JAGEN WELTWEIT TV-Tipps für Jäger

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Programmvorschau für den Zeitraum bis zum 11. Oktober 2020.

(Kurzfristige Programmänderungen sind möglich)

Die Jagen Weltweit Fernsehtipps

TV-Programm 21.09. - 27.09.2020

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Montag, 21. September

arte, 17.50 Uhr
Stadt, Land, Fuchs
Füchse sind wahre Überlebenskünstler, die in allen Regionen der Erde zu Hause sind. Inzwischen sind die klugen Tiere auch in Städten heimisch geworden. So lebt im Berliner Regierungsviertel seit vielen Jahren ein eng verbundener, mehrere Generationen umfassender Fuchs-Clan. Auf dem Land und hoch im Norden weht für Füchse oft ein anderer Wind. Über zwei Jahre lang blieben die beiden Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch den Füchsen in Berlin, Hamburg und an der norddeutschen Küste auf der Spur. Mit Hilfe vieler versteckter Kameras gelang es ihnen, den ebenso schlauen und kamerascheuen Tieren einige Geheimnisse zu entlocken. Füchse sind in allen Regionen der Erde zu Hause, denn sie sind ausgesprochen anpassungsfähig. Inzwischen sind die klugen Tiere auch in Städten heimisch geworden. Für Stadtfüchse ist das Benutzen von Zebrastreifen so normal wie das Schlafen unter Bürocontainern. Besonders beeindruckend ist das liebevolle Familienleben der Stadtfüchse: Im Berliner Regierungsviertel lebt seit vielen Jahren ein eng verbundener, mehrere Generationen umfassender Fuchs-Clan. Nahrung ist genug vorhanden, die Streifgebiete sind klein und Jäger haben sie hier nicht zu fürchten. Füchse, die mit dem steten Wandel und dem Verkehr in der Stadt zurechtkommen, können hier ein langes und sorgloses Leben führen. Auf dem Land weht für Füchse vielerorts ein anderer Wind. Hoch im Norden an der Küste Deutschlands zieht eine Füchsin ihren Wurf alleine auf. Wenn sie auf Nahrungssuche geht, muss sie die Welpen sich selbst überlassen. Nur selten ist genug für alle da. Die Kleinen müssen schnell erwachsen werden, denn wenn der Herbst kommt, sind die Reserven der alleinerziehenden Mutter erschöpft und sie vertreibt sie aus ihrem Revier. Über zwei Jahre lang blieben die beiden Filmemacher Roland Gockel und Rosie Koch den Füchsen in Berlin, Hamburg und an der norddeutschen Küste auf der Spur. Mit Hilfe vieler versteckter, eingegrabener und getarnter Kameras gelang es ihnen, den ebenso schlauen wie kamerascheuen Tieren einige Geheimnisse zu entlocken. Das Ergebnis ist ein tiefer Einblick in das überraschend hingebungsvolle und oft unterschätzte Familienleben von Füchsen in der Stadt und auf dem Land.

SWR Fernsehen, 18.15 Uhr
MENSCH LEUTE
Jürgen und die Wildtiere
Rettung für Eichhörnchen, Igel & Co.
Jürgen Meyer hat alle Hände voll zu tun. Ein Igel mit verletzter Schnauze muss behutsam mit der Spritze gefüttert werden, die Fuchswelpen mit Schädelhirntrauma brauchen eine Wurmkur und die Voliere der Wildkatzen soll neu eingerichtet werden – und dann wird noch ein Grünspecht mit zerfetztem Flügel in der Auffangstation abgegeben, den Jürgen Meyer sofort versorgen muss. Der 57-Jährige kümmert sich schon seit mehr als 30 Jahren um verletzte Wildtiere. Vor zwei Jahren konnte er endlich seine Leidenschaft zum Beruf machen und arbeitet seitdem Vollzeit im Wildtierzentrum Saarburg. Pro Jahr werden hier rund 1.500 in Not geratene Wildtiere abgegeben. Jürgen Meyer kümmert sich liebevoll um jedes einzelne, egal ob es sich um einen Turmfalken oder eine Haselmaus handelt. Mit viel Geduld und Expertise versucht er seine tierischen Patienten aufzupäppeln, um sie irgendwann wieder in die Freiheit zu entlassen. Bislang ist Jürgen Meyer der einzige festangestellte Mitarbeiter der Station. Richtige Freizeit hat er schon seit Jahren nicht mehr gehabt. Denn die Pflege der Wildtiere ist sehr zeitaufwändig. Abgegebene Jungtiere müssen alle paar Stunden gefüttert werden, selbst nachts. Langsam kommt Jürgen Meyer an seine Grenzen. Doch das Geld reicht kaum für den dringend benötigten Ausbau der Station – weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können erst recht nicht bezahlt werden. Das Land Rheinland-Pfalz übernimmt nur 30 Prozent der Stationskosten, den Rest muss Jürgen Meyer durch Spenden auftreiben. Doch gerade diese bleiben in Zeiten der Corona-Krise immer häufiger aus. Wird das Wildtierzentrum diese schwierige Phase überstehen? Was passiert mit den Tieren, wenn Jürgen Meyer krank werden sollte?

arte, 18.30 Uhr
Mörderische Mieze – Die Katze
Katzen gelten als niedliche Schmusetiger mit hohem Flauschfaktor. Sie werden von allen geliebt und überall auf der Welt mit großer Hingabe umsorgt. Im Internet werden wir mit Cat-Content – Katzenbildern und -videos – geradezu überflutet. Doch trotz zehntausendjähriger Domestizierung und ganz abgesehen von dem guten Image in den sozialen Medien ist und bleibt das weltweit beliebteste Haustier vor allem eins: ein Raubtier. In gefährdeten Ökosystemen wie Neukaledonien und Australien richten Katzen großen Schaden an, indem sie Jagd auf bedrohte Arten machen. Europäische Reisende und Siedler sorgten dafür, dass sich Katzen auf der ganzen Welt verbreiten. Dabei richtet die invasive Spezies zum Teil verheerende Schäden an. In einer Zeit, in der die Artenvielfalt ohnehin schon auf dem Spiel steht, sind die geschickten Fleischfresser eine immense Gefahr für viele bedrohte Tierarten. In den USA geht man davon aus, dass jährlich mehr als 1,5 Milliarden Vögel und mehr als sieben Milliarden kleine Säugetiere Katzen zum Opfer fallen. Zehn Reptilienarten wurden von Katzen bisher ausgerottet. Besonders problematisch ist die Situation in isolierten Lagen wie beispielsweise auf Inseln, wo seltene endemische Arten eigentlich keine natürlichen Fressfeinde haben. Der Dokumentarfilm zeigt Gebiete, in denen Tiere, die vom Aussterben bedroht sind, vor den Katzen geschützt werden müssen. In den gefährdeten Ökosystemen in Neukaledonien und Australien leben seltene Arten, die sich die methodischen Jäger nur allzu gerne einverleiben. Auch das Jagdverhalten der Katzen nimmt die Tierdokumentation unter die Lupe, um zu verstehen, mit welcher Strategie die „mörderischen Miezen“ vorgehen, was sie antreibt und wie geschickt sie in ihrem Jagdverhalten sind.

arte, 19.40 Uhr
Re: Tatort Wald
Die Holzmafia in Rumänien
In den Wäldern Rumäniens findet seit Jahrzehnten ein Kahlschlag von enormem Ausmaß statt – auch illegal in Nationalparks. Das Holz wird in alle Welt exportiert, obwohl gegen Rumänien ein Vertragsverletzungsverfahren seitens der EU läuft. Wie kann es sein, dass alle Anstrengungen nichts nützen und der Kahlschlag ungehindert weitergeht? Stecken mafiöse Strukturen dahinter? Umweltaktivisten wie der 35-jährige Horea Petrehus vermuten das. Der Bildhauer und Förster stellt sich gegen die zerstörerischen Profitjäger der Holzindustrie. Um die natürlichen Waldressourcen besser überwachen zu können, gründete Petrehus einen Verband für die Forschung der Habitate. Die meiste Zeit verbringt Petrehus in der Natur. Dabei weicht ihm Pedro, ein Hirschkalb, nicht von der Seite. Er hat es als verwaistes Kitz gefunden und großgezogen. Der Mann mit dem roten Bart kennt den Wald wie seine Westentasche und erkannte früh die dramatische Situation. Lebensräume für Bären, Hirsche, Wölfe, Wildschweine, diverse Vogelarten und viele kleine Lebewesen drohen zu verschwinden. Auch Gabriel Paun von der Umweltorganisation Agent Green hat sich der Rettung des rumänischen Urwalds verschrieben. Und er weiß, wie gefährlich dieses Engagement ist. Sechs Waldschützer sind bereits ermordet worden. Petrehus und Paun scheuen trotzdem keine Gefahr. Sie wollen vor allem das Bewusstsein der jungen Generationen für diese Naturressource schärfen. Denn es kommt auch auf uns als Verbraucher an. Es ist eben nicht egal, wo das Holz für die Möbel, Spanplatten oder Brennholz herkommt.

Dienstag, 22. September

WDR Fernsehen, 7.20 Uhr
Planet Schule
Familie Wolf – Gefährliche Nachbarn
Wölfe breiten sich in Deutschland immer mehr aus. Gleichzeitig nimmt das uralte Unbehagen vor den Raubtieren zu. Doch wie gefährlich sind sie wirklich? Um dies heraus zu bekommen, legte sich Tierfilmer Sebastian Koerner zwei Jahre lang auf die Lauer. Mit Hilfe seiner Aufnahmen und einer Vielzahl von versteckten, automatisch filmenden Videofallen gelang erstmalig ein hautnaher Einblick in das Privatleben bei „Familie Wolf“ im Herzen Deutschlands. Alle Aufnahmen stammen ausnahmslos aus der freien Natur. Kein Bild für diese Dokumentation wurde in einem Gehege oder mit zahmen Wölfen gedreht. So entstand die unglaubliche Geschichte einer ganz besonderen Wolfsfamilie an einem ungewöhnlichen Ort. Das porträtierte Rudel um den Rüden ¿Leo‘ hat sein Revier auf dem Truppenübungsplatz Munster-Nord in Niedersachsen. Einige Tiere aus dieser Familie sorgten für Schlagzeilen. Als sie sich ungewöhnlich nah Autos und Spaziergängern näherten, wurden sie zu „Problemwölfen“ erklärt. Ihr auffälliges Verhalten endete mit dem ersten staatlich genehmigten Abschuss eines der streng geschützten Tiere in Deutschland. Wer sind diese Wölfe? Woher kamen sie? Warum haben sich einige von ihnen anders verhalten als die meisten ihrer Artgenossen? Der Film begibt sich auf eine spannende Spurensuche. Dabei lernt der Zuschauer Wölfe als soziale Familienwesen kennen, die sich neugierig, verspielt und vorsichtig verhalten. Es gelang den Filmemachern, ungewöhnliche Begegnungen sowohl mit Menschen wie mit anderen Wildtieren in ihrer Nachbarschaft zu dokumentieren. Vor dem Hintergrund neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und intensiver Recherchen erzählt „Familie Wolf“ eine wahre Geschichte voller Leben, Freuden, Dramen und Tod. Sie zeigt, wie gut sich die wilden Wölfe in unserer Kulturlandschaft zurechtfinden, aber auch, was schieflaufen kann, wenn die Menschen falsch reagieren.

3sat, 13.25 Uhr
Tierkinder – Nesthocker und Frühaufsteher
Das Kindchenschema funktioniert – Tierkinder begeistern alle. Doch die einen sind Nesthocker wie die Kängurus, die anderen stehen schon früh auf den eigenen Beinen, wie Fohlen oder Ziegen. Anhand verschiedener Tierarten zeigt der Film, wie unterschiedlich Tierkinder in Österreich aufgezogen werden. Der Bogen spannt sich von jungen Füchsen und Hundewelpen bis zu Erdmännchen und Greifvögeln, die gerade flügge werden.

Bayerisches Fernsehen, 14.45 Uhr
Wilde Heimat – Der Herbst
Im Herbst zeigt sich die Natur noch einmal von ihrer verschwenderischen Seite. Es ist die Zeit, in der die meisten Früchte reifen. Menschen und Tiere nutzen seit jeher den Überfluss, um Vorräte für den Winter anzulegen. Aber es ist auch die Zeit der ausgelassenen Feiern mit vielen Bräuchen und großen Volksfesten. Nebel legt sich über Flüsse und Seen, die Wälder leuchten farbenprächtig im goldenen Sonnenlicht – im Herbst zeigt sich die Natur noch einmal von ihrer verschwenderischen Seite. Es ist die Zeit, in der die meisten Früchte reifen. Menschen und Tiere nutzen seit jeher den Überfluss, um Vorräte für den Winter anzulegen. So suchen Eichhörnchen und Mäuse den Wald unermüdlich nach Brauchbarem ab. Im Rheintal sorgt die Weinlese für Hochbetrieb auf den Hängen. Der Himmel ist angefüllt von Zugvögeln auf dem Weg in ihre Winterquartiere. Schließlich beginnt noch die kräftezehrende Paarungszeit: Bei Wildschweinen, Hirschen und Gämsen kämpfen die Männchen spektakulär und nicht selten bis aufs Blut um das Vorrecht bei den Weibchen. Traditionell beginnt bei den Menschen mit dem Ende der Ernte auch die Zeit der ausgelassenen Feiern. Viele Bräuche und große Volksfeste liegen nicht umsonst im Herbst: Erntedank, die Redefiner Hengstparade, das Münchner Oktoberfest oder die Martinsumzüge.

arte, 18.30 Uhr
Der Wald und die wilden Katzen
Der Harz ist Katzenland. Hier leben die einzigen beiden wilden Katzenarten Deutschlands. Luchs und Wildkatze teilen sich ein riesiges Gebiet – mit Gebirge und Vorland zusammen über 2.000 Quadratkilometer. In der Mitte thront der über elfhundert Meter hohe Brocken. Dass beide Katzenarten hier zu entdecken sind, ist keine Selbstverständlichkeit. Raubtiere hatten und haben es schwer im dicht besiedelten Deutschland. Der Luchs wurde vor 200 Jahren ausgerottet. Der letzte Harzer Luchs wurde 1818 erlegt. Erst seit dem Jahr 2000 wurden die „Pinselohren“ wieder angesiedelt. Inzwischen leben schon 55 erwachsene und 35 Jungluchse hier. Auch die Wildkatze wurde bejagt und stark zurückgedrängt. Ihre Art überlebte nur in kleinen, inselartigen Gebieten. Eines davon ist der Harz. Sonnige Waldsäume und leuchtende Bergwiesen sind das Jagdgebiet der Wildkatze. Der Reichtum an natürlichen Strukturen hat ihr das Überleben im Verborgenen ermöglicht und bietet heute über 500 Tieren Schutz. Im März hallen die klagenden Rufe der Luchse durch den Wald. Es ist Paarungszeit bei den gefleckten Katzen. Doch nun werden die Katzenreviere knapp. Die ersten Nachkommen müssen den Wald der wilden Katzen verlassen und neue erobern. Kein einfaches Unterfangen. Denn Straßen und zersiedelte und bewirtschaftete Flächen hemmen die Wanderungen von Deutschlands wilden Katzen. Wo aber Wildbrücken und -zäune das sichere Queren von Autobahnen und Schnellstraßen ermöglichen, lassen sich selbst entfernte Naturräume miteinander vernetzen und so eine Ausbreitung von Wildkatze und Luchs in Deutschland fördern.

3sat, 2.15 Uhr (in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch)
Jagdkumpane – Wie der Hund auf den Menschen kam
Es begann vor mehr als 30 000 Jahren: Früher als alle anderen Nutztiere wurde der Hund zum Haustier domestiziert. Der Mensch wollte den Hund, weil er ihm bei der Jagd helfen konnte. Oft hing das Überleben der Menschen tatsächlich vom gemeinsamen Jagdglück ab. Die Jagd hat Hund und Mensch zusammengeschweißt. Heute soll der Hund seinen Jagdtrieb fast gänzlich ablegen und stattdessen Kind und Partner ersetzen. Der Hund tut, was seit Jahrtausenden von ihm erwartet wird: Er passt sich an – doch nicht immer ohne Zwischenfälle. Denn Hund sein heißt, Jäger sein.

WDR Fernsehen, 20.15 Uhr
Abenteuer Erde: Wildes Deutschland – Der Teutoburger Wald
Über Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, von Paderborn, Bielefeld bis Osnabrück erstreckt sich auf 150 Kilometern einer der schönsten Wälder Deutschlands – der Teutoburger Wald. Berühmt wurde das deutsche Mittelgebirge durch die Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr. Der Cheruskerfürst Hermann besiegte hier das römische Besatzungsheer. Sein Denkmal bei Detmold ist noch heute das bedeutendste Wahrzeichen des Teutoburger Waldes. Im Schatten des Hermanns ist aber auch viel Natur zu finden. Denn der Wald, den die Römer einst fürchteten, ist heute für seine urwüchsige Natur bekannt. Die dichten, hohen Gehölze auf dem Bergkamm sind Heimat von Wildschweinen und Rothirschen, Siebenschläfern und Erdkröten – wertvoller Wald und einzigartiger Lebensraum. In feuchten und windstillen Winternächten ist an den imposanten Externsteinen ein seltenes Phänomen zu beobachten: Haareis wächst aus toten Ästen am Boden. Wie durch Zauberhand schieben sich gefrorene Fäden aus dem Totholz. Dünn wie Haare, können sie bis zu 20 cm in nur einer Nacht wachsen. In der Wistinghauser Senne leben tierische Waldpfleger. Im Zuge eines Naturschutzgroßprojektes wurden Exmoorponys und Schottische Hochlandrinder angesiedelt, um den Wald im Zaum zu halten. Dabei erschaffen sie offene Lichtungen, die für andere Tiere, wie dem Neuntöter, wichtig sind. In den alten, oft über 100 Jahre alten Buchen findet der seltene Schwarzspecht genug Platz, um seine Höhle in das Holz zu hämmern. Fast einen Monat dauert der Bau dieser Höhle. Bis zu 17 Mal muss der Specht zuhacken, bis sich ein einziger Span löst – bis die Höhle fertig ist, werden es etwa 10.000 Späne! Während der zweijährigen Dreharbeiten gelang es den Tierfilmern Svenja und Ralph Schieke, die Tierwelt des Teutoburger Waldes intensiv zu dokumentieren. Zeitraffer und Jahreszeiten-Morphings bringen die eindrucksvolle Dynamik des Waldes nah. Aus der Luft setzen hochwertige Flugbilder von ferngesteuerten Drohnen die einzigartige Waldlandschaft in Szene. Die ungewöhnlichen Blickwinkel und einzigartigen Verhaltensaufnahmen schaffen ein Porträt des Teutoburger Waldes, wie es so noch nicht gezeigt wurde.

3sat, 4.25 Uhr (in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch)
Der Prinz der Alpen
Es ist das imposanteste Schauspiel des Jahres in den Alpen: die Brunft des Rotwildes. Die stärksten Hirsche versammeln einen Harem und verteidigen ihn gegen Rivalen. Die Dokumentation begleitet ein Hirschkalb durch das erste Jahr seines Lebens. Sie beginnt mit den ersten Lebenstagen, schildert die weiten Wanderungen mit seiner Mutter, das Zusammenleben im Rudel und den Überlebenskampf des Wildes im Winter.

Mittwoch, 23. September

Bayerisches Fernsehen, 8.45 Uhr
Spürnase, Fährtensau & Co.
Weimaraner-Hündin Perle soll lernen, eine Wildschweinfährte zu suchen. Dafür ist die junge Hündin mit Frauchen Kerstin Westhoff zu Besuch bei Immo Ortlepp und Fährtensau Frida.

arte, 18.30 Uhr
Die Rückkehr der Wölfe
Das Wunder im Yellowstone-Nationalpark
Im nordamerikanischen Yellowstone-Nationalpark vermehrten sich die Wapiti-Rothirsche lange Zeit ungebremst und das zuungunsten der dortigen Flora und Fauna – bis Wölfe in das Gebiet Einzug hielten. Die Dokumentation „Die Rückkehr der Wölfe – Das Wunder im Yellowstone-Nationalpark“ zeigt die erstaunlichen Folgen, die die Wiederansiedlung von Wölfen Ende der 1990er Jahre für das gesamte Ökosystem im Yellowstone-Nationalpark hat. Ein aus den Fugen geratenes Ökosystem ist durch die Rückkehr der Raubtiere wieder in ein natürliches Gleichgewicht gelangt. 70 Jahre lang vermehrte sich die Population der Wapiti-Rothirsche im US-amerikanischen Yellowstone-Nationalpark nahezu ungebremst. Ohne einen natürlichen Feind und trotz aller Versuche der Menschen, die Zunahme an Hirschen zu begrenzen, breiteten sich diese immer weiter aus und zerstörten weite Teile der Vegetation des Parks. Sie fraßen den Nationalpark buchstäblich kahl. Doch mit der gezielten Wiederansiedlung von 41 kanadischen Wölfen in den Jahren 1995 bis 1997 ereignete sich geradezu ein Wunder: Die Tiere brachten das natürliche Gleichgewicht in den Nationalpark zurück. Die Wölfe jagten die Wapitis und, was noch entscheidender war, sie beeinflussten das Verhalten der Hirsche, sodass diese sich aus Tälern und Schluchten zurückzogen. Das eigentlich Faszinierende daran: Durch die Anwesenheit der Wölfe reduzierte sich nicht nur die Population der Wapiti-Hirsche von 20.000 auf circa 7.000 Tiere, auch die Pflanzenwelt des Nationalparks erholte sich und es entstand neuer Lebensraum für andere Tierarten. Die Wissenschaftler und Experten sprechen bei diesem Phänomen von einer sogenannten trophischen Kaskade, einer Kettenreaktion, die durch die Veränderung der Nahrungskette innerhalb eines komplexen Ökosystems ausgelöst wird. Die Dokumentation „Die Rückkehr der Wölfe – Das Wunder im Yellowstone-Nationalpark“ zeigt die erstaunlichen und dramatischen Folgen, die die Wiederansiedlung der Wölfe auf das gesamte Ökosystem des Nationalparks hat. Entgegen ihrem eigentlichen Ruf der gnadenlos tötenden Räuber, sind die Wölfe Schöpfer neuen Lebens, die das aus dem Gleichgewicht geratene Ökosystem wiederherstellen.

Donnerstag, 24. September

Bayerisches Fernsehen, 14.45 Uhr
Abenteuer Wildnis
Geheime Jäger der Serengeti
Streifenhyänen sind nachtaktiv. Es gelingt deshalb nur selten, diese als Einzelgänger bekannten Tiere zu beobachten. Filmautor Reinhard Künkel ist es jedoch gelungen, einem Hyänenpaar zu folgen … Reinhard Künkel lebt seit 30 Jahren in der Wildnis Afrikas am Südrand der Serengeti. Er wohnt fast das ganze Jahr über in einem Dschungelcamp und geht jeden Tag auf Safari, um Tiere zu fotografieren und zu filmen. In diesem Film erzählt er von einem sehr seltenen Jäger der Serengeti, der Streifenhyäne.

Freitag, 25. September

Bayerisches Fernsehen, 14.45 Uhr
Kurt und seine Wölfe
Wie ticken Wölfe? Wer ist schlauer, Hund oder Wolf? Welche wölfischen Fähigkeiten hat der Hund aufgegeben, um mit dem Menschen leben zu können? Diesen Fragen geht Professor Kurt Kotrschal mit seinem Forscherteam in Ernstbrunn bei Wien im einzigen Wolf Science Center der Welt nach. Zwölf Wölfe, 17 Hunde: Mit diesen Tieren arbeiten die Forscher im Wolf Science Center bei Wien, um herauszufinden, worin sich Hunde und Wölfe unterscheiden, und wo ihre Gemeinsamkeiten liegen. Leiter dieser Einrichtung ist Professor Kurt Kotrschal. Bisher leben neben 17 Hunden zwölf Wölfe im Center, alle sind erwachsene Tiere, die von den Forschern per Hand aufgezogen wurden. Im Frühjahr 2017 kommen neue Welpen hinzu, aus Russland und Kanada. Diese Jungtiere werden in Ernstbrunn ein neues Rudel bilden, bis sie im Herbst mit den Alttieren zusammengebracht werden. Nur durch diese intensive Aufzucht können die Wölfe zu den Partnern ausgebildet werden, die die Wissenschaftler für ihre Experimente brauchen. Vieles ist den Forschern noch immer ein Rätsel. Etwa, warum die Wölfe heulen. So sind diese neuen Jungen ein wichtiger Schritt zum Erkennen des Wesens der Wölfe. Dafür müssen die Forscher um Prof. Kotrschal aber erst mal ihr Vertrauen gewinnen.

arte, 18.30 Uhr
Der geheimnisvolle Brillenbär
Die Hochebenen der Anden sind der natürliche Lebensraum des Brillenbären. Zum ersten Mal erforscht ein ecuadorianisches Wissenschaftlerteam die Lebensweise der letzten verbleibenden Bärenart Südamerikas. Die Biologen folgen den Spuren zweier Weibchen und ihrer Jungen. Wegen der Ausdehnung der landwirtschaftlichen Anbauflächen schrumpft der Lebensraum der Brillenbären immer weiter, und die Konflikte mit Bauern mehren sich. Zum Schutz des Brillenbären setzen sich Andres Laguna und sein Assistent Danilo Vasquez für die Schaffung von Wildtierkorridoren ein, machen der Bevölkerung die Bedrohung der seltenen Tierart bewusst und siedeln allzu abenteuerlustige Exemplare um. Wegen der weißen Zeichnung rund um seine Augen wird der Andenbär auch Brillenbär genannt. Seit 1973 ist er als gefährdete Tierart gelistet, und ab 2030 wird er voraussichtlich als vom Aussterben bedroht eingestuft, wenn er durch Entwaldung und Wilderei weiter seinen natürlichen Lebensraum verliert. In den Nebelwäldern des ecuadorianischen Andenmassivs leben nur noch schätzungsweise 2.000 bis 3.000 Exemplare. Der Biologe Andres Laguna und sein Assistent Danilo Vasquez erforschen Brillenbären, um einen effizienten Rettungsplan für die Tiere auszuarbeiten. In einem Tal im Norden Ecuadors beobachten sie etwa 30 Tiere. Jedes einzelne statten sie mit Erkennungsbogen und Namen aus, einige auch mit Peilsender. Seit zehn Jahren ziehen die beiden Wissenschaftler Rückschlüsse aus den von den Bären hinterlassenen Spuren. Dank neuer Wildkameras können sie die Gewohnheiten der Bären ergründen und die Tiere genau verorten. Im Nebelwald verfolgen sie die Bärin Martina mit ihren Jungen und beobachten bisher unbekannte Verhaltensweisen. Brillenbären besitzen die bemerkenswerte Angewohnheit, auf Bäumen zu schlafen, um sich so in bis zu 20 Meter Höhe vor am Boden lauernden Gefahren zu schützen. Die einzelgängerischen Tiere haben klar festgelegte Reviere. Da die Landwirte ihr Acker- und Weideland immer weiter auf die angestammten Verbreitungsgebiete der Bären ausdehnen, sind die Tiere gezwungen, sich Nahrung auf den Bauernhöfen und Feldern zu suchen. Die listige Bärendame Martina dringt ganz keck auf die Felder der Bergbauern vor. Den Bauern ist das Zusammenleben mit den Bären, die ihre Maisfelder plündern und ihr Weidevieh anfallen, ein Dorn im Auge. Die Biologen müssen sich etwas einfallen lassen.

Samstag, 26. September

Bayerisches Fernsehen, 9.30 Uhr
Welt der Tiere
Waschbären-Party
Inzwischen ist Kassel die „deutsche Hauptstadt von Waschbären“, die sich nicht mehr vertreiben lassen, denn hier finden die intelligenten Tiere ideale Lebensbedingungen. Auch in anderen Bundesländern wird man künftig mit den geschickten und lernfähigen Kleinbären leben müssen. Für ihre Klugheit und die geschickten Pfoten wurden Waschbären schon in ihrer ursprünglichen Heimat, dem amerikanischen Kontinent, bewundert. Zahlreiche indianische Legenden ranken sich um die schwarz-weiße Zorro-Maske der Kleinbären, die für Dunkelheit und Licht, für das Diesseits und Jenseits stand und von verschiedenen Stämmen mit schwarz-weißer Gesichtsbemalung imitiert wurde. Aus dem indianischen Wort „Aroucun“ wurde das englische „Racoon“ für Waschbären. Da sie Allesfresser sind und bei uns kaum natürliche Feinde haben, sind sie in der deutschen „Waschbärenhauptstadt“ Kassel zu einer regelrechten Plage geworden. Die Bürger versuchen sie abzuschrecken, indem sie ihre Öko-Tonnen abschließen und Elektrozäune auf ihre Dächer montieren, damit die immer hungrigen Kleinbären kein Chaos anrichten können. Denn gelangen sie erst einmal in eine Wohnung, wird dort eine zünftige Waschbären-Party gefeiert.

Sonntag, 27. September

3sat, 14.45 Uhr
Wildes Skandinavien
Dänemark
So kennen viele Menschen Dänemark: endlose Strände, mildes Klima und natürlich die „Kleine Meerjungfrau“ im Hafen von Kopenhagen. Dabei hat das kleine Land viel mehr zu bieten: Urwälder, in denen Rothirsche, Wildschweine und Kraniche leben. Sandbänke, auf denen sich Kegelrobben tummeln. Die urigen Wälder von Lille Vildmose im nördlichen Jütland gehören zu den artenreichsten Nordeuropas: Hier bringen Wildschweine heutzutage wieder ihren Nachwuchs zur Welt und pflügen effizient den Boden um, damit bessere Keimbedingungen für viele seltene Pflanzen herrschen. Auch Rothirsche fühlen sich in dem Schutzgebiet zu Hause, die schon seit der letzten Eiszeit hier heimisch sind.

3sat, 15.30 Uhr
Wildes Skandinavien
Schweden
Zwischen Norwegen und Finnland erstreckt sich Schweden mit seinen Moor- und Heidelandschaften, Hochgebirgen und 28 Nationalparks. Besonders urwüchsig ist Schwedens hoher Norden: Er wird „Europas letzte Wildnis“ genannt. In den Hochlagen des Sarek Nationalparks liegt oft sechs Monate im Jahr Schnee. Spezialisten wie der Bartkauz haben sich daran angepasst. Die große Eule hört eine Wühlmaus sogar unter der Schneedecke deutlich genug, um sie zu fangen. Der größte Hirsch der Erde, der Elch, hat gelernt, sich im Winter zu beschränken – im Winter gibt es statt nahrhafter Blätter nur magere Zweige und Rinde für ihn. Der Vielfraß ist im tiefsten Winter ebenfalls auf der Suche nach Nahrung. Meist bedient er sich an den Kadavern erfrorener Tiere, die er in verschiedene Verstecke schleppt. Auf Schritt und Tritt folgen ihm hungrige Raben, um die Futter-Verstecke auszuspionieren. Wenn Schnee und Eis endlich weichen, kommen im Mai die Kälber der Elche zur Welt. Jetzt beginnen üppige Zeiten in Schwedens Wäldern und Sümpfen. Nicht nur an den Bäumen finden die Elche reichlich zu fressen, sondern auch im Wasser: Seerosen sind eine Delikatesse, die gerade Elchbullen zu schätzen wissen, da die enthaltenen Mineralien das Wachstum ihres Geweihs fördern.
Zu Mittsommer geht die Sonne in Schweden gar nicht mehr unter. Ein Luxus, der nicht lange währt, denn bald kündigen die Brunftschreie der Elche schon wieder den Herbst an. Mit mächtigem Geweih gehen die Elchbullen auf Brautschau. Doch – wie so oft im Tierreich – entscheidet das Weibchen, mit dem es sich paaren will. Und unaufmerksame Bullen sollten sich vor hungrigen Bären in Acht nehmen.

3sat, 16.15 Uhr
Wildes Skandinavien
Norwegen
Immer wieder geht es für den Film hinauf in die Berge Norwegens, in eine Landschaft, die mit ihrer unendlichen Weite in Europa ihresgleichen sucht. Der Winter zieht sich hier bis weit in die Frühlingsmonate hinein, im Sommer wird das Hochland durch die Farben unzähliger Blumen geschmückt. Doch die schönste Zeit des Jahres ist der kurze Herbst. Dann erglüht die Natur in roten und gelben Farbtönen. Wenn die Brunft der Rentiere und Moschusochsen vorüber ist, kehrt erneut Stille ein. Es dauert nicht mehr lange, bis sich der Schnee über die Bergtundra, Fjorde und die Wälder der Küsten legt.

TV-Programm 28.09. - 04.10.2020

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Montag, 28. September

Bayerisches Fernsehen, 14.45 Uhr
natur exclusiv
Wildes Frankreich – Weite Küste, raues Land
Die Cevennen sind eine wilde Bergregion im Süden Frankreichs. Hier haben Flüsse im Laufe der Zeit tiefe Canyons in das Kalkgestein geschnitten. Zwischen und über den Felswänden kreisen die Geier. Diese Greifvögel haben keinen allzu guten Ruf, aber sie spielen eine wichtige Rolle in diesem Ökosystem. Als Entsorgungstrupp der Natur beseitigen sie Tierkadaver und verhindern so, dass Bakterien und Verwesungsgifte das Wasser verseuchen.

arte, 17.50 Uhr
Wales – Der Wilde Westen Großbritanniens
Langer Winter – Später Frühling
Wales – im Südwesten Großbritanniens – besteht aus ganz außergewöhnlichen Landschaften. Egal wo, ob an den Grenzen im Osten, den Tälern im Süden, den Bergen im Norden oder den felsigen Küsten im Westen – überall gibt es unendlich viele Wildtiere. Sogar in unmittelbarer Nähe von Städten. Leicht haben es die Tiere allerdings nicht, weil das Wetter in den verschiedenen Jahreszeiten extreme Bedingungen schafft. Durch extrem kalte Winde aus dem Osten fühlt sich der erste Tag des Frühlings in diesem Jahr eher wie ein arktischer Winter an. Ein zauberhaftes Polarlicht, das die Berge in rot und grün beleuchtet, scheint das zu bestätigen. Die Tiere reagieren darauf aber nur bedingt, denn viele sind trotz der Kälte schon mehr als bereit, sich wieder zu paaren. Unterschiedlichste Arten wie Wildpferde, Moorhühner, Wasseramseln, Kreuzkröten, Haubentaucher, Papageientaucher oder Zauneidechsen schaffen es auch in diesem kalten Frühling, für Nachwuchs zu sorgen. Das Wetter spielt dabei offenbar nur eine geringe Rolle. Die Konkurrenten hingegen schon eher, denn sie sorgen für Kämpfe, die durchaus gefährlich sein können. Erstaunlicherweise ändert sich das Frühlingswetter extrem. Zuerst war es zu kalt, dann wird es zu warm. Wie die Tiere das verkraften und was sie unternehmen, um ihren inzwischen auf die Welt gekommenen Nachwuchs zu versorgen und zu schützen, zeigt diese Folge von „Wales – Der Wilde Westen Großbritanniens“.

Dienstag, 29. September

Bayerisches Fernsehen, 14.45 Uhr
Abenteuer Wildnis
Schottland – Herbe Schönheit am Atlantik
Geheimnisvolle Burgen an einsamen Seen, Männer im Schottenrock mit Dudelsack, Whiskey und das Ungeheuer von Loch Ness – doch Großbritanniens nördlichste Region hat mehr zu bieten als diese Klischees. Hans-Peter Kuttler und Ernst Sasse haben die faszinierende Natur und Tierwelt Schottlands auch aus der Luft mit hochstabilisierten Kameras gefilmt, so wird die ganze Schönheit der schottischen Natur sichtbar. Über ein Jahr haben die Naturfilmer Hans-Peter Kuttler und Ernst Sasse die schottischen Highlands mit ihren zahlreichen Inseln bereist und zeichnen ein liebevolles Porträt der urwüchsigen Landschaft und ihrer eigensinnigen Bewohner. Aus der Luft gefilmt, wird die ganze Schönheit der schottischen Natur sichtbar. Die spektakulären Flugaufnahmen wurden von wahren Insidern durchgeführt: Die Piloten waren zuvor unter anderem für „Harry Potter“ im Einsatz über den Highlands und mehr als 500 Inseln. Schottland besitzt einige der größten Seevogelkolonien Europas. Vom Fischreichtum profitieren auch Otter und Fischadler, die erst seit einigen Jahren wieder in den Lochs und Kyles, den Seen und Förden, auf die Jagd gehen. Die Adler waren in Schottland bereits ausgerottet und erleben jetzt dank engagierter Vogelschützer ein Comeback. Wahrzeichen der Highlands sind die majestätischen Rothirsche, die vielerorts frei über die Bergkämme ziehen. Im Herbst findet ihre lautstarke Brunft statt. Andere Geräusche dominieren den Frühling. Es sind die Balzrufe der Birkhuhnhähne. Erst in extremen Zeitlupenaufnahmen mit über 2.000 Bildern pro Sekunde wird die Kraft ihrer atemberaubenden Kämpfe sichtbar.

arte, 18.30 Uhr
Wales – Der Wilde Westen Großbrianniens
Stürmische Herbst-Gefahren
Der Spätherbst ist der Beginn einer Sturmsaison. Jetzt vernichten nicht Brände, sondern gigantische Fluten die Lebensräume an der Küste. In den Bergen dagegen bekommt man von diesen Problemen weniger mit, denn es gibt andere Aktivitäten. Ein Rothirsch hat seine Rivalen besiegt und sollte sich jetzt paaren: Das hat er aber noch nie gemacht. Freundlicherweise zeigen ihm die Weibchen, wie das geht. Nun steht der Winter an, mit Kälte und Mangel an Futter. Trotzdem werden die walisischen Wildtiere überleben. Denn auch in diesem Jahr der Extreme haben die meisten alles geschafft, was die vier sehr unterschiedlichen Jahreszeiten ihnen abverlangt haben.

Mittwoch, 30. September

arte, 7.15 Uhr
Schottland: Kampf, Clan und Königin
Im September ist Jagdsaison in Schottland. Das Rotwild zieht über die Highlands, und schon von weitem hört man die Moorschneehühner balzen.

Bayerisches Fernsehen, 14.45 Uhr
Abenteuer Wildnis
Geheimnisvolles Mittelmeer
Der Filmautor porträtiert, wie es Tiere aus drei Kontinenten und Meeren geschafft haben, sich das Mittelmeer und seine Küsten über Millionen von Jahren zur Heimat zu machen.

Donnerstag, 1. Oktober

Bayerisches Fernsehen, 14.45 Uhr
Abenteuer Wildnis
Magie der Moore – Das Nebelreich
Überall in Europa gibt es Moore: in den Ebenen und Hügelländern des Nordens, in den Mittelgebirgen, in und vor den Alpen. In der zweiteiligen Dokumentation werden diese Natur-Juwelen vorgestellt. Lediglich ein Prozent der Moore in Mitteleuropa sind noch intakt, wachsen, bilden Torf. Die gigantischen CO2-Speicher werden weiter trockengelegt – auch in Deutschland. Nirgendwo debattieren Politik und Gesellschaft so leidenschaftlich über die Klimaerwärmung wie in Europa, allen voran die Deutschen. Dabei ist die EU, nach Indonesien, Spitzenreiter bei der Freisetzung klimaschädlicher Treibhausgase aus der Zerstörung von Mooren. Immerhin werden viele abgetorfte Moore wieder vernässt, also renaturiert. Aber der Heilungsprozess benötigt Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte. Die verbliebenen Moore sind Natur-Juwelen. Kleine, oft versteckt gelegene und wenig beachtete Urlandschaften mit einer bemerkenswerten Fauna und Flora.

Freitag, 2. Oktober

Bayerisches Fernsehen, 14.45 Uhr
Abenteuer Wildnis
Magie der Moore – Bedrohtes Paradies
Neben bekannten Tieren wie Wölfen, die durch einen Pinselwald weißer Wollgrasbüschel schnüren oder Kranichen, die im Bruchwald ihre Jungen aufziehen, begegnet der Zuschauer auch Kreaturen, die so surreal aussehen als stammten sie von einem anderen Stern. Der Einsatz hochmoderner Zeitlupenkameras macht den Flug des Hochmoorgelblings zum ästhetischen Hochgenuss. Kran- und Schlittenfahrten bringen Bewegung in urwüchsige Latschenkiefern, lassen den Zuschauer eintauchen in teefarbene Schlenkentümpel. Flugaufnahmen zeigen Moore als urwüchsige Inseln inmitten einer gezähmten Kulturlandschaft.

Samstag, 3. Oktober

Das Erste (ARD), 13.40 Uhr
Wildnis Deutschland: Der Harz
Im Wald der Luchse
Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge hat viel zu bieten: verwunschene Wälder, Wildkatzen, wilde Schafe und einen langen, harten Winter. Der Harz ist sagenumwobener Treffpunkt der Hexen und ein Naturjuwel mit einer Tierwelt, die man anderenorts in Deutschland kaum noch findet. Über 1.000 Meter hoch ragt der Brocken, der höchste Berg des Harzes, aus der flachen Landschaft. Kahl und windumpeitscht ist sein Gipfel, dunkel und wasserreich sind seine bewaldeten Hänge. Der Harz ist ein Regenfänger. Hier fällt zwei- bis dreimal so viel Niederschlag wie im Umland. Im Winter kommt der Niederschlag als Schnee und verwandelt das Gebirge in eine weiße Traumlandschaft. Dabei kann es in den Hochlagen ungemütlich werden. Am Brocken erreichen Stürme nicht selten Orkanstärke und die Temperaturen fallen regelmäßig unter minus 20 Grad. Wildkatze und Luchs streifen durch die nebelverhangenen Wälder, Mufflon und Rothirsch leben hier. Der Luchs ist längst zum Symboltier der Region geworden. Das soll zeigen, dass Naturschutz und Tourismus erfolgreich nebeneinander existieren können. Manchmal kommt der Luchs den Menschen sogar sehr nahe. Doch die gut getarnte Wildkatze wird fast nie bemerkt. Über zwei Jahre lang war Tierfilmer und Harzkenner Uwe Anders für seine Dokumentation im Harz unterwegs. Ihm ist ein besonderes Naturporträt gelungen mit einzigartigen Landschaftsaufnahmen und überraschenden Verhaltensporträts der wilden Harzbewohner.

Sonntag, 4. Oktober

3sat, 14.55 Uhr
Wildes Skandinavien: Finnland
Im Osten Skandinaviens erstreckt sich Finnland – ein Mosaik aus Wasser und Wald. Nur fünf Millionen Menschen leben auf einer Fläche so groß wie Deutschland. In den Wäldern nahe der russischen Grenze gibt es noch Braunbären und Wölfe. Bis ins 18. Jahrhundert verehrten die Finnen Bären als Gottheit. Noch immer gilt der Bär als Nationalsymbol. Und wo sich Bären wohlfühlen, können auch Wölfe leben. Im Rudel trauen sie sich, einen Braunbären um seine Beute zu bringen. Eine Wolfsfamilie in der finnischen Wildnis zu filmen, hat Seltenheitswert, da es dort nur noch 150 Tiere gibt. Im Frühjahr treffen sich die Auerhähne zur Balz in ihren Arenen. Dem Sieger winkt die Paarung mit den Weibchen, dem Verlierer bleibt nur die Hoffnung auf einen neuen Versuch. Merkwürdig erscheint es, wenn sich Gleithörnchen um die Gunst eines Weibchens bemühen. Nachdem ein Weibchen ihren Baum mit Kot markiert hat, treffen „wie im Flug“ die ersten Verehrer ein. Dank ihrer Flughaut können die Nager relativ große Distanzen überwinden. Verlassene Spechthöhlen sind nicht nur bei Gleithörnchen beliebt. Auch Schellenten nutzen sie, um darin ihre Küken auszubrüten. Schon kurz nach dem Schlupf lockt die Mutter ihren Nachwuchs ins Freie. Erstmals aus sechs Kameraperspektiven und in der Wildnis gedreht, ist der Absprung der flugunfähigen Kleinen in die Tiefe zu sehen. Die Dokumentation „Wildes Skandinavien: Finnland“ gewährt Einblicke in das faszinierende Leben wilder Gleithörnchen, Bären und Wölfe, Luchse und Vielfraße. Die beiden Tierfilmer Oliver Goetzl und Ivo Nörenberg haben über drei Jahre außerordentlich detailliert Tierverhalten dokumentiert. Hierfür wurden sie beim „International Wildlife Film Festival“ in Missoula, USA, bereits mit fünf Auszeichnungen geehrt.

3sat, 16.25 Uhr
Wildes Skandinavien: Island
Island: Vor 17 Millionen Jahren formten gewaltige Eruptionen die Insel im Nordatlantik mit zerklüfteten Bergen, unzähligen Wasserfällen und 200 Vulkanen. Landsäugetiere gibt es nur wenige dort. Vor rund 10 000 Jahren kamen die ersten Polarfüchse, auf Eisschollen treibend, nach Island. Filmemacher Tobias Mennle folgte zwei Jahre lang den Füchsen und zeigt seltene Einblicke in ihr Familienleben, ihr Liebesspiel, die Aufzucht der Jungen und die erste Jagd. Schroffe Küsten und Fjorde, Gletscher, Vulkane und Urwälder sind bis heute Lebensraum seltener Pflanzen und Tiere. Mit überwältigenden Bildern präsentiert die Naturfilm-Reihe „Wildes Skandinavien“ die raue, ungezähmte Natur des hohen Nordens. Finnlands Braunbären, Schwedens Elche, Islands Polarfüchse oder Norwegens Moschusochsen, jede Folge entführt mit spektakulären Bildern in die Wildnis Nordeuropas.

ARD-alpha, 19.15 Uhr
Schätze der Welt – Erbe der Menschheit
Head-Smashed-In (Kanada)
Abgrund der toten Bisons
Der „Abgrund der zu Tode gestürzten Bisons“ ist ein Ort der an eine Zeit erinnert, in der sich Amerikas Ureinwohner das Land mit den Bisons teilten. „Head-Smashed-In Buffalo Jump“ gilt als einer der ältesten und besterhaltenen Jagdplätze in Nordamerika. 1981 wurde „Head-Smashed-In“ von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt. Der Abgrund liegt in der kanadischen Provinz Alberta, etwa 175 Kilometer südlich von Calgary. Die Ausläufer der Rocky Mountains gehen hier in die Great Plains, ein halbtrockenes Vorland, über. Bei der historischen Bisonjagd versuchten getarnte Jäger die Tiere in eine Richtung zu locken, aus der sie nur auf einen Abgrund fliehen konnten.
Wenn sich Tiere aus der Herde der Klippe näherten, tauchten schreiend und winkend weitere Indianer auf. Sie umzingelten die erschrockene Herde, die in Panik auf den Abgrund rannte. Die ersten Bisons versuchten meist an der Kante zu stoppen, wurden aber von den nachfolgenden Tieren überrannt. Sie stürzten sich wie die Lemminge in den Tod. Seinen Namen verdankt „Head-Smashed-In“ übrigens nicht den getöteten Bisons, sondern einer Legende. Ein junger Krieger wollte die herabstürzenden Tiere aus nächster Nähe beobachten. Er stellte sich ganz eng an die Wände der Klippe, die Bisons stürzten vor ihm zu Tode. An diesem Tag war freilich die dem Exitus geweihte Herde größer als sonst. Immer mehr stürzten herab und erdrückten den jungen Mann an dem steilen Fels. Die Blackfoot nannten die Stelle „where he got his head smashed in“, „wo sein Schädel zerschmettert wurde“.

Bayerisches Fernsehen, 19.15 Uhr
Unter unserem Himmel
Die Nationalparkidee – vom Bayerischen Wald nach Europa
Christoph Promberger stammt aus einer bayerischen Forstfamilie. Er und seine Frau Barbara kämpfen mit ungewöhnlichen Methoden für den Erhalt einer bedrohten Wildnis in den rumänischen Karpaten. Ihr Ziel: Der größte Nationalpark Europas, ein geschütztes Waldgebiet, in dem sich Bär, Wolf, Luchs und Wisent auf freier Wildbahn bewegen. Sein Vorbild: der Nationalpark Bayerischer Wald, an dessen Rand er aufgewachsen ist. Christoph Promberger kennt die Steigerung der Lebensqualität, die der Nationalpark Bayerischer Wald für die gesamte Region gebracht hat, aus eigener Erfahrung. Für ihn war und ist der Nationalpark ein wichtiger Lernort, denn für sein Projektgebiet in Rumänien dient er als Vorbild. Am Fuße der Fagaras Berge haben sie sich niedergelassen und bringen eines der ambitioniertesten europäischen Naturschutzprojekte voran: Die Gründung eines Nationalparks in den Südkarpaten, der sich über 250.000 Hektar erstrecken soll, zehnmal so groß wie der Nationalpark Bayerischer Wald, der dem aus Freyung stammenden Promberger als Vorbild dient. Mit der Unterstützung von Philantropen, die einen Teil ihres Geldes für Naturschutzprojekte zur Verfügung stellen, kaufen sie über ihre Naturschutzstiftung Wälder auf, um sie vor illegalem Holzeinschlag und Wilderei zu schützen. So konnten sie bereits 25.000 ha Wald erwerben und effektiv schützen, wo nötig Kahlschläge wieder aufforsten. Sie stehen im Austausch mit der Europäischen Kommission, die im Rahmen des sogenannten „Green Deal“ auf dieses Projekt aufmerksam geworden ist. Das vom bayerischen Nationalparkpionier Hans Bibelriether formulierte Naturschutzziel „Natur Natur sein lassen“ dient Christoph Promberger als Leitbild. Mit dem Verzicht auf lenkende Eingriffe soll die natürliche Entwicklung im Ökosystem Wald ungestört ablaufen können.
Dabei stellt das Wildtiermanagement eine besondere Herausforderung dar. In Rumänien leben die meisten Braunbären Europas, geschätzt 5.000 bis 6.000 Tiere. Touristen freut das, sie können die Tiere bei geführten Wanderungen erleben. Für Einheimische sind die Bären jedoch eine Belastung. Immer wieder kommen sie auf Futtersuche in Dörfer und abgelegene Gehöfte. Dann ist die schnelle Eingreiftruppe der Stiftung gefragt: Zunächst versuchen die Ranger, die Bären mit der Errichtung von Elektrozäunen fernzuhalten. Wenn das nicht hilft, kommt eine Bärenfalle zum Einsatz, um die Tiere weit entfernt wieder auszusetzen. In einem Wirtschaftsraum, in dem Wachstum, Beschleunigung und Verwertbarkeit maßgeblich sind, wirkt die Nationalparkidee geradezu gegenläufig: Nichts machen, geschehen lassen und geduldig abwarten, was sich von selbst entwickelt.

TV-Programm 05.10. - 11.10.2020

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Montag, 5. Oktober

arte, 16.40 Uhr
Vogelsterben
Das können wir dagegen tun
Vögel sind älter als die Menschheit, doch sie werden immer weniger. Allein in Deutschland ist die Zahl der Feld- und Wiesenvögel in den vergangenen 30 Jahren um mehr als die Hälfte gesunken, in Frankreich um knapp 40 Prozent. Die Gründe dafür liegen vor allem in der Landwirtschaft. Monokulturen wie Raps- oder Maisfelder bieten Vögeln nicht mehr ausreichend Futter und auch der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden zerstört ihre Nahrungsgrundlage: die Insekten. Naturschützer schlagen Alarm. Sie fordern strengere Maßnahmen zum Schutz der Vögel. „Xenius“ begleitet unter anderem die britische Vogel-Bloggerin Mya-Rose Craig und den Bestsellerautor Jonathan Franzen auf ihrer Spurensuche nach den Ursachen des Vogelsterbens und zeigen, dass Artenschutz wichtiger ist denn je. Doch wie kann er funktionieren? Das wollen die „Xenius“-Moderatoren Dörthe Eickelberg und Pierre Girard in Schleswig-Holstein herausfinden. Das dortige Marschland gilt als Schutzraum für bedrohte Vögel. Einer der am meisten gefährdeten Wiesenvögel in Deutschland ist der Kiebitz. In den letzten 30 Jahren ist sein Bestandteil um 90 Prozent geschrumpft. Für die Letzten ihrer Art sind Wissenschaftler des Michael-Otto-Instituts rund um die Uhr im Einsatz: Sie beschützen ihre Nester vor Traktoren oder feindlichen Tieren und beobachten sie dafür per Wildtierkameras. Die Moderatoren packen mit an und schlüpfen für einen Tag in die Rolle des modernen Artenschützers.

3sat, 20.15 Uhr
Turmfalken – Jäger der Großstadt
Turmfalken sind die erfolgreichsten Greifvögel Europas. Sie sind ebenso anpassungsfähige Bewohner von Au-Gebieten wie von alpinen Regionen – und sie sind wahrlich meisterhafte Jäger. Die Dokumentation begleitet zwei Brutpaare: eines in einer gut geschützten Mauernische im Zentrum der Millionenstadt Wien und eines in einer verwaisten Blumenkiste am Fensterbrett desselben Innenstadthauses. Ein ergreifendes Drama entwickelt sich um den Nachwuchs. Während das unerfahrene Brutpaar des einen Nests ständig dazulernt und am Ende erfolgreich ist, mündet die Brut des anderen Paares in einer Tragödie.

3sat, 21.00 Uhr
NETZ NATUR
Die Naturreportage aus der Schweiz
Magische Momente – ganz nah
In Zeiten belastender Nachrichten muss man ab und zu auch durchatmen. Das „NETZ NATUR“-Team bietet dazu Gelegenheit und zeigt faszinierende Momente aus den Sendungen der letzten 30 Jahre. Die atemberaubenden Kunstfiguren der Starenschwärme am Abendhimmel – und was dahintersteckt. Wie sich Fuchs und Dachs – fast – gute Nacht sagen und was die Dachse für Rehe aus dem Boden graben. Und wie sich eine Gämse mit letzter Kraft aus einem Bergbach rettet. Spannung, Emotionen und Heiterkeit – moderiert wie gewohnt von Andreas Moser – aber von zu Hause aus über Skype.

Bayerisches Fernsehen, 21.00 Uhr
Bayern erleben
Der halbwilde Wald – 50 Jahre Nationalpark Bayerischer Wald
Der Film ist auch die Geschichte des Autors und Fotografen Herbert Pöhnl. Als Einheimischer hat er die Entwicklung des Nationalparks Bayerischer Wald über die Jahre hinweg hautnah in ihrer ganzen Ambivalenz miterlebt. Heute bildet der Nationalpark Bayerischer Wald zusammen mit dem Nachbarnationalpark Sumava in Tschechien das größte Waldschutzgebiet Europas. Nirgendwo sonst zwischen Atlantik und Ural darf sich Natur auf so großer Fläche nach ihren eigenen Gesetzen entwickeln. Aus dem Wirtschaftswald von gestern entsteht der Urwald von morgen. Hier finden so seltene Tiere wie Luchs, Auerhuhn oder Habichtskauz Rückzugsräume, wie es sie sonst kaum noch in Deutschland gibt.

Dienstag, 6. Oktober

rbb Fernsehen, 12.50 Uhr
Wildtiere in Berlin
Den wilden Nachbarn auf der Spur. Über 13.000 Wildtiere leben in Berlin: Fuchs und Wildschwein, Igel und Eichhörnchen, Waschbär und Waldkauz. Faszinierende Einblicke in die Tierwelt vor unserer Haustür.

Bayerisches Fernsehen, 14.45 Uhr
Abenteuer Wildnis
Waschbären – Einwanderer aus Wildwest
Einst hat man Waschbären nach Deutschland geholt, weil man sie brauchte. Heute wäre so mancher die Tiere gerne wieder los, Schauergeschichten kursieren. Was an ihnen wirklich dran ist, zeigt Heiko de Groot in seinem Film „Waschbären – Einwanderer aus Wildwest“. Angeblich fressen sie alles und jeden. Tatsächlich sind Waschbären Allesfresser. Dennoch gehören die meisten Geschichten über ihre Fressgier ins Reich der Legenden. Etwa eine halbe Million Waschbären leben heute in Deutschland. Selbst in Großstädten treiben sie ihr Unwesen. Angefangen hat alles mit Pelztierfarmen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Weil die Qualität der Felle aus Gefangenschaft deutlich schlechter war als die von Tieren in freier Wildbahn, beschloss man, zwei trächtige Pärchen auszuwildern. Die Waschbären fanden ideale Bedingungen vor und vermehrten sich fleißig. Umfangreiche Untersuchungen darüber, welchen Einfluss Waschbären auf die heimische Tierwelt haben, ließen lange auf sich warten. Die Biologen Frank Uwe Michler und Berit Köhnemann begannen ab 2006 Licht in das Dunkel zu bringen, mit überraschenden und größtenteils beruhigenden Ergebnissen. Der Filmautor zeigt die Geschichte der Waschbären in Deutschland, gibt Einblick in ihr Leben in Wäldern und Städten und die Arbeit der Wissenschaftler.

3sat, 15.30 Uhr
Wiener Wildnis – Die Rückkehr der Biber
Donau, Lobau, Alte Donau: Versteckt unter Wasser und an kaum zugänglichen, dicht bewachsenen Ufern, stecken die bekannten Wiener Badegewässer voller Geheimnisse. Es ist die Welt der Biber. Der Film zeigt die Gewässer der Großstadt als höchst vielfältige Lebensräume. Obwohl die meisten sogar zusammenhängen, sind sie sehr verschieden. Denn alle Fließgewässer im Raum Wien münden in die Donau und stehen so gesehen miteinander in Verbindung. Sogar die Alte Donau erhält ihren Zufluss über das Grundwasser der Donau. Doch in einem Wienerwaldbach leben ganz andere Tiere und Pflanzen als im Donaukanal, in der Alten Donau oder in den weit verzweigten Wasserarmen der Lobau. Ein Tier, das vor einigen Jahren nach Wien zurückgekehrt ist, wird den Weg zu den geheimnisvollen Standorten weisen: der Biber.

3sat, 17.45 Uhr
Der wilde Wald der Kaiserin
Ein malerisches Schloss in einem weitläufigen Park: die Wiener Hermesvilla im Lainzer Tiergarten. Ende des 19. Jahrhunderts ließ Franz Joseph I. das Schloss für Kaiserin „Sisi“ bauen. Heute strömt jährlich eine halbe Million Touristen hierher. Was die Besucher nicht zu sehen bekommen, zeigt dieser Film: die vielfältige Tierwelt. Zu den Tieren, die in dem 25 Quadratkilometer großen Tiergarten leben, zählen Wildschweine, Mufflons und Damwild.

arte, 19.40 Uhr
Re: Wildtiere erobern die Stadt
Im Schatten von Corona
Wildschweine in Barcelona, Füchse in Berlin: Wildtiere erobern die Großstädte! Diese Entwicklung ist nicht neu, denn die Städte bieten den Tieren Nahrung, Schutz und Platz. Der Rückzug des Menschen während der Corona-Zeit hat diesen Trend aber noch mal befeuert. Allein in Berlin gibt es jetzt über 5.000 Wildschweine in der Stadt und mehr als 1.500 Fuchsreviere. Von den Scharen hungriger Waschbären ganz zu schweigen. „Re:“ begleitet Wildtier-Experten, Tierschützer und Naturfotografen auf ihren Expeditionen ins „Tierreich Großstadt“. Wildziegen besetzen eine Stadt im britischen Wales, Delfine erobern italienische Häfen und jede Menge Wildschweine sind in Barcelona, Paris und Berlin auf dem Vormarsch. All dies geschah während des Corona-Lockdowns. Wildtiere eroberten die Großstädte! Diese Entwicklung ist nicht neu, denn die Städte bieten den Tieren Nahrung in Hülle und Fülle, dazu Schutz vor Feinden und Platz für ihre Bauten. Der Rückzug des Menschen während der Corona-Zeit hat diesem Trend aber noch mal neuen Schwung verliehen. Allein in Berlin soll es jetzt über 5.000 Wildschweine in der Stadt und mehr als 1.500 Fuchsreviere geben. Von den Scharen hungriger Waschbären ganz zu schweigen. Für die Reportage-Reihe „Re:“ hat ein Team von Wildtier-Experten, Tierschützern und Naturfotografen auf ihren Expeditionen ins „Tierreich Großstadt“ begleitet und war hautnah dabei, wenn Füchse abends auf Berliner Terrassen erschienen oder Waschbären westfälische Gärten plünderten.

WDR Fernsehen, 20.15 Uhr
Abenteuer Erde: Urwald von morgen – Nationalpark Eifel
Der erste und bislang einzige Nationalpark Nordrhein-Westfalens, nur fünfzig Kilometer südwestlich der Metropole Köln, ist das grüne Herz des Westens. Diese Eifelregion ist Schauplatz eines wegweisenden Experiments: Auf drei Viertel der Parkfläche wird der ehemalige Wirtschaftswald sich selbst überlassen, und die Natur übernimmt Stück für Stück die Hoheit. Tote Bäume werden stehen gelassen, Äste krachen herab und Stämme vermodern am Boden. So entsteht ein Urwald von morgen, der schon jetzt vor allem scheuen Tieren ein einzigartiges Zuhause bietet. Der Film erzählt eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes inmitten einer von Menschen geprägten Umgebung. Abseits der Dörfer und Äcker stehen die heimlichen Rückkehrer im Mittelpunkt. Heimlichtuer, die die Menschennähe nicht mögen, oft scheu und zurückgezogen leben oder eben ohne Rückzugsorte aussterben würden. Wie „Eifeltiger“ schleichen nun immer mehr Wildkatzen durchs Dickicht, es nagen Biber ungestört an Bäumen und klappern Schwarzstörche im Blätterdach. Und selbst die größte Katzenart Europas, der Luchs, ist hier schon gesichtet worden und könnte bald im Urwald auf Jagd gehen. Der Nationalpark ist (noch) keine Wildnis, sondern ein ehemaliger Forst, in dem Bäume nach Festmeter bewertet wurden. Ohne menschliche Pflege und Axt sterben nun die angepflanzten Fichten und die ursprünglich beheimateten Buchen kehren zurück. Neu entstehende Laubwälder sind robuster gegen Stürme und Parasiten und bieten im Kronenraum vielfältigere Lebensräume für Tiere und Pflanzen als die eintönigen Fichtenforste, die noch immer große Teile des Nationalparks prägen. Der Zuschauer wird auf unterhaltsame Weise Zeuge eines andauernden Umgestaltungsprozesses in einem menschenverlassenen Schmuckstück der Natur. Geheimnisvoll und spannend erzählt der Film, wie sich wilde Tiere in ihrem neuen grünen Domizil einrichten.

Mittwoch, 7. Oktober

3sat, 13.20 Uhr
Zugvögel (1/2)
Kundschafter in fernen Welten
Die Dokumentation begleitet unsere Zugvögel in alle Welt – mit atemberaubenden Luftbildern von den Reisen derer, die die „Vogelperspektive“ erfunden haben. Die Dokumentation begleitet Gänseküken beim Abenteuer des Fliegenlernens. Und der Kamera-Helikopter überquert mit den Störchen (erstmals gemeinsam) die gefährliche Straße von Gibraltar und fliegt mit ihnen bis in ihr Winterquartier in Tansania und Kenia. Ende August werden die Störche im rheinland-pfälzischen Bornheim langsam unruhig. Der Nachwuchs unternimmt immer weitere Ausflüge rund ums elterliche Nest. Und eines Tages sind alle Storchenkinder plötzlich verschwunden. „Terra X – Zugvögel“ begleitet Jungstorch Borni auf seiner ersten langen Reise nach Afrika. Allein – lange vor seinen Eltern – zieht Borni mit seinen drei Geschwistern Richtung Süden. Eine gefährliche Reise mit zahlreichen mörderischen Etappen. Den Flug mit Tausenden anderer Störche über die Straße von Gibraltar wurde dabei erstmals mit einer gyro-stabilisierten Helikopter-Kamera begleitet. Wenn ein Storch aus Erschöpfung im Wasser notlanden muss, ist er dem Tod geweiht. Selbst Vogelforscher waren erstaunt, dass nicht nur Borni sich auf dieser Horror-Etappe in der Luft übergeben hat. Vor 150 Jahren mussten Vogelkundler noch Pfeilspitzen analysieren, mit denen Störche aus Afrika nach Europa zurückkehrten – um herauszufinden, wo sie den Winter verbracht hatten. Inzwischen zeichnen möglichst kleine, möglichst leichte Hightech-Sender jede Flugbewegung eines Vogels als GPS-Koordinaten auf – und melden dazu Flughöhe und -geschwindigkeit, Luftwiderstand und Energieverbrauch. Künftig sollen diese Sender live per Satellit auszulesen sein – von der Sahara bis nach Sibirien. Für Martin Wikelski, Leiter des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell, beginnt damit eine neue Ära. „Über das Flugverhalten der Vögel können wir dann herausfinden, wie die Welt sich an diesem Fleck gerade verändert.“ Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Mit Graugansküken, die sich – wie man seit Konrad Lorenz weiß – leicht auf Menschen prägen lassen, wird gerade die erste Sender-Generation in mühevoller Kleinarbeit kalibriert. Denn nur, wenn die Sender präzise und konstant messen, wird man in Zukunft Erstaunliches per Vogelzug erfassen und vorhersagen können – von lokalen Windverhältnissen bis zu Unwettern, drohenden Erdbeben oder Riesenheuschrecken-Plagen. Denn wenn Vögel ihre Flugroute ändern, hat das immer einen Grund. Mauersegler etwa können Unwetter erspüren, die noch 600 Kilometer entfernt sind. Sie können auch während des Fluges schlafen – und so Tage oder Wochen in der Luft verbringen. Die aufwendig produzierte „Terra X“-Dokumentation fliegt mit umfangreichen CGI-Animationen und atemberaubenden Luftbildern mit unseren Zugvögeln bis nach Afrika. Sie begleitet die Graugansküken-Trainingsgruppe beim großen Abenteuer des Fliegenlernens – im Dienste der Wissenschaft. Denn trotz aller bahnbrechender Erkenntnisse der vergangenen Jahre: Selbst wie Vögel navigieren, ist noch immer nicht restlos erforscht. „Es gibt schon noch ein paar Fragen, die uns absolut unter den Nägeln brennen“, meint Vogelforscher Peter Berthold, Wikelskis Vorgänger in Radolfzell. „Vielleicht gibt es dafür irgendwann den Nobelpreis.“

3sat, 14.05 Uhr
Zugvögel (2/2)
Der Kampf ums Überleben
Die Dokumentation begleitet unsere Zugvögel in alle Welt – mit atemberaubenden Luftbildern von den Reisen derer, die die „Vogelperspektive“ erfunden haben. Milliarden von Zugvögeln sterben jedes Jahr auf ihren Reisen. Die Dokumentation zeigt ihren Flug nach Italien und Sibirien und lässt die Zuschauer hautnah erleben, welche Strapazen die tapferen Vielflieger zu überstehen haben. Der Vogelzug war schon immer eine Frage des Überlebens. Nur wenn es sich lohnt, lernen Tiere im Lauf der Evolution zu wandern – meist auf der Suche nach Nahrung oder besseren Brutrevieren. Doch Zugvögel leben heute gefährlich. Im Anthropozän – im Zeitalter der Menschen – sind die Todesraten unter Langstreckenziehern in schwindelerregende Höhen gestiegen: Biotope verschwinden, Vögel werden gejagt oder verenden in Hochspannungsleitungen. Bei vielen Zugvogel-Arten überleben 80 Prozent der Jungvögel nicht einmal das erste Jahr. Die Tundra, in der Bless- und Nonnengänse am liebsten brüten, reichte am Ende der letzten Eiszeit noch bis nach Köln. Heute ziehen die Gänse von Westeuropa, wo sie den vergleichsweise milden Winter verbringen, Tausende von Kilometern bis an den Polarkreis – am liebsten auf die Insel Kolgujew in der Barentssee. Die „Terra X“-Dokumentation „Zugvögel“ ist mit hochauflösenden Kameras am Boden und in der Luft dabei, wenn sich die Küken in ihren „Daunenmänteln“ bei eisigem Wind aus dem Ei pellen – und die Eismöwen ihre ersten Raubzüge starten. Auch, wenn in der Dämmerung über Rom Hunderttausende von Staren gigantische Wolken und Schläuche bilden, als folgten sie einer unsichtbaren Choreografie, geht es in Wirklichkeit – ums Überleben. Mit solch pfeilschnellen Formationsflügen wehren kleinere Vögel in großen Schwärmen Raubvögel ab, die etwa an den Schlafplätzen der Stare am Tiber lauern. Für „Zugvögel“ wurde der spektakuläre Überlebenstanz der Stare aus der Luft gedreht. Genau wie die Winterreise der Waldrappe nach Italien. Den drollig aussehenden Ibis-Vögeln wurde ihre große Zutraulichkeit bereits im 17. Jahrhundert zum Verhängnis. Als leichte Beute für Jäger waren sie bald komplett ausgerottet. Heute wird dieses Manko zum Vorteil: Von Hand aufgezogen, folgen junge Waldrappe ihren menschlichen Zieh-Eltern, selbst wenn die in einen Ultraleicht-Flieger steigen und von der deutsch-österreichischen Grenze in die Toskana reisen – ins Überwinterungsrevier. Schon auf dem Rückweg finden die Waldrappe dann ihren Weg allein – ein Beleg dafür, wie tief das Zugprogramm als Überlebensstrategie eingebrannt ist. Doch von 20 Milliarden Singvögeln weltweit sterben inzwischen jedes Jahr zehn Milliarden. Die meisten Vögel, die wir aus unseren Gärten kennen, ziehen über unsere Köpfe, wenn wir schlafen. Im Schutz der Dunkelheit entgehen sie am ehesten Raubvögeln und Überanstrengung. Welche Gefahren ihnen dennoch auf der langen Reise drohen, macht eine Animation der nächtlichen Massen-Wanderung sichtbar. Denn was Vögel im Lauf der Evolution gelernt haben, können sie auch wieder verlernen – wenn es dem Überleben dient. Peter Berthold, Deutschlands Guru unter den Vogelforschern, sagt im Film: „Meine persönliche Prognose ist, dass wir, wenn die Klimaerwärmung so weitergeht wie jetzt, in 100 Jahren bei uns keine Zugvögel mehr haben.“

3sat, 14.50 Uhr
Der sechste Sinn der Tiere
Naturkatastrophen bedrohen die Menschheit. Die Auswirkungen sind verheerend – die Vorwarnzeiten meist zu kurz, trotz aller Hightech-Installationen und des Internets. Weltweit arbeiten Forscher deshalb an anderen Lösungen – und sie haben eine heiße Spur: Tiere sollen uns dabei helfen, frühzeitig Naturkatastrophen zu erkennen. Denn über Jahrmillionen haben sie gelernt, sich auf die launischen Schwankungen der Erde einzustellen. Der Mensch muss sich nur einklinken und die gelieferten Informationen richtig interpretieren. „Terra X – Der sechste Sinn der Tiere“ begleitet führende Wissenschaftler auf eine spannende Expedition rund um den Globus in extreme Gebiete dieser Erde. Martin Wikelski (Direktor des Max-Planck-Instituts für Ornithologie) ist einer der weltweit führenden Forscher auf diesem Gebiet. Seine Vision: In naher Zukunft ein ganzes Netz aus tierischen Frühwarnindikatoren zu entwickeln, immer am Puls der Erde, um bei extremen Naturereignissen Menschenleben zu retten. In den Dschungeln Indonesiens ist er dabei, mit wilden Elefanten ein Tsunami-Frühwarnsystem aufzubauen. In den Südausläufern der Rocky Mountains beobachtet er den majestätischen Kondor, und an den Hängen des aktivsten und gefährlichsten Vulkans Europas, dem Ätna, untersucht er das Verhalten von Ziegen kurz vor einem Vulkanausbruch. Die genaue Beobachtung tierischen Verhaltens kann Aufschluss über bevorstehende, große Umwälzungen in der Natur liefern – Katastrophen vorhersagbarer machen, Menschenleben retten. Weitere Geschichten werden in Form einer spannenden Spurensuche erzählt. An der Seite der Wissenschaftler entdeckt „Terra X“ eine neue und ungewöhnliche Seite der Tierwelt. Es könnten visionäre Schritte in eine Zukunft sein, in der Mensch und Natur Seite an Seite existieren – mit gegenseitigem Nutzen. So spannt der Film einen großen Bogen und erzählt eine Geschichte in atemberaubenden Bildern – unterstützt durch spannende Grafiken, die uns die sechsten Sinne der Tiere ein Stück näherbringen.

3sat, 15.35 Uhr
Geschichte der Tiere: Der Hund
Hund und Katze sind die beliebtesten und treuesten Wegbegleiter des Menschen. Die zweiteilige „Terra X“-Reihe erzählt alles Wissenswerte dieser einzigartigen Erfolgsstory. Im Mittelpunkt dieser Folge steht die Kulturgeschichte des Hundes. Sie beginnt mit dem Lagerwolf. In grauer Vorzeit geht er mit dem Menschen eine Zweckbeziehung ein. Aus anfänglichem Misstrauen entstehen Zuneigung und enge Bindung. „Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos.“ Eine Erkenntnis, die zuerst der deutsche Schauspieler Heinz Rühmann formuliert hat, bevor Loriot sie später ein wenig präzisierte. Für den deutschen Humoristen war ein Leben ohne Mops unter keinen Umständen vorstellbar. Rund sieben Millionen Hundehalter in Deutschland geben beiden prominenten Künstlern Recht. Der Hund ist nicht nur das erste Haustier, sondern auch der beste Freund des Menschen. Liebe auf den ersten Blick ist es nicht, als sich Grauwolf und Mensch zum ersten Mal begegnen. „Canis lupus“ ist vom Hunger getrieben und stöbert in der Müllhalde einer Steinzeitsiedlung. Mit der Großen Eiszeit ist das friedlich grasende Großwild abgewandert. Die neuen Beutetiere sind kleiner, schreckhafter und flinker. Die Jagd im Rudel kostet mehr Kraft, erfordert anderes Vorgehen und bringt längst nicht immer den gewünschten Erfolg. Die schwierigen Verhältnisse in der Umwelt zwingen Mensch und Wolf zu einer bis dahin nie dagewesenen Kooperation, sagen Forscher. Der Mensch folgt der Fährte der Wölfe, die mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn selbst drei Tage alte Spuren wittern können. Im Gegenzug duldet er, wenn die scheuen Tiere in ihre Siedlungen eindringen und sich über die Essensreste hermachen. Aus gegenseitiger Duldung wird allmählich Zutrauen – die Evolution bringt den Lagerwolf hervor. Er ist dem Wolf zwar genetisch noch näher als dem Hund, aber im Verhalten zeigt er sich bereits deutlich zutraulicher und lebt im losen Verbund mit der Gemeinschaft. Der Lagerwolf gilt als direkter Vorfahr des Hundes, der seinen Siegeszug als treuer Wegbegleiter des Menschen vermutlich in der Zeit antritt, als aus Jägern und Sammlern Bauern und Viehzüchter werden. Schon damals übernimmt der Hund Aufgaben als Wach- und Hütehund. Und er stellt seine hohe soziale Anpassungsfähigkeit unter Beweis. Eigenschaften, die ihm Jahrtausende später gottgleichen Status bescheren. Dass der Hund eines Thrones wert ist, haben viele Hochkulturen gewusst. Die Ägypter ernennen den schakalköpfigen Anubis zum obersten Richter ihres Totenreichs. Die Griechen suchen eher nach rationalen Erklärungen für das außergewöhnliche Wesen des Hundes. Der Philosoph Xenophon liefert die erste wissenschaftliche Abhandlung über Erziehung, Fährtenarbeit und Verhalten. Die Römer gehen noch einen Schritt weiter: Sie züchten unterschiedliche Jagdhund-Rassen, führen aus dem Ausland Luxushündchen ein, schicken Kampfhunde in die Arena und halten Hunde, die vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Mit der Christianisierung ändert sich die gesellschaftliche Wertschätzung der Vierbeiner. Die Kirche entdeckt ihre vermeintlich dunkle Seite als Begleiter von Hexen und Dämonen. Als die Bestiarien im 10. Jahrhundert aufkommen, hat sich die Lage schon wieder etwas entspannt. Der Hund wird zur Symbolfigur menschlicher Tugenden wie Treue, Wachsamkeit und Mut. Kaiser, Könige und Adlige präsentieren sich stolz mit ihren Lieblingen. Der Hund avanciert zum Prestigeobjekt. Welche Rasse zu wem passt, ist über Jahrhunderte aber nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern vor allem der eigenen gesellschaftlichen Stellung. Daran hat sich womöglich bis heute nicht viel geändert, aber inzwischen hat der Hund vor allem das Herz des Menschen erobert. Er ist sein bester Freund, sein Kind- oder Partnerersatz. Er versteht auch ohne Worte, er liebt bedingungslos. Die Moderne verhilft ihm vielleicht zur größten Wertschätzung in der Jahrtausende alten Geschichte zwischen Mensch und Hund.

3sat, 16.15 Uhr
Geschichte der Tiere: Die Katze
Hund und Katze sind die beliebtesten und treuesten Wegbegleiter des Menschen. „Terra X: Geschichte der Tiere“ erzählt alles Wissenswerte dieser Erfolgsstory. Im Mittelpunkt dieser Folge steht die Geschichte der Katze. Vor etwa 11 000 Jahren kommt sie auf samtenen Pfoten und mit scharfen Krallen aus der Wildnis und erobert sich einen Platz in der Zivilisation. Ihrem Wesen nach aber bleibt die Hausmieze eine Wildkatze. Der deutsche Journalist und Schriftsteller Kurt Tucholsky hat einmal über die Katze gesagt, sie sei das einzige vierbeinige Tier, das dem Menschen eingeredet habe, er müsse es versorgen, ohne dass es selbst dafür etwas tun müsse. Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Der Mensch liebt die Katze, füttert sie, überhäuft sie mit Zuwendung und gibt ihr ein Zuhause. Im Gegenzug demonstriert sie ihre Unabhängigkeit und zeigt sich überaus eigensinnig. Die Katze gehorcht nicht, will sich nicht unterordnen und bleibt ein sturer Einzelgänger. Selbst die treueste und verschmusteste Katze der Welt kann schon mal von heute auf morgen die Beziehung zu ihrem Besitzer beenden und grußlos für immer verschwinden. Katzenhalter können sich ihres unberechenbaren Mitbewohners nie hundertprozentig sicher sein. Dabei ist es die Katze – genauer gesagt die Falbkatze – die vor rund 11 000 Jahren in einer Art „Selbstdomestikation“ die Welt des Menschen betritt. Doch anders als der Hund wartet das kleine Raubtier damit, bis die Jäger und Sammler des Alten Orients das Feuer beherrschen und sesshaft sind. Ihre Karriere beginnt sie als Resteverwerter und erfolgreicher Mäusejäger. Kein anderes Haustier beherrscht die Technik des Lauerns, des schnellen Zugriffs und Tötens so wie die Katze. Die Jungsteinzeitler schätzen sie dafür. Und nicht nur sie, wo immer in den folgenden Jahrtausenden auf dem Globus Siedlungen entstehen, gehört mindestens eine Katze zum Haushalt. Kultische Verehrung erfahren die Samtpfoten vor allem im Alten Ägypten. Forscher sagen, dass das Pharaonenreich ihren Wohlstand auch den Katzen zu verdanken habe, die in den zahlreichen Getreidespeichern Ratten und Mäusen nachstellten. Für ihre wertvollen Dienste werden die Jäger sogar vergöttlicht. Millionen enden trotzdem als Opfergabe an die Katzengöttin Bastet, die Ägypter kaufen von Händlern teure Katzenmumien. Mehr als einmal werden die Käufer dabei über den Tisch gezogen, wie jüngste Untersuchungen offenbaren. Nicht in jedem Exemplar ist auch tatsächlich Katze enthalten. Die Wissenschaftler entdeckten auf den Röntgenbildern Hölzer, Hunde- und andere Tierknochen. Die Nachfrage hat das Angebot zeitweise offensichtlich bei weitem überstiegen. Das erklärt vielleicht auch, warum die Pharaonen den Export von Katzen in fremde Länder unter Todesstrafe gestellt haben. Um 500 vor Christus gelangen über Griechenland trotzdem die ersten Katzen nach Europa und vermischen sich mit der dort heimischen Wildkatze. In Italien erobern sie als exotische Luxusgeschöpfe zunächst die Herzen der reichen Damen, bevor sie im Römischen Reich auch kultische Weihen erhalten. Erst ab dem 2. Jahrhundert nach Christus ist die Katze ein Haustier für alle und erweist sich als nützlicher Jäger auf üble Nager. Marder und Wiesel, die dafür immer eingesetzt wurden, sind schon bald aus dem Rennen – auch deshalb, weil Katzen nicht so stinken und viel reinlicher sind. Im nebligen Germanien beginnt man, die Wildkatze anzuhimmeln. Sie ist aber nicht domestiziert, sondern als mystische Begleiterin der Fruchtbarkeitsgöttin Freya vorbehalten. Mit der Christianisierung jedoch folgt der tiefe Fall. Die Katze wird als Geschöpf des Teufels, der Hexen und Dämonen verdammt und später manchmal auch auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ihr schlechtes Image hält sich über Jahrhunderte. Noch im späten Mittelalter entstehen zahlreiche Sprichwörter, Mythen und Legenden – alle mit eindeutig negativer Botschaft. Nach damaligem Verständnis verkörpern Katzen weibliche Laster. Sie gelten als unmäßig, diebisch, treulos und sündig. Das halbwilde, unkontrollierbare Wesen von Katzen, die nächtlichen Jagdausflüge und das lautstarke Paarungsverhalten sorgen bis ins 18. Jahrhundert für Misstrauen und Verfolgungsexzesse durch Kirche und Staat. Erst ab dem 19. Jahrhundert gewinnt die Katze wieder an Ansehen. Dafür sorgt unter anderem der deutsche Zoologe Alfred Brehm. Inzwischen ist sie gesellschaftlich rehabilitiert, geliebt und bewundert. Manche von ihnen sind prominent, einige kosten ein Vermögen, Millionen leben als eigenwillige Stubentiger auf dem Sofa.

3sat1, 17.00 Uhr
Unter Grizzlys (1/2)
Das Abenteuer beginnt
Top-Wildlife-Kameraleute und Bärenexperten haben einige Wochen in Alaskas Wildnis verbracht, um das Leben der Grizzlys aus nächster Nähe zu verfolgen. Noch nie wurden die riesigen Raubtiere Nordamerikas filmisch so außergewöhnlich nah porträtiert, während sie sich zu Hunderten an den Stromschnellen im Katmai-Nationalpark versammeln, um Lachse zu fangen. 35 Kameras waren im Einsatz. Über und unter Wasser, in den Uferzonen, auf Plattformen, im Wald und auf den Weiden dokumentieren die Kameras einen Sommer lang das atemberaubende Spektakel. Die Bärenkenner begleiten die Teams Tag und Nacht, und so kommt es zu ungewöhnlichen Begegnungen. In der ersten Folge kämpft eine noch unerfahrene Grizzly-Mutter unermüdlich um das Überleben ihrer beiden Jungen. Ihr Sommer ist voller tragischer Ereignisse. Hungrig und müde im eiskalten Wasser nach Nahrung suchend, verliert sie eines ihrer Kleinen. Nur die Hälfte der Jungtiere überlebt die Saison in der Wildnis Alaskas. Die Gegend wird beherrscht von einem riesigen Grizzly-Männchen und seiner Partnerin, die die Filmcrew als hoch aggressives Weibchen erlebt. Ausgewachsene hungrige Bären stellen eine tödliche Bedrohung für den Nachwuchs dar. Für die Mutter des überlebenden Jungtiers ist es eine harte Zeit voller unerwarteter Abenteuer und Herausforderungen. Hautnah verfolgt die Crew den Überlebenskampf der Bärenmütter und ihrer Kinder, die bedrohlichen Attacken des großen Clanchefs und der zu allem entschlossenen Konkurrenten. Dabei erleben selbst die Bärenkenner Dinge, die sie vorher noch nicht gesehen haben. Tag für Tag werden sie Zeuge von großen persönlichen Dramen und überraschend traurigen Ereignissen. Welche großen Risiken sie dafür in Kauf nehmen, wird den Teams immer dann bewusst, wenn sich ein Grizzly unvermittelt bis auf wenige Meter nähert und keiner weiß, was in den nächsten Sekunden passieren wird. Dank jahrzehntelanger Erfahrung im Umgang mit den Raubtieren ist die Crew am Ende des Sommers unversehrt.

3sat, 17.45 Uhr
Unter Grizzlys (2/2)
Drama in der Wildnis
Grizzlys hautnah. Ein 25 Mann starkes Team schlägt in Alaskas Wildnis seine Zelte auf und dokumentiert das Leben der riesigen Raubtiere so nah wie nie zuvor. Wenn Millionen von Lachsen auf ihrer Laichwanderung die Flüsse Alaskas bevölkern, drängeln sich Hunderte von Grizzlys an den Stromschnellen, um tonnenweise Fisch zu verschlingen. Ein Hauen und Stechen beginnt. 35 Kameras über und unter Wasser, in den Uferzonen, auf Plattformen, im Wald und auf den Weiden dokumentieren einen ganzen Sommer lang das atemberaubende Spektakel. Die Bärenkenner begleiten die Teams Tag und Nacht, und so kommt es zu ungewöhnlich nahen Begegnungen und Einblicken in das Leben einzelner Bären in dieser Gemeinschaft. Bärenmütter kämpfen bis zur Erschöpfung um das Überleben ihrer Kinder, die Attacken des großen Clanchefs nehmen bedrohliche Ausmaße an. Konkurrenten sind zu allem entschlossen, wenn es um die Lachse aber auch um die Weibchen geht. Selbst die Bärenkenner erleben Dinge, die sie vorher nie gesehen haben. Tag für Tag werden sie Zeuge von großen Dramen und überraschend traurigen Ereignissen. Welche Risiken sie dafür in Kauf nehmen, wird den Teams immer dann bewusst, wenn sich ein Grizzly unvermittelt bis auf wenige Meter nähert und keiner weiß, was in den nächsten Sekunden passieren wird. Dank jahrzehntelanger Erfahrung im Umgang mit den Raubtieren kann die Crew am Ende des Sommers unversehrt zurückkehren.

Donnerstag, 8. Oktober

3sat, 9.45 Uhr
nano spezial: 50 Jahre Nationalpark Bayerischer Wald
Es gibt sie noch, die wenigen und letzten Reste echten Urwalds in Europa. Vier solcher Urwaldinseln liegen mitten im Nationalpark Bayerischer Wald, dem ältesten Nationalpark in Deutschland. Wenn sich der Mensch weitgehend heraushält, kommen einst vertriebene Waldbewohner zurück. Im Bayerischen Wald sind das Luchs, Wolf, Fischotter und Auerhuhn. Aber auch Urwaldreliktarten wie der Flachkäfer oder längst ausgestorben geglaubte Pilze wie die Zitronengelbe Tramete – sie alle haben hier wieder eine Heimat gefunden.

Bayerisches Fernsehen, 14.45 Uhr
Wildes Deutschland – Die Rhön
Ihre zentrale geografische Lage in Mitteleuropa und die ideale Vernetzung von offenen und bewaldeten Lebensräumen machen die Rhön darüber hinaus zu einem entscheidenden Knotenpunkt für wandernde Tierarten wie Luchs und Wildkatze.

Freitag, 9. Oktober

3sat, 14.05 Uhr
Wilde Inseln: Vancouver Island
Vor der kanadischen Küste, nahe der Stadt Vancouver, liegt die Insel Vancouver Island. Mit 450 Kilometern Länge und 100 Kilometern Breite ist sie die größte nordamerikanische Pazifikinsel. Vancouver Island bietet vielen einzigartigen Tieren einen Lebensraum. Die spektakuläre Berglandschaft der Insel mit ihren vielen Wasserfällen ist von einem dichten Netzwerk aus Flüssen und Bächen geprägt. Zahlreiche Tierarten fühlen sich dort wohl. Vor allem die Pazifischen Lachse: Jahr für Jahr zieht eine halbe Milliarde Lachse in die Flüsse ihrer Geburt, um zu laichen. Für Millionen von ihnen ist Vancouver Island das Ziel – doch nicht alle kommen an. Von den Killerwalen vor den Küsten der Insel über Weißkopfseeadler bis zu den Schwarzbären, die im seichten Wasser auf reiche Beute warten, ernähren sich unzählige Tiere von Lachsen. Sogar die Waldbäume auf Vancouver Island sind auf die alljährliche Wanderung der großen Fische angewiesen. Sie prägen das gesamte Ökosystem dieser wilden Insel. Die Dokumentationsreihe „Wilde Inseln“ ist eine filmische Liebeserklärung an die spektakulärsten Archipele der Erde, an ihre Menschen, Tiere und Pflanzen, die in diesen Paradiesen ihre Heimat gefunden haben.

Bayerisches Fernsehen, 14.45 Uhr
Abenteuer Wildnis
Die Rückkehr – Wölfe in Bayern
Wölfe sind in Bayern auf dem Vormarsch – und sie polarisieren. Wo sind die geschützten Raubtiere unterwegs, wie breiten sie sich aus? Kann es zu unerwarteten Begegnungen kommen, und wo verlaufen die Fronten zwischen Schützern und Gegnern? Seit 2014 haben sich die ersten Wolfs-Pärchen in Bayern gefunden. Im Veldensteiner Forst ist sogar schon das erste Rudel beobachtet und gefilmt worden. Höchstwahrscheinlich werden sich die Wölfe von dort aus weiter ausbreiten. Aber mit der Zahl der Wölfe werden auch die Konflikte zunehmen. Und noch hat die Politik für viele Probleme, die die Beutegreifer mit sich bringen, keine Lösung. Sind Elektrozäune genug Schutz für Rinder und Schafe? Werden sie sich im Alpenvorland errichten lassen, insbesondere auf den steilen Hängen der Almen? Wie gefährlich oder gefährdet sind Herdenschutzhunde? Welche Maßnahmen sind nötig, damit sie zwar Wölfe von den Nutztieren fernhalten, aber nicht Spaziergänger mit Hunden angreifen? Und vor allem: Wie behalten Wölfe ihre natürliche Scheu vor dem Menschen? In Niedersachsen und den östlichen Bundesländern laufen neugierige Wölfe offenbar Joggern mit Hunden hinterher und ziehen am helllichten Tag durch Dörfer. In Deutschland dürfen sogenannte „Problemwölfe“ in letzter Konsequenz geschossen werden. Aber eine generelle, wenn auch staatlich kontrollierte Bejagung von Wölfen wäre derzeit undenkbar. Anhand der Entwicklung in Bayern besteht die Chance, die Rückkehr eines faszinierenden, aber sehr umstrittenen Wildtiers in unsere Lebenswelt mitzuerleben sowie die durchaus kontroversen Reaktionen. Das Filmteam verfolgt aus nächster Nähe die jüngsten Geschehnisse, zeigt die vielen Fragen, die diese aufwerfen, und endet mit einem „open end“ – ganz im Sinne dessen, was einer der Wissenschaftler sagt: „Die Rückkehr der Wölfe nach Bayern ist etwas Historisches.“ Historisch ist die Rückkehr nicht nur, was den Artenschutz angeht, sondern auch, wie und ob es verschiedenste Interessensgruppen schaffen werden, mit den Problemen, die der Wolf mit sich bringt, umzugehen. Noch ist nicht klar, wie viele Zugeständnisse Politik, Landwirtschaft, Jäger, Forstwirtschaft, Naturschützer, aber auch die breite Bevölkerung machen werden, um den Wolf wieder heimisch werden zu lassen. Die Rückkehr des Wolfes ist ein brisantes Projekt, bei dem viel schiefgehen kann. Sollte es gelingen, wird es ein Meilenstein für den Artenschutz sein.

Samstag, 10. Oktober

arte, 12.40 Uhr
Wenn Wildtiere den Wald verlassen
Große Wälder im Osten Nordamerikas
Im Osten Nordamerikas erstrecken sich riesige Wälder von Québec bis Florida. Doch der Mensch hat die Landschaft stark verändert, viele Wälder sind Städten gewichen und die Tierarten, die überlebt haben, gewöhnten sich an dieses neue Biotop, in dem es Nahrung im Überfluss und kaum natürliche Feinde gibt. Und so trifft man heute in vielen Städten der amerikanischen Ostküste Schwarzbären, Weißwedelhirsche und Waschbären an. Stadtbewohner und Wissenschaftler versuchen, Lösungen für ein möglichst harmonisches Zusammenleben von Menschen und Wildtieren zu finden. Auf den Straßen von Asheville, mitten in den Wäldern der gemäßigten Küstenregion des US-Bundesstaates North Carolina, werden seit geraumer Zeit Schwarzbären gesichtet. Hier gibt es Nahrung im Überfluss, zum Beispiel in Mülltonnen oder Vogelfutterhäusern. Seit sechs Jahren leitet Nick Gould, Forscher an der Universität von North Carolina, ein ambitioniertes Programm, um herauszufinden, wie die Schwarzbären die Stadt zu ihrem Revier gemacht haben und wie die Menschen damit umgehen. Die Schwarzbären sind nicht die einzigen Wildtiere, die sich in den Städten Nordamerikas ausbreiten. Im kanadischen Montréal, 1.600 Kilometer nördlich von Asheville, hat sich der Waschbär so perfekt an die Stadt angepasst, dass dort bis zu 40 Tiere pro Quadratkilometer leben – zehnmal mehr als in freier Natur. Auch sind die Tiere in der Stadt größer, haben mehr Nachwuchs und sind bei der Futterbeschaffung raffinierter geworden, so dass kaum noch eine Mülltonne vor ihnen sicher ist. In Washington und Umgebung sind es wiederum die Weißwedelhirsche, die sich in der Stadt angesiedelt haben: Mehrfach wurden an die hundert Hirsche pro Quadratkilometer gezählt, wodurch die Zahl der Zusammenstöße mit Autos rasant gestiegen ist: Jedes Jahr landen 30.000 Amerikaner als Folge von Verkehrsunfällen mit Tieren im Krankenhaus. Zusätzlich hat die Ausbreitung der Hirsche in Wohngebieten zu einer raschen Vermehrung der Hirschzecke und den von ihr übertragenen Krankheiten wie der Lyme-Borreliose geführt. Um die Hirschpopulation zu verringern, erlauben immer mehr Städte die gezielte Tötung der Tiere durch Jäger. Doch viele Städter sind gegen diese Methode, und so wird nun vermehrt auf die Sterilisation der Hirschkühe gesetzt. Doch wie viele Hirsche darf es geben, wenn die Zeckenpopulation verschwinden soll?

Sonntag, 11. Oktober

hr fernsehen, 20.15 Uhr
Mississippi
Der wilde Norden
In Minnesota treffen sie auf einen der größten Überwinterungsplätze des Weißkopfseeadlers, dem Wappentier der USA. Gut 200 Kilometer weiter südlich lebt der Rotluchs, eine Wildkatze. Im mittlerweile hohen Schnee haben selbst Baumwollschwanzkaninchen keine Chance, ihm zu entkommen. In den Wäldern Minnesotas haben dank strengen Schutzes Wölfe überlebt. Einst stark bejagt, sind es mittlerweile wieder gut 3.000 Exemplare. Einem erfahrenden Wolf kann auch der behäbige Baumstachler mit seinen Stacheln nichts entgegensetzen. Der Mississippi ist wie selten zuvor in dickem Eis erstarrt. Der zugefrorene Fluss ist ein tragfähiger Wanderweg geworden, etwa für Weißwedelhirsche oder Kojoten. Problemlos kann ihn auch der Mensch mit schweren Schneemobilen befahren. Allmählich geht der strenge Winter zu Ende, und die Eisdecke des Flusses reißt auf. Nun schmelzen alle Niederschläge der vergangenen Monate binnen kurzer Zeit. Schon jetzt ist absehbar, dass im kommenden Frühjahr ein Hochwasser Dörfer und Städte, Landschaften und zahllose Tiere mit seinen Fluten ertränken wird.

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