JAGEN WELTWEIT TV-Tipps für Jäger

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Programmvorschau für den Zeitraum bis zum 16. Februar 2020.

(Kurzfristige Programmänderungen sind möglich)

Die Jagen Weltweit Fernsehtipps

TV-Programm 20.01. - 26.01.2020

Montag, 20. Januar

SWR Fernsehen, 7.10 Uhr
Ein Winter in Weißrussland
Das TV-Team besucht einen Mann, der im Wald von Naliboki als Förster arbeitet. Bis zum heutigen Tage werden hier noch Verstecke entdeckt, in denen sich im Zweiten Weltkrieg Partisanen aufhielten. Die Herrscher des Waldes von heute sind dagegen Wölfe und Wisente.

Dienstag, 21. Januar

NDR Fernsehen, 13.15 Uhr
Der Böhmerwald – Eine Wildnis mitten in Europa
Elisa Belotti und Marco Heurich, Ranger aus dem tschechischen und dem bayerischen Teil des Böhmerwaldes, haben ihr Leben den Luchsen verschrieben. Die größte Wildkatze Europas hat hier im Böhmerwald ein Territorium über die Staatsgrenze hinaus. Die Ranger behalten eine Luchsmutter im Blick, die ihr Junges durch den Winter bringen muss, dabei sind einzigartige Aufnahmen vom Miteinander der beiden Tiere entstanden.

Animal Planet, 22.30 Uhr
Das Grizzly-Projekt
Jeff Watson hat sein Leben den Bären verschrieben. Seit 27 Jahren arbeitet der erfahrene Tiertrainer mit den pelzigen Allesfressern. Jetzt sollen zwei seiner Zöglinge, Bob und Screech, in die Freiheit entlassen werden. Doch bevor es soweit ist, müssen die beiden Grizzlybären völlig neu lernen worauf es in der Wildnis ankommt. Von der Nahrungssuche bis zum Winterschlaf: Nur wenn die 300-Kilo-Brocken es schaffen, sich selbständig in den Wäldern Nordamerikas durchzubeißen, haben sie eine Überlebenschance! Diese Dokumentarserie begleitet „Bärenflüsterer“ Jeff bei seinem ambitionierten Auswilderungsprojekt und zeigt, wie Bob und Screech Schritt für Schritt ihren natürlichem Lebensraum entdecken.

Mittwoch, 22. Januar

arte, 9.35 Uhr
Yellowstone – Park der Extreme
Der älteste Nationalpark der Welt unter Extrembedingungen: Yellowstone im Winter. Nur die widerstandsfähigsten Parkbewohner überdauern die kalte Jahreszeit an diesem Ort mit den spektakulären Landschaften, wo Feuer und Eis aufeinandertreffen. Durch die einzigartige geografische Beschaffenheit des Nationalparks ist der Winter im Yellowstone einer der strengsten und außergewöhnlichsten weltweit. Fast nirgendwo in den USA ist es im Winter so kalt wie im Yellowstone. Die extremen Bedingungen zwingen die Tiere, ihre gewohnte Umgebung zu verlassen: ein Luchs im Strom des Yellowstone River und Otter, die kilometerweite Strecken im Schnee zurücklegen. Sie verlassen ihre Elemente, um zu überleben, doch überall droht die Gefahr selbst zum Opfer zu werden. Denn die Wölfe sind zurück im Nationalpark, die Grizzly-Population hat ein Allzeithoch erreicht, und auch die Pumas waren nie weg. In Yellowstone beginnt ein neues Zeitalter, in dem sich die Kräfteverhältnisse nachhaltig verschieben. Die Anwesenheit der großen Raubtiere wirkt bis in jeden Winkel des Yellowstone-Nationalparks. Was ist notwendig um täglich zu überleben, sein Revier zu verteidigen, Junge aufzuziehen – und sich an der Spitze der Nahrungskette zu halten? Doch Leben steht im ältesten Nationalpark der Welt nicht nur für die tierischen Bewohner, auch unter der Erdoberfläche brodelt es. Inmitten von Eis und Schnee schlägt das dampfende Herz des Parks: einer der größten aktiven Supervulkane der Erde. Riesige Magmakammern befeuern heiße Quellen und Geysire mit Energie. Wenn im Winter die Hitze des Supervulkans auf die Eiseskälte trifft, entstehen spektakuläre, übernatürlich anmutende Naturschauspiele. Eine Jahreszeit wie keine andere, an einem einzigartigen Ort: ein Winter im Yellowstone-Nationalpark.

arte, 16.50 Uhr
Rehe und Rotwild
Vom im Konflikt zwischen Wild und Wald hilft
Die Moderatoren Caroline du Bled und Gunnar Mergner gehen auf Rehjagd in der Region Haute-Marne. Doch sie wollen dem Tier nicht ans Fell, sondern ihm lediglich einen GPS-Sender verpassen. Forscher wollen so mehr über Rehe erfahren. Was, wann und wie lange fressen sie und wo halten sie sich auf? Förster in Frankreich und Deutschland klagen, dass das Reh- und Rotwild die Bäume zu stark verbeißt. In Deutschland und Frankreich sucht man daher nach Lösungen. Mit einer sogenannten Notzeitfütterung im Winter versuchen deutsche Jäger den Verbiss zu minimieren, in Frankreich hält man von dieser Lösung nichts. In den südlichen deutschen Bundesländern sperrt man Rotwild in spezielle Gebiete ein, um die restlichen Wälder zu schützen. Doch Rotwildgebiete und Winterfütterungen erscheinen einigen Naturschützern und Forschern kontraproduktiv. Was sind die Alternativen? Die Moderatoren hören sich um.

arte, 18.30 Uhr
Geheimnisvolle Eichhörnchen
Sie sind überall gern gesehen, die quirligen und geschäftigen Bewohner unserer Parks und Wälder: Eichhörnchen, genauer gesagt die Europäischen Eichhörnchen. Die Sprungakrobaten der Baumkronen, von rot, braun, grau bis schwarz gefärbt, führen zumeist ein verborgenes Leben. Nur dort, wo sie angefüttert werden, kommen sie den Menschen nahe: Zu groß sind für die kleinen, flinken Nagetiere die Gefahren, die von den vielen Fressfeinden am Boden oder aus der Luft ausgehen. Doch auch aus den eigenen Reihen kommt eine tödliche Bedrohung: Das im 19. Jahrhundert nach Europa importierte amerikanische Grauhörnchen verdrängt die heimische … Kaum sind sie da, sind sie auch schon wieder weg: Europäische Eichhörnchen, die quirligen Baumtänzer unserer Wälder, sichtbar und unsichtbar zugleich. Mit ihrer roten, braunen, grauen und bisweilen schwarzen Färbung sind sie überall gern gesehen und doch führen sie zumeist ein verborgenes Leben. Das Team um die Tierfilmer Hubert Doppler und Johannes Pötscher hat sich an die Fersen der flinken, unberechenbaren Sprungakrobaten geheftet. Als sogenannter Kulturfolger hält sich das Europäische Eichhörnchen zwar gern in der Nähe menschlicher Siedlungen auf – fällt hier schließlich regelmäßig Nahrung für den kleinen Nager ab -, doch im Allgemeinen bleibt es auf Distanz und nur Wenigen ist ein Einblick in sein Baumkronenreich möglich: Zu groß sind für die kleinen, geschäftigen Tiere die Gefahren, die von den vielen Fressfeinden am Boden oder aus der Luft ausgehen. Ihre Kobel bauen sie in Astgabeln oder in hohlen Baumstämmen, um sich vor ihren Feinden zu verbergen. Schon im Herbst beginnen sie große Futtermengen, bestehend aus Samen und Nüssen, im Waldboden zu vergraben, um den kalten Winter zu überstehen. Und doch sind ihre Überlebenschancen verhältnismäßig gering. Nur wenige Tiere vollenden ihr erstes Lebensjahr. Häufig fallen sie Jägern aus der Luft, wie dem Habicht oder Mäusebussard, zum Opfer, und auch die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Vorräte von Futterkonkurrenten entdeckt und geplündert werden, ist groß. Doch gerade aus den eigenen Reihen kommt seit Jahren eine tödliche Bedrohung: Das im 19. Jahrhundert aus Amerika importierte Grauhörnchen verdrängt das heimische Nagetier mehr und mehr aus seiner ökologischen Nische.

3sat. 23.55 Uhr
Das Leid der Welpen
Wie kleine Hunde verschachert werden
Zusammengepfercht auf engstem Raum, kein Tageslicht, Gestank. Krank und vernachlässigt – so erleben Welpen in sogenannten Vermehrerstationen in Osteuropa ihre ersten Wochen. Die Mütter sind dort nur Gebärmaschinen, die Welpen werden ihnen viel zu früh entrissen und verkauft. Der Film gibt Einblicke in das Geschäft mit Hunden, zeigt den Kampf der Tierschützer gegen den Welpenhandel und fragt, was Politik und Behörden tun können. Nach Deutschland kommen die Welpen meist ungeimpft, ohne oder mit gefälschten Papieren. Dann werden sie über das Internet verschachert – auf kostenlosen Plattformen wie „eBay Kleinanzeigen“. Opfer sind die Hunde, Betrogene die Käufer. Denn oft zeigen die Tiere schon nach wenigen Tagen Krankheitszeichen, nicht wenige sterben schon kurz nach dem Verkauf. Tierschützer Stefan Klippstein kämpft seit Jahren gegen den Handel mit Welpen. Doch Transporte über die tschechisch-deutsche Grenze fliegen eher zufällig auf. Weder Polizei noch Politik haben den illegalen Welpenhandel auf der Agenda. Ein Filmteam um Stefan Klippstein fährt in die tschechische Gemeinde Potucky, wo ihnen schnell Welpen angeboten werden. Ein Asiate nimmt das Team mit zu sich nach Hause, zeigt ihm seine trächtigen Hündinnen. „Seit Jahren hat sich hier nichts verändert“, erklärt Stefan Klippstein. Als die Mitglieder des Filmteams sich als Interessenten ausgeben, bekommen sie noch Tipps, wie sie die Welpen am besten über die Grenze bekommen. Dass dies alles illegal ist, interessiert den Verkäufer nicht. Tierschützer von „Vier Pfoten“ demonstrieren vor der Deutschlandzentrale der „eBay GmbH“ in der Nähe von Berlin. Sie protestieren, damit sich endlich etwas ändert und der anonyme Handel aufhört. Sie wollen eine Petition an die Onlineplattform übergeben. Die Forderung der Tierschützer: Die Verkäufer müssen sich bei der Plattform identifizieren. Andere Plattformen haben dies längst eingeführt. Wie wird eBay diesmal reagieren?

Donnerstag, 23. Januar

arte, 6.10 Uhr
Rehe und Rotwild
Vom im Konflikt zwischen Wild und Wald hilft
Die Moderatoren Caroline du Bled und Gunnar Mergner gehen auf Rehjagd in der Region Haute-Marne. Doch sie wollen dem Tier nicht ans Fell, sondern ihm lediglich einen GPS-Sender verpassen. Forscher wollen so mehr über Rehe erfahren. Was, wann und wie lange fressen sie und wo halten sie sich auf? Förster in Frankreich und Deutschland klagen, dass das Reh- und Rotwild die Bäume zu stark verbeißt. In Deutschland und Frankreich sucht man daher nach Lösungen. Mit einer sogenannten Notzeitfütterung im Winter versuchen deutsche Jäger den Verbiss zu minimieren, in Frankreich hält man von dieser Lösung nichts. In den südlichen deutschen Bundesländern sperrt man Rotwild in spezielle Gebiete ein, um die restlichen Wälder zu schützen. Doch Rotwildgebiete und Winterfütterungen erscheinen einigen Naturschützern und Forschern kontraproduktiv. Was sind die Alternativen? Die Moderatoren hören sich um.

Freitag, 24. Januar

3sdat, 6.05 Uhr
Kenia: Kein Platz für wilde Tiere
Löwen spazieren auf der Straße, Hyänen wildern in den Ziegenställen. Die Tiere leben im Nationalpark unmittelbar vor den Toren Nairobis. Das führt in der wachsenden Metropole zu Problemen. Der Platz wird immer knapper, und die Stadt dringt langsam in den Lebensraum der Tiere vor. Auch der Verkehr wird immer dichter. Entlastung sollte eine Breitspureisenbahn bringen, die durch Teile des Nairobi-Nationalparks führen sollte. Dagegen gab es Proteste. Nun wird die Strecke größtenteils über Brücken im Park geführt. Ein kleiner Erfolg. Doch der eigentliche Konflikt zwischen Wirtschaftsentwicklung, Bevölkerungswachstum und Naturschutz ist damit nicht beseitigt. Der Film wirft einen Blick auf Kenias ältesten Nationalpark.

3sat, 15.35 Uhr
Geschichte der Tiere: Der Hund
Hund und Katze sind die beliebtesten und treuesten Wegbegleiter des Menschen. Die zweiteilige „Terra X“-Reihe erzählt alles Wissenswerte dieser einzigartigen Erfolgsstory. Im Mittelpunkt dieser Folge steht die Kulturgeschichte des Hundes. Sie beginnt mit dem Lagerwolf. In grauer Vorzeit geht er mit dem Menschen eine Zweckbeziehung ein. Aus anfänglichem Misstrauen entstehen Zuneigung und enge Bindung. „Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos.“ Eine Erkenntnis, die zuerst der deutsche Schauspieler Heinz Rühmann formuliert hat, bevor Loriot sie später ein wenig präzisierte. Für den deutschen Humoristen war ein Leben ohne Mops unter keinen Umständen vorstellbar. Rund sieben Millionen Hundehalter in Deutschland geben beiden prominenten Künstlern Recht. Der Hund ist nicht nur das erste Haustier, sondern auch der beste Freund des Menschen. Liebe auf den ersten Blick ist es nicht, als sich Grauwolf und Mensch zum ersten Mal begegnen. „Canis lupus“ ist vom Hunger getrieben und stöbert in der Müllhalde einer Steinzeitsiedlung. Mit der Großen Eiszeit ist das friedlich grasende Großwild abgewandert. Die neuen Beutetiere sind kleiner, schreckhafter und flinker. Die Jagd im Rudel kostet mehr Kraft, erfordert anderes Vorgehen und bringt längst nicht immer den gewünschten Erfolg. Die schwierigen Verhältnisse in der Umwelt zwingen Mensch und Wolf zu einer bis dahin nie dagewesenen Kooperation, sagen Forscher. Der Mensch folgt der Fährte der Wölfe, die mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn selbst drei Tage alte Spuren wittern können. Im Gegenzug duldet er, wenn die scheuen Tiere in ihre Siedlungen eindringen und sich über die Essensreste hermachen. Aus gegenseitiger Duldung wird allmählich Zutrauen – die Evolution bringt den Lagerwolf hervor. Er ist dem Wolf zwar genetisch noch näher als dem Hund, aber im Verhalten zeigt er sich bereits deutlich zutraulicher und lebt im losen Verbund mit der Gemeinschaft. Der Lagerwolf gilt als direkter Vorfahr des Hundes, der seinen Siegeszug als treuer Wegbegleiter des Menschen vermutlich in der Zeit antritt, als aus Jägern und Sammlern Bauern und Viehzüchter werden. Schon damals übernimmt der Hund Aufgaben als Wach- und Hütehund. Und er stellt seine hohe soziale Anpassungsfähigkeit unter Beweis. Eigenschaften, die ihm Jahrtausende später gottgleichen Status bescheren. Dass der Hund eines Thrones wert ist, haben viele Hochkulturen gewusst. Die Ägypter ernennen den schakalköpfigen Anubis zum obersten Richter ihres Totenreichs. Die Griechen suchen eher nach rationalen Erklärungen für das außergewöhnliche Wesen des Hundes. Der Philosoph Xenophon liefert die erste wissenschaftliche Abhandlung über Erziehung, Fährtenarbeit und Verhalten. Die Römer gehen noch einen Schritt weiter: Sie züchten unterschiedliche Jagdhund-Rassen, führen aus dem Ausland Luxushündchen ein, schicken Kampfhunde in die Arena und halten Hunde, die vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Mit der Christianisierung ändert sich die gesellschaftliche Wertschätzung der Vierbeiner. Die Kirche entdeckt ihre vermeintlich dunkle Seite als Begleiter von Hexen und Dämonen. Als die Bestiarien im 10. Jahrhundert aufkommen, hat sich die Lage schon wieder etwas entspannt. Der Hund wird zur Symbolfigur menschlicher Tugenden wie Treue, Wachsamkeit und Mut. Kaiser, Könige und Adlige präsentieren sich stolz mit ihren Lieblingen. Der Hund avanciert zum Prestigeobjekt. Welche Rasse zu wem passt, ist über Jahrhunderte aber nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern vor allem der eigenen gesellschaftlichen Stellung. Daran hat sich womöglich bis heute nicht viel geändert, aber inzwischen hat der Hund vor allem das Herz des Menschen erobert. Er ist sein bester Freund, sein Kind- oder Partnerersatz. Er versteht auch ohne Worte, er liebt bedingungslos. Die Moderne verhilft ihm vielleicht zur größten Wertschätzung in der Jahrtausende alten Geschichte zwischen Mensch und Hund.

3sat, 16.20 Uhr
Geschichte der Tiere: Die Katze
Hund und Katze sind die beliebtesten und treuesten Wegbegleiter des Menschen. „Terra X: Geschichte der Tiere“ erzählt alles Wissenswerte dieser Erfolgsstory. Im Mittelpunkt dieser Folge steht die Geschichte der Katze. Vor etwa 11 000 Jahren kommt sie auf samtenen Pfoten und mit scharfen Krallen aus der Wildnis und erobert sich einen Platz in der Zivilisation. Ihrem Wesen nach aber bleibt die Hausmieze eine Wildkatze. Der deutsche Journalist und Schriftsteller Kurt Tucholsky hat einmal über die Katze gesagt, sie sei das einzige vierbeinige Tier, das dem Menschen eingeredet habe, er müsse es versorgen, ohne dass es selbst dafür etwas tun müsse. Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Der Mensch liebt die Katze, füttert sie, überhäuft sie mit Zuwendung und gibt ihr ein Zuhause. Im Gegenzug demonstriert sie ihre Unabhängigkeit und zeigt sich überaus eigensinnig. Die Katze gehorcht nicht, will sich nicht unterordnen und bleibt ein sturer Einzelgänger. Selbst die treueste und verschmusteste Katze der Welt kann schon mal von heute auf morgen die Beziehung zu ihrem Besitzer beenden und grußlos für immer verschwinden. Katzenhalter können sich ihres unberechenbaren Mitbewohners nie hundertprozentig sicher sein. Dabei ist es die Katze – genauer gesagt die Falbkatze – die vor rund 11 000 Jahren in einer Art „Selbstdomestikation“ die Welt des Menschen betritt. Doch anders als der Hund wartet das kleine Raubtier damit, bis die Jäger und Sammler des Alten Orients das Feuer beherrschen und sesshaft sind. Ihre Karriere beginnt sie als Resteverwerter und erfolgreicher Mäusejäger. Kein anderes Haustier beherrscht die Technik des Lauerns, des schnellen Zugriffs und Tötens so wie die Katze. Die Jungsteinzeitler schätzen sie dafür. Und nicht nur sie, wo immer in den folgenden Jahrtausenden auf dem Globus Siedlungen entstehen, gehört mindestens eine Katze zum Haushalt. Kultische Verehrung erfahren die Samtpfoten vor allem im Alten Ägypten. Forscher sagen, dass das Pharaonenreich ihren Wohlstand auch den Katzen zu verdanken habe, die in den zahlreichen Getreidespeichern Ratten und Mäusen nachstellten. Für ihre wertvollen Dienste werden die Jäger sogar vergöttlicht. Millionen enden trotzdem als Opfergabe an die Katzengöttin Bastet, die Ägypter kaufen von Händlern teure Katzenmumien. Mehr als einmal werden die Käufer dabei über den Tisch gezogen, wie jüngste Untersuchungen offenbaren. Nicht in jedem Exemplar ist auch tatsächlich Katze enthalten. Die Wissenschaftler entdeckten auf den Röntgenbildern Hölzer, Hunde- und andere Tierknochen. Die Nachfrage hat das Angebot zeitweise offensichtlich bei weitem überstiegen. Das erklärt vielleicht auch, warum die Pharaonen den Export von Katzen in fremde Länder unter Todesstrafe gestellt haben. Um 500 vor Christus gelangen über Griechenland trotzdem die ersten Katzen nach Europa und vermischen sich mit der dort heimischen Wildkatze. In Italien erobern sie als exotische Luxusgeschöpfe zunächst die Herzen der reichen Damen, bevor sie im Römischen Reich auch kultische Weihen erhalten. Erst ab dem 2. Jahrhundert nach Christus ist die Katze ein Haustier für alle und erweist sich als nützlicher Jäger auf üble Nager. Marder und Wiesel, die dafür immer eingesetzt wurden, sind schon bald aus dem Rennen – auch deshalb, weil Katzen nicht so stinken und viel reinlicher sind. Im nebligen Germanien beginnt man, die Wildkatze anzuhimmeln. Sie ist aber nicht domestiziert, sondern als mystische Begleiterin der Fruchtbarkeitsgöttin Freya vorbehalten. Mit der Christianisierung jedoch folgt der tiefe Fall. Die Katze wird als Geschöpf des Teufels, der Hexen und Dämonen verdammt und später manchmal auch auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ihr schlechtes Image hält sich über Jahrhunderte. Noch im späten Mittelalter entstehen zahlreiche Sprichwörter, Mythen und Legenden – alle mit eindeutig negativer Botschaft. Nach damaligem Verständnis verkörpern Katzen weibliche Laster. Sie gelten als unmäßig, diebisch, treulos und sündig. Das halbwilde, unkontrollierbare Wesen von Katzen, die nächtlichen Jagdausflüge und das lautstarke Paarungsverhalten sorgen bis ins 18. Jahrhundert für Misstrauen und Verfolgungsexzesse durch Kirche und Staat. Erst ab dem 19. Jahrhundert gewinnt die Katze wieder an Ansehen. Dafür sorgt unter anderem der deutsche Zoologe Alfred Brehm. Inzwischen ist sie gesellschaftlich rehabilitiert, geliebt und bewundert. Manche von ihnen sind prominent, einige kosten ein Vermögen, Millionen leben als eigenwillige Stubentiger auf dem Sofa.

3sat, 17.00 Uhr
Unter Grizzlys (1/2)
Das Abenteuer beginnt
Top-Wildlife-Kameraleute und Bärenexperten haben einige Wochen in Alaskas Wildnis verbracht, um das Leben der Grizzlys aus nächster Nähe zu verfolgen. Noch nie wurden die riesigen Raubtiere Nordamerikas filmisch so außergewöhnlich nah porträtiert, während sie sich zu Hunderten an den Stromschnellen im Katmai Nationalpark versammeln, um Lachse zu fangen. 35 Kameras waren im Einsatz. Über und unter Wasser, in den Uferzonen, auf Plattformen, im Wald und auf den Weiden dokumentieren die Kameras einen Sommer lang das atemberaubende Spektakel. Die Bärenkenner begleiten die Teams Tag und Nacht, und so kommt es zu ungewöhnlichen Begegnungen.
In der ersten Folge kämpft eine noch unerfahrene Grizzly-Mutter unermüdlich um das Überleben ihrer beiden Jungen. Ihr Sommer ist voller tragischer Ereignisse. Hungrig und müde im eiskalten Wasser nach Nahrung suchend, verliert sie eines ihrer Kleinen. Nur die Hälfte der Jungtiere überlebt die Saison in der Wildnis Alaskas. Die Gegend wird beherrscht von einem riesigen Grizzly-Männchen und seiner Partnerin, die die Filmcrew als hoch aggressives Weibchen erlebt. Ausgewachsene hungrige Bären stellen eine tödliche Bedrohung für den Nachwuchs dar. Für die Mutter des überlebenden Jungtiers ist es eine harte Zeit voller unerwarteter Abenteuer und Herausforderungen. Hautnah verfolgt die Crew den Überlebenskampf der Bärenmütter und ihrer Kinder, die bedrohlichen Attacken des großen Clanchefs und der zu allem entschlossenen Konkurrenten. Dabei erleben selbst die Bärenkenner Dinge, die sie vorher noch nicht gesehen haben. Tag für Tag werden sie Zeuge von großen persönlichen Dramen und überraschend traurigen Ereignissen. Welche großen Risiken sie dafür in Kauf nehmen, wird den Teams immer dann bewusst, wenn sich ein Grizzly unvermittelt bis auf wenige Meter nähert und keiner weiß, was in den nächsten Sekunden passieren wird. Dank jahrzehntelanger Erfahrung im Umgang mit den Raubtieren ist die Crew am Ende des Sommers unversehrt.

3sat, 17.45 Uhr
Unter Grizzlys (2/2)
Drama in der Wildnis
Grizzlys hautnah. Ein 25 Mann starkes Team schlägt in Alaskas Wildnis seine Zelte auf und dokumentiert das Leben der riesigen Raubtiere so nah wie nie zuvor. Wenn Millionen von Lachsen auf ihrer Laichwanderung die Flüsse Alaskas bevölkern, drängeln sich Hunderte von Grizzlys an den Stromschnellen, um tonnenweise Fisch zu verschlingen. Ein Hauen und Stechen beginnt. 35 Kameras über und unter Wasser, in den Uferzonen, auf Plattformen, im Wald und auf den Weiden dokumentieren einen ganzen Sommer lang das atemberaubende Spektakel. Die Bärenkenner begleiten die Teams Tag und Nacht, und so kommt es zu ungewöhnlich nahen Begegnungen und Einblicken in das Leben einzelner Bären in dieser Gemeinschaft. Bärenmütter kämpfen bis zur Erschöpfung um das Überleben ihrer Kinder, die Attacken des großen Clanchefs nehmen bedrohliche Ausmaße an. Konkurrenten sind zu allem entschlossen, wenn es um die Lachse aber auch um die Weibchen geht. Selbst die Bärenkenner erleben Dinge, die sie vorher nie gesehen haben. Tag für Tag werden sie Zeuge von großen Dramen und überraschend traurigen Ereignissen. Welche Risiken sie dafür in Kauf nehmen, wird den Teams immer dann bewusst, wenn sich ein Grizzly unvermittelt bis auf wenige Meter nähert und keiner weiß, was in den nächsten Sekunden passieren wird. Dank jahrzehntelanger Erfahrung im Umgang mit den Raubtieren kann die Crew am Ende des Sommers unversehrt zurückkehren.

arte, 17.50 Uhr
Der Wald der wilden Katzen
Der Harz ist Katzenland. Hier leben die einzigen beiden wilden Katzenarten Deutschlands. Luchs und Wildkatze teilen sich ein riesiges Gebiet von über 2.000 Quadratkilometern. In der Mitte thront der über elfhundert Meter hohe Brocken. Luchse waren hier ausgerottet und wurden erst seit dem Jahr 2000 wieder angesiedelt. Inzwischen leben schon gut 90 „Pinselohren“ hier. Der Reichtum an natürlichen Strukturen im Harz bietet gleichzeitig über 500 Wildkatzen Schutz. Jetzt werden die Katzenreviere knapp. Die ersten Nachkommen müssen den Wald der wilden Katzen verlassen und neue erobern.

arte, 18.30 Uhr
Der unsichtbare Puma
Ein Besucher in Frankreichs Wäldern
In Südfrankreich trieb sich vor 250 Jahren ein berüchtigtes Untier herum: die Bestie von Gévaudan. Heute kursiert erneut ein Gerücht: Ein Puma soll an den steilen Hängen des Mont Mouchet hausen. Bruno Loisel kennt sich mit Pumas aus. Seit über 20 Jahren folgt der Tierfotograf den Spuren dieser Raubkatzen und dokumentiert sie in ihrem natürlichen Lebensraum. Da diese Geschichte die Beziehung zwischen Mensch und Wildnis reflektiert und die Sichtung eines Pumas ein äußerst seltenes Erlebnis ist, begibt sich Bruno in Frankreich und Kanada auf die Suche nach der vermeintlichen neuen „Bestie von Gévaudan“. Im Herzen Südfrankreichs erstreckt sich ein für Nebel anfälliges Gebiet, in dem der Legende nach vor 250 Jahren eine blutrünstige Kreatur ihr Unwesen trieb. An diesem sagenumwobenen Ort geht seit fünf Jahren ein Gerücht um: Augenzeugen berichten von einem Tier mit großen Pranken und langem Schwanz, das Straßen mit einem einzigen Sprung überquert – kräftig genug, ein Pferd zu reißen und verstümmelt auf der Weide zurückzulassen. Ist die Bestie von Gévaudan wieder zurück? Der Tierfotograf Bruno Loisel hat eine rationalere Erklärung: Nur ein Tier passt zu all dem Beschriebenen: der Puma! Die Großkatze wird vom Norden Kanadas bis zur Südspitze Argentiniens als mystisches Tier angesehen. Flink wie eine Katze und stark wie ein Löwe, sind seine Sinne sehr ausgeprägt. Durch die Farbe seines Fells ist er an sein Umfeld so gut angepasst, dass er sich fast unsichtbar fortbewegen kann. In freier Wildbahn ist es kaum möglich, ihm zufällig zu begegnen. Wer sich auf seine Spur begibt, lässt sich selbst mit speziell ausgebildeten Spürhunden und Spurenverfolgern auf eine lange und schier unmögliche Expedition ein. Gerade diese Herausforderung sucht Bruno Loisel zu bewältigen – alleine und über 7.000 Kilometer vom natürlichen Puma-Verbreitungsgebiet entfernt. Um seine Chancen zu erhöhen, beginnt er die Suche am entgegengesetzten Ende: in Kanada, der natürlichen Umgebung des Pumas. Dort will er die Techniken erlernen, die ihn vielleicht zum Ziel bringen werden. Im Bundesstaat Alberta begleitet er ein Forscherteam und einen Jäger, die mit dem Fang eines Pumas und dem Anbringen eines GPS-Halsbands endet. Aus Québec bringt Bruno einen speziellen Duftköder mit, um die Großkatze zurück in Frankreich vor die Wildkamera zu locken. Werden sich die Bemühungen lohnen? Wird Bruno das Rätsel um die neue Bestie von Gévaudan lösen können?

Samstag, 25. Januar

arte, 12.05 Uhr
Der große Fluss vom Himalaya
Die dreiteilige Reihe „Der große Fluss vom Himalaya“ erzählt die Geschichte einer turbulenten Affäre zwischen dem größten Gebirge und einem der größten Flüsse der Welt, dem Brahmaputra. In den Bambusbeständen des Bergdschungels lebt verborgen der seltene Rote oder Kleine Panda. Wie andere Wildtiere dieser steilen Welt an der Südseite des Himalaya – Goral, Nebelparder, Languren – ist sein Lebensraum auf eine schmale Höhenstufe beschränkt.

SWR Fernsehen, 21.45 Uhr
Natur im Südwesten
Die Tiere und wir
Unzählige Tierarten leben in der Wildnis vor unserer Haustür: an Seen, in Bergen, Wäldern und Feldern. Wie kommen Eulen, Luchse oder Wildkatzen mit dem Menschen zurecht? Seit mindestens 40.000 Jahren haben wir Menschen die Umwelt nach unseren Bedürfnissen gestaltet und damit auch den Lebensraum unserer tierischen Nachbarn verändert. Welche Tiere sind verschwunden – und welche sind zurückgekommen? Der Biber war fast ausgerottet, konnte aber durch Wiederansiedlungen gerettet werden. Er ist das einzige Säugetier außer uns Menschen, das seinen Lebensraum aktiv gestaltet. Welche Tiere haben sich angepasst – und welche in die hintersten Winkel zurückgezogen? Welche Tiere profitieren davon, dass wir Seen aufgestaut und Felder angelegt haben? Und wie rettet man fast ausgestorbene Tierarten vor dem völligen Verschwinden? Und welcher Tierart haben wir die größte archäologische Entdeckung der Menschheitsgeschichte zu verdanken?

Sonntag, 26. Januar

arte, 6.25 Uhr
Auf der Jagd
Wem gehört die Natur?
Wem gehören eigentlich die Wildtiere? In einem Europa, in dem es keine freie Natur mehr gibt, sondern nur noch landwirtschaftlich genutzte und bepflanzte „grüne“ Flächen, teilen sie sich ihren Lebensraum mit den Menschen. Wer bestimmt, wie Mensch und Wildtiere zusammenleben? Was geschieht, wenn Wildtiere die Nahrungs- und Rohstoffgewinnung beeinträchtigen oder den Stadtwald umgraben? Wer gibt vor, wie viele von ihnen gejagt werden dürfen oder müssen? Diese und weitere Fragen versucht der Dokumentarfilm aus verschiedenen Perspektiven und in beeindruckenden Bildern zu beantworten. Welche Folgen hätte es, wenn sich die 1,2 Millionen Rehe und 600.000 Wildschweine, die jedes Jahr in Deutschland geschossen werden, zusätzlich frei in Wald und Natur ausbreiten würden? Wie wird man in naher Zukunft mit den nach Deutschland einwandernden Wolfsrudeln umgehen? Einst waren Jäger die angesehensten Mitglieder der Gesellschaft. Aber heute? Müssen Wildtiere wirklich gejagt werden? Viele finden das Töten von Tieren grausam und fordern das Jagdverbot aus ethischen Gründen. Das Ansehen der Jäger hat sich geändert. Wie soll heutzutage mit der Natur und den wilden Tieren umgegangen werden? Niemand kann behaupten, dass er eine klare und universelle Antwort hat. Der Dokumentarfilm möchte einen gesellschaftlichen Diskurs über die Rolle des Menschen in der Natur anstoßen.

TV-Programm 27.01. - 02.02.2020

Montag, 27. Januar

arte, 18.30 Uhr
Invasion der kleinen Räuber
Goldschakal, Marderhund und Waschbär
Sie sind immer hungrig, sie werden immer mehr und sie nehmen Einfluss auf den Naturkreislauf. Denn die heimische Tierwelt ist nicht auf eingeschleppte oder eingewanderte Räuber wie Waschbär, Marderhund, Mink und Goldschakal eingestellt. Umweltschutzorganisationen in Deutschland schlagen Alarm. Die Zahl der eingeschleppten und eingewanderten Kleinbären und kleinen Raubtiere steigt und steigt. In Deutschland steht ein „Mehrfrontenkrieg“ bevor. Von Norden her drängen Waschbär, Mink und Marderhund nach Bayern, Österreich und Frankreich. Aus dem Süden kommt der eigentlich in Südosteuropa und in Afrika heimische Goldschakal. Wie viele dieser vor allem nachtaktiven Räuber sich in Deutschland aufhalten, kann nur geschätzt werden. Doch es gibt andere Zahlen, die aufhorchen lassen: So wurden 2016 über 25.000 Marderhunde in Deutschland und Österreich geschossen – fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Waschbären sind es in fünf Jahren 150 Prozent mehr getötete Tiere gewesen. Das liegt nicht an besonders schießwütigen Jägern, was sogar der BUND Naturschutz zugeben muss, sondern an der rasanten Ausbreitung dieser Arten. Jedes dieser Raubtiere ist anders, hat andere Fähigkeiten und Strategien. Die Eindringlinge bedrohen vor allem die, die schon lange unter der Zerstörung und dem zunehmenden Schwund ihres Lebensraumes leiden und deshalb vielerorts vom Aussterben bedroht sind: Bodenbrüter, Singvögel und Amphibien.

Dienstag, 28. Januar

arte, 6.10 Uhr
Geweihe
Wunderwerke der Natur
Es wächst unglaubliche zwei Zentimeter am Tag und wird nach Monaten einfach abgeworfen; innerhalb weniger Monate sprießt ein neues Geweih, meist größer und prächtiger als zuvor. Ob Schaufeln, Spieße oder Becherkronen – ihre Vielfalt ist enorm. Hirsch, Reh oder Elch kämpfen mit ihrem Geweih gegen Rivalen und erobern so die Weibchen. Als Waffe und Werkzeug hilft es außerdem, im Wald zu überleben. Es wächst nicht nur rasant, sondern ist auch das einzige Organ eines Säugetiers, das sich vollständig erneuern kann. Im Gegensatz zum Horn ist das Geweih dabei aus Knochen aufgebaut. Für Wissenschaftler ist es deshalb ein begehrtes Forschungsobjekt. Sie setzen große Hoffnung hinein, dank der Erkenntnisse um das tierische Geweih eines Tages auch menschliche Knochen nachwachsen lassen zu können. Adrian Pflug und Emilie Langlade untersuchen mit dem Wildtierzüchter Daniel Patzke ganz unterschiedliche Geweihformen und ziehen Rückschlüsse auf die Lebensumstände der Wildtiere. Wie die Humanmedizin vom Geweihwachstum lernen kann, erklärt der Wissenschaftler Hans Joachim Rolf.

Mittwoch, 29. Januar

3sat, 13.20 Uhr
Expedition Himalaja (1/3)
Auf der Fährte der Tiger
Tiger – verehrt, gefürchtet und gnadenlos gejagt. In nur 20 Jahren könnten sie für immer von unserem Planeten verschwunden sein. Doch Großkatzenexperte und Artenschützer Alan Rabinowitz ist davon überzeugt, dass es Hoffnung gibt. An den Südhängen des Himalajas könnten Tiger eine Chance haben, auch in Zukunft zu überleben. Eine internationale Expedition des NDR und der BBC aus Wissenschaftlern und Tierfilmern, darunter der Deutsche Henry Mix, macht sich auf den Weg in das lang verschlossene Königreich von Bhutan. Das Team will herausfinden, wie viele Tiger dort leben und vor allem wo. Die Regen- und Nebelwälder des Landes zählen zu den artenreichsten der Erde. Doch nicht nur in den tieferen Lagen Bhutans soll es Tiger geben. Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass die Großkatzen auch im Hochgebirge leben. Doch gibt es dort wirklich welche? Um ihr Ziel zu erreichen, gehen die Expeditionsteilnehmer an ihre Grenzen, erklimmen schroffe Gipfel, überwinden Stromschnellen und meistern extreme Wettersituationen. In der ersten Folge kommt Henry Mix die Österreicherin Claudia Wultsch mit ihrem Labrador Bruiser zur Hilfe. Gemeinsam setzen sie sich auf die Fährte der Tiger und suchen unweit des Camps an der Grenze zu Indien nach Kot- und Fellproben. Der Hund ist speziell auf Großkatzen trainiert und findet noch die feinsten Spuren, an denen selbst erfahrene Naturfilmer und Feldbiologen achtlos vorüber gehen würden. Währenddessen werden überall im Regenwald versteckte Kameras angebracht. Mit ihrer Hilfe will Alan Rabinowitz nachweisen, dass das Gebiet sowohl Tigern und anderen Raubkatzen als auch deren Beutetieren als Lebensraum dient. Gleichzeitig sucht der britische Kameramann Gordon Buchanan in den Hochlagen des Himalajas nach Beweisen für die Existenz des Tigers. Er dringt in Bereiche vor, wo laut Meinung vieler Wissenschaftler gar keine vorkommen dürften.

3sat, 14.05 Uhr
Expedition Himalaja (2/3)
Im Dschungel der Raubkatzen
Nun weitet das Expeditionsteam die Suche aus. Modernste Kameras kommen zum Einsatz, darunter neueste Nachtsichtgeräte, Infrarot- und Wärmebildkameras. Mit Hilfe dieser Technik wird die Nacht zum Tag und das Team kann auch in kompletter Finsternis im Dschungel der Raubkatzen auf die Suche gehen. Tierfilmer Henry Mix und die englische Kamerafrau Justine Evans versuchen von einer Baumplattform aus ihr Glück. Aus dreißig Meter Höhe haben sie freien Blick über eine Ebene. Werden sie dort endlich selber Tiger vor die Kamera bekommen? Fährtenleser Steve Backshell will ein Flusstal erkunden. Die Berghänge sind allerdings so steil, dass er nur mit Hilfe von Kajaks vorankommen kann. Ein gefährliches Unterfangen, da der Fluss nach der Schneeschmelze wild und unberechenbar ist. Wird sich die abenteuerliche Wildwassertour am Ende lohnen und Steve Tigerspuren finden?

3sat, 14.50 Uhr
Expedition Himalaja (3/3)
Die Spur führt zum Tigerberg
Das Team hat in den ersten beiden Folgen mit Hilfe von versteckten Kameras, modernsten Infrarot- und Wärmebildkameras und einem Spurensuchhund zahlreiche Tiger im Gebiet nachweisen können. In der dritten Folge nun weiten sie ihre Suche ins Hochgebirge des Himalajas aus. Gerüchten zu Folge soll es auch dort auf über 3000 Meter Höhe Tiger geben. Einige Hinweise deuten darauf hin, dass die Raubkatzen sogar in noch größerer Höhe vorkommen könnten. Für den Erfolg der geplanten Schutzzone in Bhutan und den angrenzenden Staaten wäre das von immenser Bedeutung. Am Beginn der Expedition hat der englische Tierfilmer Gordon Buchanan zahlreiche versteckte Kameras in den Bergen angebracht. Sind in den letzten sechs Wochen Tiger in die Kamerafalle getappt? Und wenn es Aufnahmen gibt, wo und in welcher Höhe leben die Tiere? Wandern sie nur über die Bergkämme von einem Tal zum anderen oder leben sie ständig dort oben? Das erste Camp liegt bereits auf über 3.000 Metern. Doch wo in den Alpen schon längst kein Baum mehr wächst, bedeckt dichter Nebelwald die Hänge mit riesigen Rhododendren, Fichten und Bambus. Tierfilmer Henry Mix und der Biologe Dr. George McGavin von der Universität Oxford wollen die Vielfalt dieses Waldes unter die Lupe nehmen. Henry Mix will die extrem seltenen und sehr scheuen Roten Pandas aufspüren und wenn möglich auch filmen. Parallel macht sich der Fährtenleser Steve Backshell in ein weit entlegenes Tal unterhalb des über 7.000 Meter hohen Gang Chen Ta. Übersetzt bedeutet der Name: Tigerberg. Wird Steve dort auf Spuren der großen Raubkatzen treffen? Am Ende besteigt Henry Mix einen Berggrat in über 4.000 Meter Höhe, um die letzten Kamerafallen auszuwerten. Wenn es von dort Bilder von Tigern gäbe, wäre das eine Sensation. Nie zuvor wurde die größte Raubkatze der Erde in solchen Höhen gefunden. Damit könnte Bhutan zum Herzstück einer internationalen Tiger-Schutzzone zwischen Nepal und China werden. Wenn das gelingen könnte, hätten Tiger auch in Zukunft eine Chance.

arte, 16.55 Uhr
Xenius: Wildtiere
Wie Artenschutz erfolgreich ist
Die Zahl der weltweit lebenden Wirbeltiere ist in den vergangenen fünf Jahrzehnten um 60 Prozent geschrumpft. Jede Stunde stirbt mindestens eine Tierart aus. Durch Landwirtschaft, Bergbau und das Wachsen der Städte verlieren die Wildtiere ihren Lebensraum. Dazu kommt der Klimawandel, der das Artensterben zusätzlich beschleunigt. Was kann man tun, um diese Entwicklung wenigstens zu bremsen? „Xenius“ hat erfolgreiche Schutzprogramme in Afrika und Europa besucht und sich gefragt, wie ein Ausgleich zwischen Tier und Mensch aussehen könnte. Die Mhorr-Gazellen waren in den 1980er Jahren fast ausgestorben. In Marokko konnten einige Exemplare so erfolgreich wieder angesiedelt werden, dass es jetzt wieder eine große Herde gibt. Ähnlich sieht es aus bei den Berberaffen. Im Hohen Atlas Marokkos kämpfen Ranger dafür, deren Lebensraum zu erhalten. Die „Xenius“-Moderatoren Gunnar Mergner und Emilie Langlade durften bei einer Patrouille dabei sein. Aber wenn verschwundene Arten wieder zurückkehren, kehren oft auch alte Probleme zurück – wie beim Fischotter in Deutschland, über dessen Rückkehr nicht alle begeistert sind.

Donnerstag, 30. Januar

3sat, 13.40 Uhr
Panamericana
Von Alaska nach Feuerland
Siebenteilige Doku-Reihe (bis 18.30 Uhr)
In sieben Etappen bereist der Schweizer Reto Brennwald den amerikanischen Kontinent von Nord nach Süd, von Alaska nach Feuerland. Die erste Etappe führt von Alaska bis nach Atlin in Kanada. Zwei Kontinente, zehn Länder, 20 000 Kilometer: Die Reihe „Panamericana“ ist eine Annäherung an Nord- und Südamerika, gekennzeichnet durch Begegnungen mit Menschen und Landschaften. Zunächst begleitet Reto Brennwald die Ureinwohner Alaskas, die Inupiat, auf der Jagd.

Freitag, 31. Januar

3sat, 5.45 Uhr
Der listige Jäger aus dem Wallis
Tabakrauch umweht sein Gesicht, die Pfeife verschwindet halb unter einem mächtigen Schnauzbart, und darüber glänzen listig wache Augen: Michel Fournier wird der „Räuber“ genannt. Bei Nacht und bei Tag kann man dem stämmigen Mann draußen in der wilden Natur begegnen. Michel ist ein umgänglicher Mann, der die Natur und die Geschöpfe seiner Walliser Bergwelt liebt und bewundert. Die Klinge braucht der „Räuber“ meist nur, um sich Trockenfleisch für einen Imbiss abzuschneiden. Seine Glücksmomente findet er als Bergführer im abgelegenen Walliser Seitental „Val de Réchy“ inmitten der wilden Natur. Ganz besonders in der Zeit der Zwischensaison, im Frühling und Herbst, wenn die Touristen fehlen und die Gämsen und Hirsche auf der Suche nach Nahrung bis ins Tal und zu den Dörfern kommen, herrscht eine Ruhe und Stille, die schon beinahe unwirklich scheint. Michel hat als Philanthrop viele Freunde. Einer davon ist Steve, der Wildhüter des Tales. Michel steht ihm manchmal zur Seite, zum Beispiel bei der Bergung eines verstorbenen Tieres.

Samstag, 1. Februar

arte, 10.50 Uhr
Eine Welt aus Wäldern
Macht und Pracht des Waldes
Die dreiteilige Dokumentation taucht in die Naturgeschichte Europas ein und zeigt, wie sich die Tierwelt von der letzten Eiszeit bis heute über den Kontinent ausbreiten konnte. Paris, Champs-Elysées: Vor 8.000 Jahren erstreckten sich hier endlose Wälder. Jedes Fleckchen Erde auf unserem Planeten zeugt von einer langen Geschichte. In dieser Folge geht es um das goldene Zeitalter des Waldes. Als die Eismasse, die halb Europa bedeckte, wegen der Klimaerwärmung schmolz, verschwanden Millionen Kubikmeter Eis im Meer. Innerhalb weniger Jahrhunderte breiteten sich die Bäume über den ganzen Kontinent aus. Ungestört von den Menschen, die in kleinen Gruppen als Jäger und Sammler lebten, konnte sich die Natur über 6.000 Jahre lang im Rhythmus der Jahreszeiten entfalten. Vor 20.000 Jahren erstreckte sich in Europa ein Reich aus Eis und große Wildtierherden kämpften mit dem eisigen Klima. Rentiere gehören zu den in großer Zahl vorkommenden Arten der letzten Kaltzeit. In riesigen Herden durchstreifen sie den europäischen Kontinent. An den Ufern des Mittelmeeres behaupten sich winzige Grünflächen. Inmitten der Zeiten des Eises existiert eine andere Welt: die Welt der Wälder. Die Eismasse, die halb Europa bedeckt hatte, wird durch eine neue Klimaerwärmung dezimiert. Das Eis, das sich im Laufe von 80.000 Jahren angesammelt hat, stürzt in sich zusammen und verschwindet im Meer. Der europäische Kontinent ist nun von Bäumen übersät. Es ist das goldene Zeitalter des Waldes, der sich vom Atlantik bis zum Ural und vom Mittelmeer bis zum Baltikum erstreckt. Die üppige Natur ernährt Mensch und Tier im Rhythmus der Jahreszeiten. Im Frühjahr beginnt für Wolfs- und Fuchswelpen, Rehkitze, Fohlen, Bären- und Bisonjunge die Zeit des Lernens. Im Herbst legen die Waldbewohner Vorräte an und bereiten sich auf den Winter vor. Die kalte Jahreszeit ist wie eine kleine Eiszeit: Tiere und Pflanzen harren aus, bis im nächsten Frühjahr das Leben neu beginnt. In heute unvorstellbarer Nähe bewohnen Mensch und Tier gemeinsam den Wald. Die Jäger und Sammler leben im Einklang mit der Natur und den Ressourcen des Waldes: Der ökologische Fußabdruck, den sie hinterlassen, ist minimal. Jahrhunderte und Jahrtausende vergehen. Im Schatten der alten Baumkronen bildet sich im regengesättigten Boden fruchtbarer Humus. Insekten beginnen mit der Zersetzung umgestürzter Bäume, aus denen später neuer Erdboden entsteht. Doch die „goldene“ Zeit der Waldbewohner ist begrenzt: Bald werden die ersten Bäume unter den Schlägen von Steinäxten fallen, Vögel fortziehen und Hirsche verschwinden.

arte, 11.35 Uhr
Eine Welt aus Wäldern
Der Wald im Wandel
Die dreiteilige Dokumentation taucht in die Naturgeschichte Europas ein und zeigt, wie sich die Tierwelt von der letzten Eiszeit bis heute über den Kontinent ausbreiten konnte. Paris, Place de la Concorde: Vor 6.000 Jahren fielen hier Bäume den Steinäxten des Menschen zum Opfer. Diese Folge widmet sich den letzten sechs Jahrtausenden in der Naturgeschichte Europas. An die Stelle des Waldes tritt vielerorts der ländliche Raum. Völlig neue Landschaften entstehen, in denen die Tiere sich neue Nischen suchen. Im 20. Jahrhundert beschleunigt sich der Lauf der Geschichte so sehr, dass die wildlebenden Tier- und Pflanzenarten mit den menschengemachten Veränderungen nicht mehr Schritt halten können. Das 21. Jahrhundert ist eine Zeit der Paradoxe: Während das Landleben nach und nach verschwindet, breiten sich neue Wälder aus. Pont Alexandre III. in Paris am frühen Morgen: Die Natur erobert die Seineufer zurück. In den Wäldern fallen reihenweise Bäume den Steinäxten zum Opfer. Die Wildtiere erleben die Ankunft merkwürdiger Wesen – Rinder, Ziegen, Schafe, Schweine – im Schlepptau der ersten Landwirte, die das Land roden und pflügen, Getreide säen und ihr Vieh weiden lassen. Neue Menschen aus dem Orient eignen sich das Land an und domestizieren die Tiere. Jäger und Sammler verschwinden, an ihre Stelle treten die ersten bäuerlichen Gemeinschaften. Viehzucht und Rodung drängen den Wald zurück, der ländliche Raum entsteht. Bison, Elch, Wildpferd und Schwarzstorch sterben aus oder werden an die Ränder des europäischen Kontinents gedrängt. Andere Arten wie Bären, Wölfe und Luchse versuchen sich eine Zeit lang anzupassen und ziehen sich dann in die Höhenlagen zurück: Berge und Flüsse sind nun die letzten wilden Landschaften. Andere Tiere, darunter Wildschweine, Hirsche und Füchse, werden zu nachtaktiven Einzelgängern. Nach der Französischen Revolution erreicht das Vorkommen wilder Arten seinen historischen Tiefstand, fast das gesamte Land ist bewirtschaftet. Der Wolf wird in Frankreich zum Volksfeind Nummer eins erklärt und im 19. Jahrhundert, der Blütezeit der Pferde, ausgerottet. Das Leben von Pferden und Hunden ist eng an das des Menschen gekoppelt: Sie begleiten ihn bei der Arbeit, beim Spiel und sogar im mörderischen Wahnsinn des Ersten Weltkriegs. Der Mensch unterwirft die Natur einem immer rascheren Wandel. Kaum sind die Wälder endlosen Feldern gewichen, kehrt er dem Land schon wieder den Rücken und zieht in die neu entstandenen Städte. Im 20. Jahrhundert gestaltet der Mensch selbst Flüsse und Bergregionen um, der ländliche Raum verändert sich radikal. Derweil breitet sich die Natur still und leise in den Großstädten aus. Die Schleiereule fliegt auf ihren nächtlichen Streifzügen über die Dächer von Paris wie einst über hohe Baumwipfel. In vom Menschen verlassenen Gegenden breiten sich neue Wälder aus, und mit ihnen lange vergessene Tierarten: Adler und Geier, Hirsche, Steinböcke, Bären, Luchse, selbst einzelne Wölfe. Sie beweisen, dass wilde Arten überleben und zurückkehren, wenn der Mensch ihnen Zeit und Raum dafür lässt.

Sonntag, 2. Februar

Phoenix, 22.30 Uhr
Wölfe – Schützen oder schießen?
Die Wölfe sind zurückgekehrt und breiten sich in Deutschland aus. Ob in Niedersachsen, Sachsen oder Brandenburg, allerorten werden die Raubtiere gesichtet. Derzeit gibt es 73 Rudel sowie 29 Paare, insgesamt etwa 800 Tiere. Und immer mal wieder Begegnungen zwischen Mensch und Wolf. Schäfer beklagen Verluste, Dorfbewohner fürchten um ihre Kinder, Politiker von CDU, SPD, FDP und AfD schlagen Alarm und fordern inzwischen den Abschuss von Wölfen und eine Obergrenze für ihren Bestand. Alles nur Hysterie? Oder geht von Wölfen tatsächlich eine Bedrohung aus? Stimmt der Eindruck, dass sich Wölfe in Deutschland unkontrolliert ausbreiten und eine Gefahr darstellen? Stimmt das Bild vom Wolf? Monatelang hat Filmautor Herbert Ostwald mit Wolfsforschern, Bürgermeistern, Dorfbewohnern, Tierfilmern und Schäfern gesprochen, um Antworten zu bekommen. Seine Recherchen zeigen ein wesentlich differenzierteres Bild, als es die Schlagzeilen vermuten lassen. Manches Missverständnis beruht auf der verbreiteten Annahme, Wölfe seien scheu. Tatsächlich sind sie „von Natur aus neugierig, aber auch vorsichtig“, so Tierfilmer Sebastian Koerner, der seit vielen Jahren Wölfen so nahe gekommen ist wie niemand sonst. Kaum ein Wildtier ist so gut erforscht wie der Wolf Fakt ist: In den 20 Jahren, seit Wölfe in Deutschland wieder heimisch sind, gab es keinen einzigen Angriff auf Menschen, keinen einzigen Verletzten. Der heimgekehrte Räuber ist so gut erforscht wie kaum ein anderes Wildtier: Hunderte Wolfsberater sammeln bundesweit täglich Spuren, die akribisch ausgewertet werden. Dadurch haben Wolfsforscher einen guten Überblick, welche Tiere sich wo niederlassen. Wenn Wölfe trotzdem ein unnormales Verhalten zeigen, können Behörden schon heute dank vorhandener Managementpläne einzelne „Problemwölfe“ erschießen lassen. Forscher halten Jagd auf Wölfe für Unsinn. Für Nutztierhalter gibt es Subventionen für Elektrozäune und Herdenschutzhunde. Hat der Wolf dennoch ein Schaf gerissen, wenn das eindeutig nachgewiesen ist, gibt es Ausgleichszahlungen. Allerdings müssen viele Schäfer für den Schutz ihrer Tiere einen erheblichen Aufwand betreiben und bleiben auf einem Teil der Folgekosten sitzen. Jagd auf Wölfe halten Forscher trotzdem für Unsinn. Denn die Zahl der Raubtiere reguliere sich allein über ihr Nahrungsangebot und die Reviergröße. In einem Revier pendelt die Größe des Rudels immer zwischen etwa zwei und 15 Tieren, einwandernde Konkurrenten werden vertrieben. Es wird mehr Wölfe geben Die Zahl der Wölfe in Deutschland wird weiter zunehmen: Die Tiere sind in der EU streng geschützt. Der Abschuss von „Problemwölfen“ wird erst dann leichter möglich sein als heute, wenn das Überleben der einst hierzulande ausgerotteten Art gesichert ist. Ein Film mit überraschenden Einsichten und einzigartigen, zum Teil noch niemals im Fernsehen gezeigten Bildern von wilden Wölfen in Deutschland.

TV-Programm 03.02. - 09.02.2020

Montag, 3. Februar

3sat, 13.20 Uhr
Die Spur des Bären
Thomas Roth durchreist Kanada: Er startet in der Arktis, durchquert die Nordwestpassage, stößt auf dem Yukon in Kanadas Herz vor und fliegt zu den pazifischen Inseln ganz im Westen. Roth und sein Team treffen in der Arktis auch auf die Könige der Arktis: Eisbären. „Ein wenig mulmig war mir schon, andererseits, es war ein Bild von großer Schönheit. Wir konnten uns nur schwer von dem Anblick lösen, selbst bei minus 40 Grad“, sagt Roth.

Dienstag, 4. Februar

3sat, 13.15 Uhr
Der Flug des Seeadlers
Rund um das Gebiet des Kleinplattensees in Ungarn lebt der größte Greifvogel Europas: der Seeadler. Der Film erzählt die Lebensgeschichte des Seeadler-Männchens Viktor. Einst war der Seeadler in Europa weit verbreitet. Doch durch Verfolgung, den Einsatz von Pestiziden und die Zerstörung seines Lebensraums wurde er im 19. und 20. Jahrhundert fast ausgerottet. Heute umgibt den Kleinplattensee wieder eine ausgedehnte Teichlandschaft. Darin leben viele Tieren, die den Seeadlern als Nahrung dienen, und hohe, kräftige Bäume, auf denen sie ihre Horste bauen.

3sat, 14.00 Uhr
Waldrapp – Ein Vogel im Aufwind
Der Waldrapp ist eine Vogelart, die vor 350 Jahren in den Alpen ausgestorben ist. Heute kämpfen Biologen um seine Rückkehr. Der Versuch, Nachkommen von Waldrappen aus Nordafrika in Österreich freizulassen und ihnen beizubringen, wie ihre fernen Vorfahren im Winter nach Süden zu ziehen, zeigt erste Erfolge. Das Experiment, Nachkommen von Waldrappen aus den letzten Rückzugsgebieten in Nordafrika bei uns freizulassen und ihnen beizubringen, wie ihre fernen Vorfahren im Winter nach Süden zu ziehen, ist ein Spektakel. Jahr für Jahr fliegen Vogelziehmütter mit Leichtflugzeugen entlang der alten Zugrouten nach Afrika und locken mit der Hand aufgezogene Jungvögel hinter sich her. Es gibt erste Erfolge: Waldrappe, denen auf diese Art der Weg in die Toskana gezeigt wurde, sind im Frühjahr selbstständig in die Alpen und im Herbst wieder zurück nach Süden geflogen. Waldrappe nutzen wieder alte Flugrouten in den Süden. Die verrückten Reisen zwischen Euphorie und Verzweiflung hatten 2007 den lang ersehnten Erfolg: Waldrappe, denen so der Weg in die Toskana gezeigt worden war, sind selbständig in die Alpen hinauf und im Herbst wieder zurück nach Süden geflogen. „Universum“ begleitete das Waldrapp-Team bereits 2003 auf seiner ersten Reise. Das Update 2007 ist eine Bilanz der vergangenen Jahre. Vieles ist besser geworden, Abenteuer und ein wenig Chaos sind geblieben. Kameramann Klaus Achter war schon 2003 dabei und kennt die Story wie seine Westentasche, Regisseur Manfred Christ hat eine innige Beziehung zum Waldrapp, seit er 1979 als Ferialpraktikant im Innsbrucker Alpenzoo ihr Gehege säubern musste. Auf den Fluggeräten – motorisierten Gleitschirmen – wurden bis zu drei Kameras montiert, das Erlebnis wird damit auch für den Zuseher multivisuell nachvollziehbar. Was den Film in jeder Sekunde begleitet, sind Emotionen. Unbändige Freude über kleine Erfolge, Niedergeschlagenheit und Resignation, wenn wieder einmal etwas nicht geklappt hat.

3sat, 14.45 Uhr
Die Rückkehr des Wiedehopfs
Ursprünglich tief aus den Savannen Afrikas kommend, besucht jedes Jahr ein besonders auffälliger Gast die idyllische Weinbauregion am österreichischen Wagram: der Wiedehopf. Doch der unverwechselbare Vogel ist in ganz Europa zur bedrohten Art geworden, seine Population ist – außer in Spanien – stark rückläufig. Seit Manfred Eckenfellner einen Wiedehopfjungvogel aufgezogen hat, sieht er die Rückkehr des Wiedehopfs in das Gebiet des Wagrams als seine Lebensaufgabe. Der Film beweist gefühlvoll und eindrücklich, was engagierter Naturschutz und die Begeisterung eines Einzelnen bewirken können. Sehnsüchtig erwartet Manfred Eckenfellner die Rückkehr des Wiedehopfs aus seinem Winterquartier in Afrika. Sobald im Frühjahr die Sonne wieder etwas kräftiger scheint, durchstreift der Tischler die Reihen seines Weingartens im niederösterreichischen Wagram. Er hält Ausschau nach den auffälligen Federhauben des Wiedehopfs, lauscht auf die markanten Rufe des Zugvogels. Seine Liebe zu dem seltenen Vogel begann vor etwa zehn Jahren. Damals galt er im Wagram, einem Höhenzug an der Donau, praktisch als ausgestorben. In jenem Frühsommer aber entdeckte Eckenfellner einen kranken Wiedehopfjungvogel in seinem Garten und pflegte ihn wieder gesund. Seitdem hat er es sich zur Lebensaufgabe gemacht, dem Wiedehopf am Wagram ein neues Zuhause zu geben oder besser – ihm seine alte Heimat wieder zurückzugeben. In „Die Rückkehr des Wiedehopfs“ begleiten Stefan Polasek und Florian Berger über einen ganzen Sommer hinweg den Wiedehopf im Weingarten, zeigen in außergewöhnlichen Aufnahmen das Leben und Überleben des Wiedehopfs am Wagram. Bis Eckenfellner im Herbst wieder Abschied nehmen muss und auf eine erneute glückliche Rückkehr seines Schützlings hofft. Der Film beweist gefühlvoll und eindrücklich, was engagierter Naturschutz und die Begeisterung eines Einzelnen dafür bewirken kann.

Mittwoch, 5. Februar

Phoenix, 20.15 Uhr
Russlands versteckte Paradiese
Mit einer Fläche von über 17 Millionen Quadratkilometern ist Russland mit Abstand das größte Land der Erde – und auch eines der abwechslungsreichsten. Seine gewaltige Ausdehnung umfasst mehr als einhundert Naturschutzgebiete, Nationalparks und Biosphärenreservate zwischen der Tiefebene im Westen und den Feuerbergen auf Kamtschatka im Osten. Engagierte Forscher und Naturschützer kämpfen täglich dafür, dass dieser Schatz erhalten bleibt. Vier spektakuläre Regionen stehen stellvertretend für Russlands versteckte Paradiese. Den westlichsten Zipfel Russlands bildet die Exklave Oblast Kaliningrad zwischen Litauen und Polen und die vor ihrer Küste liegende Kurische Nehrung: ein schmaler Landstreifen, der in die Ostsee ragt. Für Zugvögel ist die Nehrung Rastplatz auf ihren Reisen zu den Brutgebieten im Norden und zu den Winterquartieren im Süden. Hier befindet sich auch die älteste ornithologische Forschungsstation der Welt. Dort wird seit mehr als hundert Jahren das Treiben der Vögel beobachtet. Im fernen Osten auf Kamtschatka liegt der Kurilensee, ein Paradies für die größten Braunbären der Welt. Zur Zeit der Lachswanderung finden sie Nahrung im Überfluss. Eine engagierte Anti-Wilderer-Einheit schützt die etwa 500 Bären. Hoch im Norden in einer Wüste aus Eis leben die Rentierherden der Nenzen. Seit Jahrhunderten sind die Huftiere und die nomadisch lebenden Menschen bestens an die extremen Bedingungen auf der Halbinsel Jamal angepasst. Im Süden begrenzt der mächtige Kaukasus das Land. Die uralten Bergwälder in Nordossetien bieten ideale Lebensräume für Europas größte Ur-Rinder, die Wisente.

Donnerstag, 6. Februar

3sat, 13.20 Uhr
Kielings wildes Afrika
Seit 25 Jahren bereist Andreas Kieling als Tierfilmer die Welt und berichtet von den schönsten Tierparadiesen. In dieser Folge widmet er sich ausschließlich dem afrikanischen Kontinent. Extreme jeder Art stehen immer wieder im Vordergrund: Von der legendären Serengeti und dem Mahale-Nationalpark in Tansania geht es ins äthiopische Hochland. Von den Regionen rund ums Kap der Guten Hoffnung weiter bis zum Addo-Elefanten-Nationalpark in Südafrika. Die Afrikareise von Andreas Kieling startet in den weiten Grassteppen der Serengeti, dem Inbegriff für afrikanisches Tierleben. Neben den bildgewaltigen Aufnahmen von Elefanten, Löwen, Flusspferden und Geparden gelingen auch die kleinen Geschichten am Rande: Löwenbabys spielen mit einer Schildkröte Fußball. Um die seltenen Äthiopischen Wölfe geht es am nächsten Ziel. Andreas Kieling begleitet in den Bale-Bergen, der größten zusammenhängenden alpinen Landschaft des Kontinents, den argentinischen Biologen Claudio Sillero-Zubiri. Der Wolfsspezialist bekämpft seit Jahren die Ansteckung der Wölfe mit Tollwut durch die Hütehunde der Bauern. Im südafrikanischen Addo-Elefanten-Nationalpark begleitet Andreas Kieling eine Forscherin und wird zusammen mit ihr Zeuge, wie an einem Wasserloch erwachsene Elefanten ein kleines Kalb aus dem Schlamm retten. In der unvergleichlichen Bergwelt des Simien-Nationalparks in Äthiopien endet die Reise. Die grasbewachsenen Hänge sind ein Paradies für Spezialisten wie Dscheladas. Die Blutbrustpaviane sind die einzigen Primaten der Welt, die ausschließlich auf dem Boden leben und sich rein vegetarisch ernähren. In dieser grandiosen Naturlandschaft kann Andreas Kieling die Tiere aus nächster Nähe beobachten.

Freitag, 7. Februar

3sat, 16.20 Uhr
Kielings wilde Welt (1/3)
Andreas Kieling trifft auf seinen Reisen immer wieder auf Forscher und Spezialisten, die vor Ort in ungewöhnlichen Projekten für den Tier- und Naturschutz tätig sind und Andreas an ihrer spannenden Arbeit teilhaben lassen. Diese Etappe von Andreas Kieling führt in den Südosten Indiens. Im Ranthambore-Nationalpark hofft Andreas Kieling, den seltenen Bengalischen Tiger zu finden. Früher jagten die Maharadschas von Jaipur in den artenreichen Wäldern. Romantisches Überbleibsel ist das alte königliche Fort, über 1000 Jahre alt. An seinem Fuß liegt ein See, nicht nur in der Trockenzeit anziehend für Tiger. Und tatsächlich gelingt es Andreas Kieling, ein weibliches Exemplar beim Baden zu filmen.

3sat, 17.00 Uhr
Kielings wilde Welt (2/3)
Dass Steinböcke zu den Kletterkünstlern der alpinen Steilhänge gehören, ist bekannt. Andreas Kieling hat die Akrobaten allerdings in einer Situation beobachtet, die den Atem stocken lässt: In der fast senkrechten Wand einer Staumauer im italienischen Valle Antrona klettern Steinböcke regelmäßig auf der Suche nach speziellen Mineralsalzen und Kräutern. Es sind ausschließlich weibliche Tiere mit ihrem Nachwuchs. Die Böcke wagen sich nicht in die Wand, sie sind zu schwer und können sich auch mit ihren majestätischen Hörnern nicht nah genug an die Wand drücken.

3sat, 17.45 Uhr
Kielings wilde Welt (3/3)
In dieser Folge will Andreas Kieling in Afrika die äußerst seltenen Äthiopischen Wölfe filmen. Nur 400 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Addis Abeba erstreckt sich die größte zusammenhängende alpine Landschaft des ganzen afrikanischen Kontinents – die Bale-Berge. Fast so groß wie das Saarland, gilt dieser Nationalpark als Hotspot für seltene Tierarten. Hier leben gerade einmal noch rund 500 Exemplare der Äthiopischen Wölfe. Andreas Kieling begleitet Wolfsspezialist Claudio Sillero-Zubiri vom „Schutzprojekt für Äthiopische Wölfe“. Der argentinische Biologe bekämpft seit vielen Jahren die Ansteckung der Wölfe mit Tollwut durch die Hütehunde der Bauern. In dem weitläufigen Gebiet keine einfache Aufgabe. Mitten in Deutschland, im Rothaargebirge, lebt seit Kurzem eine wilde Herde Wisente. Tierfilmer Andreas Kieling ist dort mit Jörg Tillmann unterwegs. Der Biologe hat über zehn Jahre alles darangesetzt, eine achtköpfige Herde in die Freiheit zu entlassen. Die Tiere stammen – wie alle weltweit lebenden 4.500 Wisente – aus einer Erhaltungszucht und sind deshalb an Menschen gewöhnt. Bevor die Kolosse in die freie Wildbahn dürfen, müssen sie noch eine wichtige Prüfung über sich ergehen lassen: Beim Scheuversuch wird getestet, ob die schwergewichtigen Pflanzenfresser sich wie Wildtiere verhalten und „ordnungsgemäß“ vor dem Menschen flüchten.

Samstag, 8. Februar

arte, 12.05 Uhr
Eine Welt aus Wäldern
Macht und Pracht des Waldes
Die dreiteilige Dokumentation taucht in die Naturgeschichte Europas ein und zeigt, wie sich die Tierwelt von der letzten Eiszeit bis heute über den Kontinent ausbreiten konnte. Paris, Champs-Elysées: Vor 8.000 Jahren erstreckten sich hier endlose Wälder. Jedes Fleckchen Erde auf unserem Planeten zeugt von einer langen Geschichte. In dieser Folge geht es um das goldene Zeitalter des Waldes. Als die Eismasse, die halb Europa bedeckte, wegen der Klimaerwärmung schmolz, verschwanden Millionen Kubikmeter Eis im Meer. Innerhalb weniger Jahrhunderte breiteten sich die Bäume über den ganzen Kontinent aus. Ungestört von den Menschen, die in kleinen Gruppen als Jäger und Sammler lebten, konnte sich die Natur über 6.000 Jahre lang im Rhythmus der Jahreszeiten entfalten. Vor 20.000 Jahren erstreckte sich in Europa ein Reich aus Eis und große Wildtierherden kämpften mit dem eisigen Klima. Rentiere gehören zu den in großer Zahl vorkommenden Arten der letzten Kaltzeit. In riesigen Herden durchstreifen sie den europäischen Kontinent. An den Ufern des Mittelmeeres behaupten sich winzige Grünflächen. Inmitten der Zeiten des Eises existiert eine andere Welt: die Welt der Wälder. Die Eismasse, die halb Europa bedeckt hatte, wird durch eine neue Klimaerwärmung dezimiert. Das Eis, das sich im Laufe von 80.000 Jahren angesammelt hat, stürzt in sich zusammen und verschwindet im Meer. Der europäische Kontinent ist nun von Bäumen übersät. Es ist das goldene Zeitalter des Waldes, der sich vom Atlantik bis zum Ural und vom Mittelmeer bis zum Baltikum erstreckt. Die üppige Natur ernährt Mensch und Tier im Rhythmus der Jahreszeiten. Im Frühjahr beginnt für Wolfs- und Fuchswelpen, Rehkitze, Fohlen, Bären- und Bisonjunge die Zeit des Lernens. Im Herbst legen die Waldbewohner Vorräte an und bereiten sich auf den Winter vor. Die kalte Jahreszeit ist wie eine kleine Eiszeit: Tiere und Pflanzen harren aus, bis im nächsten Frühjahr das Leben neu beginnt. In heute unvorstellbarer Nähe bewohnen Mensch und Tier gemeinsam den Wald. Die Jäger und Sammler leben im Einklang mit der Natur und den Ressourcen des Waldes: Der ökologische Fußabdruck, den sie hinterlassen, ist minimal. Jahrhunderte und Jahrtausende vergehen. Im Schatten der alten Baumkronen bildet sich im regengesättigten Boden fruchtbarer Humus. Insekten beginnen mit der Zersetzung umgestürzter Bäume, aus denen später neuer Erdboden entsteht. Doch die „goldene“ Zeit der Waldbewohner ist begrenzt: Bald werden die ersten Bäume unter den Schlägen von Steinäxten fallen, Vögel fortziehen und Hirsche verschwinden.

arte, 12.50 Uhr
Eine Welt aus Wäldern
Der Wald im Wandel
Die dreiteilige Dokumentation taucht in die Naturgeschichte Europas ein und zeigt, wie sich die Tierwelt von der letzten Eiszeit bis heute über den Kontinent ausbreiten konnte. Paris, Place de la Concorde: Vor 6.000 Jahren fielen hier Bäume den Steinäxten des Menschen zum Opfer. Diese Folge widmet sich den letzten sechs Jahrtausenden in der Naturgeschichte Europas. An die Stelle des Waldes tritt vielerorts der ländliche Raum. Völlig neue Landschaften entstehen, in denen die Tiere sich neue Nischen suchen. Im 20. Jahrhundert beschleunigt sich der Lauf der Geschichte so sehr, dass die wildlebenden Tier- und Pflanzenarten mit den menschengemachten Veränderungen nicht mehr Schritt halten können. Das 21. Jahrhundert ist eine Zeit der Paradoxe: Während das Landleben nach und nach verschwindet, breiten sich neue Wälder aus. Pont Alexandre III. in Paris am frühen Morgen: Die Natur erobert die Seineufer zurück. In den Wäldern fallen reihenweise Bäume den Steinäxten zum Opfer. Die Wildtiere erleben die Ankunft merkwürdiger Wesen – Rinder, Ziegen, Schafe, Schweine – im Schlepptau der ersten Landwirte, die das Land roden und pflügen, Getreide säen und ihr Vieh weiden lassen. Neue Menschen aus dem Orient eignen sich das Land an und domestizieren die Tiere. Jäger und Sammler verschwinden, an ihre Stelle treten die ersten bäuerlichen Gemeinschaften. Viehzucht und Rodung drängen den Wald zurück, der ländliche Raum entsteht. Bison, Elch, Wildpferd und Schwarzstorch sterben aus oder werden an die Ränder des europäischen Kontinents gedrängt. Andere Arten wie Bären, Wölfe und Luchse versuchen sich eine Zeit lang anzupassen und ziehen sich dann in die Höhenlagen zurück: Berge und Flüsse sind nun die letzten wilden Landschaften. Andere Tiere, darunter Wildschweine, Hirsche und Füchse, werden zu nachtaktiven Einzelgängern. Nach der Französischen Revolution erreicht das Vorkommen wilder Arten seinen historischen Tiefstand, fast das gesamte Land ist bewirtschaftet. Der Wolf wird in Frankreich zum Volksfeind Nummer eins erklärt und im 19. Jahrhundert, der Blütezeit der Pferde, ausgerottet. Das Leben von Pferden und Hunden ist eng an das des Menschen gekoppelt: Sie begleiten ihn bei der Arbeit, beim Spiel und sogar im mörderischen Wahnsinn des Ersten Weltkriegs. Der Mensch unterwirft die Natur einem immer rascheren Wandel. Kaum sind die Wälder endlosen Feldern gewichen, kehrt er dem Land schon wieder den Rücken und zieht in die neu entstandenen Städte. Im 20. Jahrhundert gestaltet der Mensch selbst Flüsse und Bergregionen um, der ländliche Raum verändert sich radikal. Derweil breitet sich die Natur still und leise in den Großstädten aus. Die Schleiereule fliegt auf ihren nächtlichen Streifzügen über die Dächer von Paris wie einst über hohe Baumwipfel. In vom Menschen verlassenen Gegenden breiten sich neue Wälder aus, und mit ihnen lange vergessene Tierarten: Adler und Geier, Hirsche, Steinböcke, Bären, Luchse, selbst einzelne Wölfe. Sie beweisen, dass wilde Arten überleben und zurückkehren, wenn der Mensch ihnen Zeit und Raum dafür lässt.

arte, 15.00 Uhr
Der Wald der wilden Katzen
Der Harz ist Katzenland. Hier leben die einzigen beiden wilden Katzenarten Deutschlands. Luchs und Wildkatze teilen sich ein riesiges Gebiet – mit Gebirge und Vorland zusammen über 2.000 Quadratkilometer. In der Mitte thront der über elfhundert Meter hohe Brocken. Dass beide Katzenarten hier zu entdecken sind, ist keine Selbstverständlichkeit. Raubtiere hatten und haben es schwer im dicht besiedelten Deutschland. Der Luchs wurde vor 200 Jahren ausgerottet. Der letzte Harzer Luchs wurde 1818 erlegt. Erst seit dem Jahr 2000 wurden die „Pinselohren“ wieder angesiedelt. Inzwischen leben schon 55 erwachsene und 35 Jungluchse hier. Auch die Wildkatze wurde bejagt und stark zurückgedrängt. Ihre Art überlebte nur in kleinen, inselartigen Gebieten. Eines davon ist der Harz. Sonnige Waldsäume und leuchtende Bergwiesen sind das Jagdgebiet der Wildkatze. Der Reichtum an natürlichen Strukturen hat ihr das Überleben im Verborgenen ermöglicht und bietet heute über 500 Tieren Schutz. Im März hallen die klagenden Rufe der Luchse durch den Wald. Es ist Paarungszeit bei den gefleckten Katzen. Doch nun werden die Katzenreviere knapp. Die ersten Nachkommen müssen den Wald der wilden Katzen verlassen und neue erobern. Kein einfaches Unterfangen. Denn Straßen und zersiedelte und bewirtschaftete Flächen hemmen die Wanderungen von Deutschlands wilden Katzen. Wo aber Wildbrücken und -zäune das sichere Queren von Autobahnen und Schnellstraßen ermöglichen, lassen sich selbst entfernte Naturräume miteinander vernetzen und so eine Ausbreitung von Wildkatze und Luchs in Deutschland fördern.

tagesschau24, 19.30 Uhr
Wildschweine vor der Haustür – Kampf gegen die Plage
Seit Jahrzehnten drängen Wildschweine zunehmend in urbane Gegenden. Neben Magdeburg, Leipzig und der Wildschwein-Hauptstadt Berlin zählt Dessau-Roßlau zu den beliebtesten Treffpunkten der Borstentiere. Jäger, Förster und Behörden stehen vor großen Herausforderungen. Dabei geht es nicht nur um Wildschweinschäden in Gärten und Parkanlagen, sondern auch um die Gefährdung von Leib und Leben

Sonntag, 9. Februar

3sat, 18.30 Uhr
SCHWEIZWEIT: Il luf è qua – der Wolf ist da
Wie ist es, wenn man einem Wolf in freier Wildbahn begegnet? So nah, dass man ihn sogar fotografieren kann? Was bedeutet es andererseits, wenn der Wolf auf der Alp Stutz 60 Schafe reißt? Wie versucht eine Hirtin auf der Alp Flix zu verhindern, dass der Wolf kommt? Rund 25 Wölfe leben heute in Graubünden. Dies sorgt auch bald zwei Jahrzehnte nach der Rückkehr des Wolfs für Emotionen, für Freude, aber auch für Aufregung. „Der Wolf ist da“ von Casper Nicca ist ein Film voller Geschichten von Menschen, die den Wolf lieben, ihn hassen oder ganz einfach versuchen, mit seiner Anwesenheit klarzukommen.

TV-Programm 10.02. - 16.02.2020

Montag, 10. Februar

SWR Fernsehen, 11.15 Uhr
Planet Wissen
Winterfütterung von Wildtieren
Sinnvoll oder schädlich?
Viele Jäger füttern im Winter Rehe und Hirsche. Das schreibt das Jagdgesetz vor, außerdem sind viele Jäger überzeugt, dass die Tiere sonst leiden. Doch stimmt das und ist eine Fütterung nötig? Die Forschung des Münchner Wildbiologen Andreas König weckt Zweifel daran. Auch Hirsche werden im Winter gefüttert, in Süddeutschland in festen Wintergattern. Hier dürfen sie nur in bestimmten Gebieten leben, um Konflikte mit Waldbesitzern zu vermeiden. Tierschützer kritisieren das. Gibt es eine Lösung im Konflikt Wild gegen Wald? Das diskutieren die Studiogäste bei Planet Wissen.

3sat, 20.15 Uhr
Kitz & Co. – Die Kunst des Verschwindens
Viele Wildtiere wie Feldhase oder Jung-Reh harren völlig unbewegt aus, wenn Menschen oder andere Tiere in ihre Nähe geraten – Teil einer ihren angeborenen Überlebensstrategie. Wesentlich ist bei allen „Verschwindungskünstlern“ eine Kombination aus Tarnfarbe und starrem Liegeverhalten am Boden. Der Film begleitet das Heranwachsen eines Rehkitzes und zeigt, wie Tierkinder das Versteckspiel im Wald meisterlich beherrschen. Warum hat ein Rehkitz weiße Flecken – und warum verschwinden sie, wenn es älter wird? Wieso sind Frischlinge gestreift und erwachsene Wildschweine nicht? Diesen und anderen Fragen geht der Film nach.

3sat, 21.00 Uhr
Mit Bärenwaisen durchs Tigerland
Reno Sommerhalder in Sibirien
Seit 25 Jahren lebt der schweizerisch-kanadische Bärenforscher Reno Sommerhalder unter Bären. 2013 macht er sich im äußersten Osten Sibiriens an ein besonders ambitioniertes Projekt.
Zusammen mit dem russischen Biologen Sergey Kolchin bringt er junge Bärenwaisen durch ihren ersten Sommer. Die beiden Forscher kümmern sich um insgesamt elf Bärenwaisen, deren Mütter von Jägern getötet wurden. Ohne sie hätten die Kleinen keine Überlebenschancen.
Mit vier jungen Schwarzbären sind die beiden Männer bis Ende des Herbstes unterwegs, bevor sich die Tiere zur Winterruhe zurückziehen. Doch Menschen als Ersatzmütter, kann das gut gehen?

Dienstag, 11. Februar

3sat, 13.20 Uhr
Jagdkumpane – Wie der Hund auf den Menschen kam
Es begann vor mehr als 30 000 Jahren: Früher als alle anderen Nutztiere wurde der Hund zum Haustier domestiziert. Der Mensch wollte den Hund, weil er ihm bei der Jagd helfen konnte. Oft hing das Überleben der Menschen tatsächlich vom gemeinsamen Jagdglück ab. Die Jagd hat Hund und Mensch zusammengeschweißt. Heute soll der Hund seinen Jagdtrieb fast gänzlich ablegen und stattdessen Kind und Partner ersetzen. Der Hund tut, was seit Jahrtausenden von ihm erwartet wird: Er passt sich an – doch nicht immer ohne Zwischenfälle. Denn Hund sein heißt, Jäger sein. Die Dokumentation zeichnet die Entwicklung der Beziehung zwischen Mensch und Hund nach.

3sat, 17.00 Uhr
Der Prinz der Alpen
Es ist das imposanteste Schauspiel des Jahres in den Alpen: die Brunft des Rotwildes. Die stärksten Hirsche versammeln einen Harem und verteidigen ihn gegen Rivalen. Die Dokumentation begleitet ein Hirschkalb durch das erste Jahr seines Lebens. Sie beginnt mit den ersten Lebenstagen, schildert die weiten Wanderungen mit seiner Mutter, das Zusammenleben im Rudel und den Überlebenskampf des Wildes im Winter.

3sat, 17.45 Uhr
Kitz & Co. – Die Kunst des Verschwindens
Viele Wildtiere wie Feldhase oder Jung-Reh harren völlig unbewegt aus, wenn Menschen oder andere Tiere in ihre Nähe geraten – Teil einer ihren angeborenen Überlebensstrategie. Wesentlich ist bei allen „Verschwindungskünstlern“ eine Kombination aus Tarnfarbe und starrem Liegeverhalten am Boden. Der Film begleitet das Heranwachsen eines Rehkitzes und zeigt, wie Tierkinder das Versteckspiel im Wald meisterlich beherrschen. Warum hat ein Rehkitz weiße Flecken – und warum verschwinden sie, wenn es älter wird? Wieso sind Frischlinge gestreift und erwachsene Wildschweine nicht? Diesen und anderen Fragen geht der Film nach.

arte, 17.50 Uhr
Nationalparks der Zukunft
Patagonien
Erstausstrahlung – Online verfügbar von 10/02 bis 12/03 auf dem Internetportal www.arte.tv
Jahrzehntelang träumten Umweltschützer in Südamerika von einem zusammenhängenden System von Nationalparks durch eine der letzten großen Wildnisse des Planeten: von den gemäßigten Regenwäldern Patagoniens bis zur windumtosten Südspitze des Kontinents bei Feuerland. Und dieser Traum wurde Wirklichkeit. Über Jahre kaufte das US-amerikanische Milliardärsehepaar Doug und Kris Tompkins mehr als eine Million Hektar Land, um dort die Natur zu schützen. Viele Chilenen betrachteten sie zunächst als unerwünschte Eindringlinge, doch spätestens als das Land an den chilenischen Staat übergeben wurde, setzte ein Umdenken ein. Jahrzehntelang träumten Umweltschützer in Südamerika von einem zusammenhängenden System von Nationalparks durch eine der letzten großen Wildnisse der Erde: von den gemäßigten Regenwäldern Patagoniens bis zur windumtosten Südspitze des Kontinents bei Feuerland und Kap Hoorn. Wie dieser Traum Wirklichkeit wurde und nun mit Leben gefüllt wird, erzählt die Dokumentation in einem beeindruckenden Roadtrip vom Pumalín-Nationalpark bei Puerto Montt bis zum Nationalpark Bernardo O’Higgins. Die Landschaften verändern sich vom saftigen Grün der subtropischen Regenwälder zum eisigen Blau der Bergseen, Fjorde und Gletscher im Süden. Zu verdanken ist die Erfolgsgeschichte des gewaltigen, 2.400 Kilometer langen Nationalparksystems dem US-amerikanischen Milliardärsehepaar Doug und Kris Tompkins. Mit einem Bekleidungsimperium reich geworden, verliebten sie sich vor mehr als 20 Jahren in die atemberaubende Landschaft Patagoniens. Diese entlegene Wildnis zu bewahren, wurde zu ihrer Lebensaufgabe. Über eine Million Hektar Land kauften sie, um die Natur darauf zu schützen. Anfangs war das in Chile sehr umstritten – die Tompkins wurden vielerorts als unerwünschte Eindringlinge angesehen. Spätestens aber als sie das Land – wie versprochen – an den chilenischen Staat übergaben, setzte ein Umdenken ein. Heute beschützen ehemalige Pumajäger in den Nationalparks die Tiere im Rahmen großangelegter Monitoringprogramme. Alteingesessene Bauernfamilien betreiben Öko-Farmen. Kleine Holzboote starten in Tortel, einem geheimnisvollen Stelzendorf am Rand des Nationalparks Bernardo O’Higgins zu Expeditionen zum Jorge-Montt-Gletscher, dem am schnellsten schrumpfenden Gletscher Patagoniens.

Mittwoch, 12. Februar

3sat, 12.30 Uhr
SCHWEIZWEIT: Der Wolf ist da
Wie ist es, wenn man einem Wolf in freier Wildbahn begegnet? So nah, dass man ihn sogar fotografieren kann? Was bedeutet es andererseits, wenn der Wolf auf der Alp Stutz 60 Schafe reißt? Wie versucht eine Hirtin auf der Alp Flix zu verhindern, dass der Wolf kommt? Rund 25 Wölfe leben heute in Graubünden. Dies sorgt auch bald zwei Jahrzehnte nach der Rückkehr des Wolfs für Emotionen, für Freude, aber auch für Aufregung. „Der Wolf ist da“ von Casper Nicca ist ein Film voller Geschichten von Menschen, die den Wolf lieben, ihn hassen oder ganz einfach versuchen, mit seiner Anwesenheit klarzukommen.

3sat, 16.25 Uhr
Wunderland Schweiz: Bergell GR
In dieser Folge will Nik Hartmann früh hinaus. Er will zusammen mit dem Wildhüter Renato Roganti Rehkitze markieren. In diesen Tagen setzen die Rehe nämlich ihre Jungen. Diese werden zur besseren Erforschung markiert.

Donnerstag, 13. Februar

Phoenix, 5.30 Uhr
Unter Grizzlys
Das Abenteuer beginnt
Noch nie wurden die riesigen Raubtiere Nordamerikas filmisch so außergewöhnlich nah porträtiert. 35 Kameras waren im Einsatz über und unter Wasser, in den Uferzonen, im Wald und auf den Weiden, als sich die Grizzlys im Katmai Nationalpark versammelten, um Lachse zu fangen. Der Film dokumentiert einen Sommer lang das atemberaubende Spektakel. Die Bärenkenner begleiten die Teams Tag und Nacht, und so kommt es zu ungewöhnlichen Begegnungen. Die ZDF/BBC Koproduktion „Unter Grizzlys“ verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Ein 25-mannstarkes Team erfahrener Naturfilmer und Bärenexperten schlägt für einige Wochen seine Zelte mitten im Eldorado der riesigen Landräuber auf, um mit großem technischen Aufwand den Zuschauer tief in das Leben und Treiben der Bären eintauchen zu lassen. Noch nie wurden die Grizzlys in Nordamerika filmisch so intim, so außergewöhnlich nah portraitiert wie in dieser Dokumentation. In der ersten Folge kämpft eine noch unerfahrene Grizzlymutter um das Überleben ihrer beiden Jungen. Ihr Sommer ist voller tragischer Ereignisse. Hungrig und müde im eiskalten Wasser nach Nahrung suchend, verliert sie eines ihrer Kleinen. Nur die Hälfte der Jungtiere überlebt die Saison in der Wildnis Alaskas. Die Gegend wird beherrscht von einem riesigen Grizzly-Männchen und seiner Partnerin, die die Filmcrew als hoch aggressives Weibchen erlebt. Ausgewachsene hungrige Bären stellen eine tödliche Bedrohung für den Nachwuchs dar. Für die Mutter des überlebenden Jungtiers eine harte Zeit voller unerwarteter Abenteuer und Herausforderungen.

Phoenix, 6.15 Uhr
Unter Grizzlys
Drama in der Wildnis
Grizzlys hautnah. Ein 25 Mann starkes Team schlägt in Alaskas Wildnis seine Zelte auf und dokumentiert das Leben der riesigen Raubtiere so nah wie nie zuvor. Wenn Millionen von Lachsen auf ihrer Laichwanderung die Flüsse Alaskas bevölkern, drängeln sich Hunderte von Grizzlys an den Stromschnellen, um tonnenweise Fisch zu verschlingen. Ein Hauen und Stechen beginnt. In der zweiten Folge wird das Team Zeuge eines alljährlichen Hauens und Stechens um die delikatesten Lachse an den Stromschnellen und Wasserfällen in Alaska. Millionen von Lachsen haben auf ihrer Laichwanderung die Flüsse des Grizzly-Lands in Alaska erreicht. Ein irrsinniges Spektakel nimmt seinen Lauf, wenn das Hauen und Stechen der Grizzlys um die Fische beginnt, wenn sie in Scharen die Wasserfälle bevölkern, um tonnenweise Lachs zu verschlingen. Auch die Weibchen wollen mit ihren hungrigen Jungen an der verschwenderischen Fülle teilhaben. Aber dies ist lebensgefährlich für ihren Nachwuchs: ein schwieriges Unterfangen, den Kleinen das Fangen beizubringen und sie gleichzeitig vor den männlichen Tieren zu schützen. Wenn der Winter einbricht, wird der Überlebenskampf noch härter und die Bedrohungen noch größer.

Freitag, 14. Februar

3sat, 13.20 Uhr
Wilde Überlebenskünstler – Wie Tiere bauen
Viele Tiere sind als Baumeister nicht weniger geschickt als der Mensch. Dass sie imstande sind, Erstaunliches zu leisten, zeigen die Turmbauten der Termiten ebenso wie die Waben von Wespen. Tierbauten sind meistens einfach, aber immer genial durchdacht. Sie geben interessante Einblicke in die Lebensweise und das Verhalten der Baumeister. So spinnen Fallensteller Netze oder bauen Gruben und fangen auf diese Weise ihre Beute. Nicht nur Vogelnester sind Kinderstuben, in denen die Jungen aufgezogen werden, auch Insekten, Frösche und Fische bauen für ihre Brut. Das Faszinierende bei allen Tierbauten ist, dass sie grundsätzlich aus Naturmaterialen gebaut werden. Und während der Mensch sein Revier gern für sich allein hat, ist es im Tierreich völlig normal, dass – oftmals viele verschiedene – andere Tiere einen Bau nutzen oder als Nachnutzer einziehen.

Samstag, 15. Februar

arte, 14.15 Uhr
Invasion der kleinen Räuber
Goldschakal, Marderhund und Waschbär
Sie sind immer hungrig, sie werden immer mehr und sie nehmen Einfluss auf den Naturkreislauf. Denn die heimische Tierwelt ist nicht auf eingeschleppte oder eingewanderte Räuber wie Waschbär, Marderhund, Mink und Goldschakal eingestellt. Umweltschutzorganisationen in Deutschland schlagen Alarm. Die Zahl der eingeschleppten und eingewanderten Kleinbären und kleinen Raubtiere steigt und steigt. In Deutschland steht ein „Mehrfrontenkrieg“ bevor. Von Norden her drängen Waschbär, Mink und Marderhund nach Bayern, Österreich und Frankreich. Aus dem Süden kommt der eigentlich in Südosteuropa und in Afrika heimische Goldschakal. Wie viele dieser vor allem nachtaktiven Räuber sich in Deutschland aufhalten, kann nur geschätzt werden. Doch es gibt andere Zahlen, die aufhorchen lassen: So wurden 2016 über 25.000 Marderhunde in Deutschland und Österreich geschossen – fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Waschbären sind es in fünf Jahren 150 Prozent mehr getötete Tiere gewesen. Das liegt nicht an besonders schießwütigen Jägern, was sogar der BUND Naturschutz zugeben muss, sondern an der rasanten Ausbreitung dieser Arten. Jedes dieser Raubtiere ist anders, hat andere Fähigkeiten und Strategien. Die Eindringlinge bedrohen vor allem die, die schon lange unter der Zerstörung und dem zunehmenden Schwund ihres Lebensraumes leiden und deshalb vielerorts vom Aussterben bedroht sind: Bodenbrüter, Singvögel und Amphibien.

Sonntag, 16. Februar

3sat, 5.00 Uhr
Wilde Überlebenskünstler – Wie Tiere bauen
Viele Tiere sind als Baumeister nicht weniger geschickt als der Mensch. Dass sie imstande sind, Erstaunliches zu leisten, zeigen die Turmbauten der Termiten ebenso wie die Waben von Wespen. Tierbauten sind meistens einfach, aber immer genial durchdacht. Sie geben interessante Einblicke in die Lebensweise und das Verhalten der Baumeister. So spinnen Fallensteller Netze oder bauen Gruben und fangen auf diese Weise ihre Beute. Nicht nur Vogelnester sind Kinderstuben, in denen die Jungen aufgezogen werden, auch Insekten, Frösche und Fische bauen für ihre Brut. Das Faszinierende bei allen Tierbauten ist, dass sie grundsätzlich aus Naturmaterialen gebaut werden. Und während der Mensch sein Revier gern für sich allein hat, ist es im Tierreich völlig normal, dass – oftmals viele verschiedene – andere Tiere einen Bau nutzen oder als Nachnutzer einziehen.