazellen kann mit der Serengeti verglichen werden.
 
Derzeit herrscht ein fünfjähriges Jagdmoratorium im Lande. Dies verhindert allerdings nur die legale Jagd. „Jeder, der ein Gewehr tragen kann, jagt auch damit“, sagte ein Landeskenner im Gespräch mit JWW. Eine Umfrage im Umfeld des Boma Nationalparks ergab, dass jede Familie im Durchschnitt drei automatische Waffen besitzt.
In den vergangenen Jahren haben amerikanische Naturschutzorganisationen mit Finanzierung der US-Regierung zahlreiche Nationalparks gegründet und aufgebaut. Es ist völlig unklar, wie diese Parks in Zukunft finanziert werden sollen, denn mit Touristenströmen kann der Südsudan in den nächsten Jahren kaum rechnen. Wichtiger wäre jetzt die Einführung einer ertragreichen Safarijagd, die auch der örtlichen Bevölkerung Einnahmen beschert.
Die Wildschutzbehörde hat die ungeheuere Zahl von 14 000 Wildhütern angestellt. Dabei handelt es sich um ehemalige Soldaten der „Sudanesischen Volksbefreiungsarmee“. Wenn diese Truppe nicht bald ordentlich als Wildhüter ausgebildet wird und sinnvolle Aufgaben bekommt, wird das Wild den Preis bezahlen müssen.  
RDB
 


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