JAGEN WELTWEIT TV-Tipps für Jäger

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Programmvorschau für den Zeitraum bis zum 1. Januar 2023.

(Kurzfristige Programmänderungen sind möglich)

Die Jagen Weltweit Fernsehtipps

TV-Programm 21.11.2022 - 27.11.2022

Montag, 21. November

Bayerisches Fernsehen, 11.50 Uhr
Abenteuer Wildnis
Wildes Skandinavien – Island
Filmemacher Tobias Mennle gibt Einblicke in Tierwelt und Naturschauspiele Islands.
Island – vor 17 Millionen Jahren formten gewaltige Eruptionen die Insel im Nordatlantik mit ihren zerklüfteten Bergen, zahlreichen Wasserfällen und rund 200 Vulkanen. Landsäugetiere gibt es nur wenige. Die ersten Polarfüchse kamen auf Eisschollen treibend vor rund 10.000 Jahren nach Island. Zwei Jahre lang folgte Filmemacher Tobias Mennle den Füchsen. Er filmt ihr stürmisches Liebesspiel, die Aufzucht der Jungen im Bau und ist dabei, als die Jungfüchse zum ersten Mal auf Jagd gehen. Erst vor gut 1.000 Jahren gelangten die berühmten Islandpferde an Bord norwegischer Wikingerschiffe auf die Insel. Mittlerweile ist die ursprüngliche Pferderasse streng geschützt. Berühmt ist Island auch für seine Seevogelkolonien. In steil abfallenden Klippen brüten Dreizehenmöwen, Papageientaucher und Dickschnabellummen. Eines der größten Naturwunder Islands ist die Silfra-Spalte. Ein bis zu 40 Meter tiefer Canyon, der die Insel in zwei Hälften teilt. Die Silfra-Spalte ist gefüllt mit dem wohl klarsten Wasser der Welt. Am Ende des gigantischen Grabenbruchs füllt es eine blau schimmernde Lagune von einmaliger Schönheit. Eisige Gletscher, kochend heiße Geysire und dampfende Fumarolen kann man auf Island jeden Tag beobachten. Zu einem Vulkanausbruch aber kommt es seltener – zuletzt im März 2010: Entlang einer riesigen Spalte stieß der Eyjafjallajökull über Wochen große Mengen Lava aus und legte mit riesigen Aschewolken Europas Flugverkehr lahm.

Dienstag, 22. November

Bayerisches Fernsehen, 11.50 Uhr
Abenteuer Wildnis
Invasion der kleinen Räuber – Goldschakal, Marderhund und Waschbär
Die heimische Tierwelt ist nicht auf eingeschleppte oder eingewanderte Räuber wie Waschbär, Marderhund, Mink oder Goldschakal eingestellt. Jedes dieser Raubtiere hat andere Fähigkeiten und Strategien. Die Eindringlinge bedrohen vor allem die, die schon lange unter der Zerstörung und dem zunehmenden Schwund ihres Lebensraums leiden: Bodenbrüter, Singvögel und Amphibien. Umweltschutzorganisationen in Deutschland schlagen Alarm. Die Zahl der eingeschleppten und eingewanderten Kleinbären und kleinen Raubtiere steigt. Von Norden her drängen Waschbär, Mink und Marderhund nach Bayern, Österreich und Frankreich. Aus dem Süden kommt der eigentlich in Südosteuropa und in Afrika heimische Goldschakal. Wie viele dieser vor allem nachtaktiven Räuber sich in Deutschland aufhalten, kann nur geschätzt werden. Doch es gibt andere Zahlen, die aufhorchen lassen: So wurden 2016 über 25.000 Marderhunde in Deutschland und Österreich geschossen – fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Waschbären sind es in fünf Jahren 150 Prozent mehr getötete Tiere gewesen. Das liegt nicht an besonders schießwütigen Jägern, sondern an der rasanten Ausbreitung dieser Arten. Die Eindringlinge bedrohen vor allem einheimische Arten, die vielerorts vom Aussterben bedroht sind. Denn die heimische Tierwelt ist nicht auf eingeschleppte oder eingewanderte Räuber wie Waschbär, Marderhund, Mink oder Goldschakal eingestellt.

Mittwoch, 23. November

Bayerisches Fernsehen, 11.50 Uhr
Abenteuer Wildnis
Südgeorgien – Die Rettung der Pinguin-Insel
Südgeorgien, eine Insel im Südpolarmeer, ist ein einzigartiger Lebensraum: Sie gilt als wichtigster Paarungstreff für Pelzrobben, Seeelefanten, Seeleoparden und Seebären, und sie ist Brutplatz von 50 Millionen Vögeln. Doch ein großer Teil der Vogelwelt ist dem Tode geweiht. Naturschützer versuchen, die Katastrophe abzuwenden. Gletscher, schneebedeckte Berge, Millionen von Pinguinen und Robben: Die subantarktische Insel Südgeorgien gilt als wichtigster Treffpunkt für Seevögel und Meeressäuger weltweit – als Serengeti in der Kälte. Doch eingeschleppte Ratten haben das Refugium für viele Tiere in eine tödliche Falle verwandelt. Jetzt versuchen Naturschützer, das menschenleere Eiland in seinen Urzustand zurückzuversetzen: mithilfe von Helikoptern und Gift. Es ist der größte Feldzug dieser Art in der Geschichte. Ines Possemeyer und Roland Gockel haben diesen einzigartigen Rettungseinsatz am Ende der Welt über Wochen begleitet, 1.400 Kilometer vom nächsten Hafen auf den Falklandinseln entfernt, in einer der stürmischsten Regionen der Erde. Ein logistischer Albtraum inmitten spektakulärer Natur: Hunderttausende Königspinguine stehen in lärmenden Kolonien wie bei einem Open-Air-Konzert beisammen, die Robben-Strände sind voller als Strände zur Hochsaison an der Adria. Albatrosse fliegen zum Brüten ein, genauso wie bis zu 65 Millionen andere Seevögel. Aber Ratten plündern Nester, töten jährlich Millionen von Tieren. Eine verlassene Walfangstation dient als Basis von „Team Rat“, einem internationalen Team von erfahrenen Hubschrauber-Piloten und Antarktis-Spezialisten. Aus der Luft streuen sie Gift, am Boden inspizieren sie die Ruinen aus jener Zeit, als Südgeorgien der weltweit blutigste Schauplatz des Walfangs war. Ihre größte Herausforderung: Nicht auch die zu töten, die sie schützen wollen. Aber wenn am Ende auch nur eine trächtige Ratte überlebt, war alles vergeblich.

Donnerstag, 24. November

3sat, 13.20 Uhr
Wilde Inseln: Vancouver Island
Vor der kanadischen Küste nahe der Stadt Vancouver liegt die Insel Vancouver Island. Mit 450 Kilometer Länge und 100 Kilometer Breite ist sie die größte Insel im westlichen Pazifik. Vancouver Island bietet vielen faszinierenden und einzigartigen Tieren einen Lebensraum. Die spektakuläre Berglandschaft der Insel mit ihren herrlichen Wasserfällen ist von einem dichten Netzwerk aus Flüssen und Bächen geprägt. Zahlreiche Tierarten fühlen sich dort wohl, vor allem die pazifischen Lachse. Jahr für Jahr zieht eine halbe Milliarde Lachse in die Flüsse ihrer Geburt, um zu laichen. Für Millionen von ihnen ist Vancouver Island das Ziel – doch nicht alle kommen an. Von den Killerwalen vor den Küsten der Insel über Weißkopfseeadler bis zu den Schwarzbären, die im seichten Wasser auf reiche Beute warten, ernähren sich unzählige Tiere von Lachsen. Sogar die Waldbäume auf Vancouver Island sind auf die alljährliche Wanderung der großen Fische angewiesen. Sie prägen das gesamte Ökosystem dieser wilden Insel.

3sat, 17.00 Uhr
Wildes Peru (1/2)
Vom Pazifik in die Anden
Die zweiteilige Reihe nimmt die Zuschauer mit auf eine Entdeckungsreise vom Pazifik über die extrem trockene Küstenwüste, die Nebelwälder und grasbewachsenen Hochebenen der Anden, bis in den artenreichen Amazonas-Regenwald, der den Osten des Landes prägt. Die Reise führt auch ins Gebirgsvorland der Anden. In den Nebelwäldern lebt der Bergtapir Seite an Seite mit dem Brillenbären, der am liebsten Früchte frisst. Im Grasland der Hochebenen macht der Puma Jagd auf Guanako und Vikunja, Südamerikas wilde Kamele.

3sat, 17.45 Uhr
Wildes Peru (2/2)
Am Oberlauf des Amazonas
Im Osten der peruanischen Anden entspringt der Amazonas. In den Regenwäldern Amazoniens sind zahlreiche Tierarten wie Riesenotter, Jaguar, Faultier und farbenprächtige Aras zu Hause. Zur Regenzeit steht der Dschungel unter Wasser. Fische machen Jagd auf Baumbewohner oder knacken Nüsse mit starken Kiefern. Nach Ende der Flut finden Kaimane und Rabengeier reiche Beute – und das Aguti, ein kleines Nagetier, hilft Paranussbäumen bei der Verbreitung. Peru ist ein Land der Kontraste: Wüste, Grasland, Hochgebirge, Regenwald und Meeresküste – sehr unterschiedliche Naturräume bieten einer Vielzahl faszinierender Tiere eine Heimat.

arte, 18.30 Uhr
Eine Welt aus Wäldern
Der Wald im Wandel
Die dreiteilige Dokumentation taucht in die Naturgeschichte Europas ein und zeigt, wie sich die Tierwelt von der letzten Eiszeit bis heute über den Kontinent ausbreiten konnte. Paris, Place de la Concorde: Vor 6.000 Jahren fielen hier Bäume den Steinäxten des Menschen zum Opfer. Diese Folge widmet sich den letzten sechs Jahrtausenden in der Naturgeschichte Europas. An die Stelle des Waldes tritt vielerorts der ländliche Raum. Völlig neue Landschaften entstehen, in denen die Tiere sich neue Nischen suchen. Im 20. Jahrhundert beschleunigt sich der Lauf der Geschichte so sehr, dass die wildlebenden Tier- und Pflanzenarten mit den menschengemachten Veränderungen nicht mehr Schritt halten können. Das 21. Jahrhundert ist eine Zeit der Paradoxe: Während das Landleben nach und nach verschwindet, breiten sich neue Wälder aus. Pont Alexandre III. in Paris am frühen Morgen: Die Natur erobert die Seineufer zurück. In den Wäldern fallen reihenweise Bäume den Steinäxten zum Opfer. Die Wildtiere erleben die Ankunft merkwürdiger Wesen – Rinder, Ziegen, Schafe, Schweine – im Schlepptau der ersten Landwirte, die das Land roden und pflügen, Getreide säen und ihr Vieh weiden lassen. Neue Menschen aus dem Orient eignen sich das Land an und domestizieren die Tiere. Jäger und Sammler verschwinden, an ihre Stelle treten die ersten bäuerlichen Gemeinschaften. Viehzucht und Rodung drängen den Wald zurück, der ländliche Raum entsteht. Bison, Elch, Wildpferd und Schwarzstorch sterben aus oder werden an die Ränder des europäischen Kontinents gedrängt. Andere Arten wie Bären, Wölfe und Luchse versuchen sich eine Zeit lang anzupassen und ziehen sich dann in die Höhenlagen zurück: Berge und Flüsse sind nun die letzten wilden Landschaften. Andere Tiere, darunter Wildschweine, Hirsche und Füchse, werden zu nachtaktiven Einzelgängern. Nach der Französischen Revolution erreicht das Vorkommen wilder Arten seinen historischen Tiefstand, fast das gesamte Land ist bewirtschaftet. Der Wolf wird in Frankreich zum Volksfeind Nummer eins erklärt und im 19. Jahrhundert, der Blütezeit der Pferde, ausgerottet. Das Leben von Pferden und Hunden ist eng an das des Menschen gekoppelt: Sie begleiten ihn bei der Arbeit, beim Spiel und sogar im mörderischen Wahnsinn des Ersten Weltkriegs. Der Mensch unterwirft die Natur einem immer rascheren Wandel. Kaum sind die Wälder endlosen Feldern gewichen, kehrt er dem Land schon wieder den Rücken und zieht in die neu entstandenen Städte. Im 20. Jahrhundert gestaltet der Mensch selbst Flüsse und Bergregionen um, der ländliche Raum verändert sich radikal. Derweil breitet sich die Natur still und leise in den Großstädten aus. Die Schleiereule fliegt auf ihren nächtlichen Streifzügen über die Dächer von Paris wie einst über hohe Baumwipfel. In vom Menschen verlassenen Gegenden breiten sich neue Wälder aus, und mit ihnen lange vergessene Tierarten: Adler und Geier, Hirsche, Steinböcke, Bären, Luchse, selbst einzelne Wölfe. Sie beweisen, dass wilde Arten überleben und zurückkehren, wenn der Mensch ihnen Zeit und Raum dafür lässt.

Freitag, 25. November

Bayerisches Fernsehen, 10.50 Uhr
Welt der Tiere
Dicke Freunde
Ob Fischotter, Schwarzstorch oder Luchs – im Böhmerwald leben eine Menge selten gewordener Tiere. Angelika Sigl zeigt in diesem Film die Natur des Böhmerwalds aber aus einer ganz ungewöhnlichen Perspektive: aus der eines Hundes, einer Katze und eines Fuchses. Der Böhmerwald bietet einer Menge selten gewordener Tiere, wie Fischotter, Schwarzstorch oder Luchs bis heute ein Zuhause. Filmautorin Angelika Sigl zeigt die Natur des Böhmerwalds aber aus einer ganz ungewöhnlichen Perspektive: Der Hund Matla, die Katze Anne und ein Fuchs, der beim Förster im Frühling abgeliefert worden war, sind dicke Freunde geworden. Gemeinsam machen sie nun den Böhmerwald „unsicher“. Der Förster hat nichts gegen den Freigang der drei „Freunde“, denn dank der Fürsorge der Hündin Matla kommen sie immer wieder zurück. Das Filmteam hat die Abenteurer auf ihren Streifzügen fast ein Jahr lang begleitet.

Phoenix, 20.15 Uhr
Wildes Deutschland
Die Schwäbische Alb
Im Herzen Baden-Württembergs liegt eines der artenreichsten Mittelgebirge Deutschlands: die Schwäbische Alb. Einst erstreckte sich hier ein kalkreiches Jurameer, dessen Meeresboden im Laufe der Jahrmillionen zu einem Mittelgebirge angehoben wurde. Durch den Kalkboden, den Regen und Frost unaufhaltsam zersetzen, entstanden über die Jahrtausende viele verschiedene extreme Lebensräume: Deutschlands größte Quelltöpfe, urige Wasserfälle, geheimnisvolle Höhlensysteme, bizarr geformte Felsenlandschaften und Trockentäler. Unzählige Burgen, Schlösser und Ruinen wie Schloss Lichtenstein oder die Burg Hohenzollern thronen auf den Berghängen des Albtraufs, der nördlichen Kante der Schwäbischen Alb. Überall auf der Alb ist der Eichelhäher unterwegs. Er nimmt die Zuschauer mit in einen besonderen Lebensraum, die Wacholderheide. Sie ist ein Markenzeichen der Schwäbischen Alb. Dieser einzigartige Lebensraum ist entstanden durch Wanderschäferei und Schafhaltung. Denn Schafe fressen keine stacheligen, giftigen und bitteren Pflanzen. So konnten sich Silberdisteln, Frühlingsenziane, Küchenschellen und viele seltene Orchideen wie Hundswurz, Bocksriemenzunge oder Hummelragwurz auf den kargen Wacholderheiden ausbreiten. Diese besiedeln vor allem wärmeliebende Tiere wie die Erdhummel und der Rote Apollo, einer der seltensten Schmetterlinge Deutschlands. Weitere Raritäten, wie der Schmetterlingshaft oder die Rotflügelige Schnarrschrecke haben die heißen Trockenhänge erobert. Doch die Wacholderheiden drohen zu verschwinden. Die vielen Schafe, die vor 50 – 150 Jahren die Alb besiedelten und die Wacholderheiden pflegten, gibt es vielerorts nicht mehr. Daher drängt heute der Wald mit seinen Bewohnern in die Wacholderheiden. Vor allem der Eichelhäher mit seinen Tricks trägt maßgeblich dazu bei. Die Erdhummelkönigin wiederum braucht die bunte Pflanzenvielfalt auf der Heide für den Aufbau ihres Volkes und wird durch den Häher bedroht. Mit Eichelhäher und Erdhummel als zwei gegensätzliche Vertreter ihres Lebensraumes erzählt der Film eine einzigartige Naturgeschichte mit der Wacholderheide als Kampfzone der Ökologie. Wird die Heide am Ende den Wettlauf ums Überleben gewinnen? Diese spannend erzählte Naturgeschichte zeigt die Schwäbische Alb von einer ganz neuen Seite. Vor allem die beeindruckenden Verhaltensweisen des Eichelhähers, die atemberaubenden Blickwinkel, die mit Hubschraubern, Drohnen, Segelfliegern, Spezialoptiken, Zeitraffern und Superzeitlupen von Naturfilmer Klaus Weißmann und seinem Team eingefangen wurden, machen die Dokumentation „Die Schwäbische Alb“ zu einem faszinierenden Naturerlebnis im Herzen Baden-Württembergs.

Phoenix, 21.00 Uhr
Wildes Deutschland
Das Erzgebirge
Die Wasserspitzmaus jagt hier in Gebirgsbächen, Birkhähne balzen und der Wanderfalke nistet in Felsklüften. Das Erzgebirge bietet Lebensräume für viele Spezialisten. Blubbernde Schlammvulkane, sogenannte Mofetten, bezeugen den vulkanischen Ursprung des Gebirges. Wie auch die Basaltsäulen am Scheibenberg oder die Granitfelsen der Greifensteine, die durch tektonische Verschiebungen auf Gebirgshöhe gehoben und vom Zahn der Zeit freigelegt und geschliffen wurden. Werden, Wachsen und Vergehen im Erzgebirge sind geprägt durch die Macht des Wassers. Es hat das Gestein geschliffen, Höhlen und Kerbtäler gefräst, Hochmoore entstehen lassen. Und damit eine Vielzahl an Nischen für vielfältigste natürliche Existenz: wie die Wasserspinne, die nur im Wasser lebt oder den Hochmoorgelbling, der ohne Rauschbeeren nicht existieren kann. Der Film von Uwe Müller offenbart das Wechselspiel von Geologie und Biologie. In einem faszinierenden Gebirge, das verschiedene Naturschutzgebiete in Sachsen und Böhmen zu einem Naturpark verbindet.

Phoenix, 21.45 Uhr
Wildes Deutschland
Der Teutoburger Wald
Während der zweijährigen Dreharbeiten gelang es den Tierfilmern Svenja Schieke und Ralph Schieke, die Tierwelt des Teutoburger Waldes intensiv zu dokumentieren. Zeitraffer und Jahreszeiten-Morphings bringen die eindrucksvolle Dynamik des Waldes nahe. Aus der Luft setzen hochwertige Bilder von ferngesteuerten Flugkameras die einzigartige Waldlandschaft in Szene. Die ungewöhnlichen Blickwinkel und besonderen Verhaltensaufnahmen schaffen ein Porträt des Teutoburger Waldes wie es so noch nicht gezeigt wurde. Der Teutoburger Wald erstreckt sich auf 150 Kilometer über Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, von Osnabrück bis Paderborn. Er gilt als einer der schönsten Wälder Deutschlands. Berühmt wurde das deutsche Mittelgebirge durch die Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr. Der Cheruskerfürst Hermann besiegte hier das römische Besatzungsheer. Sein Denkmal bei Detmold ist noch heute das bedeutendste Wahrzeichen des Teutoburger Waldes. Der Wald, den die Römer einst fürchteten, ist heute für seine urwüchsige Natur bekannt. Die dichten, hohen Gehölze auf dem Bergkamm sind Heimat von Wildschweinen und Rothirschen, Siebenschläfern und Erdkröten: wertvoller Wald und einzigartiger Lebensraum. In feuchten und windstillen Winternächten ist an den imposanten Externsteinen ein seltenes Phänomen zu beobachten: Haareis wächst aus alten Ästen am Boden.

Samstag, 26. November

arte, 15.55 Uhr
Amerikas beste Idee
150 Jahre Nationalparks in den USA
Fauchende Geysire, brodelnde heiße Quellen und wilde Tiere wie Bären und Wölfe: Diese Naturschönheiten und noch viel mehr hat der Yellowstone-Nationalpark in den Rocky Mountains zu bieten. Nur wenige Orte auf der Welt sind so atemberaubend wie Yellowstone. Schon früh erkannte man das und so wurde er als erster Nationalpark der Welt unter Schutz gestellt. 150 Jahre später gibt es in den USA 63 Nationalparks. Der Film nimmt die Zuschauer und Zuschauerinnen mit auf eine Reise durch einige dieser spektakulären Naturwunder. Nur wenige Orte auf der Welt sind so atemberaubend wie Yellowstone. Schon früh erkannte man das und so wurde er als erster Nationalpark der Welt unter Schutz gestellt. 150 Jahre später gibt es in den USA 63 Nationalparks. Acht der spektakulärsten Parks werden im Film porträtiert – vom Yosemite Valley zum Grand Canyon, von den Geysiren Yellowstones in die Wasserwildnis der Everglades, von den Smoky Mountains zu den Regenwäldern der Olympic-Halbinsel und von der Hitze der Sonora-Wüste in die Kälte Alaskas zu den Gates of the Arctic. Superzeitlupen, bewegte Zeitraffer, hoch stabilisierte Flugaufnahmen, ferngesteuerte Kameras sowie Nachtsicht- und Unterwasserkameras schaffen ein visuelles Erlebnis auf höchstem Niveau. Der Film zeichnet sich aber auch durch sein emotionales Storytelling und durch seine außergewöhnlichen Tieraufnahmen aus, die nur durch extrem lange Drehzeiten einzufangen sind: der Kampf eines Bisonkalbs gegen einen Wolf, Alligatoren, die mit Stöckchen auf ihrer Schnauze Vögel beim Nestbau in die Falle locken, und ein Fisch, der Burgen baut, sind nur einige von vielen Beispielen. Die größten Naturwunder Nordamerikas in einem Porträt, das jeden berühren wird, der ein Herz für faszinierende Landschaften und einzigartige Tieraufnahmen hat.

Sonntag, 27. November

Das Erste (ARD), 13.15 Uhr
Das Abenteuer der Eisbärenkinder
Die Arktis – eine der lebensfeindlichsten Regionen der Erde. Im Winter peitschen Stürme mit mehr als 100 km/h über das Land und die Temperaturen fallen auf -60°C. Inmitten dieser unwirtlichen Welt liegt die Kinderstube von Eisbären, Ringelrobben, Walrossen und Belugawalen … Tief versteckt in ihrer Schneehöhle wartet eine Eisbärin auf das Ende des Winters. Sie hat Nachwuchs: Drillinge! Eine Seltenheit bei den großen Raubtieren. Mehr als fünf Monate hat die Bärin ihre Höhle nicht verlassen. Ihre Jungen sind hier geboren und werden bald zum ersten Mal das Licht der weißen Welt erblicken. Liebevoll und geduldig kümmert sie sich um die Kleinen. Den jungen Eisbären bleiben nur wenige Sommermonate, um das Überleben in der Arktis zu lernen. Sobald das Wetter es zulässt, macht sich die Familie auf den weiten Weg in ihre Jagdgebiete, hoch oben im Norden. Auch Walross- und Ringelrobbenbabys müssen sich gegen die raue Natur behaupten. Ihr ärgster Feind ist der Eisbär. Oft genug haben sie Glück, denn nur jeder zehnte Angriff eines Eisbären auf eine Robbe ist erfolgreich. Vom Misserfolg der Eisbären profitiert auch eine andere, geheimnisvolle Kreatur, die tief verborgen in den arktischen Gewässern lebt: der Eishai. Jede tote Robbe, die ins Wasser hinab gleitet, lockt den Aasfresser über viele Kilometer an … Erstmals sind einzigartige wie gespenstische Bilder des nahezu unbekannten Eishais gelungen. Der Film “Das Abenteuer der Eisbärenkinder“ zeigt die Schönheit des weißen Kontinents. In anrührenden und seltenen Aufnahmen berichtet er aus dem Leben kleiner Eisbären und einer neugeborenen Ringelrobbe.

TV-Programm 28.11.2022 - 04.12.2022

Montag, 28. November

3sat, 13.15 Uhr
Herr Jäger und sein Bock
Auf Jagd nach dem König der Alpen
36 Jahre hat Domenic Jäger auf den Moment gewartet, einen kapitalen Steinbock zu erlegen. Das wäre der Höhepunkt seines Jägerlebens. „Reporter“ begleitet ihn auf die Jagd. „Der Steinbock ist unser Wappentier, unser Stolz. Nur alle zehn Jahre kriegt man die Chance, diese Tiere zu jagen; einen richtig großen, einen kapitalen Steinbock sogar nur einmal im Leben!“, schwärmt Domenic Jäger wenige Tage vor Jagdbeginn. Doch mit der Freude kommen beim Jäger auch Bedenken auf: Normalerweise kennt er sein Jagdgebiet in- und auswendig. Die Berge und Täler im Albrisgebiet oberhalb von Pontresina aber, wo sich die Steinbockkolonie befindet, die er bejagen darf, sind Neuland für ihn. Der Druck ist groß. Reporter Curdin Fliri heftet sich an Domenic Jägers Fersen. Er macht sich mit ihm auf die Suche nach den majestätischen Tieren, die im kargen Gebirge mit bloßem Auge kaum wahrzunehmen sind, pirscht sich mit ihm zwischen Felsen und Geröll an, auf der Jagd nach seinem Traum.

Dienstag, 29. November

3sat, 13.20 Uhr
Wildes Albanien
Im Land der Adler
Albanien – ein Land voller Geheimnisse und unentdeckter Naturschätze. Jahrtausendelang prallten hier die Kulturen und Religionen der wechselnden Mächte aufeinander. Illyrer, Griechen, Römer und Osmanen hinterließen ihre Spuren. Der Film lädt zu einer Entdeckungsreise durch „Shqipëria“ ein – ein Land, das wohl getrost als „der letzte weiße Fleck auf der Europakarte“ bezeichnet werden kann. Berge machen in Albanien gut die Hälfte der Landesfläche aus. Unzählige Flüsse durchziehen sie in ostwestlicher Richtung. Alle münden in der Adria und geben der 362 Kilometer langen Küste ein unverwechselbares Gesicht. Das Land zwischen Meer und Bergen offenbart auch eine außergewöhnliche Artenvielfalt. Aus der Adler-Perspektive nähert sich die Kamera den verborgenen Naturschätzen und gewährt dabei zugleich Einblicke in eine bewegte und bewegende Geschichte. Immer wieder kehrt sie zum Horst eines Steinadlers zurück und beobachtet, wie ein kleiner weißer Federball zum kräftigen König der Lüfte heranwächst. Das Symboltier Albaniens ist noch etwas zerzaust: Die zwei Steinadler-Küken haben sich gerade erst aus ihren Eiern gepellt. Vor ihrem Nest breiten sich die Albanischen Alpen aus, die von den Einheimischen auch „Verwunschene Berge“ genannt werden. Der ganz im Norden Albaniens liegende und von Gletschern geformte Gebirgszug ist reich an Wäldern und Wiesen, unzugänglich und deshalb von jeher dünn besiedelt. Ein idealer Lebensraum für die Steinadler.

Mittwoch, 30. November

3sat, 14.05 Uhr
Wilde Schönheiten: Die Türkei
Die Türkei ist ein Land der Kontraste – von der heißen Mittelmeerküste über trockene Steppen bis zu über 4000 Meter hohen Bergen mit rauem Klima. Genauso vielfältig ist die Tierwelt. Im Taurusgebirge leben Braunbären. Sie halten in der kalten Jahreszeit Winterruhe. Über Monate nehmen sie weder Wasser noch Nahrung zu sich. Entsprechend hungrig sind sie im Frühjahr. Die Allesfresser stürzen sich auf Kleintiere, Insektenlarven, Pilze und Wurzeln. Die Mufflons auf den weiten Steppen Zentralanatoliens haben es im Winter schwer. Dichtes Fell schützt die Wildschafe vor beißender Kälte, doch mühsam scharren sie mit ihren Hufen Gräser und Wurzelwerk aus dem verschneiten Boden. Ganz andere Bewohner birgt das Dalyan-Delta an der Mittelmeerküste. Das Feuchtgebiet mit breitem Schilfgürtel ist ein Paradies für Wasservögel und Schildkröten. Die Unechte Karettschildkröte und die seltene Nil-Weichschildkröte kommen dort zur Eiablage an die Strände. Beide Arten sind vom Aussterben bedroht, der Tourismus mit seinem Bauboom zerstört ihren Lebensraum. Karge Wüsten, Korallenriffe, schneebedeckte Berge – raffiniert passen sich Tiere und Pflanzen extremen Bedingungen an. Die Reihe stellt „Wilde Schönheiten“ im Nahen und Mittleren Osten vor.

3sat, 21.05 Uhr
Hüter der Wildnis – Unterwegs mit Artenschützern
Wiesen und Wälder voller Leben sind heute selten geworden. Doch es gibt Menschen, die diese Wildnis schützen, die dafür Zeit und Mühe aufwenden und manchmal sogar ihr Leben riskieren. Durch die intensive Nutzung von Land und Gewässern werden Lebensräume zerstört. Seit 1970 ist die Artenvielfalt bei Wirbeltieren um 68 Prozent geschrumpft, bei Insekten um mindestens 75 Prozent. Jeden Tag sterben weltweit 150 Pflanzen– und Tierarten aus. „Ich mag vom Mistkäfer bis zum Braunbären alle Tiere gleich gern“, sagt Stefan Knöpfer. Der junge Mann arbeitet in seiner Freizeit als Ziegenhirte. Dazu hat er eine eigene kleine Wanderherde aufgebaut, mit der er so oft wie möglich unterwegs ist. Die Ziegen sind seine fleißigen Mitarbeiter und helfen ihm die Busch- und Heidelandschaft der Voralpen zu erhalten. Stefan hat beobachtet, dass mit den Weidetieren auch viele andere Arten auf die Wiesen zurückkehren: Pflanzen, Insekten, Vögel. „Das ist dann auch der Lohn für meine Arbeit“, sagt der Hirte. Marion Schindlauer ist Biologin in den March-Auen. Im Frühjahr, als der Auwald noch überschwemmt war, hat sie eine besondere Entdeckung gemacht: Hoch oben in einer Baumkrone haben Seeadler einen mächtigen Horst gebaut. Inzwischen sind Küken geschlüpft. Wenn die Naturschützer heute zum Horst hinaufklettern und die Jungvögel mit Ringen und Sendern ausstatten, geschieht dies zu deren Schutz. „Das Gefühl, einen Seeadler in der Hand zu haben, ist unbeschreiblich“, sagt Marion Schindlauer: „Das ist wirklich eine Artenschutz-Erfolgsgeschichte.“ Seeadler sind die größten Greifvögel Mitteleuropas, jahrzehntelang waren sie in Österreich ausgestorben. Richard Katzinger ist Vogelexperte. Schon als Kind haben ihn Vögel fasziniert, erzählt er. Heute ist er in seiner Freizeit unterwegs, um Vögel zu beobachten, ihre Reviere zu kartieren, Populationen und Bruterfolge zu dokumentieren. Die Naturbeobachtungen sind ein wertvoller Datenschatz für die Artenforschung: Denn will man Pflanzen und Tiere schützen, muss man wissen, wo sie leben und wie viele es von jeder Spezies gibt. Selbst für Nichtwissenschaftler ist es mittlerweile einfach geworden, bei der Forschung mitzumachen: Es gibt Dutzende Citizen-Science-Projekte zur Biodiversitätsforschung und Apps zur Artenbestimmung. Oft genügt ein Smartphone, um sich zu beteiligen. Hunderttausende Fundmeldungen werden jährlich von Citizen-Scientists hochgeladen. Pflanzen und Tieren geht der Platz aus. Durch die intensive Nutzung von Land und Gewässern werden ihre Lebensräume zerstört. „Wir sehen es vor allem als Verantwortung des Menschen, etwas zu tun, nachdem wir Menschen auch diejenigen sind, die das Problem für die Tiere verursacht haben“, meinen Elisabeth, Louisa und Florian. Tagsüber sind sie Studierende, doch in der Nacht werden sie zu Lebensrettern. Sie helfen den Erdkröten, damit diese sicher über die Straßen zu ihren Laichgewässern gelangen.

Donnerstag, 1. Dezember

3sat, 14.50 Uhr
Kalahari – Gesetz der Wildnis (1/2)
Gemeinschaften
Die Kalahari ist ein unbarmherziger Lebensraum mit knappen Ressourcen. Und doch findet sich dort eine enorme Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten. Welche Strategien sichern ihr Überleben? Die Bewohner der Halbwüste im südlichen Afrika haben gelernt, zusammenzuarbeiten: innerhalb der eigenen Sippe, aber auch zwischen verschiedenen Arten, Großen und Kleinen, Starken und Schwachen. Dabei kommt es oft zu den erstaunlichsten Bündnissen.

3sat, 15.30 Uhr
Kalahari – Gesetz der Wildnis (2/2)
Regenzeit
Die Tiere und Pflanzen in der Kalahari haben gelernt, dass es besser ist, seinen Bau zu teilen, gemeinsam nach Nahrung zu suchen und sich zur Jagd oder zum Schutz der Jungen zusammenzutun. Die lange Trockenzeit und große Hitze erschweren die Bedingungen für alle. Überleben ist nur im Kollektiv möglich. In dem empfindlichen Ökosystem verspricht der Regen neues Leben. Mit ihm erfindet sich die Kalahari jedes Jahr neu, der Kreislauf beginnt von vorn.

WDR Fernsehen, 20.15 Uhr
Grizzlys hautnah – Bärenhunger
An der wilden Küste des Katmai-Nationalparks in Alaska kommen jedes Jahr viele Bären zusammen, weil es dort mehr zu Fressen gibt als in den Bergen. Für den Bärenforscher Chris Morgan eine besonders gute Gelegenheit, das Sozialverhalten der ansonsten eher einsiedlerisch lebenden Grizzlys zu beobachten. Das Leben der Bären ist alles andere als einfach. Schon allein die Werbung um die Weibchen ist kompliziert und längst nicht immer erfolgreich. Wenn ausgewachsene Bären mit ihren Nebenbuhlern kämpfen, wirkt das bedrohlich, manchmal aber auch unfreiwillig komisch. Eine Bärenmutter muss viel Erfahrung mitbringen, um sich gegen andere Bären hier zu behaupten. Jungbären, die zum ersten Mal alleine unterwegs sind, suchen Anschluss bei Familien und müssen lernen, den Gefahren zu trotzen. Mit Chris Morgan ist das Filmteam hautnah dabei und erfährt, dass Bären nicht nur groß und stark, sondern auch anpassungsfähig und clever sind. Und sie haben eines mit uns Menschen gemeinsam: Sie sind alle Individualisten. Ab 21.00 Uhr ist die zweite Folge („Grizzlys hautnah – Bären wie wir“ im WDR Fernsehen zu sehen.

Freitag, 2. Dezember

3sat, 13.20 Uhr
Mit langen Linsen der Natur auf der Spur
Sie sind Jäger einzigartiger Momente, atemberaubender Motive: Naturfotografen gewähren mit ihrer Erfahrung und ihrer inneren Ruhe außergewöhnliche Einblicke in die verschiedensten Lebensräume. Zum Beispiel der Kärntner Heinz Hudelist, der früher Werbefotograf war. Besonders im oberösterreichischen Almtal hat er seine neue Heimat gefunden. Oder Sepp Friedhuber, der in der ganzen Welt fotografiert. Seine Bilder sind ebenso weltbekannt. Der Schutz der Natur ist für Josef Limberger oberstes Ziel. Der Tierfotograf ist eigentlich Bildhauer und auch langjähriger Obmann des oberösterreichischen Naturschutzbundes. Die Panoramabilder des gelernten Schlossers und Programmierers Johann Steininger aus Linz erscheinen in Kalendern und Bildbänden. Für ihn und auch für seine Kollegen bietet die Naturfotografie Freiheit und Erfüllung. Die Dokumentation widmet sich den Bildgestaltern mit ihrem faszinierenden Können. Sie arbeiten ohne Inszenierung, aber mit viel Wissen im Einklang mit der Natur.

Samstag, 3. Dezember

3sat, 6.00 Uhr
Winter im Wildpark Mautern
Schläfrige Wildkatzen, dösende Bären und hellwache Wölfe – im steirischen Wildpark Mautern verbringen alle Tiere den Winter auf ihre höchst eigene naturgegebene Weise. Während der kalten Jahreszeit bleibt der Alpentierpark im Palten-Liesing-Tal für Gäste geschlossen. Die Tierpfleger halten aber regelmäßigen Kontakt zu ihren Schützlingen. Das ist wichtig, damit die Tiere an die Menschen gewöhnt bleiben und nicht verwildern. Manche Tiere schalten im Winter auf Energiesparmodus. Die Winterruhe der Bären zum Beispiel ist ein genialer Trick der Natur, sodass die großen Tiere, die überwiegend Pflanzenfresser sind, gut über die vegetationsarme Zeit kommen. Die Polarwölfe dagegen fühlen sich im Winter ganz in ihrem Element. Sie stammen aus der Arktis; eisige Stürme und Temperaturen von minus 50 Grad Celsius sind in ihrer ursprünglichen Heimat keine Seltenheit. Die Dokumentation zeigt die Tiere des steirischen Wildparks Mautern in Momenten, die Gästen üblicherweise nicht zugänglich sind.

Bayerisches Fernsehen, 9.30 Uhr
Welt der Tiere
Wenn aus Wölfchen Wölfe werden
Wenn Wolfsbabys in einem Tierpark zur Welt kommen, können sie meist nicht im Rudel der Eltern bleiben. Die Gehege sind oft zu klein, um das Rudel zu vergrößern. So auch im Wildpark Schorfheide bei Berlin. Nach der Geburt von vier europäischen Wölfen, werden die Welpen vom Rudel getrennt. Die drei winzigen Wölfinnen und der kleine Rüde sollen im Alter von 2 Monaten an einen Wildpark in der Schweiz abgegeben und dort in ein anderes Rudel integriert werden. Zuvor müssen sie jedoch sozialisiert werden, um sich an Menschen zu gewöhnen. Die junge Tierärztin Claudia lebt zwei Monate mit den Wolfsbabys als Ersatzmutter im Wildpark, füttert sie Tag und Nacht und baut eine Beziehung zu den Tieren auf. Wolfsgeheul-Stunden sind inklusive. Doch dann kommt der große Tag und die vier Jungwölfe werden in die Schweiz gebracht. Werden sie von dem Rudel dort, das kaum sozialisiert ist, akzeptiert? Falls nicht, kann das gefährlich für die Kleinen werden. Alles kommt anders als erwartet …

Bayerisches Fernsehen, 11.30 Uhr
Welt der Tiere
Portugal – Die Rückkehr der wilden Tiere
In Portugal kann der Iberische Luchs wieder ausgewildert werden und auch die Iberischen Wölfe breiten sich vom Norden des Landes her aus. Sollte das bisher unterschätzte Naturschutzmodell, die Koexistenz von Menschen und großen Fleischfressern, am Ende doch funktionieren? Andrea Rüthlein und ihr Team begleiten Bernardo Rebelo de Andrade bei seiner Suche nach Portugals wilden Tieren. Der Biologe Bernardo Rebelo de Andrade hat in den letzten Jahren für Artenschutzprojekte in Afrika und Brasilien gearbeitet. Doch seitdem auch in seiner Heimat Portugal immer mehr für den Schutz der wilden Tiere getan wird, gibt es hier viel für ihn zu entdecken: In der Flussmündung des Sado beobachtet Bernardo Delfine, die sich dort angesiedelt haben – eine Rarität, die in ganz Europa nur dreimal vorkommt. Der Iberische Luchs hat ein lang ersehntes Comeback: Eine Seuche raffte ihre Hauptnahrung, die Wildkaninchen, dahin. Der Schwund von Nahrung und Lebensraum machte den Katzen so stark zu schaffen, dass sie auch heute noch zu der am stärksten vom Aussterben bedrohten Raubtierart der Welt zählen. Bis vor kurzem lebten die letzten Luchse Portugals in einer Aufzuchtstation, die Bernardo besucht. Doch jetzt werden die ersten Tiere im Naturpark Guadiana ausgewildert. Vom Norden her breitet sich der Iberische Wolf ohne fremde Hilfe wieder aus. Doch weil es immer noch an freilebender Beute mangelt, holen sich die hungrigen Wölfe unbewachte Nutztiere – sehr zum Unmut mancher Bauern. Im Privatreservat „Faia Brava“ im Côa Tal dagegen sind die großen Beutegreifer willkommen, denn dort wird alles für die Rückkehr der einst wilden Natur vorbereitet.

hr fernsehen, 21.45 Uhr
Rückkehr der Raubtiere
Wölfe und Luchse in Norddeutschland
Seit 2015 laufen in der Lüneburger Heide Wölfe eines bestimmten Rudels durch Dörfer, folgen Spaziergängern, betteln an Autofenstern und verängstigen die Menschen in der Heide. Diese Tiere zeigen ungewöhnlich wenig Scheu. Offenbar haben sie sich an Menschen gewöhnt. Vielleicht wurden sie von ihnen angefüttert. Die Aufregung und Empörung steigen bis zur Panik in der Bevölkerung, als ein Wolf unweit eines Kindergartens gesehen wird. Im Niedersächsischen Parlament nutzt die Opposition die Diskussionen um den Wolf zum Angriff gegen den Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz von Bündnis 90/Die Grünen. Verunsicherung herrscht. Es wird beschlossen, auffällige Wölfe zu betäuben und zu besendern, um sie unter Kontrolle zu haben. Und im Zweifelsfall sollen sie getötet werden. Aus dem Harz heraus verbreiten sich die Luchse im Land und fallen dadurch auf, dass sie auch schon mal Rehe am Dorfrand oder in Vorgärten reißen. In Bayern werden immer wieder Luchse abgeschossen oder vergiftet. Vereinzelt auftauchende Wölfe verschwinden im Alpenland fast immer nach kurzer Zeit spurlos. Und dann war da die Sache mit dem Problembär Bruno. Seine Tötung verschaffte der bayrischen Regierung 2006 weltweite Kritik. Die von Bruno traumatisierten Bayern fürchten sich vor dem nächsten Braunbären, der aus Italien einwandern könnte. Eines Tages wird er kommen. Vom Nordseedeich bis ins Hochgebirge der Alpen und der Hohen Tatra recherchieren der Fernsehjournalist Tim Berendonk und die Umweltwissenschaftlerin Ulrike Müller. Sie wollen erfahren, wie sich das Lebensgefühl ändert, wenn man plötzlich neben Raubtieren lebt. Muss man vor ihnen Angst haben? Wie verhält man sich, wenn man ihnen begegnet? Wie schützt man Weidetiere? Wie gehen die Menschen in Nachbarländern mit den Tieren um, dort, wo sie nie ganz ausgerottet wurden? Ein spannendes Roadmovie zu einem hochaktuellen und heiß debattiertem Thema. Ihre Recherchen machten die Autoren in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen, Bayern, Polen und der Slowakei. Dabei fragen sie die Menschen, deren tägliches Leben von Wolf, Luchs und Bär beeinflusst wird: ein Leben mit Raubtieren, geht das?

Sonntag, 4. Dezember

arte, 9.15 Uhr
Haben Tiere ein Ich?
Was Tiere nicht alles können: Einige sind pfeilschnelle Jäger, andere haben ein verblüffendes Orientierungsvermögen. Aber in einem sind wir Menschen ihnen doch meilenweit überlegen: dem Bewusstsein. Tiere verfassen schließlich keine Gedichte oder denken sich komplizierte physikalische Theorien aus. Aber heißt das, dass sie wirklich überhaupt kein Bewusstsein von sich und der Welt haben? Lange war sich die Menschheit relativ einig darin: Tiere sind nicht viel mehr als biologische Maschinen. Vor allem mit den wegweisenden Arbeiten des Naturforscher Charles Darwin änderte sich diese Sichtweise allmählich: Darwin glaubte, dass Bewusstsein eine fundamentale Eigenschaft des Lebens überhaupt ist. Selbst einfache Lebewesen verfügten seiner Meinung über ein rudimentäres Innenleben aus Gefühlen und Eindrücken, das dem des Menschen gar nicht so unähnlich ist. Doch wie herausfinden, was Tiere wirklich denken und fühlen? Man kann sie ja nicht fragen, und in ihren Kopf schauen kann man auch nicht. Lange versuchten Forscher, das Problem mit dem sogenannten Spiegel-Test zu lösen: Erkennt ein Lebewesen sich selbst im Spiegel, muss es Selbstbewusstsein haben. Schimpansen und Delphine bestehen den Spiegeltest, Hunde dagegen nicht. Heißt das, dass Hunde kein Bewusstsein haben? Heute halten viele Forscher den Spiegeltest nur für bedingt aussagekräftig, denn im Leben vieler Tiere spielt der Sehsinn keine zentrale Rolle. Um tierisches Bewusstsein besser zu verstehen, geht die Wissenschaft heute deshalb neue Wege: Wie sind Gehirne entstanden, und wo entsteht im komplizierten Geflecht der Neuronen das Bewusstsein? Verhaltensforscher testen, wie Tiere ihre Umwelt entdecken, wie sie lernen, Probleme lösen, Herausforderungen überwinden. Schon jetzt führen diese Untersuchungen zu erstaunlichen Erkenntnissen: Bereits Fliegen könnten über ein rudimentäres Selbstbewusstsein verfügen. Das Gefühlsleben der Mäuse unterscheidet sich gar nicht so sehr von dem des Menschen. Kugelfische haben einen Sinn für Schönheit, Raben handeln zielgerichtet. Die Indizien für Bewusstsein sind vielfältig und über die gesamte Tierwelt verbreitet. Mehr und mehr zeigt sich: Denken und Sprechen sind keine Merkmale, die nur für den Menschen gelten. Der Mensch ist eben auch ein Tier – das gilt auch für das Bewusstsein.

3sat, 14.50 Uhr
Amerikas Naturwunder – Yellowstone
Die Winter im Yellowstone-Nationalpark sind hart und bitterkalt. Selbst für die gut isolierten Bisons, die wieder zu Tausenden über die weiten Ebenen ziehen, eine harte Zeit. Die Tiere graben sich mit ihren gewaltigen Köpfen tief in den Schnee, um an das spärlich verbliebene Gras zu gelangen. Neben dem Bison hat auch ein anderes Tier seinen Platz in der Natur zurückerobert: der Wolf. Auch er ist gut an den Winter angepasst. Vielen Tieren bieten die Geysire und heißen Quellen des Parks eine willkommene Möglichkeit, sich aufzuwärmen. Die extremen Temperaturunterschiede führen zu beeindruckenden Lichtspielen, die Wassertropfen scheinen sich in Diamanten oder kleine Sternschnuppen zu verwandeln. Der Frühling erweckt den Park zu neuem Leben. Junge Schwarzbären verlassen zum ersten Mal das Winterquartier, in dem sie geboren wurden. Eine junge Pumamutter teilt die Beute mit ihrem Nachwuchs. Der Frühling birgt aber auch Gefahren: Das Schmelzwasser verwandelt die Flüsse in reißende Ströme, die für junge Bisonkälber zu einer harten Bewährungsprobe werden. Wenn der Herbst das Laub in alle nur erdenklichen Farben taucht, beginnt die Brunftzeit der Bisonbullen. Atemberaubende Zeitlupenaufnahmen zeigen die eindrucksvollen Tiere bei ihren faszinierenden Kämpfen.

TV-Programm 05.12.2022 - 11.12.2022

Montag, 5. Dezember

Bayerisches Fernsehen, 11.50 Uhr
Abenteuer Wildnis
Naturwunder Nordalaska – Ein Paradies in Gefahr
Fast 80.000 Quadratkilometer unberührte Wildnis umfasst das Arctic National Wildlife Refuge im Norden Alaskas. Es ist das größte Naturschutzgebiet der USA. Den Süden durchzieht die mächtige Brooks-Kette, mit Gipfeln von mehr 2.500 Metern Höhe, der ebene Norden grenzt an die eisige Beaufortsee. In diesen vielfältigen Landschaften haben Wölfe, Eisbären, Grizzlybären, Moschusochsen, Karibus und Steinadler ihren Lebensraum. Seit Jahrtausenden wandern die trächtigen Karibu-Kühe im Frühjahr aus ihren Winterquartieren, der Taiga am Fuße der Brooks-Kette, in die Tundra der Küstenebene, um dort ihre Kälber zur Welt zu bringen. Auch Millionen Zugvögel ziehen hier ihre Küken auf oder legen im Herbst auf ihrer Wanderung nach Süden einen Zwischenstopp ein. Im Winter beziehen dort Eisbärenmütter mit ihren Jungen Quartier, während die urtümlichen wind- und kälteresistenten Moschusochsen das ganze Jahr über hier leben. Leider lagern auch riesige Mengen Erdöl unter der Küstenebene – und deswegen schwebt das arktische Naturparadies in großer Gefahr. Denn 2017 erteilte die US-amerikanische Regierung die Bohrgenehmigung – mitten im Naturschutzgebiet. Wird das Vorhaben nicht noch abgewendet, werden die Herden viele ihrer uralten Wanderrouten verlieren. Und nicht nur die Karibus – alle Tiere, vom Eisbär bis zum Moschusochsen, geraten durch den Bau von Ölinfrastrukturen in Gefahr, sei es durch Ölverschmutzung oder störende menschliche Aktivitäten. Für die Doku „Naturwunder Nordalaska – Ein Paradies in Gefahr“ war Filmemacher Florian Schulz fünf Jahre lang immer wieder in der extremen Natur Nordalaskas unterwegs. Er begleitete die Karibus auf ihrer langen und gefahrvollen Wanderung ans Nordpolarmeer. Magische Cineflex-Luftaufnahmen zeigen, wie die riesigen Herden im Frühjahr und am Ende des Sommers das schwierige Gebirgsterrain überwinden und sie dabei von Wölfen und Grizzlybären verfolgt und angegriffen werden. Faszinierende Bilder der farbenfrohen arktischen Tundra und ihres überbordenden Lebens, aber auch bedrückende Aufnahmen von gestrandeten Eisbären, denen ihr Lebensraum zunehmend unter den Pranken schmilzt, rufen ins Bewusstsein, wie verletzlich die Arktis ist und wie sehr sie den Schutz des Menschen bedarf.

Bayerisches Fernsehen, 21.00 Uhr
Bayern erleben
Wilderer – Von gefallenen Helden
In unzähligen Liedern werden sie bis heute besungen, in Bühnenstücken wieder zum Leben erweckt, in manchen bayerischen Regionen bis heute wie Heilige verehrt: Wilderer, allen voran der Jennerwein. Diese filmische Reise führt in die vielleicht archaischste Welt der bayerischen Identität. Das Filmteam begibt sich dabei auf Spurensuche der Wildschützen – Jäger und Gejagter in einem, Helden für die einen, Verbrecher für die anderen. 6. November 1877 – die Sonne geht gerade auf. Der berüchtigte Wildschütz Jennerwein steigt hoch in die Berge, er will auf die Pirsch. Und das, obwohl das Marerl an verabredeter Stelle sehnsüchtig auf ihn wartet. Gemeinsam wollten sie nach Tölz zum Leonhardi-Umzug. Doch die schöne Bauerntochter wird ihren Jennerwein nie wieder lebend sehen! Noch am selben Tag wird ihn der Forstgehilfe Pföderl hinterrücks zur Strecke bringen. Was treibt den Jennerwein Girgl an jenem Tag in die Berge? Obwohl er mit seiner Geliebten verabredet ist, einer Partie, von der ein armer Holzknecht nur träumen kann? Außerdem tobt das größte Fest der Region im Tal? Ist es der Hunger? Braucht er Geld? Will er sich beweisen? Was treibt ihn in aller Herrgottsfrühe auf den Berg? Hinter den Volksgeschichten und Heldensagen versteckt sich eine teils grausame historische Wirklichkeit von Armut, Hunger und Aufbegehren gegen die Obrigkeit. Trotz immer wiederkehrender Bestrafungen – oder vielleicht gerade deswegen, war das Wildern als ländliches „Kulturgut“ nicht auszumerzen. Vor allem bei den jungen, unverheirateten Männern gehörte das Wildern beinahe zum guten Ton. Immer wieder verschärfte sich der Konflikt zwischen Wilderern und Forstpersonal und es kam zu nicht enden wollenden Gewaltspiralen, die ganze Dörfer über Jahrzehnte beherrschten. Nur eines war dem Adel, den Jägern als auch den Wilderern gemeinsam: die Jagdpassion. Es heißt, nicht jeder habe das „Jagerblut“ in sich, aber so gut wie jeder, der einmal mit der Jagd beginnt, kann oder will nicht mehr aufhören. Das Filmteam spricht mit Historikern, Jägern und Jägerinnen, Soziologen, Psychologen und einem Wildschützen und schaut hinter den „Mythos Wildschütz“.

Dienstag, 6. Dezember

Bayerisches Fernsehen, 11.50 Uhr
Abenteuer Wildnis
Wildes Österreich – Alpengipfel und Steppensee
In nur wenigen Ländern sind so viele verschiedene Landschaften auf engstem Raum vereint wie in Österreich. Schroffes Hochgebirge und schneebedeckte Gletscher sind Lebensraum für Steinadler und Gämsen, Edelweiß und Steinböcke. Die ausgedehnten Schilfflächen des Neusiedler Sees bieten ideale Brutplätze für Rohrdommeln, Haubentaucher, Rohrsänger und einen ganz besonders trickreichen Brutparasiten: den Kuckuck. Die Alpen Österreichs sind eine faszinierende Bergwelt mit rund 950 Dreitausendern. Der 3.789 Meter hohe Großglockner ist die markanteste Spitze im Nationalpark Hohe Tauern. Die alpine Gebirgslandschaft ist die letzte große Wildnis in Mitteleuropa. Tiere und Pflanzen müssen extremer Kälte und Schneestürmen trotzen, jeder Schritt in den steilen Wänden kann über Leben und Tod entscheiden. Für die Gämsen geht es nicht nur ums Überleben. Im Winter wird entschieden, wer sich paaren darf. Unter den aufmerksamen Augen der Weibchen hetzen sich die Böcke bis zur totalen Erschöpfung, bis einer der Kontrahenten aufgibt. Während am höchsten Punkt Österreichs noch lange die Stille des Winters herrscht, hat am tiefsten Punkt des Landes, dem Neusiedler See, längst der Frühling begonnen. Millionen Zugvögel kehren aus ihren Winterquartieren in Afrika zurück. Die endlos scheinenden Schilfflächen des Steppensees sind ein Brutparadies für Rohrdommeln, Haubentaucher und Rohrsänger. Zurückgekehrt ist auch ein spezieller Vogel, dessen Ruf jedes Kind kennt, den aber kaum jemand zu Gesicht bekommt: der Kuckuck. Er ist ein Schmarotzer, baut kein eigenes Nest, brütet keine Eier aus und zieht keine Jungen groß. Er lässt andere für sich arbeiten. Mit raffinierten Tricks hat er sein Brutgeschäft „ausgelagert“. Über zwei Brutperioden Drehzeit haben die Filmemacher Rita und Michael Schlamberger gebraucht, um den Kuckuck bei seinem heimlichen Nutznießergeschäft vor die Kamera zu bekommen. Dafür haben sie das undurchdringliche Schilfdickicht in ein perfekt getarntes Filmset verwandelt und Kameraplattformen gut versteckt im hüfttiefen Wasser errichtet. Die erste Episode des Zweiteilers „Wildes Österreich“ zeigt als dritten, typisch österreichischen Lebensraum die alten Wälder: undurchdringliches, steiles Dickicht, riesige Bäume zwischen meterdicken Felsblöcken, die mit Flechten bewachsen sind. Dazwischen gefallene Baumriesen, Millionen Tonnen Totholz. Alte Buchen mit bemoosten, knorrigen Ästen. Ein Weißrückenspecht meißelt Käferlarven aus einem verrotteten Baum. Raufußkäuze haben als Nachmieter eine Schwarzspechthöhle bezogen. Hier ziehen sie ihre Jungen groß. Diese wilden Wälder sind urtümliche Relikte und wachsen auf schroffen Kalkfelsen rund um die Eisenwurzen entlang des Flusses Salza im Grenzgebiet von Niederösterreich und der Steiermark und im oberösterreichischen Nationalpark Kalkalpen. Hierher ist sogar der Luchs wieder zurückgekehrt. Vor dem Hintergrund einmaliger Landschaften macht die zweiteilige Naturdokumentation eine bildgewaltige, epische Reise durch eines der schönsten Länder Europas: von den Alpengipfeln bis zum Steppensee.

3sat, 16.00 Uhr
Planet der Spatzen
Kaum ein Ort, an dem es neben Menschen nicht auch Spatzen gibt. Sie sind unsere ältesten Kulturfolger. Der Film begleitet den Spatzen, auch Haussperling genannt, in einer Reise um die Welt. In spektakulären Bildern erzählt er kleine Geschichten von Spatzen und Spatzen sowie von Spatzen und Menschen. Es geht ebenso um den kleinen Spatz in Kairo, der erstmals ein Weibchen sucht, wie um das Spatzenkind in New York, das sein Nest verlässt. Und es geht auch um all die Spatzen in Peking, die sich am Vogelmarkt in höchste Gefahr begeben, nur weil sie dort Futter und Gesellschaft finden, um den kleinen frierenden Spatzen im winterlichen Moskau, der sich auf Futtersuche in einen kleinen Kiosk verirrt, mitten unter die Menschen. Menschen spielen bei den Sperlingen generell eine entscheidende Rolle – seit mehr als 10 000 Jahren folgen sie uns, ohne sich dabei domestizieren zu lassen. Sie haben sich die „Menschenwelt“ auf ihre Art erobert. Je nach Naturgegebenheiten, Klima oder Architektur haben auch sie sich dort häuslich eingerichtet, wo wir uns angesiedelt haben.

3sat, 17.35 Uhr
Südafrika: Harte Zeiten für Löwen und Geparde
Großkatzen wie Löwen und Geparde sind die Ikonen Afrikas. Doch ihr Bestand ist heute stark gefährdet. Der Film zeigt, was in Südafrika unternommen wird, um die Tiere zu retten. Das Filmteam besucht mehrere Schutzgebiete in Südafrika, um so Einblicke in die heutigen Erfordernisse von Naturschutz und Wildlife-Management zu geben. Zweifelsfrei zählen „Big Cats“ wie Löwen und Geparde zu den beliebtesten Wildtieren. Sie wurden tausendfach in Naturfilmen porträtiert, im Ökotourismus gelten sie als Publikumsmagnet. Wie schnell ein Gepard läuft, weiß so gut wie jedes Kind. Aber das Wissen um ihre höchst bedrohte Existenz in freier Wildbahn ist weit weniger ausgeprägt. Nach derzeitigen Schätzungen existieren weltweit nur mehr 7000 Geparde, während die Population der Löwen in den letzten beiden Jahrzehnten um geschätzte 30 bis 50 Prozent zurückging. Beide Großkatzen sind bedrohte Arten. In West- und Zentralafrika stehen sie am Rande des Aussterbens. Selbst in den vermeintlichen Hochburgen in Ostafrika und im südlichen Afrika wird ihre Lage immer alarmierender. Fest steht, dass ihre Populationen – mit wenigen Ausnahmen in gut geführten und streng kontrollierten Nationalparks sowie Wildreservaten – fast überall im Abnehmen sind. Gleichzeitig blüht die Vermarktung der Großkatzen. Löwen, Leoparden und Geparde zieren eine Vielzahl von Reiseprospekten, Werbeplakaten, Etiketten, Firmen-Logos und aller Arten von Brandings. Südafrika bewirbt sich zu einem entscheidenden Teil mithilfe dieser Tiere. Während Safari-Touristen den rundum abgesicherten Adrenalinkick in den gut organisierten Naturparks suchen, sieht die Realität für afrikanische Viehhirten und angrenzende Gemeinschaften in den immer kleiner werdenden Pufferzonen zwischen Löwen-Schutzzonen und ihren Dörfern bedrückend aus. Für sie bedeutet das magische Brüllen eine unmittelbare Bedrohung für ihr Hab und Gut. Seit dem Ende der Apartheid wurden zahlreiche Farmen zu privaten Wildreservaten zusammengelegt. Hier wird mit hohem Kapitaleinsatz versucht, einst für die Landwirtschaft erschlossene Gebiete zu renaturieren und längst verdrängte Wildtierarten wieder anzusiedeln. Auch Großkatzen werden dadurch zwangsläufig zu einer Handelsware, die im Laufe ihres Lebens oft mehrfach umgesiedelt werden, um ein Genpool aufzufrischen oder alte und neue Wildreservate attraktiver für den Ökotourismus zu machen. Doch bei aller Kritik am kommerziellen Naturschutz als Teil einer „neoliberalen Ökonomie“, leisten diese Wildreservate einen immer wichtigeren Beitrag zur Erhaltung bedrohter Arten. Aufgrund der immensen Kosten für den Kampf gegen die grassierende Wilderei und die Verbreitung von Krankheiten unter Wildtieren, können staatliche Nationalparks nicht mehr allein den Schutz der Großkatzen gewährleisten.

Mittwoch, 7. Dezember

Bayerisches Fernsehen, 10.50 Uhr
Welt der Tiere
Bärenspur ums Königsschloss
Im Oktober 2019 tappte ein Bär in der Nähe von Linderhof, dem berühmten bayerischen Märchen-Königsschloss, in eine Fotofalle. Seither sucht Bärenexperte Klaus Endres die Umgebung des Schlosses nach Bärenspuren ab. So richtig gesehen hat den „Bär ohne Namen“ in Bayern kaum jemand. Nach über einem Jahr seit der ersten Sichtung stellt sich die Frage: Wo ist der bayerische Bär? Bärenexperte Klaus Endres ist zu Hause in Graswang zwischen Linderhof und Oberammergau. Genau da, wo 2006 Bär Bruno, der aus dem Trentino kam, seine ersten Schafe auf bayerischem Boden gerissen hatte. Der erste Bär nach über 170 bärenfreien Jahren in Bayern. Klaus Endres fand damals Brunos Tatzenabdrücke. Bruno hatte keine Scheu vor Menschen. Schließlich wurde Bruno im Spitzingseegebiet erschossen, sein präpariertes Fell kam ins Münchner Museum Mensch und Natur. Im Oktober 2019 tappte ein Bär in der Nähe von Linderhof in eine Fotofalle und Klaus Endres macht sich auf Spurensuche. Zum Glück verhält sich der Neue unauffällig, taucht hier mal auf einer Wildkamera auf, hinterlässt dort mal eine Spur im Schnee. So richtig gesehen hat den „Bär ohne Namen“ in Bayern kaum jemand. Ein unauffälliger, menschenscheuer Einwanderer aus dem Trentino. Hat der neue Bär eine Chance, in Bayern frei zu leben? Wie umgehen mit einem großen Raubtier? Für die Schafzüchter in Graswang ist klar, ein frei lebender Bär hat in Bayern nichts verloren. Noch weniger der Wolf, der in letzter Zeit Schafe gerissen hat. In vielen europäischen Nachbarländern ist der Umgang mit den Wildtieren anders, entspannter. Klaus Endres fährt nach Slowenien, will sehen, wie die Menschen dort mit ihren rund 1.000 Bären umgehen. Sind Bären, Schafzucht und Tourismus vereinbar? Und in Bayern, was wurde von Bruno gelernt? Wie kann man verhindern, dass der neue Bär wie Bruno zum „Problembär“ wird? Nach über einem Jahr seit der ersten Sichtung stellt sich aber auch die Frage: Wo ist der bayerische Bär? Lebt er überhaupt noch? Feinde hätte er genug. Klaus Endres geht seinen Spuren nach.

Bayerisches Fernsehen, 11.50 Uhr
Abenteuer Wildnis
Wildes Österreich – Vom Bergbach zur Donau
Vor dem Hintergrund einmaliger Landschaften macht der Zweiteiler eine bildgewaltige, epische Reise durch eines der schönsten Länder Europas: von den Alpenbächen bis zur Donau. Durch modernen Massentourismus hat Österreich Gipfel und Grate erschlossen und das Land als Ski-Nation zur internationalen Marke gemacht. Vieles, was wie urtümliche Natur wirkt, wurde bereits vor langer Zeit vom Menschen geprägt. Dennoch gibt es noch die wilden unberührten Orte mit einer Tierwelt, die ihresgleichen sucht. Die zweite Folge „Wildes Österreich“ führt in die Märchenwälder und zu den Granitriesen der Alpen, zu rauschenden Gebirgsbächen und in die Auwälder entlang der ruhig fließenden Donau. Hohe Täler, dichte Wälder, eine wehrhafte Burganlage, die hoch über dem Fluss thront. Ein Ort wie aus einer mittelalterlichen Heldensaga: das Kamptal. Aus einer Baumhöhle sind leise Geräusche zu hören. Gänsesäger haben in einer alten Weide am Flussufer gebrütet. Die Küken sind gerade erst geschlüpft, schon verlässt die Mutter das Nest. Der Nachwuchs ruft nach ihr, doch sie kommt nicht zurück. Vom Fluss aus lockt sie ihre Küken mit lauten Rufen. Was dann folgt, ist der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser. Die Vorbereitungen zu den Dreharbeiten der aufwendigen Sequenzen haben Monate gedauert. Zunächst mussten die Filmemacher Rita und Michael Schlamberger die Bruthöhlen überhaupt finden und ferngesteuerte Minikameras installieren. Als die Küken kurz vor dem Schlüpfen waren, standen die Naturfilmer rund um die Uhr hinter den Kameras bereit. Dann, eines Morgens, war es so weit: Der erste von elf flauschigen Winzlingen stürzte sich todesmutig in die Tiefe. Entstanden sind berührende und seltene Szenen einer Familienzusammenführung. Im typisch braunen Wasser des Kamp existieren auch die letzten Bestände der Flussperlmuschel. Wegen ihrer wertvollen Perlen und des Perlmutts war sie fast ausgerottet. Und was aussieht wie eine Kreuzung zwischen Regenwurm und Aal ist kein Fisch: Bachneunaugen sind Rundmäuler und gehören zu den ältesten Wirbeltieren der Welt. Das Gesäuse in der Steiermark ist eine von Eis und Wasser geschaffene wilde Hochgebirgslandschaft. Keine Regenfront kommt an den schroffen Gipfeln vorbei. Als Wetterscheide holt das Gebirge ungeheure Mengen an Niederschlägen vom Himmel. Unbändige Fluten brausen durch enge Schluchten. Loses Gestein wird mitgerissen und ins Tal transportiert. Was die Erosion weiter oben absprengt und wegschleift, wird von den wilden Wassern talwärts verfrachtet bis in die größte zusammenhängende natürliche Au-Landschaft Mitteleuropas: ein Naturparadies vor den Toren Wiens, die Donau-Auen. Sie konnten als Nationalpark vor Kraftwerkprojekten gerettet werden. Zu verdanken haben sie ihre Existenz jedoch dem Wiener Hof. Einst waren die Wälder kaiserliches Jagdrevier und somit vor Rodung und Zersiedelung verschont.

3sat, 15.45 Uhr
Wintervögel
Strategen, Kämpfer, Hausbesetzer
Nicht alle Vogelarten zieht es im Winter in wärmere Gefilde. Amsel, Meise, Rotkehlchen, Buntspecht und Eisvogel zum Beispiel bleiben auch in der kalten Jahreszeit in Norddeutschland. Die kleinen gefiederten Überlebenskünstler haben ganz unterschiedliche Strategien entwickelt, um Minusgrade und ein geringes Nahrungsangebot zu überstehen. Der Film zeigt mit eindrucksvollen Bildern den Überlebenskampf der Vögel im Winter. In zwei Naturschutzgebieten bei Hannover beobachten die Tierfilmer das Verhalten der Vögel im Winter: in der Leineaue die Wasservögel und im Deistervorland die Singvögel des Waldes.

Donnerstag, 8. Dezember

Bayerisches Fernsehen, 11.50 Uhr
Abenteuer Wildnis
Die Elche von Matsalu – Estlands wilde Riesen
Estlands Matsalu Nationalpark am Rande der Ostsee ist weithin bekannt als Vogelparadies. Millionen von Zugvögeln rasten hier auf ihren Flügen von Norden in den Süden und umgekehrt. Doch sie sind nicht die einzigen Gäste, die das Matsalu Naturparadies besuchen. Vom Frühjahr bis zum Herbst ist Matsalu Elchland. Die wilden Riesen verbringen hier ihre Sommerfrische, bringen ihre Jungen zur Welt, gehen auf Brautschau und genießen das überreiche Futterangebot der Sumpflandschaft. Auch wenn die Matsalu Bucht in Estlands Matsalu Nationalpark am Rande der Ostsee Elchen einen perfekten Zufluchtsort bietet, hält die Natur viele Herausforderungen für die wilden Riesen bereit, die es zu bewältigen gilt. Im Herbst treffen die Einzelgänger aufeinander – es ist Paarungszeit. Die Elch-Bullen müssen sich den vertrackten Schwierigkeiten der Brautwerbung stellen. Zuerst werden die Konkurrenten in heftigen Kämpfen in ihre Schranken gewiesen. Doch selbst wenn die Rivalen vertrieben sind, kann man als Elch-Bulle leer ausgehen. Elch-Kühe wollen nicht nur durch pure Kraft beeindruckt werden. Sie wollen hartnäckig, aber zärtlich umworben werden. Bei der Brautwerbung sind sie es, die das letzte Wort in Sachen Paarung haben. Kurz nach dieser aufregenden Zeit der Familienplanung bricht der Winter an und die Elche müssen die Matsalu Bucht verlassen. Die überfluteten Sumpflandschaften frieren zu und bieten Elch-Hufen keinen Halt mehr. Die rutschigen Eisflächen sind gefährlich und so wandern die großen Hirsche ab in die angrenzenden Wälder. Hier bewegen sie sich gefahrlos auf festem Boden durch den Tiefschnee – dank ihrer langen Beine und breiten Hufe. Und hier finden sie auch die notwendige Nahrung: Baumrinde. Es ist zwar eine magere Kost, aber sie hilft den Elchen die eisige Jahreszeit zu überleben, um im Frühjahr wieder die Matsalu Bucht zu erobern.

3sat, 13.35 Uhr
Wunderwelt Schweiz: Graubünden im Winter
Graubünden im Winter bedeutet für viele Pistenspaß und Après-Ski. In der Natur jedoch herrscht wegen Schnee und Eis ein ständiger Kampf ums Überleben. Ob Steinbock, Murmeltier oder Kreuzotter: Sie alle haben sehr unterschiedliche Strategien, um den Winter in den Alpen zu überstehen. „Wunderwelt Schweiz“ führt nach Graubünden im Winter.

Freitag, 9. Dezember

Bayerisches Fernsehen, 11.50 Uhr
Abenteuer Wildnis
Unter Eisbären – Abenteuer in Russlands Arktis
Die Wrangelinsel – halb so groß wie Schleswig-Holstein – ist eine Insel im Arktischen Ozean und gehört zu Russlands äußerstem Nordosten. 2004 wurde ihre Landschaft von der UNESCO zum nördlichsten Weltnaturerbe erklärt und in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen. Bereits seit 1976 existierte das „Naturreservat Wrangelinsel“. Heiko de Groot hat mit seinem Filmteam den Tierfilmer Uwe Anders bei den Dreharbeiten in dieser abgelegenen Weltregion begleitet. Dreharbeiten in der Arktis zählen zu den schwierigsten im Bereich des Naturfilms. Kameramann Uwe Anders lebte auf der russischen Wrangelinsel vier Monate lang unter Eisbären, Polarfüchsen und Walrossen. Schutz boten nur ein Zelt oder einfache Holz- oder Blechhütten der russischen Wissenschaftler, die im kurzen Sommer auf der Insel leben und arbeiten. Jeden Tag ging es mit einem geländegängigen Quad-Bike hinaus in die Tundra. Auf der Suche nach den kleinen und großen Dramen in der arktischen Tierwelt kam der Filmer einem Kampf zwischen Moschusochsen bedrohlich nahe, erlebte, wie geschickt Polarfüchse als Eierdiebe sind, und musste mit ansehen, dass eine Schneeeule nicht ausreichend Futter für beide Küken fand. Ein Highlight dieser Expedition war die Ankunft der Eisbären im Spätsommer. Wenn das Meereis zu brüchig wird, haben die „Herrscher der Arktis“ lieber festen Boden unter ihren Pranken. Ohne den Schutz eines geschlossenen Fahrzeugs kam es immer wieder zu intensiven Begegnungen zwischen Uwe Anders und den größten Landraubtieren der Erde. Glücklicherweise griffen diese nicht ein einziges Mal an. Filmautor Heiko De Groot berichtet vom abenteuerlichen Alltag am nördlichen Ende der Welt. Er lässt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit spannenden Szenen und Interviews an der Arbeit des Tierfilmers Uwe Anders in der Arktis hautnah teilhaben.

Samstag, 10. Dezember

Bayerisches Fernsehen, 10.50 Uhr
Welt der Tiere
Lara rennt – Schlittenhunde am Mont Blanc
Jedes Jahr findet am Mont Blanc Massiv ein spektakuläres Schlittenhunderennen vor majestätischer Kulisse statt. Der Bayer Thomas Hoffmann ist begeisterter Musher und fährt mit einem Gespann von 40 Hunden mit. Vom Abenteuer, mit Hunden zu laufen: Ein Bayer und 40 Hunde bereiten sich auf Europas spektakulärstes Schlittenhunderennen am Mont Blanc vor. So wie andere sich auf warme Sommertage freuen, so fiebert Thomas Hoffmann auf die ersten kalten Tage im Oktober. Er wählt die Leithunde aus, die vorneweg laufen und bestimmt, welcher Hund auf welcher Position im Gespann laufen wird. Dann spannt er in aller Frühe oder spät am Abend 16 seiner Hunde vor den Trainingswagen, der aussieht wie ein kleiner römischer Streitwagen. Oder er nimmt sein Quad. Mit dem 2. Gang bremst er die laufwütige wilde Meute während der 20 Kilometer langen Fahrten.

Bayerisches Fernsehen, 17.00 Uhr
Am Waginger See
Von Bauern und Jägern
Sebastian Horner und Franz Parzinger gehen seit fünfzig Jahren am Waginger See in Oberbayern auf die Jagd.
Die Abschussquoten für Rehe, die von den Forstbehörden festgesetzt werden, sind seit Jahren hoch. Die privaten Jagdpächter können oft die Quote nicht erfüllen und müssen Strafe zahlen, wenn sie zu wenig Rehe schießen. Gleichzeitig schränkt die intensive Landwirtschaft den Lebensraum der Wildtiere ein. Davon ist auch das Niederwild betroffen. Seit viele Bauern sechs oder sieben Mal im Jahr ihre Wiesen mähen und die Gülle ausbringen, überleben fast keine jungen Hasen und Fasane. Wenige Kilometer entfernt in Österreich sieht man viele Hasen und Rehe. Hier ist es dank einer traditionellen Landwirtschaft möglich, auch die Wildtiere zu erhalten. Auf den Treibjagden werden jeden Herbst mehr als hundert Fasan-Gockel und Hasen geschossen. Aber auch am Waginger See gibt es noch einige Bauern, die traditionell wirtschaften. Der Lenzn Hias mäht seine Wiesen nur viermal im Jahr. Ihm liegt auch das Wild am Herzen, obwohl er ein Waldbauer ist. Er macht viele Dinge anders als die meisten. Er betreibt allein seine große Landwirtschaft. Seinen Dreiseithof hat er in seiner schlichten Schönheit erhalten, wie er früher war. Auch die Einrichtung im Zuhaus und die alten Gerätschaften hat er aufgehoben.

Sonntag, 11. Dezember

Das Erste (ARD), 13.15 Uhr
Erlebnis Erde: Das Engadin – Naturwunder der Alpen
Eine schroffe dennoch schöne Landschaft im Herzen Europas, geformt von Wasser, Eis und Felsen. Ein Tal, tief verborgen in den Schweizer Alpen, geformt entlang des Flusses Inn und von allen Seiten von Bergen umragt. Gigantische Gletscher überspannen die Gipfel, die enorme Kraft des Eises schneidet neue Wege in die Landschaft. Aber wer würde Ruhe und Frieden in dieser zerklüfteten Landschaft erwarten? Diese karge Wildnis ist eine letzte Zuflucht für viele alpine Spezialisten wie Steinböcke und Gämsen. Mit dem 1914 gegründeten ältesten Nationalpark der Alpen wollte man einen Ort schaffen, an dem die Natur ohne Einfluss durch den Menschen studiert werden kann und die Zukunft einiger von Europas berühmtester Tiere gesichert ist. Aber Bemühungen, den Luchs und den Bartgeier in das Engadin wieder einzuführen zeigen, dass der Schutz allein nicht ausreicht.

3sat, 14.15 Uhr
Amerikas Naturwunder – Yosemite
Der Yosemite-Nationalpark im Nordosten Kaliforniens ist ein Ort der Superlative: Fast senkrechte Felswände, darunter der weltberühmte „Half Dome“, ragen knapp 1500 Meter in den Himmel. In unmittelbarer Nähe ist ein Wald aus Mammutbäumen, viele davon sind weit über 1000 Jahre alt. Mit fast 740 Metern sind die Yosemite Falls die höchsten Wasserfälle Nordamerikas. Die Tierwelt im Park ist nicht weniger beeindruckend. Im Schatten des markanten Felsvorsprungs „El Capitan“ geht der scheue Rotluchs auf Beutefang und zieht seine Jungen auf, Kojoten und Steinadler liefern sich spektakuläre Kämpfe, und Schwarzbären werden zu geschickten Ameisenfressern. Der Yosemite-Nationalpark ist in vielerlei Hinsicht ein Ort der Extreme. Im Winter hängt der Nebel wie ein Schleier über dem vielleicht berühmtesten Tal der Welt, dem Yosemite Valley. Für die Tiere des Nationalparks eine harte Zeit, denn an Nahrung zu gelangen ist schwierig. Der Rotluchs hat beispielsweise eine ganz besondere Technik entwickelt, um unter Schnee und Gras Wühlmäuse aufzuspüren. Auch der Kojote jagt kleine Nagetiere. Für ihn kann es gefährlich werden, wenn sich ein Steinadler für seine Beute interessiert. Mit fast zweieinhalb Metern Spannweite ist der Greifvogel ein ernst zu nehmender Gegner. Die beiden Konkurrenten liefern sich hin und wieder einen dramatischen Kampf. Mit dem Frühling taucht neues Leben im Park auf. Die Rotluchsmutter hat Nachwuchs und zeigt den Kleinen, wie man jagt. Nun werden auch die Schwarzbären wieder aktiv. Nach Monaten des Winterschlafs sind sie ausgehungert und zeigen sich bei der Nahrungssuche äußerst flexibel, weder Fische noch Ameisen verschmähen sie. Zu den Wahrzeichen des Nationalparks gehören auch die gewaltigen Wasserfälle. Darunter die Yosemite Falls, die zu den höchsten Wasserfällen der Welt gehören. Im Frühling schwellen sie durch das Schmelzwasser an. An den Ufern des Merced River ist der Sierra-Molch in Paarungsstimmung. Dieser Schwanzlurch kommt nur in den Bergen der Sierra Nevada vor und ist sehr selten. Der Sommer ist eine extrem trockene Zeit. Nicht selten reicht ein Funke, um verheerende Waldbrände zu entfachen. Für die einen ein Fluch, für die uralten Mammutbäume ein Segen. Denn durch die zerstörerische Kraft des Feuers bekommen sie mehr Platz zum Wachsen. Ihre Samen brauchen sogar die Hitze des Feuers, um keimen zu können. Wenn das Jahr zur Neige geht, ist es an der Zeit, Reserven für den Winter anzulegen. Besonders fleißig sind dabei die Pfeifhasen und Murmeltiere. Ständig auf der Hut vor Raubtieren sammeln sie Gräser und Blätter. Vor allem in den höheren Lagen des Nationalparks wird es bald eisig kalt sein. Während der über dreijährigen Dreharbeiten für die Reihe „Amerikas Naturwunder“ entstanden auch atemberaubende Flugaufnahmen von den Naturdenkmälern des Yosemite-Nationalparks. Erst aus der Vogelperspektive wird die wahre Größe der weltberühmten Felsformationen „El Capitan“ oder „Half Dome“ sichtbar.

TV-Programm 12.12.2022 - 18.12.2022

Montag, 12. Dezember

Bayerisches Fernsehen, 10.50 Uhr
Welt der Tiere
Von süßen Kätzchen und wilden Katzen – Schneeleoparden
In der Wildnis können selbst erwachsene Schneeleoparden höchst selten beobachtet werden. Einem BR-Filmteam ist es in einem schwedischen Zoo nördlich von Göteborg gelungen, die Geburt von Drillingen zu dokumentieren und ihre ersten Lebensmonate zu verfolgen. Wer hat schon das Glück, Schneeleoparden in ihrer Geburtshöhle beobachten zu können? Einem BR-Team ist es in einem schwedischen Zoo nördlich von Göteborg gelungen, die Geburt von Schneeleoparden-Drillingen zu dokumentieren und ihre ersten Lebensmonate zu verfolgen. In der Wildnis wäre das nie möglich gewesen. Dort können selbst erwachsene Schneeleoparden höchst selten beobachtet werden. In einem Projekt in der Mongolei versucht ein schwedischer Wissenschaftler, die seltenen Katzen mit einem GPS-Sender zu versehen, um auf diese Art mehr über die Lebensgewohnheiten zu erfahren. Ein Kamerateam hat auch das erstmals dokumentiert.

3sat, 17.00 Uhr
Geheimnisvolles Mittelmeer
Von Pottwalen und Wüstenfüchsen
Affen in Spanien, Pottwale vor Kreta und Füchse in der Sahara – das Mittelmeer und seine Küsten stecken voller Überraschungen. Tierfilmer Thomas Behrend macht sich auf die Suche nach den spannendsten Tiergeschichten und zeigt das Mittelmeer, wie man es noch nie gesehen hat. Dabei kommt modernste Technik zum Einsatz, 4K-Kameras, Helikopterkameras und spektakuläre Zeitlupenaufnahmen. Ein Wüstenfuchs-Weibchen meistert die Aufzucht ihrer Jungen in einer der erbarmungslosesten Küstenregionen der Sahara. Zwischen Wüsten und Vulkanen sind die Herausforderungen für die Tiere enorm. Während der langen Drehzeit ist es dem Team um Tierfilmer Thomas Behrend gelungen, in seltenen Aufnahmen zu zeigen, wie die Tiere das Leben in diesen Extremen meistern.

3sat, 22.25 Uhr
3sat Dokumentarfilmzeit
Wild – Jäger und Sammler
Jagd fasziniert, polarisiert und weckt starke Gefühle. Der Dokumentarfilmer, Jäger und Forstingenieur Mario Theus beleuchtet aus unterschiedlichen Perspektiven das Wesen der Jagd. Er begleitet während der Jagdsaison einen Jäger, eine Wildhüterin und einen ehemaligen Wilderer, der sein Gewehr gegen die Filmkamera eingetauscht hat. Schauplatz ist die bildgewaltige Gebirgsnatur der Alpen mit ihren imposanten Landschaften und Wildtieren. Alle Protagonisten teilen sehr ursprüngliche Motivationen: das Jagdfieber, den Jagdinstinkt und die Sehnsucht nach dem Leben als Jäger und Sammler. Sie besitzen ein großes Wissen über die Natur, über Berg und Tal und über die Aufenthaltsorte der Wildtiere. Dazu beherrschen sie auch die nötigen praktischen Fähigkeiten wie Pirschen, Warten, Sehen, Riechen und das Hören kleinster Details. Die Jagd ist eine der ältesten Kulturtechniken der Welt. Und sie ist nicht bloß eine Urform der Nahrungsbeschaffung: Sie schafft eine tiefe Verbundenheit zur Natur über Generationen hinweg. Mario Theus war sechs Jahre alt, als er seinen Vater zum ersten Mal auf der Jagd begleiten durfte. Die Wildhüterin Pirmina Caminada nimmt ihre Tochter Angela regelmäßig mit in die Berge und gibt ihr das Wissen der Vorfahren über Landschaft und Tiere weiter. Als Bergbauer und Jäger werden Andreas Käslin und seiner Familie das Werden und Vergehen der Natur ständig vor Augen geführt. So zeigt der Dokumentarfilm auch, wie Kinder die Jagd hautnah miterleben und dabei ganz selbstverständlich mit den großen philosophischen Fragen von Leben und Sterben konfrontiert werden. Er fordert zum Nachdenken über den Umgang mit der Natur und die Widersprüche des Fleischkonsums auf.

Dienstag, 13. Dezember

Bayerisches Fernsehen, 10.50 Uhr
Welt der Tiere
Die Pistenbären von Whistler
Michael Allen ist Ranger und kennt die Bären von Whistler, der Olympiastadt 2010, wie kein Zweiter: von der Bärengang, die auf der Bobbahnbaustelle wohnt, bis hin zu den dominanten Männchen Pit, Timmy und Slumber. Angelika Sigl und ihrem Team ist ein unterhaltsamer, informativer und spannender Film über das Leben ganz besonderer Schwarzbären und ihres „Beschützers“ Michael Allen gelungen. Keiner kennt die Bären von Whistler so gut wie der Ranger Michael Allen. Jeder Bär hat seinen Namen, Michael kennt seinen Charakter und seine Vorlieben. Da gibt es die nachlässige Jeany, die gerne mal ihre Kinder in den Bäumen vergisst, und der es bisher nur selten gelang, ihren Nachwuchs großzuziehen. Oder Bella, die sanfte junge Mutter, die ein braunes und ein schwarzes Junges hat. Slumber ist der älteste und dominanteste Bärenmann auf den Whistler- und den Blackcoumb-Mountains. Am meisten ans Herz gewachsen ist dem Ranger aber Marissa, eine 22-jährige Bärin, der Mike bei seinem ersten Besuch in den Whistlerbergen vor 16 Jahren begegnete. Im Mai 2009 macht er sich, wie jedes Jahr im Frühling, auf die Suche nach ihr. Das Filmteam ist dabei, wie Bärenmütter ihren Nachwuchs vor Gefahren schützen und ihn lehren, auf den Pisten zu leben. Vor allem aber erfährt es mehr über das Schicksal der Lieblingsbärin von Michael Allen, Marissa und ihrem Nachwuchs.

3sat, 13.15 Uhr
Im Tal der Adler
Zwischen Vancouver und dem Bergort Whistler liegt das Tal des Squamish River. Dort spielt sich Ende Januar alljährlich ein besonderes Naturschauspiel ab.
Hunderte von Weißkopfseeadlern aus ganz Nordamerika treffen sich in Brackendale, um vom letzten Laichzug der Lachse im Jahr zu profitieren. Ein Schlemmermahl für die Giganten der Lüfte. Doch um 1960 waren die Weißkopfseeadler beinahe ausgerottet. Jäger und vor allem der Gebrauch des Insektizides DDT hatten diese nur in Nordamerika vorkommende Adlerart fast ausgelöscht. Dabei haben die imposanten Vögel gerade für Amerika besonderen Symbolcharakter: Der Weißkopfseeadler ist das Wappentier der USA. Der Verzicht auf DDT und strikter Schutz haben den majestätischen Greifvögeln mittlerweile ein Comeback beschert – in ihrem wichtigsten Verbreitungsgebiet in der Fjordwelt am Pazifik zwischen British Columbia, Kanada und Alaska sind sie wieder zahlreich zu finden. Seit mehr als drei Jahrzehnten kümmert sich der Tierschützer und Künstler Thor Froslev im kleinen Ort Brackendale um den Erhalt der Adler. 3769 Adler wurden im Rekordjahr 1994 gezählt. Doch die spärlicher werdenden Lachse und in manchen Jahren auch Kälte und Blizzards bedrohen das Treffen der Vögel. Seit Jahrtausenden war dieses Schauspiel für die First Nations der Region ein wichtiges Ereignis und prägte die Kultur der Squamish.

Mittwoch, 14. Dezember

Bayerisches Fernsehen, 10.50 Uhr
Welt der Tiere
Kraftprotze im Urwald – Europäische Bisons
Während des Sommers sind sie im dichten Urwald kaum zu entdecken, obwohl sie die größten Tiere sind, die in Europa leben: Europäische Bisons, auch bekannt als Wisente. Im Winter stehen die Chancen besser. Im frischen Schnee sind ihre Fährten nicht zu übersehen und weit hinten zwischen den Bäumen lassen sich ihre massigen schwarzen Silhouetten erkennen – noch höher gewachsen als ihre amerikanischen Verwandten. Wisente sind Wildrinder, aber in ihrem Verhalten und in ihrer Scheu ähneln sie mehr dem Rotwild. Sie leben im Schutz eines Urwaldes an der polnisch-weißrussischen Grenze, und diesen Schutz benötigen sie so dringend wie kaum eine andere Tierart. Ganze sechs Tiere dieser Art hatten die Jagd und den Hunger der Menschen nach dem Ersten Weltkrieg überlebt. Ein einziger Bulle ist der Stammvater aller heute lebenden Europäischen Bisons, von denen mittlerweile wieder über 1.000 Tiere osteuropäische Urwälder durchstreifen. Filmautor Felix Heidinger macht sich auf die Suche nach den Wisenten. Denn nachdem die Jagd auf sie verboten und ihr Lebensraum geschützt wurde, ist eine neue Bedrohung aufgetaucht: Eine geheimnisvolle Krankheit befällt die Stiere und macht sie zeugungsunfähig.

Donnerstag, 15. Dezember

Bayerisches Fernsehen, 10.50 Uhr
Welt der Tiere
Das vergessliche Eichhörnchen
Filmautor Uwe Müller berichtet vom Umgang der Eichhörnchen mit Futter, das sie als Vorrat verstecken, jedoch nicht immer wiederfinden, wodurch sie mitunter zu Pflanzern von Bäumen werden. Die scheuen Eichhörnchen leben in den Wäldern, doch wenn sie Zutrauen zu den Menschen gewonnen haben, trifft man sie auch in Stadtparks an. Ständig sind sie auf Futtersuche, und was sie nicht gleich fressen können, legen sie als Vorrat an. Dabei werden sie oftmals von anderen Tieren beobachtet. Rabenkrähen, aber auch Eichelhäher versuchen, ihnen ständig etwas abzuluchsen. Doch die Verluste sind für die Hörnchen gering, und so wuseln sie unbeirrt weiter. Es ist ein ständiges Suchen, Wiederfinden und Verstecken. Aber Eichhörnchen sind mitunter vergesslich und finden eine Vielzahl ihrer Verstecke nie mehr wieder. So werden sie zu Pflanzern der Parks und Wälder.

3sat, 14.10 Uhr
Unsere wilde Schweiz: Das Vanil Noir
Nahe der Heimat des berühmten Gruyère-Käses thront das Juwel der Voralpen: das Vanil Noir. Der Gipfel zählt nicht zu den höchsten Bergen der Schweiz, besticht aber durch die wilde Schönheit. Mit seiner außergewöhnlich vielfältigen Flora und der reichhaltigen Fauna formt der 2.389 Meter hohe Gipfel an der Grenze zwischen den Kantonen Freiburg und Waadt das Herz eines Naturschutzgebietes – ein Geheimtipp für Wanderer und Naturliebhaber. Wildhüter Patrick Romanens macht sich auf Steinbocksuche. Die Population mit gut 200 Tieren hat er stets im Auge und erklimmt dafür die höchsten Lagen. Der nicht ungefährliche Aufstieg auf das Vanil Noir lohnt: Ein atemberaubendes Panorama und eine nur noch selten anzutreffende Stille lassen die Zeit vergessen – weit oben, wo auch die Bounets Rodzos, die Kobolde, wohnen. Sie sind es, die all die Schönheit geschaffen haben. Davon ist jedenfalls Bergführer und Legendenspezialist Cyrille Cantin überzeugt und mahnt ganz in ihrem Sinne zum Erhalt der noch intakten Natur.

3sat, 17.40 Uhr
Wunderwelt Schweiz: Winterliches Graubünden
Graubünden im Winter, das heißt für viele Pistenspaß und Après-Ski-Vergnügen. In der Natur herrscht jedoch wegen Kälte, Schnee und Eis ein ständiger Kampf ums Überleben. Ob Steinbock, Murmeltier oder Kreuzotter, sie alle haben sehr unterschiedliche Strategien, um die Eiseskälte des Alpenwinters zu überstehen. Der Film erzählt erstaunliche Geschichten aus dem winterlichen Graubünden und zeigt prächtige Landschaftsaufnahmen. Bei den Murmeltieren lautet die Strategie: Fett anfressen und die kalte Jahreszeit schlafend überstehen. Dieser Winterschlaf ist jedoch nicht mit dem erholsamen Schlaf in der Nacht zu vergleichen – er ist vielmehr eine lebensbedrohliche Notsituation. Forscher haben herausgefunden: Wenn Murmeltiere nicht manchmal aus dem Winterschlaf erwachen und „richtig“ schlafen, dann sterben sie. Verblüffend auch die Überlebenstaktik der Steinböcke. Obwohl sie im Hochgebirge leben, scheinen sie keinen Schnee zu mögen. Sie gehen ihm aus dem Weg, wo immer sie können. In den kalten Winternächten sinkt zum Energiesparen ihre Körpertemperatur in den Beinen auf bis zu 15 Grad Celsius. Was für andere Tiere den Tod durch Erfrieren bedeuten würde, ist für den Steinbock möglich – eine Fähigkeit, die ihm das Überleben sichert. Doch auch der härteste Winter ist irgendwann einmal zu Ende, und die Natur atmet auf. Dies wird am deutlichsten beim Anblick von Gamsen, die voller Lebensfreude mit verrückten Sprüngen die Ankunft des Frühlings zu feiern scheinen. Die Murmeltiere haben für so etwas keine Zeit. Ihr Sommer ist oft so kurz, dass die Männchen die noch schlafenden Weibchen begatten. Für sie sind Frühling und Sommer nichts anderes als Vorbereitungszeit für den nächsten Überlebenskampf im Graubündner Winter. Die Schweiz braucht sich hinter den exotischen Landschaften dieser Welt nicht zu verstecken. So klein sie auch ist, ihre abwechslungsreiche Natur ist einzigartig und steckt voller Wunder. Die Reihe „Wunderwelt Schweiz“ porträtiert vier verschiedene Regionen der Schweiz.

Freitag, 16. Dezember

3sat, 12.15 Uhr
Tierliebe – warum darf jeder einen Hund kaufen?
Die Deutschen lieben Hunde, aber vielen Tieren bekommt das nicht gut. Vierbeiner leiden, weil ihre Halter keine Ahnung von Hundeerziehung haben. Ist die vermeintliche Tierliebe vieler Hundehalter purer Egoismus? Was macht die Beziehung zwischen Mensch und Hund so besonders – und was braucht es, damit sie gelingt? Der Film begibt sich auf die Suche nach Antworten. Gerade in der Coronapandemie wurden zahlreiche Hunde angeschafft, um Einsamkeit oder Langeweile der Menschen zu lindern. Viele von ihnen sitzen mittlerweile im Tierheim, weil sie den falschen Erwartungen nicht entsprachen. Der Film zeigt, mit welchen Tricks skrupellose Händler Hundewelpen im Internet verkaufen, trifft Tierschützerinnen und -schützer, die Hunde nach schlechten Erfahrungen therapieren, sowie eine Trainerin, die Mensch und Hund zu einer guten Beziehung verhelfen möchte.

3sat, 13.25 Uhr
Phinda – Land der Geparde
Das Wildreservat Phinda in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal gilt als eine wahre Drehscheibe für die Wiederansiedlung für Geparden in Südafrika. Der Film untersucht, welche Erhaltungsmaßnahmen des Wildlife Managements zu diesem Erfolg geführt haben. Dazu gibt es Interviews mit den verantwortlichen Reservats-Managerinnen und -Managern und Gepard-Expertinnen und -Experten. Von Phinda aus – was in der Sprache der Zulu „Rückkehr“ bedeutet – wurde die Wiederansiedlung der faszinierenden Raubkatze in zahlreichen Wildreservaten ermöglicht. Phinda ist damit auch ein Garant für die Erhaltung eines lebensfähigen Gen-Pools. Schon der Name Phinda steht für die Rückkehr der Wildnis und insbesondere lokal ausgerotteter Tierarten. Dieses Wildreservat liefert damit ein wichtiges und weithin anerkanntes Modell für Naturschutz.

Samstag, 17. Dezember

arte, 10.20 Uhr
Macht und Pracht des Waldes
Die dreiteilige Dokumentation taucht in die Naturgeschichte Europas ein und zeigt, wie sich die Tierwelt von der letzten Eiszeit bis heute über den Kontinent ausbreiten konnte. Paris, Champs-Elysées: Vor 8.000 Jahren erstreckten sich hier endlose Wälder. Jedes Fleckchen Erde auf unserem Planeten zeugt von einer langen Geschichte. In dieser Folge geht es um das goldene Zeitalter des Waldes. Als die Eismasse, die halb Europa bedeckte, wegen der Klimaerwärmung schmolz, verschwanden Millionen Kubikmeter Eis im Meer. Innerhalb weniger Jahrhunderte breiteten sich die Bäume über den ganzen Kontinent aus. Ungestört von den Menschen, die in kleinen Gruppen als Jäger und Sammler lebten, konnte sich die Natur über 6.000 Jahre lang im Rhythmus der Jahreszeiten entfalten. Vor 20.000 Jahren erstreckte sich in Europa ein Reich aus Eis und große Wildtierherden kämpften mit dem eisigen Klima. Rentiere gehören zu den in großer Zahl vorkommenden Arten der letzten Kaltzeit. In riesigen Herden durchstreifen sie den europäischen Kontinent. An den Ufern des Mittelmeeres behaupten sich winzige Grünflächen. Inmitten der Zeiten des Eises existiert eine andere Welt: die Welt der Wälder. Die Eismasse, die halb Europa bedeckt hatte, wird durch eine neue Klimaerwärmung dezimiert. Das Eis, das sich im Laufe von 80.000 Jahren angesammelt hat, stürzt in sich zusammen und verschwindet im Meer. Der europäische Kontinent ist nun von Bäumen übersät. Es ist das goldene Zeitalter des Waldes, der sich vom Atlantik bis zum Ural und vom Mittelmeer bis zum Baltikum erstreckt. Die üppige Natur ernährt Mensch und Tier im Rhythmus der Jahreszeiten. Im Frühjahr beginnt für Wolfs- und Fuchswelpen, Rehkitze, Fohlen, Bären- und Bisonjunge die Zeit des Lernens. Im Herbst legen die Waldbewohner Vorräte an und bereiten sich auf den Winter vor. Die kalte Jahreszeit ist wie eine kleine Eiszeit: Tiere und Pflanzen harren aus, bis im nächsten Frühjahr das Leben neu beginnt. In heute unvorstellbarer Nähe bewohnen Mensch und Tier gemeinsam den Wald. Die Jäger und Sammler leben im Einklang mit der Natur und den Ressourcen des Waldes: Der ökologische Fußabdruck, den sie hinterlassen, ist minimal. Jahrhunderte und Jahrtausende vergehen. Im Schatten der alten Baumkronen bildet sich im regengesättigten Boden fruchtbarer Humus. Insekten beginnen mit der Zersetzung umgestürzter Bäume, aus denen später neuer Erdboden entsteht. Doch die „goldene“ Zeit der Waldbewohner ist begrenzt: Bald werden die ersten Bäume unter den Schlägen von Steinäxten fallen, Vögel fortziehen und Hirsche verschwinden.

Sonntag, 18. Dezember

Phoenix, 10.30 Uhr
Tierkinder der Wildnis
Usana, die Gepardin
Usana ist die jüngste Bewohnerin des Waterberg-Plateaus im Süden Afrikas. Die junge Gepardin muss lernen, wer in der Savanne Freund oder Feind ist und ein ebenso wendiger Jäger wie ihre Artgenossen werden. Geparden sind vom Aussterben bedroht. Auf knapp 7.000 Exemplare wird ihr Bestand in ganz Afrika geschätzt. Gerade einmal fünf Prozent aller Jungtiere überleben in der Wildnis. Usanas Chancen jedoch stehen recht gut: Ihre Mutter Umzali hat bereits mehrere Würfe aufgezogen und vollzählig ins Erwachsenenleben entlassen. Damit zählt sie zu den wenigen Gepardenmüttern, die bisher keines ihrer Kinder verloren haben. Nun muss sie Usana und ihre drei Brüder versorgen, sie rund um die Uhr schützen und schrittweise auf das raue Leben in der Savanne vorbereiten. Eine einsame Aufgabe: Gepardenweibchen bleiben bis zur Paarung allein und ziehen auch die Jungen allein auf. Damit die Kinder nicht zur Beute anderer Raubtiere werden, bringt die Mutter sie nach jeweils wenigen Tagen an einen anderen Ort. Eine Notwendigkeit, die erst einfacher wird, wenn die Welpen selbst mobiler werden. Geschwindigkeit wird später einmal ihre wichtigste Fähigkeit sein: Geparden gelten als extrem geschickte Jäger, die in nur drei Sekunden ein Tempo von mehr als 90 Stundenkilometern erreichen können. Doch Usana muss für ihr Leben in der Wildnis doppelt so hart trainieren wie ihre Brüder. Die männlichen Geparden werden immer als Team zusammenbleiben und einander unterstützen. Das weibliche Junge dagegen erwartet das Schicksal, sich als Einzelkämpferin durchschlagen zu müssen ein ganzes Gepardenleben lang.

TV-Programm 19.12.2022 - 25.12.2022

Montag, 19. Dezember

3sat, 9.20 Uhr
Unsere wilde Schweiz: Das Oberengadin
Die Landschaft um die Engadiner Seenplatte bietet Superlative: die höchste Schifffahrtslinie Europas, die größte Steinbock-Population der Schweiz, die ältesten Zirbelkiefern Graubündens. Rund um die Seen und auf den höher gelegenen Bergwiesen, Hochmooren und Gipfelfelsen tummelt sich alles, was in der Flora und Fauna der Alpen Rang und Namen hat: Enzian und Edelweiß, Steinbock und Murmeltier, jahrhundertealte Zirbelkiefern. So kurz der Sommer hier ist, so gewaltig weiß er sich zu inszenieren: eine Symphonie aus Farben und Formen, aus dem plötzlich explodierenden Grün der Almen, gesprenkelt mit der weiß schäumenden Gischt schmelzwasserführender Wildbäche.

Dienstag, 20. Dezember

3sat, 9.05 Uhr
Unsere wilde Schweiz: Das Vanil Noir
Film von Anja Glücklich
Nahe der Heimat des berühmten Gruyère-Käses thront das Juwel der Voralpen: der Vanil Noir. Er gilt nicht als einer der höchsten Berge der Schweiz, besticht aber durch die wilde Schönheit. Wildhüter Patrick Romanens nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf seine Steinbocksuche. Die Population mit gut 200 Tieren hat er stets im Auge und erklimmt dafür die höchsten Lagen. Der nicht ungefährliche Aufstieg auf den Vanil Noir lohnt: Ein atemberaubendes Panorama und eine nur noch selten anzutreffende Stille lassen die Zeit vergessen – weit oben, wo auch die Bounets Rodzos, die Kobolde, wohnen. Sie sind es, die all die Schönheit geschaffen haben. Davon ist jedenfalls Bergführer und Legendenspezialist Cyrille Cantin überzeugt und mahnt ganz in ihrem Sinne zum Erhalt der noch intakten Natur.

3sat, 10.00 Uhr
Von Sibirien nach Japan
Wildes Kamtschatka
Mit Klaus Scherer durch ein vergessenes Paradies
Kaum ein Tourist verirrt sich auf die Halbinsel Kamtschatka. Noch vor wenigen Jahren wäre ein Besuch gar unmöglich gewesen. Der östlichste Teil Russlands war bis 1991 militärische Sicherheitszone und absolutes Sperrgebiet. Auch heute ist es mit vielen Mühen verbunden, hier herzureisen. Dabei ist der abgelegene Flecken Erde wirklich einen Besuch wert. Wilde unberührte Natur, bizarre Vulkane und Bewohner, die der Abgeschiedenheit ebenso trotzen wie dem Kalten Krieg, das ist Kamtschatka. Die Halbinsel zählt viele heißen Quellen und über 160 Vulkane, darunter auch ca. 28 noch aktive. Teile der gewaltigen Urlandschaft wurden von der Unesco zum Welterbe erklärt. Diese sechs Naturparks in der südlichen Hälfte der Halbinsel werden pro Jahr nur von wenigen tausend Menschen besucht. So ereignen sich die meisten Vulkanausbrüche unbeobachtet. Sehr, sehr selten kommt es zu Opfern unter der Bevölkerung. Dafür ist Kamtschatka einfach zu dünn besiedelt. Im ersten Abschnitt der 4.000 Kilometer langen Route besucht der Autor Klaus Scherer traditionelle Nomaden in den Bergen und ein Tanzensemble sibirischer Ureinwohner. Er blickt mit hartgesottenen Hubschrauberpiloten in die mächtigsten Vulkankrater des Kontinents und spricht im Militärhafen Petropawlowsk mit dem Beichtvater der russischen Atom-U-Boot-Flotte. Entstanden ist ein Film, nah an den Menschen, mit atemberaubenden Bildern.

3sat, 11.00 Uhr
Wildes Japan: Tropenstrand und Bärenland
Film von Thoralf Grospitz und Jens Westphalen
Kyushu ist die südlichste Hauptinsel Japans. Auf ihr herrscht ein subtropisches Klima. Fernab von tropischen Sümpfen lernen mehr als 3.000 Kilometer weiter nördlich auf der Insel Hokkaido kleine Bärenjungen fürs Leben. Auf Schritt und Tritt folgen sie ihrer Mutter, die ihnen zeigt, welche Pflanzen genießbar sind und wie man es am besten anstellt, einen Sikahirsch zu erbeuten. Und das Wichtigste: Wo sind im Herbst die dicksten Lachse zu fangen? Denn nur mit einer ausreichenden Fettschicht auf den Rippen können die Braunbären den harten Winter im Norden Japans überleben. Während im Süden noch die wärmende Herbstsonne die Ahornwälder in ein goldenes und feuerrotes Farbenmeer verwandelt, lässt der erste Frost Hokkaidos Natur erstarren. Nur die durchdringenden Rufe der Singschwäne hallen noch über das Land. Ein Land, das man zu Recht als „Wildes Japan“ bezeichnet.

3sat, 22.25 Uhr
Schweizer Hundegeschichten (1/2)
Der Bernhardiner vom Grossen Sankt Bernhard – weit mehr als ein Mythos Die zweiteilige Dokumentationsreihe erzählt von der Jahrtausende alten, tiefen Verbundenheit und der bedingungslosen Liebe zwischen Hund und Mensch. Porträtiert werden besonders bemerkenswerte Hunde und ihre Menschen. Hunde, die fernab vom lauten Menschentrubel für Seelenheil und Sicherheit sorgen. Der Bernhardiner, ein treuherziger Blick und ein Fässchen um den Hals. Wer kennt ihn nicht, der Nationalhund aus der Schweiz. Bernhardiner, der Schweizer Nationalhund hat vor allem seine Bekanntheit dem berühmten Barry I, zu verdanken, der in seinem Hundeleben vierzig Menschenleben gerettet hat. Daher ist es auch heute noch in den Köpfen der Schweizer, dass er als Lawinenhund unzählige Menschenleben rettet. Doch dies ist schon lange nicht mehr so. Der heutige Bernhardiner ist viel zu groß und zu schwer für die Lawinensuchhunde. Daher hat er eine neue Aufgabe bekommen, nämlich als Sozialhund.

Mittwoch, 21. Dezember

3sat, 6.35 Uhr
Schweizer Hundegeschichten (2/2)
Berner Sennenhunde
Die neue DOK-Serie portraitiert folgende Bernhardinerhundebesitzer: Die Heilpädagogin Claudia Müller mit den Bernhardinerhunden Alba & Halix und dem Wolfshund Tarek. Toni Britschgi der Gastronom mit Emma, Sofie und Bubbel, die ihn auf seinem Gasthof tatkräftig unterstützen. Claudia Müller lebt mit ihren zwei Bernhardinerhunden, Alba, Halix und ihrem Wolfshund Tarek in einem kleinen Dorf namens «Fang» im Kanton Wallis. Claudia ist ausgebildete Heilpädagogin und hat sich in Richtung «tiergeschützte Interventionen» spezialisiert. Sie führt mit Ihrer Bernhardinerhündin verschiedene Sozialeinsätze in verschiedenen Einrichtungen, wie zum Beispiel dem Spital Brig durch. Toni Britschgi lebt mit seinen drei Bernhardinerhunden, Emma, Sofie und Bubbel in St. Antönien. Diese Gemeinde befindet sich auf 1450 Metern über Meer im Kanton Graubünden. In der unberührten Natur befindet sich der Michelshof. Dieses Berggasthaus ist die Existenz, welche er mit seiner Frau Käthi aufgebaut haben. Seit dem Tod seiner Frau Käthi führt er den Berggasthof Michelshof ganz alleine.

3sat, 9.05 Uhr
Unsere wilde Schweiz: Der Aletschgletscher
Film von Michael Gregor
Der Aletsch ist der größte Gletscher der Alpen: ein Eisgigant von magischer Schönheit. Seine einmalige Lage begeistert besonders Forscher und Künstler. Jetzt kämpft man gegen das Abschmelzen. Der Klimawandel macht dem Gletscher gewaltig zu schaffen: Der Eispanzer schrumpft jedes Jahr rund 50 Meter in der Länge und zwölf Meter in der Höhe. Sein Verschwinden bedroht nicht nur Landwirtschaft und Tourismus, sondern die gesamte Flora und Fauna. Der Masseverlust ist so dramatisch, dass als Erklärung eine natürliche Wetterschwankung allein nicht ausreicht. Kurzfristig beschert das im Überfluss vorhandene Schmelzwasser dem Vieh auf den sich ausdehnenden Almen üppiges Futter. Viele Pionierpflanzen nehmen den vom Eis freigegebenen Lebensraum in Besitz. Doch Bergführer Dominik Nellen sieht die Heimat seiner tierischen Lieblinge rapide zusammenschmelzen: Der Gletscherfloh ist die einzige Tierart, die dauerhaft auf dem Gletscher überleben kann. Naturschützer und Wissenschaftler reagieren auf die Herausforderung: Revierförster Peter Aschilier erprobt Methoden zum Schutz des Bergwaldes bei zunehmender Trockenheit. Der Fotograf und Biologe Carsten Brügmann dokumentiert die Anpassung von Orchideen an schwierige Umweltbedingungen. Die Wildbienenspezialistin Sabrina Gurten erforscht die Verschiebung der Lebensräume bestimmter Arten in die Höhe, deutliches Indiz der Klimaveränderung im Alpenraum. „Pro-Natura“-Aktivist Laudo Albrecht sieht auch das Überleben der Murmeltiere am Aletsch massiv gefährdet. Förster Christian Theler errichtet regelrechte „Totholzburgen“, um Hirschkäfern die Fortpflanzung zu erleichtern. Ihr Engagement hilft den außerordentlich vielfältigen Tier- und Pflanzenarten, den Klimawandel am Aletschgletscher zu überleben.

Donnerstag, 22. Dezember

3sat, 9.05 Uhr
Unsere wilde Schweiz: Das Verzascatal
Film von Marcus Fischötter
Das Verzascatal mit seinen pittoresken Dörfern und dem smaragdgrünen Fluss, der sich durch eine einzigartige Felslandschaft schlängelt, gilt als eines der schönsten Täler südlich der Alpen. Es ist ein raues, wildes Tal mit mächtigen Wasserfällen und seltenen Tieren. Durch seine Abgeschiedenheit konnte es bis heute viel von seiner Ursprünglichkeit bewahren. Obwohl der Tourismus immer wichtiger wird, pflegen die Bewohner weiterhin die alten Traditionen.

3sat, 10.00 Uhr
Roseggers Waldheimat – Ein Jahr im Zauberwald
Die Geschichten des Dichters und „Waldbauernbuben“ Peter Rosegger zählen bis heute zu den emotionalsten und beliebtesten Erzählungen rund um Weihnachten. Ausgangspunkt der Dokumentation ist eine der berühmtesten Weihnachtsgeschichten überhaupt, die davon erzählt, wie er sich als Junge im Wald verirrt und vorstellt, dass die Tiere in der Christnacht die menschliche Sprache reden könnten. Ausgehend von dieser Idee folgt Regisseur Klaus T. Steindl den Tieren der Region in verborgene Lebenswelten. Dabei lassen die einzigartigen Tieraufnahmen staunen – und schmunzeln… Im Winter eine Märchenlandschaft, im Sommer eine Region, um Geist und Seele zu erfrischen: So hat der Schriftsteller Peter Rosegger (1843-1918) seine „Waldheimat“ in seinen Werken verewigt. Die steirische Region in den Fischbacher Alpen, die Rosegger beschrieb, zählt noch heute zu den waldreichsten Gebieten Österreichs. Hier, inmitten unberührter Natur und großen Tierreichtums, führt der Film durch alle vier Jahreszeiten. Ausgangspunkt für Klaus T. Steindls Dokumentation ist eine der berühmtesten Weihnachtsgeschichten Roseggers überhaupt: Von ihrem Hof auf fast 1200 Metern Seehöhe wandert die Familie des „Waldbauernbuben“ am Weihnachtsabend zur Christmette ins Tal nach Sankt Kathrein. Dabei verirrt sich der kleine Bub im tiefen Wald: „Außer dem Rauschen des Windes in den Wäldern hörte ich nichts. Ich wusste nicht, wo ich war. Wenn jetzt ein Reh käme, ich würde es fragen nach dem Weg, vielleicht könnte es ihn mir weisen. In der Christnacht reden ja Tiere die menschliche Sprache …“ Tief verschneit können hier die Winter sein. Doch während sich die Rehe regelrecht einschneien lassen, toben die Fischotter im eiskalten Wasser: Ihr Pelz schützt sie bestens vor der Kälte. Im Frühling strotzt die Erde vor Feuchtigkeit. Noch sind die Bäume kahl und lassen das wärmende Sonnenlicht bis zum Boden des Waldes durch. Unter diesen Bedingungen explodiert die Natur: Am Fuße des Hochschwabs findet man dann Zigtausende von Krokusblüten, die den ganzen Wiesengrund mit Weiß oder Violett überziehen, und oft gar nicht weit davon entfernt dicht blühende Obstbäume – und in deren Schatten die scheuen Rehkitze. Der Sommer hat ein anderes Gesicht: kühlende Baumriesen, saftige Almen, übermütige Gamskitze auf den letzten Schneefeldern und träge Steinböcke am Hochschwab-Plateau. Im Herbst kehrt die Farbenpracht des Frühlings zurück – allerdings in anderen Tönen: Nun herrschen Gold-, Gelb- und Brauntöne vor. Der Film von Klaus T. Steindl führt durch ein ganzes Kalenderjahr in der Waldheimat. Steindl hat eine Rehgeiß übers Jahr beobachtet, die in diesem Zeitraum ihr Kitz bis zur Selbstständigkeit bringen muss. Bricht wieder der Winter an, muss das kleine Reh gelernt haben, eigenständig über die Runden zu kommen; denn wenn die Geiß im kommenden Frühjahr erneut Nachwuchs haben wird, dann ist an ihrer Seite kein Platz mehr für das nun bereits erwachsene „Kleine“. Vieles davon hat auch Peter Rosegger in seinen Büchern beschrieben. Über 100 Jahre sind seitdem vergangen, doch der besondere Zauber der Waldheimat hält immer noch an.

Freitag, 23. Dezember

3sat, 11.00 Uhr
Im Zauber der Wildnis – Alaskas Majestät: Der Denali Nationalpark
Ein ZDF-Team reiste für ein Jahr in den spektakulären Denali-Nationalpark. Dort begleiteten sie Ranger, Forscher und junge Leute, die das Abenteuer suchen. Barack Obama machte sich im Denali ein Bild davon, wie der Klimawandel spürbar wird – was sind heute die Herausforderungen für diesen besonderen Park? Die ZDF-Reihe fragt in Alaska nach der Zukunft der großen Nationalparks. Er verschlägt jedem Betrachter den Atem. Weithin sichtbar ragt der Denali mit seinen fast 6200 Metern aus der Alaska Range heraus. Der höchste Berg Nordamerikas ist Namensgeber für einen der spektakulärsten Nationalparks der Welt. Barack Obama hat dem riesigen Gipfel seinen ursprünglichen Namen zurückgegeben: Aus dem Mount McKinley wurde wieder der Denali – was in der Sprache der Athabasken-Indianer „Der Hohe“ bedeutet. Vor über 100 Jahren wurde die Nationalpark-Idee in Amerikas Westen geboren, damals lebten eine Milliarde Menschen auf der Erde, und die Parks luden sie ein, sich an der Schönheit der Schöpfung zu erfreuen. Heute, mit über sieben Milliarden Menschen auf der Erde, wandelt sich auch die Rolle der Schutzgebiete. Die Filmemacher schauen ein Jahr lang hinter die Kulissen des Denali-Nationalparks und fragen nach der Zukunft der großen Parks. Und sie treffen Menschen, die die Schöpfung der Natur für ein neues Jahrtausend und seine Herausforderungen bewahren wollen. Denny Capps, Chefgeologe des Parks, macht sich Sorgen wegen der Klimaerwärmung. Durch die steigenden Temperaturen taut der Permafrostboden, der weite Teile des Nationalparks bedeckt. Mit dramatischen Folgen: Gerade wurde die Park Road, die einzige Straße, die in den Nationalpark führt, von einem großen Erdrutsch verschüttet. Davyd Betchkal leitet ein einzigartiges Projekt im Nationalpark. Der Physiker will die Geräusche der Einsamkeit beschützen. Und er schlägt Alarm: Selbst mitten im Nationalpark gibt es immer mehr „Geräusch-Verschmutzung“, vor allem durch Flugzeuge und Helikopter, das zeigt sein über den gesamten Nationalpark installiertes Netz von Sound-Aufnahmestationen. Patricia Owen hat ein ganz anderes Problem. Die Biologin ist die Hüterin der Grizzlybären rund um den Denali. Doch ihre Bären überschreiten immer wieder die Parkgrenzen und begeben sich damit in Lebensgefahr. Denn außerhalb des Parks dürfen sie gejagt und getötet werden. Der Grizzlybär ist die Nummer eins der „Big Five“, der „Großen Fünf“ des Parks. Bären, Wölfe, Elche, Karibus und Dall-Schafe tummeln sich zahlreich in dem Gebiet, das mit seinen rund 25.000 Quadratkilometern größer ist als Mecklenburg-Vorpommern. Die hohe Tierdichte, die Mischung aus Wäldern, Tundra und Gletschergebieten locken pro Jahr fast 400.000 Besucher in den Park. So auch Frank Stelges aus Essen, der hier mehrere Monate lang den „Big Five“ auf der Spur ist. Der Denali, Alaskas Majestät, hat nach wie vor eine ungeheure Anziehungskraft, vor allem für junge Abenteurer. Sie fasziniert auch die Geschichte von Millionärssohn Christopher McCandless, der 1992 die Wildnis suchte und auf tragische Weise mitten im Park ums Leben kam und dessen Schicksal im Hollywoodfilm „Into the Wild“ verewigt wurde. Viele suchen heute in der Wildnis Alaskas Frieden, physische Herausforderung oder sich selbst. Weitab von jeglicher Zivilisation, dem Wetter und der unwirtlichen Landschaft ausgesetzt, begeben sich immer wieder Wanderer in Lebensgefahr und müssen gerettet werden. Der Grat zwischen fröhlichem Abenteuer und Katastrophe ist in Alaskas Weiten extrem schmal. Der Film macht in großen Bildern und moderner Grafik die Faszination des Denali-Nationalparks im Verlauf eines Jahres spürbar und nimmt die Zuschauer mit zu Orten, die Besuchern sonst verborgen bleiben. Die ZDF-Reihe „Im Zauber der Wildnis“ widmet sich den Chancen der Parks für die Herausforderungen unserer Zeit.

Samstag, 24. Dezember

arte, 12.40 Uhr
Die unberührte Wildnis der Pyrenäen
Der Bär, König der uralten Wälder
Die Doku begibt sich auf Spurensuche in der Tierwelt der Pyrenäen. Die Gebirgskette an der Grenze zu Spanien ist eine der unberührtesten Berglandschaften Frankreichs, in der noch ein Großteil der bedeutenden Tierarten Europas lebt. Überall, wo der Mensch ihnen noch ein wenig Lebensraum gelassen hat, kann man sie mit etwas Glück aufspüren: Braunbär, Auerhuhn, Königsadler, Bartgeier, Pyrenäen-Gämse oder Raufußkauz. Wie auf einer Expedition dient die Suche nach der südeuropäischen Fauna auch als Vorwand, die facettenreiche Landschaft der Pyrenäen ausgiebig zu durchkämmen. An verborgenen Orten, die sich die Natur zurückerobert hat, lassen sich auf leisen Sohlen die Geheimnisse der Wildnis entdecken. Der Protagonist der zweiten Folge ist kein anderer als der König der uralten Wälder höchstpersönlich: der Braunbär. Während die Streifzüge des Braunbären durch die dichtbewaldeten Höhen hautnah mitverfolgt werden, erstreckt sich vor den Augen der Zuschauerinnen und Zuschauern der beeindruckende Artenreichtum dieser Berglandschaft. Die Dokumentation zeigt das Schicksal der Bärenmutter Caramelle mit ihren zwei Jungen wenige Wochen, bevor sie von einem Jäger erlegt wurde.

Sonntag, 25. Dezember

Phoenix, 20.15 Uhr
Weihnachten in der Wildnis
Hoch im Norden überzuckert Frost das Land, schon fällt der erste Schnee und taucht die Welt in feierliche Stille – für viele bedeutet die Weihnachtszeit eine Zeit der Ruhe, selbst für Pflanzen und Tiere… oder doch nicht? Während sich die Sonne im Norden rarmacht und außer Dunkelheit vielerorts auch noch Eiseskälte herrscht, befindet man sich südlich des Äquators im Hochsommer. Wo auch immer man die Zeit rund um Weihnachten verbringt, wer den Alltagsstress einmal hinter sich lässt und einige Schritte in die Wildnis wagt, wird überall auf der Erde etwas Besonderes entdecken: O du schöne, wilde Weihnachtszeit! Zur Weihnachtszeit sollte man sich in den nordamerikanischen Badlands warm anziehen: Der Wind treibt Schnee- und Eiskristalle über die kargen Ebenen South-Dakotas. Gegen die Kälte schützt die Bisons ihr dichtes Fell, der Winter bedeutet für sie dennoch eine harte Zeit. Sie müssen die letzten Gräser unter der Schneedecke ausgraben, um den gröbsten Hunger zu stillen. Auch die Bisons im Yellowstone Nationalpark versinken teils metertief im Schnee – doch ihnen bietet ihre Heimat zur Erholung ein kleines „Wellness-Programm“: Der Park ist berühmt für seine heißen Quellen und Geysire, von denen auch die Wildtiere profitieren. Rund um Weihnachten nehmen die Bisons im Yellowstone gerne mal ein Dampfbad. An den Seitenarmen des Amazonas herrscht zur Weihnachtszeit Sommer – Geschenke gibt es dennoch, darum kümmern sich die leuchtend gelben Schwefelfalter-Männchen. An den Lacken am Ufer treffen sich die Falter zu Tausenden und trinken das mineralienreiche Wasser- nicht nur, um ihren Durst zu stillen. Die meiste Flüssigkeit scheiden sie rasch wieder aus, nur die wertvollen Salze behalten sie im Körper. Sie werden den weiblichen Faltern als „Hochzeitsgeschenk“ übergeben, vermutlich entwickeln sich die Eier dank der Mineralien besser. Ziemlich feucht wird rund um Weihnachten in Brasiliens zentraler Savannenlandschaft, der Cerrado: Zur Regenzeit bleibt kaum ein Auge trocken. Ständig sind die Kaninchenkäuze damit beschäftigt, ihr Federkleid von Nässe zu befreien. Für die bodenbewohnenden Eulen ist es dennoch eine gute Zeit: Ihre Jungtiere können lernen, Insekten zu fangen – davon gibt es gerade jetzt reichlich. Das Prinzip Heuschrecken-Jagd haben die jungen Käuze recht schnell begriffen. Doch wie, bitteschön, sollen sie mit diesem riesigen, Chitin-gepanzerten Käfer umgehen? Schneezeit anstatt Regenzeit herrscht im kanadischen Winter: Wenn die Meisenhäher am Yukon brüten, türmen sich noch Schneemassen auf den Bäumen – von Frühling keine Spur. Auf dem Nest zu sitzen wird zur frostigen Angelegenheit – doch die Vögel sind schlau, denn im Winter zu brüten bietet einige Vorteile, zumindest wenn man vorgesorgt hat: Schon im Vorjahr haben die Vögel tausende Futterdepots unter der Rinde von Bäumen angelegt. Die Reserven helfen ihnen jetzt, die eisige Brutzeit gut zu überstehen. Ihre Küken werden als erste im Wald zur Welt kommen – ein enormer Entwicklungsvorteil im hohen Norden, wo die Sommer kurz sind. An „weiße Weihnachten“ erinnern im Osten Tasmaniens allerhöchstens einige Wallabys: Sie haben ein schneeweißes Fell. Nicht gerade die perfekte Tarnung im saftig-grünen Sommergras… Doch weil es auf der Insel südlich von Australien keine großen Raubtiere gibt, nimmt die Zahl der Albinos hier sogar zu. Eigentlich ein perfektes Weihnachts-Maskottchen, so ein kleines Känguru mit weißem Fell – südlich des Äquators. Vor der Küste Australiens, in der lichtdurchfluteten Unterwasserwelt des Great Barrier Reefs, übernimmt die Rolle des Christbaumes übrigens ein Tier, genauer gesagt: der Weihnachtsbaumwurm. Seine farbigen Tentakelkronen entfalten sich Unterwasser wie ein geschmückter Tannenbaum – wenn auch nicht nur zur Weihnachtszeit. Mitnehmen ins heimische Wohnzimmer lässt sich dieser nur ein bis zwei Zentimeter große „Baum“ allerdings kaum, denn seine auf Korallen gebauten Kalkröhren verlässt er zeitlebens nicht … Wo auch immer man die Zeit rund um Weihnachten verbringt, ob es tropisch warm ist, klatschnass oder arktisch kalt – wer den Alltagsstress einmal hinter sich lässt und einige Schritte in die Wildnis wagt, wird überall auf der Erde etwas Besonderes entdecken: O du schöne, wilde Weihnachtszeit!

Phoenix, 21.45 Uhr
Polarnacht – Skandinaviens Wildnis im Winter
Dieser Film entführt den Zuschauer in die zauberhafte Welt der Polarnacht im Norden Skandinaviens. Nördlich des Polarkreises ist die Sonne im Winter für lange Zeit unter dem Horizont verschwunden. Finsternis, eisige Temperaturen und stürmische Winde beherrschen das Land. In dieser extremen Welt der Dunkelheit und Kälte kommt die Natur jedoch erstaunlich gut zurecht. Pflanzen verändern ihren Stoffwechsel oder verstecken sich unter der Schneedecke, um nicht zu erfrieren. Manche Tiere blühen richtig auf, wie der Eisbär, andere halten Winterruhe, wie die Braunbären oder wandern zu Tausenden zu ihren Winterweiden, wie die Rentiere. Rentieraugen verändern sich, so dass sie selbst im Dämmerlicht gut sehen können. Erstaunliche Anpassungen des Blutkreislaufs und ein dichtes Winterfell schützen die Tiere selbst bei minus 40 Grad vor dem Erfrieren. Das gilt auch für Moschusochsen und Elche. Die Pflanzenfresser besitzen zudem ein besonderes Verdauungssystem, das ihnen hilft, auch mit magerer Kost durch den Winter zu kommen. Trotz bester Anpassung schaffen es aber nicht alle über den lebensfeindlichen Winter. Doch der Tod des Einen sichert das Überleben des Anderen. Für Raben, Adler, Vielfraß und Wölfe ist ein Kadaver ein Festmahl. Doch die Polarnacht bringt nicht nur Finsternis, Kälte und Gefahr – die Schönheit der Schneelandschaften kommt im langen, farbenprächtigen Dämmerlicht voll zur Geltung. Und wenn in dunkeln Nächten tanzende Nordlichter den Himmel erhellen, wirkt die Polarnacht ihren ganz eigenen Zauber.

TV-Programm 26.12.2022 - 01.01.2023

Montag, 26. Dezember

arte, 9.55 Uhr
Serengeti
Kreislauf des Lebens
Die dreiteilige Reihe liefert intime Einblicke in das Leben und die Schicksale der tierischen Protagonisten. In beeindruckenden Bildern begleiten die Kameras einzelne Wildtiere und Familienverbände beim Kampf ums Überleben. Geburt und Tod sind in der Serengeti allgegenwärtig. Elefanten betrauern den Verlust eines Familienmitglieds. Für Hyänen und andere Aasfresser ist ein Kadaver ein Glücksfall. Löwen sind selbst gefürchtete Jäger, mit vereinten Kräften strecken sie sogar eine große Giraffe nieder. Geburt und Tod sind allgegenwärtig. Elefanten betrauern den Verlust eines Familienmitglieds. Für Hyänen und andere Aasfresser ist ein Kadaver ein Glücksfall. Sie belauern auch den erfolgreichen Leoparden, der seine Beute, eine Antilope, kurzerhand hoch in die Baumkrone schleppt. Löwen sind selbst erfolgreiche und gefürchtete Jäger, mit vereinten Kräften strecken sie sogar eine große Giraffe nieder. Wo so viele hungrige Mäuler lauern, hilft den Gazellen nur schneller zu sein. Vor allem die jungen Kitze mit den staksigen Beinen sind in Gefahr. Es gehört ein wenig Glück dazu, um in der Serengeti zu überleben.

Dienstag, 27. Dezember

3sat, 19.30 Uhr
Im Zauber der Wildnis – Ein amerikanischer Traum: Der Yosemite Nationalpark
Der Yosemite-Nationalpark in Kalifornien ist einer der bekanntesten Nationalparks der Welt: spektakuläre Ausblicke, gewaltige Wasserfälle, uralte Mammutbäume – eine atemberaubende Natur. Doch die Insel der Wildnis inmitten des bevölkerungsreichsten Staates der USA ist bedroht. Vier Millionen Besucher rollen jedes Jahr durch die geschützte Wildnis. Die durstige Landwirtschaft saugt die knappen Wasservorräte aus den Seen und Reservoirs. Die Filmemacher Catharina Kleber und Christian Bock haben den rund 3000 Quadratkilometer großen Park mit seinen unzähligen Flüssen und Seen bereist, mit einer Vielfalt von mehr als 400 Wirbeltier- und über 1500 Pflanzenarten. Dabei spürten sie vor allem auch den Verbindungen zwischen Park und Außenwelt nach. Gerade an diesem Ort des Blauen Planeten wird nämlich deutlich, wie fragil das Gleichgewicht der Natur in Zeiten von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Ressourcen-Ausbeutung ist. Der Yosemite-Nationalpark lockt jährlich mehr als vier Millionen Besucher. Er ist nur wenige Hundert Kilometer entfernt von amerikanischen Städten wie Sacramento, San Francisco oder Los Angeles, deren Smog bis in den Park zieht. Ein erträgliches Gleichgewicht zwischen Wildnis und den Ansprüchen der Zivilisation zu wahren, ist daher eine der großen Herausforderungen für die Hüter des Yosemite-Nationalparks. Aber auch eine der zentralen Fragen der Wissenschaftler, die hier arbeiten: Wie viel Mensch verträgt die Natur? Um dieses Paradies zu schützen, greifen die Verantwortlichen dabei auch zu ungewöhnlichen Methoden. Sie arbeiten mit der Staatlichen Feuerwehr zusammen, die wiederum Häftlinge in ihre Arbeit einbindet. Dabei geht es nicht immer nur darum, Feuer zu verhindern. Nicht selten müssen sogar geplante Brände gesetzt werden, um die natürliche Entwicklung der Flora zu gewährleisten. Denn Naturschutz bedeutet auch, der Natur innerhalb gewisser Grenzen freien Lauf zu lassen. An anderer Stelle wiederum muss dieser Lebensraum scharf kontrolliert werden. Der staatliche Beauftragte für Wildtiermanagement ist im Jagdgebiet unterwegs und überprüft die Beute und Methoden der Jäger. Hydrologen und Mammutbaum-Forscher sorgen sich indes um die Tausende von Jahren alten Bäume. Denn sie sind bedroht von der Erderwärmung – und der schwankenden Wasserversorgung. Die Wissenschaftler gewähren einen Blick in ihre Arbeit, lassen sich von der Kamera begleiten bis in die Gipfel der Urweltriesen und zu den Gletschern des Parks. Dass dieser Zauber der Wildnis erhalten bleiben kann, trotz einer nicht immer gerade umweltfreundlichen Politik in den USA, davon ist der Naturschützer Pete Devine überzeugt: „Es ist egal, ob man Amerikaner ist oder Europäer. Alle verstehen, dass dies ein Teil von Amerika ist, den wir als wunderschön erkannt haben.“ Er fordert, ihn so zu erhalten, wie er ist, damit diese Region „für die Menschen im Jahr 2117 genauso schön ist wie heute für uns“.

Mittwoch, 28. Dezember

Bayerisches Fernsehen, 10.50 Uhr
Welt der Tiere
Löwe will gelernt sein
Mehrere Naturschutzorganisationen unterstützen in Simbabwe ein Projekt, mit dem in Gefangenschaft gezüchtete Löwen ausgewildert werden. Auf sogenannten „Lions Walks“ in der Wildnis lernen die Löwenjungen Schritt für Schritt ein Leben in Freiheit, bevor sie wieder vom Menschen entwöhnt und in die Wildbahn entlassen werden. Nach einer alten Buschmann-Legende waren Menschen und Löwen einst Freunde – bis ein Streit entbrannte. Noch heute schwelt der Konflikt zwischen Löwe und Mensch in Afrika. Vor hundert Jahren sollen dort noch fast eine halbe Million Löwen gelebt haben. Heute sind es weniger als 35.000. Wissenschaftler befürchten, dass die Raubkatzen schon im Jahr 2050 in Afrika ausgestorben sein könnten. Für Leigh Anne Webb ist das der Grund, dem Schutz der Löwen ihr Leben zu widmen. Sie arbeitet im Antelope-Park in Simbabwe. Dort betreibt die Löwenschutzorganisation Lion Encounter ein Projekt, mit dem sich die Zahl wilder Löwen wieder stabilisieren soll. Dafür werden Löwen in Gefangenschaft gezüchtet. Ihre Nachkommen sollen ausgewildert werden. Ein umstrittenes und nicht ungefährliches Projekt. Auch Leigh Anne wurde schon einmal von einem Löwen angegriffen. Angela Graas begleitete die engagierte Frau mit einem Filmteam und dokumentierte die Geschichte von den beiden Löwenjungen Segume und Kariba auf ihrem langen Weg, sich als Löwe zu behaupten und einen Weg zurück in die Herzen der Menschen zu finden.

Donnerstag, 29. Dezember

Bayerisches Fernsehen, 10.50 Uhr
Welt der Tiere
Dem Mähnenwolf auf der Spur
Der Biologe Rogério Cunha de Paula erforscht seit vielen Jahren das Leben der Mähnenwölfe in Brasilien. Andrea Rüthlein war mit einem BR-Team vor Ort. Der Mähnenwolf ist der größte Vertreter der Hunde in Südamerika. Sein Name täuscht, denn eigentlich ist er kein Wolf. Doch wohl wegen seiner Größe ist er Opfer jenes schlechten Rufs, den man mit den Geschichten um den „bösen Wolf“ verbindet. Auf über 90 Zentimeter langen Beinen durchstreift er die Savannen Zentral-Brasiliens. Aber diese fallen zunehmend Kaffee-, Soja- und Eukalyptusplantagen zum Opfer. Für den Mähnenwolf wird es immer enger, bei der Suche nach neuem Lebensraum verenden häufig Jungtiere auf der Straße. Vorurteile, Unkenntnis und Aberglaube der Einheimischen sind eine weitere Bedrohung für den charismatischen Jäger. Der Biologe Rogério Cunha de Paula erforscht seit vielen Jahren das Verhalten der Mähnenwölfe im Nationalpark Serra da Canastra und den umliegenden Farmen. Der Forscher weiß, dass nur in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung das Überleben des Mähnenwolfs langfristig gesichert werden kann. Denn bei den Farmern ist er als Hühnerdieb verschrien, obwohl er sich überwiegend von Früchten wie dem Wolfsapfel, von Schlangen und kleinen Nagern ernährt. Über 60 Mähnenwölfe hat der Biologe schon mit Sendern versehen, um mehr über die scheuen Einzelgänger zu erfahren. Farmer dürfen ihn bei Einfangaktionen begleiten und in Schulen versucht er, Kindern die Angst vor dem „großen bösen Wolf“ zu nehmen. In dem über 400 Kilometer weit entfernten Lazaristenkloster von Caraça ist der Mähnenwolf dagegen eine Attraktion, für die Besucher aus ganz Brasilien kommen. Nacht für Nacht wird er mit Fleisch gelockt, Nahaufnahmen sind die Belohnung für langes Warten.

Freitag, 30. Dezember

hr fernsehen, 10.30 Uhr
Winter in Ostpreußens Zauberwald
Wiedersehen mit der Rominter Heide
Auf seiner filmischen Reise durch die Rominter Heide im Nordosten Polens, nicht weit von Russland und Litauen entfernt, hat Wolfgang Wegner Land und Leute wiederentdeckt und Tiere beobachtet, die anderenorts in Europa längst verschwunden sind: Elche, Wölfe, Fischotter und sogar einen Luchs. Berühmt wurde die Rominter Heide durch ihre kapitalen Rothirsche, die Rominter Hirsche. Sie machten einst Ostpreußens Zauberwald zum bevorzugten Jagdrevier der preußischen Monarchen. Die Bauern in diesem Teil Polens leben noch mit den Jahreszeiten. Ende November, Anfang Dezember wird ein Schwein geschlachtet, das die Familien über den Winter bringt. Manche Frauen haben sich auf die Herstellung von Baumkuchen spezialisiert. In vielen Teilen Polens und auch im ehemaligen Ostpreußen hat die Herstellung von Baumkuchen eine lange Tradition. Auf der winterlichen Reise in die Rominter Heide begegnet Wolfgang Wegner Förstern und Waldarbeitern, einem Mann, der im ehemaligen Bahnhof von Szittkehmen lebt, dem Schweizer Jagdschriftsteller Andreas Gautschi, zwei jungen Leuten, die mitten im Wald eine kleine Pension betreiben und ihren Gästen köstliche Spezialitäten der Region servieren, und er begleitet polnische Grenzschützer, die, seitdem Polen Mitglied der Europäischen Union ist, die europäische Außengrenze bewachen. Sie durchschneidet die Rominter Heide, die Puscza Romincka.

Samstag, 31. Dezember

hr fernsehen, 6.40 Uhr
Wildes Island
Ein Zauberland mit gewaltigen Naturkräften
Die Insel aus Feuer und Eis übt einen magischen Reiz auf jeden Naturliebhaber aus – Island, eine Region voller Naturwunder, dicht unter dem nördlichen Polarkreis. Vulkane und weite Lavawüsten bilden einen Kontrast zu schier unendlichen Gletschern. Wie nirgends sonst in Europa findet man in Island spuckende Geysire, spektakuläre Wasserfälle, wilde Küsten und eine einmalige Tier- und Pflanzenwelt. Tiefe Fjorde – umrahmt von hohen und oft bizarren Bergketten – wechseln sich mit sanften und fruchtbaren Tälern ab. Weiß und Blau sind die traditionellen Farben Islands – Wasser und Eis. Nirgendwo kann man dieses Weiß und Blau besser erleben als in Islands berühmter Gletscherlagune Jökulsárlón. Doch Island ist auch bunt. Hochtemperaturgebiete zeigen sich in prächtigen Farben von Braun bis Schwefelgelb. Allerlei Thermalquellen, Schlammtöpfe und Fumarolen treiben hier ihr schwefelhaltiges Unwesen. Bei Walbeobachtungen an Bord von ehemaligen Fischkuttern erlebt man die sanften Riesen der Meere aus nächster Nähe. Islands intakte Natur mit seinen relativ sauberen Gewässern ist berühmt für seinen großen Vogelreichtum. Vor allem die putzigen Papageientaucher haben es vielen Islandtouristen angetan. Island ist ein Land des Wassers und der Wasserfälle. Jeder für sich ist ein kleines Wunder an Schönheit.

Sonntag, 1. Januar

arte, 15.55 Uhr
Serengeti
Kreislauf des Lebens
Die dreiteilige Reihe liefert intime Einblicke in das Leben und die Schicksale der tierischen Protagonisten. In beeindruckenden Bildern begleiten die Kameras einzelne Wildtiere und Familienverbände beim Kampf ums Überleben. Geburt und Tod sind in der Serengeti allgegenwärtig. Elefanten betrauern den Verlust eines Familienmitglieds. Für Hyänen und andere Aasfresser ist ein Kadaver ein Glücksfall. Löwen sind selbst gefürchtete Jäger, mit vereinten Kräften strecken sie sogar eine große Giraffe nieder. Geburt und Tod sind allgegenwärtig. Elefanten betrauern den Verlust eines Familienmitglieds. Für Hyänen und andere Aasfresser ist ein Kadaver ein Glücksfall. Sie belauern auch den erfolgreichen Leoparden, der seine Beute, eine Antilope, kurzerhand hoch in die Baumkrone schleppt. Löwen sind selbst erfolgreiche und gefürchtete Jäger, mit vereinten Kräften strecken sie sogar eine große Giraffe nieder. Wo so viele hungrige Mäuler lauern, hilft den Gazellen nur schneller zu sein. Vor allem die jungen Kitze mit den staksigen Beinen sind in Gefahr. Es gehört ein wenig Glück dazu, um in der Serengeti zu überleben.

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