JAGEN WELTWEIT TV-Tipps für Jäger

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Programmvorschau für den Zeitraum bis zum 9. Mai 2021.

(Kurzfristige Programmänderungen sind möglich)

Die Jagen Weltweit Fernsehtipps

TV-Programm 12.04.2021 - 18.04.2021

Montag, 12. April

arte, 9.40 Uhr
GEO Reportage
Dem Wolf auf der spur – Schnüffeln für den Artenschutz
Hundert Jahre lang galt er als beinahe ausgerottet. Doch in den 90er Jahren kehrte er nach Deutschland zurück: der Wolf. Die Wildbiologin Lea Wirk und ihre Labradorhündin Molly suchen in den Wäldern Sachsens und Brandenburgs Spuren des scheuen Raubtiers. Sie arbeitet seit mehreren Jahren für ein Institut für Wolfsforschung in der Lausitz – dort leben die meisten Wölfe in Deutschland. Ihre Arbeit ist wichtig, um einen Überblick darüber zu bekommen, wie viele Wölfe es wirklich gibt. Naturschützer freuen sich über seine Rückkehr. Schafhalter hingegen sehen das Comeback des Wolfs sehr kritisch. Die Lausitz – Heimat der größten Wolfspopulation Deutschlands. Vor über zwei Jahrzehnten ist das Raubtier hierher zurückgekehrt. Die Wildbiologin Lea Wirk erforscht die Reviere der Wölfe zusammen mit Molly, ihrer ausgebildeten Wolfsspürhündin. Sie wollen die Wolfspopulation im Blick behalten – vor allem den Nachwuchs, die Welpen. Jeder Tag ist eine neue, immer wieder überraschende Spurensuche.Lea Wirk und ihr Team sammeln Daten, aus denen sie abzulesen versuchen, wie viele Wölfe in den verschiedenen Territorien der Region unterwegs sind. Was fressen sie, wie bewegen sie sich, wie verschieben sich die Grenzen ihrer Reviere und wie sieht es mit Nachwuchs aus? Denn eine ausreichende Zahl an Welpen ist wichtig für den Wolf, um sich dauerhaft in ganz Deutschland zu etablieren. Doch wie kommt man den scheuen und klugen Wildtieren auf die Spur? Spürhündin Molly ist darauf trainiert, Wolfskot zu suchen. Anhand dieser und weiterer Spuren wie Fellhaaren, Pfotenabdrücken oder Bildern aus Kamerafallen rekonstruiert Lea den aktuellen Zustand und die Entwicklung der lokalen Wolfspopulationen – das sogenannte Wolfsmonitoring. Leas und Mollys Einsatzgebiet ist die Lausitz, ein im Süden Brandenburgs und im östlichen Teil Sachsens gelegener Landstrich. Um die 30 Wolfsterritorien gibt es hier – es ist das dichteste Vorkommen in Deutschland. Wölfe leben in Rudeln. Diese Familienverbände bestehen aus einem Wolfspaar, dessen Welpen und dem Nachwuchs des Vorjahres. Solange die Welpen klein sind, werden sie vom Rudel mitversorgt. Nach spätestens zwei Jahren wandern sie ab, um selbst ein Rudel zu gründen. So hilft der Nachwuchs, neue Gebiete in Deutschland zu besiedeln und das Wolfsvorkommen weiter zu stabilisieren. Doch was den Wolf freut, sorgt bei anderen für Unbehagen: Schafhalter Rainer Fehrmann hat auf dem Acker vor seiner Weide verdächtige Spuren entdeckt. Ein Wolf auf der Suche nach leichter Beute?

Bayerisches Fernsehen, 14.45 Uhr
Abenteuer Wildnis
Kleiner Langschläfer hellwach – Die Haselmaus
Sie ist selten, scheu und verschläft nicht nur sieben Monate, sondern in ihrer kurzen aktiven Zeit sogar noch die ganzen langen Sommertage. Kein Wunder, dass sie kaum jemand zu Gesicht, geschweige denn vor die Kamera bekommt: die Haselmaus. Naturfilmer Joachim Hinz ist es gelungen, das Leben des gerade mal daumengroßen Tiers über ein Jahr hinweg in faszinierenden Bildern zu dokumentieren. Erst Anfang Mai verlässt die Haselmaus, die mit dem Siebenschläfer verwandt ist, ihr Winternest am Boden. Rasch klettert sie in Büsche oder Hecken, um sich von Weidenkätzchen und anderen früh blühenden Pflanzen zu ernähren. Nach der zehrenden Fastenzeit wiegt sie gerade mal so viel wie sieben Haselnüsse – ihre Lieblingsnahrung. Doch bis zu deren Reife werden noch etliche Wochen vergehen. Währenddessen muss sie all das bewältigen, wofür andere Tiere ein ganzes Jahr zur Verfügung haben: Einen Partner suchen, sich paaren, Junge aufziehen und sich dann schon wieder rechtzeitig Speck für den nächsten Winter anfressen. Den Tag verschlafen die kleinen Tiere in kunstvoll aus Gräsern und Laub gefertigten Nestern in Büschen oder Hecken und sind nur während der kurzen Sommernächte aktiv – ständig auf der Hut vor Waldkauz und Wiesel. Schlau hat sie vorgesorgt und gleich mehrere Nester gebaut. In einer mühevollen Nachtaktion zieht sie in ein anderes, zehn Meter entferntes Domizil. Sie transportiert ihre winzigen Jungen im Maul, und trägt dabei ein Drittel ihres Körpergewichts. So gelingt es ihr, ihre Nachkommen durch den Sommer zu bekommen.

hr fernsehen, 20.15 Uhr
Unser Wild – Reh und Hirsch
Reh und Hirsch – für die einen sind sie begehrte Jagdtrophäen, für die anderen lästige Waldschädlinge. Über den richtigen Umgang mit Reh und Rotwild wird seit Jahrzehnten heftig gestritten. Der Rothirsch gilt als der „König der Wälder“ und seit Jahrhunderten ist der Rothirsch ein Politikum – bis heute! Weil die Bauern für Schäden auf Feldern und Wiesen vom Jagdpächter Entschädigung fordern können, vertreiben die Jäger den „Schädling“ in den Wald. Mangels Gras fressen Rothirsche junge Bäume und schälen Rinde ab. Hirsche dürfen in Deutschland nur noch in eigens ausgewiesenen Rotwildbezirken leben. Lediglich in vier Bundesländern können die Hirsche sein, wo sie wollen. Die verbliebenen Reviere sind Inseln, zwischen ihn gibt es keine Verbindung und Wanderungen sind nicht möglich. Im Unterschied zum Rotwild passen sich Rehe gut an die durch den Menschen veränderte Landschaft an. Damit sind sie in der Lage, ständig neue Lebensräume zu besiedeln. Das Reh ist heute in Europa eine ausgesprochen häufige Art, mit zum Teil dramatischen Folgen: In einigen Regionen haben Rehe inzwischen eine so hohe Bestandsdichte erreicht, dass sie die natürliche Waldverjüngung verhindern. Vielerorts müssen die anfälligen Fichtenmonokulturen in widerstandsfähige Mischwälder umgewandelt werden. Doch in deutschen Wäldern können die heimischen Waldbäume überwiegend nur mit erheblichen Beeinträchtigungen nachwachsen. Verbiss empfindliche Baumarten wie Eiche, Weißtanne, Bergahorn, Eibe u. a. können oft nur mit Schutzmaßnahmen wachsen und sind aus vielen Wäldern bereits weitgehend verschwunden. Rehe werden in allen europäischen Ländern gejagt. Die mit Abstand höchste Jagdstrecke hat Deutschland mit mehr als einer Million erlegter Tiere pro Jahr. Selbst die enormen Verluste des Rehwildes durch den Straßenverkehr und in der Landwirtschaft schaffen es nicht, den Bestand so zu dezimieren, dass sich die Waldschäden verringern. Abhilfe würde auch hier nur eine gezielte Bejagung schaffen. Filmautor Jürgen Eichinger lässt zu den umstrittenen Themen Gegner und Befürworter, Jäger und Waldbesitzer, Wildbiologen und Bauern zu Wort kommen.

3sat, 21.00 Uhr
Wildes Kanada (1/4)
Land der Extreme
Vom im Osten gelegenen Neufundland über die weiten Ebenen des Graslandes und die Rocky Mountains erstreckt sich Kanada 5500 Kilometer bis zu den Kaltregenwäldern an der pazifischen Küste. Von den südlichen Prärien bis zum eisigen Norden in der Arktis sind es ebenfalls über 4000 Kilometer. Kanada ist ein Land mit gigantischen Ausmaßen. Der Film beginnt in Neufundland, im „neu gefundenen Land“, wo die Europäer erstmals kanadischen Boden betraten. Es ist eine auf den ersten Blick wilde und unberührte Gegend. Die aber war damals schon lange gestaltet und verändert worden – von Ureinwohnern, die von den Europäern aus einem ganz bestimmten Grund „Rothäute“ genannt wurden. Einer der gewaltigsten Eingriffe der Ureinwohner war es, ganze Landstriche abzubrennen. So schufen sie lichte Wälder mit freien Ebenen, die ideal für den Anbau und die Jagd waren. Allerdings vernichteten sie dadurch immer wieder einen besonderen Baum, der inzwischen zu den wichtigsten des Landes zählt – den Ahorn. Als das Abbrennen schließlich aufhörte, begann man wenig später, ein Produkt herzustellen, das inzwischen auf der ganzen Welt gefragt ist: den Ahornsirup. Doch trotz all dieser durch Menschen hervorgerufenen Veränderungen ist Kanada immer noch ein Ort spektakulärer Naturschauspiele. Im Osten werden hier Jahr für Jahr zahllose Buckelwale von Millionen Exemplaren zählenden Loddenschwärmen angelockt. Im Norden, am Rand der arktischen Tundra, sieht man das Symboltier der Arktis in einer völlig ungewohnten Umgebung: Eisbärenjunge spielen unter Bäumen. Das gewaltigste intakte Waldgebiet der Erde dagegen zieht sich durch ganz Kanada bis in den Westen und beherbergt außergewöhnliche Tiere: die weltweit größte Ansammlung an Schlangen – Tausende Strumpfbandnattern kommen im Frühjahr aus ihrem Winterquartier, um sich fortzupflanzen. Flughörnchen legen extreme Distanzen zurück, wenn sie im Wald von Baum zu Baum gleiten. Und schließlich leben hier fast mystische Geschöpfe – wie die geheimnisvollen Geisterbären. Sei es die Landschaft oder die Tierwelt: Durchschnittlich ist hier nichts. Kanada ist ein Land der Extreme. Hinweis: Die drei weiteren Folgen von „Wildes Kanada“ strahlt 3sat an den kommenden drei Montagen um 21.00 Uhr aus.

Dienstag, 13. April

3sat, 13.20 Uhr
Unter Grizzlys (1/2)
Das Abenteuer beginnt
Top-Wildlife-Kameraleute und Bärenexperten haben einige Wochen in Alaskas Wildnis verbracht, um das Leben der Grizzlys aus nächster Nähe zu verfolgen. Noch nie wurden die riesigen Raubtiere Nordamerikas filmisch so außergewöhnlich nah porträtiert, während sie sich zu Hunderten an den Stromschnellen im Katmai Nationalpark versammeln, um Lachse zu fangen. 35 Kameras waren im Einsatz. Über und unter Wasser, in den Uferzonen, auf Plattformen, im Wald und auf den Weiden dokumentieren die Kameras einen Sommer lang das atemberaubende Spektakel. Die Bärenkenner begleiten die Teams Tag und Nacht, und so kommt es zu ungewöhnlichen Begegnungen. In der ersten Folge kämpft eine noch unerfahrene Grizzly-Mutter unermüdlich um das Überleben ihrer beiden Jungen. Ihr Sommer ist voller tragischer Ereignisse. Hungrig und müde im eiskalten Wasser nach Nahrung suchend, verliert sie eines ihrer Kleinen. Nur die Hälfte der Jungtiere überlebt die Saison in der Wildnis Alaskas. Die Gegend wird beherrscht von einem riesigen Grizzly-Männchen und seiner Partnerin, die die Filmcrew als hoch aggressives Weibchen erlebt. Ausgewachsene hungrige Bären stellen eine tödliche Bedrohung für den Nachwuchs dar. Für die Mutter des überlebenden Jungtiers ist es eine harte Zeit voller unerwarteter Abenteuer und Herausforderungen. Hautnah verfolgt die Crew den Überlebenskampf der Bärenmütter und ihrer Kinder, die bedrohlichen Attacken des großen Clanchefs und der zu allem entschlossenen Konkurrenten. Dabei erleben selbst die Bärenkenner Dinge, die sie vorher noch nicht gesehen haben. Tag für Tag werden sie Zeuge von großen persönlichen Dramen und überraschend traurigen Ereignissen. Welche großen Risiken sie dafür in Kauf nehmen, wird den Teams immer dann bewusst, wenn sich ein Grizzly unvermittelt bis auf wenige Meter nähert und keiner weiß, was in den nächsten Sekunden passieren wird. Dank jahrzehntelanger Erfahrung im Umgang mit den Raubtieren ist die Crew am Ende des Sommers unversehrt.

3sat, 14.50 Uhr
Kielings wilde Welt
In fünf Folgen reist Andreas Kieling zu den schönsten Tierparadiesen dieser Erde und präsentiert dabei außergewöhnliche und charismatische Vertreter der Tierwelt. Extreme jeder Art stehen dabei im Vordergrund: etwa die kargen Inseln am Rande der Antarktis, die üppigen Sumpfwälder und Hochgrasfluren im nördlichen Indien, hochalpine Regionen, Mittelgebirgswälder, das äthiopische Hochland und die Unterwasserwelt Australiens. Andreas Kieling trifft auf seinen Reisen immer wieder auf Forscher und Spezialisten, die vor Ort in ungewöhnlichen Projekten für den Tier- und Naturschutz tätig sind und Andreas an ihrer spannenden Arbeit teilhaben lassen.

Mittwoch, 14. April

arte, 11.00 Uhr
Slowakische Nationalparks
Slowakischer Karst
Auf der Silicka planina, dem größten Hochplateau der Slowakei, zieht Hirte Gabriel Rusznyak jeden Morgen auf die Weide. Tag und Nacht beschützt der 38-Jährige seine Schafe vor Wölfen. In ihren Bauwagen leben die Hirten ein einfaches Leben. Seinen Hirtenstock, der sein ganzer Stolz ist, schnitzt Gabriel nach einem überlieferten Ritual.

3sat, 11.00 Uhr
Unter Grizzlys (2/2)
Drama in der Wildnis
Grizzlys hautnah. Ein 25 Mann starkes Team schlägt in Alaskas Wildnis seine Zelte auf und dokumentiert das Leben der riesigen Raubtiere so nah wie nie zuvor. Wenn Millionen von Lachsen auf ihrer Laichwanderung die Flüsse Alaskas bevölkern, drängeln sich Hunderte von Grizzlys an den Stromschnellen, um tonnenweise Fisch zu verschlingen. Ein Hauen und Stechen beginnt. 35 Kameras über und unter Wasser, in den Uferzonen, auf Plattformen, im Wald und auf den Weiden dokumentieren einen ganzen Sommer lang das atemberaubende Spektakel. Die Bärenkenner begleiten die Teams Tag und Nacht, und so kommt es zu ungewöhnlich nahen Begegnungen und Einblicken in das Leben einzelner Bären in dieser Gemeinschaft. Bärenmütter kämpfen bis zur Erschöpfung um das Überleben ihrer Kinder, die Attacken des großen Clanchefs nehmen bedrohliche Ausmaße an. Konkurrenten sind zu allem entschlossen, wenn es um die Lachse aber auch um die Weibchen geht. Selbst die Bärenkenner erleben Dinge, die sie vorher nie gesehen haben. Tag für Tag werden sie Zeuge von großen Dramen und überraschend traurigen Ereignissen. Welche Risiken sie dafür in Kauf nehmen, wird den Teams immer dann bewusst, wenn sich ein Grizzly unvermittelt bis auf wenige Meter nähert und keiner weiß, was in den nächsten Sekunden passieren wird. Dank jahrzehntelanger Erfahrung im Umgang mit den Raubtieren kann die Crew am Ende des Sommers unversehrt zurückkehren.

arte, 16.00 Uhr
Das geheime Wesen der Katzen
Die Katze ist das beliebteste Haustier der Europäer. Allein in deutschen Haushalten leben circa 14 Millionen Stubentiger. Doch über das Wesen der Katze ist kaum etwas bekannt – ihr Seelenleben wurde von der Wissenschaft wenig untersucht. Bis jetzt! Denn Wissenschaftler auf der ganzen Welt haben begonnen, das geheime Wesen der Katzen zu erforschen. An der Tierärztlichen Hochschule Hannover wollen zwei Verhaltensbiologinnen herausfinden, ob Katzen eifersüchtig sein können. Ein Gefühl, von dem die Wissenschaft bislang glaubte, es sei zu komplex für Tiere. Erste Studien mit Hunden belegen jedoch, dass die Tiere eifersüchtiges Verhalten zeigen. Wie ist es bei Katzen? Eine Pilotstudie mit Hauskatzen soll diese Frage beantworten. In Köln und Umgebung arbeitet Heike Grotegut seit elf Jahren als Katzenpsychologin. Sie berät Besitzerinnen und Besitzer bei Problemen mit ihren Haustieren. Aggressionen, Unsauberkeiten, aber auch beginnende Depressionen sind häufige Probleme. Oftmals setzen sich die Menschen nicht genug mit den Bedürfnissen der Tiere auseinander, weiß die Katzenpsychologin. Viele denken, Katzen benötigten nicht viel und seien wesentlich einfacher zu halten als Hunde – doch das sei ein Irrglaube. Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass Katzen viel komplexere Emotionen haben als bisher angenommen. Sie binden sich eng an ihre Bezugsperson(en). Das Vorurteil, Katzen wären hauptsächlich an ihr Territorium gebunden, wurde durch neueste Studien widerlegt: Katzen können ein ebenso inniges Verhältnis zu Menschen entwickeln wie Hunde. Die Dokumentation zeigt, was die besondere Beziehung zwischen Katzen und Menschen ausmacht und was wir über das geheime Wesen unserer Katzen tatsächlich wissen.

Donnerstag, 15. April

3sat, 10.30 Uhr
Kielings wilde Welt
Die Letzten ihrer Art
Wie funktioniert Überleben in extremen Landschaften? Wer das schafft, braucht besondere Fähigkeiten. Andreas Kieling zeigt einige dieser ungewöhnlichen Strategien. Der Tierfilmer besucht Neuseeland, Kasachstan, Namibia und Deutschland. International operierende Wissenschaftler lassen Andreas Kieling an ihren Projekten teilhaben und ermöglichen ihm einen exklusiven Zugang zu bestimmten Orten und Arten. Das erste Ziel von „Kielings wilde Welt – Die Letzten ihrer Art“ ist Neuseeland. Hier sucht Andreas Kieling den seltensten Vogel der Welt: den Kakapo. Weniger als 150 Exemplare leben noch, verteilt auf drei abgeschottete Inseln im Fjordland der Südinsel. Pro Jahr darf nur ein einziges Filmteam in Begleitung von Vogelforschern auf eine dieser Inseln reisen. Bevor Andreas das stark geschützte Refugium „Anchor Island“ betritt, erhält er eine Audienz bei Sirocco, dem berühmtesten Kakapo der Welt. Wissenschaftler gaben ihm den Spitznamen „One Billion Dollar“-Vogel, denn Sirocco ist der einzige zahme Kakapo, den es jemals gab, gilt im Internet als Person des öffentlichen Lebens und wurde in Neuseeland sogar vom Premierminister höchstpersönlich geadelt: als berühmtester Botschafter für den Artenschutz. Im Zentrum Kasachstans dreht Andreas Kielings Team im größten Freiluft-Kreißsaal der Steppe die Geburt von Saiga-Babys. Die Saiga ist die einzige europäische Antilope. Früher gab es Millionen dieser Huftiere, heute dagegen ist ihre Art vom Aussterben bedroht. Wilderei und eine deutlich veränderte Umwelt machten ihr fast den Garaus. Die Saiga sieht sehr seltsam aus, ist ungeheuer scheu und bringt es auf sagenhafte 80 Kilometer pro Stunde. Ein Grund, warum man nur schwer an sie herankommt. Mithilfe des deutschen Geoökologen Steffen Zuther von der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft gelingt Andreas Kieling die Annäherung. Er wird mit einzigartigen und berührenden Nahaufnahmen der berüsselten Antilope und ihren Kälbern belohnt. Leider geschieht während seines Aufenthaltes Schreckliches: Andreas wird Zeuge eines rätselhaften Massensterbens. Ein Jahr danach steht endlich fest, woran 200 000 Saigas starben. In Namibia besucht Andreas ein sehr erfolgreiches Artenschutzprojekt, das die schnellste Katze der Welt retten will, den Geparden. Hier erfährt er, wie Kangale – stattliche anatolische Hirtenhunde – den Hochgeschwindigkeitskatzen und den Farmern gleichermaßen helfen. In Deutschland unterstützt der Tierfilmer Vogelforscher, Rotmilane zu besendern. 60 Prozent der Weltpopulation leben hier, doch die Greife benötigen weitaus mehr Platz, als die Betreiber von Windkraftanlagen ihnen zugestehen wollen. Die aktuellen Forschungsergebnisse über die Flugrouten der „Roten Drachen“ bestätigen das. Das Dilemma: Artenschutz steht in direktem Konflikt mit Naturschutz. Wieder sind die neuen Expeditionsziele des Tierfilmers sehr unterschiedlich. Die meisten sind entlegene Orte, bis heute menschenleer und wild. Genau deswegen träumen viele Menschen davon, einmal im Leben an einen dieser Orte zu reisen. Andreas Kieling tut es: Er besucht einige der spannendsten Forschungsprojekte auf der Welt und befragt Naturschützer und Biologen zu Lösungen, um bedrohte Arten zu retten: Wie verhelfen sie der seltsam aussehenden Saiga-Antilope, dem stark gefährdeten Geparden, dem größten flugunfähigen Papagei der Welt, dem Kakapo, oder dem Rotmilan zu einer reellen Chance? In „Kielings wilde Welt – Die Letzten ihrer Art“ gibt Andreas Antworten auf diese Fragen. Hochwertige 3-D-Grafiken visualisieren Bestandsentwicklungen einiger gefährdeter Arten, aber auch aktuellste oder verblüffende Forschungsergebnisse. Ästhetische Highspeed-Aufnahmen, atemberaubend schöne Zeitraffer, intime Bilder einer Nestkamera, brillante NASA-Bilder aus dem Weltraum und Luftaufnahmen lassen die Zuschauer staunen. Sie befeuern die Träume von Sehnsuchtsorten wie der Namib, dem Regenwald Neuseelands oder der kasachischen Steppe.

Donnerstag, 15. April

3sat, 11.15 Uhr
Kielings wilde Welt
Die Überlebenskünstler
Auf unserem Planeten gibt es mindestens fünf Millionen verschiedene Arten und damit auch fünf Millionen verschiedene Wege, am Leben zu bleiben. Andreas Kieling zeigt dazu spannende Beispiele. Auch diesmal sind die Expeditionsziele des Tierfilmers sehr unterschiedlich, meist entlegene Orte, fast menschenleer und wild: der Ozean vor Neuseeland, Transkarpatien, das Hoanibtal in Namibia, heiße Quellen in Japan und der Kerkini-See im Norden Griechenlands. Hochwertige 3D-Grafiken visualisieren Bestandsentwicklungen einiger gefährdeter Arten, aber auch aktuellste oder verblüffende Forschungsergebnisse. Ästhetische Highspeed-Aufnahmen, atemberaubend schöne Zeitraffer, intime Bilder einer Nestkamera, brillante NASA-Bilder aus dem Weltraum und Luftaufnahmen lassen die Zuschauer staunen. Sie befeuern die Träume von Sehnsuchtsorten wie der Wüste, verwunschenen Urwäldern und glitzernden Wasserparadiesen.

Freitag, 16. April

3sat, 17.45 Uhr
Wilde Inseln: Vancouver Island
Vor der kanadischen Küste, nahe der Stadt Vancouver, liegt die Insel Vancouver Island. Mit 450 Kilometern Länge und 100 Kilometern Breite ist sie die größte nordamerikanische Pazifikinsel. Vancouver Island bietet vielen einzigartigen Tieren einen Lebensraum. Die spektakuläre Berglandschaft der Insel mit ihren vielen Wasserfällen ist von einem dichten Netzwerk aus Flüssen und Bächen geprägt. Zahlreiche Tierarten fühlen sich dort wohl. Vor allem die Pazifischen Lachse: Jahr für Jahr zieht eine halbe Milliarde Lachse in die Flüsse ihrer Geburt, um zu laichen. Für Millionen von ihnen ist Vancouver Island das Ziel – doch nicht alle kommen an. Von den Killerwalen vor den Küsten der Insel über Weißkopfseeadler bis zu den Schwarzbären, die im seichten Wasser auf reiche Beute warten, ernähren sich unzählige Tiere von Lachsen. Sogar die Waldbäume auf Vancouver Island sind auf die alljährliche Wanderung der großen Fische angewiesen. Sie prägen das gesamte Ökosystem dieser wilden Insel. Die Dokumentationsreihe „Wilde Inseln“ ist eine filmische Liebeserklärung an die spektakulärsten Archipele der Erde, an ihre Menschen, Tiere und Pflanzen, die in diesen Paradiesen ihre Heimat gefunden haben.

Samstag, 17. April

arte, 10.30 Uhr
Kielings wilde Nachbarn
Auf seiner Deutschlandreise von Norden nach Süden besucht Andreas Kieling verblüffend wilde Orte. An Nord- und Ostsee beobachtet er Kegelrobben, Deutschlands größte Raubtiere. Mitten in Berlin trifft er eine Bio-Imkerin und auf der Schwäbischen Alb Forscher, die das Leben wildlebender Honigbienen untersuchen. Im Naturpark Schönbuch sieht Andreas, wie Naturschützer es schaffen, dass gefährdete Fledermausarten eine Zukunft haben. Der Alpensteinbock kommt mit den milderen Temperaturen in den Allgäuer Hochalpen gut zurecht. Andreas erlebt, wie schwer es ist, den Tieren zu folgen.

hr fernsehen, 14.25 Uhr
Waschbären – Einwanderer aus Wildwest
Einst hat man Waschbären nach Deutschland geholt, weil man sie brauchte. Heute wäre so mancher die Tiere gerne wieder los. Schauergeschichten kursieren. Angeblich fressen sie alles und jeden. Ein Stück weit stimmt das auch. Waschbären sind Allesfresser. Dennoch gehören die meisten Geschichten über ihre Fressgier ins Reich der Legenden, so etwa die Anekdote eines Jägers, der gesehen haben wollte, wie sich ein Rudel Waschbären auf ein Reh stürzte, um es zu erlegen. Die Wissenschaft hat das Jägerlatein längst widerlegt. Doch die Gerüchte halten sich hartnäckig. Etwa eine halbe Million Waschbären leben heute in Deutschland. Selbst in Großstädten wie Kassel treiben sie ihr Unwesen. Angefangen hat alles mit Pelztierfarmen in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Weil die Qualität der Felle aus Gefangenschaft deutlich schlechter war, als die von Tieren in freier Wildbahn, beschloss man, zwei trächtige Pärchen auszuwildern. Die Waschbären fanden ideale Bedingungen vor und vermehrten sich fleißig, erst recht, als kaum noch einer auf sie schoss, weil niemand mehr an Waschbärpelzen interessiert war. Plötzlich machten sich die Jäger Sorgen um all die anderen Tiere, die der Waschbär nun mutmaßlich auffraß. Stimmen wurden laut, die forderten, den Waschbären in Deutschland auszurotten. Sie sind bis heute nicht verstummt. Umfangreiche Untersuchungen darüber, welchen Einfluss Waschbären auf die heimische Tierwelt haben, ließen lange auf sich warten. Die Biologen Frank Uwe Michler und Berit Köhnemann begannen ab 2006 Licht in das Dunkel zu bringen, mit überraschenden und größtenteils beruhigenden Ergebnissen. Die Doku-Fiktion „Waschbären – Einwanderer aus Wildwest“ zeigt die Geschichte der Waschbären in Deutschland, Ausschnitte aus ihrem Leben in Wäldern und Städten und die Arbeit der Wissenschaftler.

Sonntag, 18. April

3sat, 12.10 Uhr
Wildes Venedig
Venedig ist ein Mythos, die prächtigste Kulisse der Welt. Doch die Stadt führt ein Doppelleben – hier die quirlige Lagunenstadt, da die faszinierende Welt der vielen zum Teil unbewohnten Inseln. Sie vermitteln noch heute den Eindruck jener Zeit, als die ersten Siedler ihre Pfähle in den schlammigen Boden rammten. Mensch und Natur schufen einen gemeinsamen Lebensraum, den sie sich seit Jahrtausenden teilen: die Lagune. Hinter der malerischen Kulisse aus Palästen, Kirchen und Kanälen existiert ein kaum erforschter Kosmos, bevölkert von einer außergewöhnlichen Menagerie von Lebewesen, allgegenwärtig, aber kaum sichtbar. Sie leben mitten in der Stadt, tauchen unter ihr hinweg oder blicken von hoch oben aus der Luft auf sie herab. Wer hätte in der Lagune von Venedig Korallenriffe vermutet; wer hätte gedacht, dass die Sandbänke und Inseln Lebensraum für eine Vielzahl von Wildtieren sind – von Füchsen über Marder bis hin zu den Abertausenden von Zugvögeln; wer kennt schon die bunte Tierwelt der versteckten Gärten Venedigs? Die Dokumentation „Wildes Venedig“ erforscht das unbekannte Venedig der Tiere. Sie zeigt anhand der reichen Fischpopulation den Zusammenhang von offenem Meer und Lagunengewässer, sie trifft auf die reiche Vogelpopulation der unbewohnten Laguneninseln, findet Venedigs junge Falken in ihrem gut versteckten Unterschlupf und blickt über die Mauern der geheimen Gärten der Stadt, voll bunter Kleinlebewesen, deren Bestände sich seit dem Rückgang der hohen Zahl an Katzen nun wieder erholen. Es ist auch eine Reise an die versteckten Plätze der Lagune, die Touristen üblicherweise verschlossen bleiben.

3sat, 18.45 Uhr
Wildes Italien (1/2)
Von den Alpen zur Toskana
Von den schneebedeckten Dolomiten zum türkisblauen Mittelmeer: Italiens spektakuläre Landschaften sind bekannt. Dabei hat „Bella Italia“ noch viel mehr zu bieten, nämlich eine wilde Seite. Abseits von Touristenströmen und heiß begehrten Reisezielen leben seltene Tiere wie Abruzzengämsen, Rosaflamingos und sogar Riesenhaie. Der Zweiteiler porträtiert die Natur zwischen Stiefelspitze und Alpengipfeln. Teil eins führt in den Norden Italiens. Eis und Schnee beherrschen die Dolomiten im Winter viele Monate lang. Nur Spezialisten können im Hochgebirge überleben, so wie der Steinbock. Kaum ein anderes Tier klettert so trittsicher, erklimmt so elegant die steilsten Hänge. Doch selbst Steinböcke zieht es bei Eis und Schnee in etwas tiefere Lagen, das Risiko abzustürzen ist im Winter einfach zu groß. Wenn es doch einmal ein Tier erwischt, profitiert der Steinadler. Der „König der Lüfte“ wird im Winter zum Aasfresser, wenn er nicht selber Beute machen kann. Und er muss sie wohl oder übel teilen, denn auch Raben und Krähen sind schnell zur Stelle, wo ein Tier verendet ist. Sobald es Frühling wird, beginnen riesige Schmelzwassermassen aus den Dolomiten ins Tal zu stürzen, nähren Bäche und Flüsse in ganz Norditalien, auch den Po. An der Adriaküste mündet der längste Fluss Italiens ins Mittelmeer und bildet ein ausgedehntes Delta. Wo noch bis in die 1980er-Jahre Salinen betrieben wurden, liegt heute ein Vogelparadies: Das geschützte Delta zieht seltene Wasservögel wie Purpurreiher und sogar Rosaflamingos magisch an. Südlich der italienischen Alpen erstreckt sich eine der bekanntesten Kulturlandschaften der Welt, die Toskana. Mildes Klima, Olivenhaine, Weinberge und kleine Wälder prägen die Region. Wer genau hinschaut, entdeckt auch die wilde Seite der Toskana: In der Krone einer alten Eiche kämpfen zwei Hirschkäfer um die Gunst des Weibchens und auf einer blühenden Wiese vernascht eine Landschildkröte frische Blüten. Zwei Jahre lang dauerten die Dreharbeiten zu „Wildes Italien“. Die Naturfilmer Hans-Peter Kuttler und Ernst Sasse flogen Heißluftballon, setzten Kameraschienen, Unterwasser- und Zeitlupenkameras ein, um die Natur und die Tiere von den Alpen bis zur Toskana hautnah zu porträtieren.

3sat, 19.30 Uhr
Wildes Italien (2/2)
Von Sardinien zu den Abruzzen
Teil zwei führt nach Sardinien, mit ihren malerischen Küsten für viele eine Trauminsel. Im kristallklaren Wasser rund um die Insel verbirgt sich eine atemberaubende Unterwasserwelt. Farbenprächtige Fische, Korallen und Meeresschnecken leben hier – und der Riesenhai. Er kann bis zu zehn Meter lang werden und ist doch völlig ungefährlich. Mit seinem monströsen Maul fischt er nur Kleinstlebewesen aus dem Wasser. Wildpferde bewohnen die riesige, menschenleere Hochebene von Gesturi. In den angrenzenden Hochlagen liegt das Reich der Mufflons. Die gewundenen Hörner der Männchen kommen zum Einsatz, wenn es zur Brunftzeit um die Gunst der Weibchen geht. Sizilien, vor der Stiefelspitze Italiens gelegen, ist die größte Insel im Mittelmeer. Schon von Weitem ist das Wahrzeichen der Insel sichtbar: der Ätna, mit 3340 Metern der höchste aktive Vulkan Europas. Nur 40 Kilometer entfernt ragt ein weiterer Vulkan empor, der Stromboli, mitten im Meer gelegen. Beinahe im Minutentakt speit er Lava und Feuer. Schon in der Antike fürchteten die Menschen die Vulkane im Süden Italiens. Bis heute stehen auf Sizilien bis zu 2500 Jahre alte Tempelanlagen. Mittlerweile erobert die Natur das uralte Mauerwerk zurück, Mauerbienen und Echsen bewohnen Ritzen und Spalten, üppige Blumenwiesen säumen die antiken Säulen. Die Abruzzen, auf der Höhe Roms gelegen, bilden das „wilde Herz“ Süditaliens. Die raue, menschenleere Bergwelt mit ihren urtümlichen Buchenwäldern macht die Abruzzen so besonders. Das ist Italien von seiner unbekannten Seite. Die unzugänglichen Steilhänge sind das Revier der extrem seltenen Abruzzengämsen. Während der Brunft liefern sich die Böcke atemberaubende Verfolgungsjagden zwischen den Felsen. Von den schneebedeckten Dolomiten zum türkisblauen Mittelmeer: Italiens spektakuläre Landschaften sind vielen Menschen bekannt. Dabei hat „Bella Italia“ noch viel mehr zu bieten, nämlich eine wilde, unbekannte Seite. Abseits von Touristenströmen und heiß begehrten Reisezielen leben seltene Tierarten. Der Zweiteiler „Wildes Italien“ porträtiert die Natur zwischen Stiefelspitze und Alpengipfeln. Zwei Jahre lang dauerten die Dreharbeiten. Naturfilmer Hans-Peter Kuttler setzte hochstabilisierte Hubschrauberaufnahmen, Kameraschienen, Unterwasser- und Zeitlupenkameras ein, um die faszinierende Natur Süditaliens zu dokumentieren.

TV-Programm 19.04.2021 - 25.04.2021

Montag, 19. April

3sat, 6.05 Uhr
Kenia: Kein Platz für wilde Tiere
Löwen spazieren auf der Straße, Hyänen wildern in den Ziegenställen. Die Tiere leben im Nationalpark unmittelbar vor den Toren Nairobis. Das führt in der wachsenden Metropole zu Problemen. Der Platz wird immer knapper, und die Stadt dringt langsam in den Lebensraum der Tiere vor. Auch der Verkehr wird immer dichter. Entlastung sollte eine Breitspureisenbahn bringen, die durch Teile des Nairobi-Nationalparks führen sollte. Dagegen gab es Proteste. Nun wird die Strecke größtenteils über Brücken im Park geführt. Ein kleiner Erfolg. Doch der eigentliche Konflikt zwischen Wirtschaftsentwicklung, Bevölkerungswachstum und Naturschutz ist damit nicht beseitigt. Der Film wirft einen Blick auf Kenias ältesten Nationalpark.

hr fernsehen, 14.25 Uhr
Waschbären – Einwanderer aus Wildwest
Einst hat man Waschbären nach Deutschland geholt, weil man sie brauchte. Heute wäre so mancher die Tiere gerne wieder los. Schauergeschichten kursieren. Angeblich fressen sie alles und jeden. Ein Stück weit stimmt das auch. Waschbären sind Allesfresser. Dennoch gehören die meisten Geschichten über ihre Fressgier ins Reich der Legenden, so etwa die Anekdote eines Jägers, der gesehen haben wollte, wie sich ein Rudel Waschbären auf ein Reh stürzte, um es zu erlegen. Die Wissenschaft hat das Jägerlatein längst widerlegt. Doch die Gerüchte halten sich hartnäckig. Etwa eine halbe Million Waschbären leben heute in Deutschland. Selbst in Großstädten wie Kassel treiben sie ihr Unwesen. Angefangen hat alles mit Pelztierfarmen in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Weil die Qualität der Felle aus Gefangenschaft deutlich schlechter war, als die von Tieren in freier Wildbahn, beschloss man, zwei trächtige Pärchen auszuwildern. Die Waschbären fanden ideale Bedingungen vor und vermehrten sich fleißig, erst recht, als kaum noch einer auf sie schoss, weil niemand mehr an Waschbärpelzen interessiert war. Plötzlich machten sich die Jäger Sorgen um all die anderen Tiere, die der Waschbär nun mutmaßlich auffraß. Stimmen wurden laut, die forderten, den Waschbären in Deutschland auszurotten. Sie sind bis heute nicht verstummt. Umfangreiche Untersuchungen darüber, welchen Einfluss Waschbären auf die heimische Tierwelt haben, ließen lange auf sich warten. Die Biologen Frank Uwe Michler und Berit Köhnemann begannen ab 2006 Licht in das Dunkel zu bringen, mit überraschenden und größtenteils beruhigenden Ergebnissen. Die Doku-Fiktion „Waschbären – Einwanderer aus Wildwest“ zeigt die Geschichte der Waschbären in Deutschland, Ausschnitte aus ihrem Leben in Wäldern und Städten und die Arbeit der Wissenschaftler.

3sat, 21.00 Uhr
Wildes Kanada (2/4)
Der wilde Westen
Kanada ist ein Land spektakulärer Naturschauspiele. Von den Regenwäldern der Pazifikküste bis zu den Gipfeln der Rocky Mountains, vom Grasmeer der Prärie bis zu den Eisfeldern der Arktis – Kanada ist eine Welt für sich. Im Zentrum der zweiten Folge steht die Region zwischen der kanadischen Pazifikküste und dem mächtigen Gebirgszug der Rocky Mountains. Die zweite Folge dieser vierteiligen Serie führt in den Westen – dem Gebiet zwischen den Rocky Mountains und der pazifischen Küste British Columbias. Hier findet sich das fruchtbarste Gebiet Kanadas und die meisten Tierarten. Erstaunlicherweise ist es sogar ein Tier, das für diese üppige Gegend sorgt: der Lachs. Schon seit Millionen von Jahren kehren Lachse Jahr für Jahr aus dem Pazifischen Ozean in die Flüsse zurück, in denen sie selbst geboren wurden. Dazu wandern sie millionenfach Fluss aufwärts, über Stromschnellen und Wasserfälle, um weit im Landesinneren zu laichen. Auf diesem Weg finden zahllose Lachse den Tod – und ernähren damit die Umwelt. Wölfe, Schwarzbären, Adler und andere Vogelarten – aber auch die Wälder. Denn die Kadaver, die die Tiere zurücklassen düngen diese Gegend so massiv, dass die Bäume hier rund dreimal so groß werden wie in anderen Teilen des Landes. Doch auch sonst hat der Westen einiges zu bieten: die schroffe Bergwelt der Rocky Mountains und andere Gebirgsketten British Columbias. Dickhorn- und Dall-Schafe kämpfen hier gegen die karge Natur – und gegen ihre Feinde: Steinadler, Wölfe oder Grizzlybären. Es ist ein wildes und gefährliches Leben – im Wilden Westen Kanadas. Vom im Osten gelegenen Neufundland über die weiten Ebenen des Graslandes und die majestätischen Rocky Mountains hinweg erstreckt sich Kanada 5.500 Kilometer bis hin zu den riesigen Kaltregenwäldern an der pazifischen Küste. Von den südlichen Prärien bis zum eisigen Norden in der Arktis sind es ebenfalls über 4.000 Kilometer. Kanada ist ein Land mit gigantischen Ausmaßen.

Dienstag, 20. April

3sat, 14.15 Uhr
Der Eulenmann
Ein außergewöhnliches Eulenfoto, das es noch nie gegeben hat: Das ist das große Ziel von Karsten Mosebach. Um Eulen bei der Jagd zu fotografieren, war er rund um seinen Heimatort Hilter am Teutoburger Wald 15 Monate lang fast jede Nacht unterwegs. In der Scheune eines alten Bauernhofes und auf einer Obstbaumwiese hat er sich auf die Lauer gelegt, um das perfekte Foto von einer Schleiereule bei der Mäusejagd und einem Steinkauz mit Regenwurm zu fotografieren. Dabei ist es dem Hobbyfotografen wichtig, die Eulen in ihrer natürlichen Umgebung abzubilden, und Fotos zu machen, die eine einzigartige Handschrift tragen. Damit solche Bilder gelingen, muss Karsten Mosebach einige Tricks anwenden. Ihm geht es aber nicht nur um tolle Fotos. Durch die intensive Beschäftigung mit den Eulen weiß Karsten Mosebach auch um die Gefährdung dieser Vögel. Seit einigen Jahren hängt der Naturfreund deshalb auch in der Region Nisthilfen für Steinkäuze auf, denn die Lebensräume der kleinen Eulen werden immer seltener. Die Reportage aus der Sendereihe „NaturNah“ hat Karsten Mosebach über Monate begleitet und zeigt, wie seine trickreichen Eulenbilder entstanden sind. Für Karsten Mosebach hat sich das aufwendige Projekt doppelt gelohnt: Für seine Bilderserie der Schleiereulen wurde er von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen mit dem international renommierten Fritz Pölking Preis ausgezeichnet.

Mittwoch, 21. April

arte, 16.55 Uhr
Xenius: Wildtiere unter Druck
Verdrängt, gestört, getötet
Der Igel im Garten, das Reh am Waldesrand, das Blesshuhn auf dem See. Der Anblick von Wildtieren bereitet vielen Freude. Doch Tatsache ist, Wildtiere stehen unter enormen Druck. Ihre Rückzugsgebiete gehen zunehmend verloren. Neue Straßen zerschneiden ihren Lebensraum, der zunehmende Verkehr lässt sie unter die Räder kommen. Hinzu kommt das wachsende Bedürfnis von uns Menschen, in der freien Natur Erholung zu finden; bei neuen Trendsportarten etwa, wie dem Stand-up-Paddeln, dem Schneeschuhwandern, oder durch nächtliche Skitouren. Aktuelle Studien zeigen aber, dass genau dadurch die Winterruhe vieler Wildtiere gestört wird. Mit zum Teil dramatischen Folgen. Viele Wasservögel, aber auch bedrohte Arten wie das Birkhuhn werden durchs Aufscheuchen so sehr geschwächt, dass sie sterben. Doch wie lässt sich das Problem lösen? Ein Ranger nimmt die „Xenius“-Moderatoren mit in sein Revier, den tief verschneiten Nationalpark Bayerischen Wald, und weiht sie in die spezifischen Bedürfnisse der Wildtiere ein. Und er zeigt ihnen seine täglichen Anstrengungen, zumindest dieses Rückzugsgebiet von Wildtieren zu schützen und zu verteidigen. Die Sendung ist auch online verfügbar von 21/04 bis 20/07 auf dem Internetportal von ARTE.

Donnerstag, 22. April

Bayerisches Fernsehen, 14.45 Uhr
Abenteuer Wildnis
Der Böhmerwald
Der Böhmerwald ist Lebensraum für Luchs, Habichtskauz oder Fischotter. Der Zauber dieser Landschaft liegt in den endlos scheinenden Fichtenwäldern, die den weitläufigen Gebirgszug wie ein grüner Teppich bedecken. Dazwischen glitzern romantische Gletscherseen, die die Eiszeit schuf.

Freitag, 23. April

National Geographic WILD, 22.35 Uhr
Die Nacht der Löwen
Wenn die meisten Menschen die Augen schließen, erwachen bei anderen Wesen die Lebensgeister erst so richtig: Stubentiger, die nachts auf die Pirsch nach Mäusen gehen, folgen dem uralten genetischen Programm aller Katzen – denn im Schutz der Nacht ist die Jagd besonders vielversprechend. Im Laufe der Evolution haben sich insbesondere die Katzenaugen perfekt an die Dunkelheit angepasst. Dank einer reflektierenden Zellschicht hinter der Netzhaut passiert das eintreffende Licht ihre Netzhaut gleich zweimal. Diese „Restlichtverstärkung“ ermöglicht es den nachtaktiven Räubern im Zusammenspiel mit ihren großen Pupillen, auch in finsterster Nacht perfekt zu sehen. Die Dokumentation „Die Nacht der Löwen“ verfolgt die Anpassungen des Katzenauges durch die Jahrmillionen und zeigt, wie Katze, Löwe, Tiger & Co. ihren überlegenen Gesichtssinn bei der Jagd einsetzen. Durch den Einsatz neuester Aufnahmeverfahren können die Zuschauer die nächtlichen Verfolgungsszenen in einer bislang unerreichten Bildqualität miterleben – und wer das gesehen hat, wird auch die eigene Hauskatze künftig mit anderen Augen sehen.

Samstag, 24. April

Bayerisches Fernsehen, 9.30 Uhr
Welt der Tiere
Der australische Dachs
In Australien, vorwiegend auf der Insel Tasmanien, lebt ein Tier, das dem europäischen Dachs sehr stark ähnelt, doch überhaupt nicht mit ihm verwandt ist: der Wombat. Er ist etwa gleich groß, wendig, schnell, und baut Behausungen unter der Erde. Ein BR-Team hat ihn beobachtet. Als die ersten Siedler aus Europa nach Australien kamen, fanden sie dort ein Tier, das ihnen bekannt vorkam: Es ist etwa so groß wie ein Dachs, es verhält sich wie ein Dachs, es baut sich im Boden Burgen, ist wendig und schnell. Die Jäger stellten fest, das Fleisch des Tieres schmeckte wie Dachsfleisch – kein Wunder, dass man das Tier den australischen Dachs nannte. Doch der Wombat hat nichts mit dem europäischen Dachs zu tun – nicht einmal in seiner Vergangenheit, denn schon zur Zeit der Saurier unterschieden sich ihre Vorfahren grundlegend. Wombats sind putzig, freundlich, aber leider bekommt sie der Normal-Australier nicht oft zu Gesicht. Nur in den wenig besiedelten Regionen Australiens, wie der Insel Tasmanien, kann man sie hautnah erleben. Tierfilmer Felix Heidinger geht dem Leben, der Geschichte und den Besonderheiten eines Tieres nach, das ihn übrigens eher an einen Bären als an einen Dachs erinnert.

Sonntag, 25. April

SWR Fernsehen, 16.30 Uhr
Das Geheimnis der Katzen
Katzen sind Deutschlands meistgehaltene Haustiere. Was machen die eigentlich, wenn sie sich unbeobachtet fühlen? Ein SWR Fernseh-Team hat zusammen mit Wissenschaftler*innen das geheime Leben der beliebtesten Vierbeiner erforscht und interessante Ergebnisse herausgefunden: So führen viele Katzen ein „Doppelleben“, fühlen sich bei verschiedenen Besitzer*innen zuhause. Die wissen zumeist nichts von den Zweitfamilien. Tagsüber schnurrender Schmusekater – nachts animalischer Jäger? Was treiben Katzen auf der Pirsch? Das möchte Biologin und Wildkatzenexpertin Sabrina Streif mithilfe Breisacher Katzenbesitzer*innen herausfinden, die ihren „Felix“ oder ihre „Maunzi“ in den Dienst der Forschung stellen. Zunächst bekommen die Katzen einen GPS-Sender am Halsband befestigt. 14 Tage lang misst das Gerät bis auf fünf Meter genau ihren Bewegungsradius. Am PC entsteht daraus eine Karte mit den Laufwegen der Katzen. Außerdem überwachen Kamerafallen die Ausgänge der Häuser. So haben die Wissenschaftler*innen die Katzen rund um die Uhr unter Beobachtung. Wie viel Wildtier steckt in einer Hauskatze? Sind sie Einzelgänger oder brauchen sie Spielgefährten? Die Katzenhalter*innen sind überrascht, wie weit sich ihre Lieblinge von zu Hause entfernen und in welchen Gärten sie sich herumtreiben. Manch ein Katzen-Proband geht sogar bei anderen Familien ein und aus. Die Kamerabilder bringen auch zu Tage, mit welcher Geschicklichkeit die Räuber nachts auf die Jagd gehen. Was die Biologin Sabrina Streif besonders interessiert: Kommt es zu einem Zusammentreffen zwischen Haus- und Wildkatzen?

TV-Programm 26.04.2021 - 02.05.2021

Montag, 26. April

3sat, 21.00 Uhr
Wildes Kanada (3/4)
Die endlose Weite
Die dritte Folge dieser Serie führt in die Mitte Kanadas – einem Gebiet mit dichten Wäldern, Millionen von Seen und einem scheinbar grenzenlosen Grasland – der Prärie. Hier ist die Heimat eines der markantesten Tiere Nordamerikas: des Bisons. Früher gab es Millionen von ihnen, doch vor allem die weißen Siedler rotteten die meisten im 19. Jahrhundert aus. Nur selten hat man – wie in diesem Film – das Glück, diese gewaltigen Tiere in freier Wildbahn zu beobachten – wie sie sich ihren natürlichen Feinden, den Wölfen, in einem dramatischen Kampf auf Leben und Tod stellen müssen. Doch nicht alles in der Prärie ist so dramatisch. Schwarzschwanzpräriehunde leben hier recht friedlich in riesigen Kolonien mit tausenden von Bauen, die – sobald sie verlassen sind – auch gerne von anderen Tieren genutzt werden – zum Beispiel von Kaninchenkäuzen. Eine andere einzigartige Landschaft im Kernland Kanadas ist das Gebiet der Seen und Teiche. Zwischen 2 und 3 Millionen sollen es sein – Überbleibsel der schmelzenden Gletscher aus der letzten Eiszeit. Scheinbar reicht einem Tier die Zahl dieser Gewässer noch nicht aus – dem Biber. Und so prägt er das gesamte Landschaftsbild, indem er Dämme anlegt und sich dadurch noch weitere Teiche bilden. Für Wasservögel entsteht so ein Paradies. Und auch alle Zugvögel rasten hier auf dem Weg in den Süden. Die Ureinwohner meinen dazu bis heute: „Biber bauten die Welt, in der wir leben“. Und diese Welt ist gigantisch – das Kernland von Kanada – eine endlose Weite.

Dienstag, 27. April

3sat, 14.40 Uhr
Wildnisse im Herzen Europas – Österreichs Nationalparks
Vom Gletscher bis zum Steppensee beherbergt Österreich Landschaften, die unterschiedlicher nicht sein können. Sechs einzigartige Nationalparks behüten dieses Naturerbe. Die Hohen Tauern, die Wälder der Kalkalpen, die Auenlandschaften der Donau, die salzhaltigen Lacken des Neusiedler Sees, die senkrechten Felswände im Gesäuse und die Mäander des Thayatals sind einzigartige Regionen, die einer großen Artenvielfalt Lebensraum bieten. Der Film stellt diese Nationalparks vor. Durch die Sendung führt der Tierarzt und frühere Direktor des Tiergartens Schönbrunn in Wien Helmut Pechlaner, der sich ein Leben lang für den Schutz bedrohter Tierarten und den Erhalt ihrer Lebensräume eingesetzt hat.

3sat, 17.00 Uhr
Unter Wölfen, Bären und Geiern – Ein Jahr im Wildpark Mautern
Bis zu 2000 Menschen pro Tag sorgen im Sommer für Trubel im steirischen Alpentierpark in Mautern. Doch im Winter kehrt Ruhe ein. Bären schlafen in Heu-Nestern, weiße Wölfe spielen im Schnee. Für ihren Film besucht Waltraud Paschinger ein Jahr lang den „Wilden Berg“, wo so manches wilde Tier ungewöhnlich zahm ist, denn viele sind Findelkinder und wurden von Hand aufgezogen. Noch blind und gerade einmal handgroß sind auch die drei jungen Füchse, die während der Dreharbeiten vom Tierpark aufgenommen wurden. Ein 24-Stunden-Job für Sonja Gollenz. Sie ist die biologische Leiterin des Wildparks, packt jeden Morgen beim Füttern mit an und ist bei Bedarf Mutterersatz für so manche Neuankömmlinge. Waschbären, Ziegen, Esel – viele der Tiere des Parks waren Sonjas Flaschenkinder. Besonders spannend ist der Tag, an dem der Nachwuchs erstmals zur Füchsin „Foxi“, der Hausherrin, ins Gehege kommt. Bereits legendär ist Puzzi, ein Gänsegeier-Weibchen. Es betrachtet Menschen als Mitglieder seiner Geierkolonie, hat keine Scheu vor Menschen und besucht gelegentlich das nahe gelegene Schwimmbad oder ein Grillfest. Und Fritzi, der Grauwolf, hielt 2015 für einige Wochen die Presse und die Umgebung des Tierparks in Atem. Damals war Fritzi ausgebüxt und konnte seinen Jägern für kurze Zeit immer wieder geschickt entkommen. Neben den wilden Alpentieren beherbergt der „Kinderbauernhof“ alte Haustierrassen wie die gefleckten Turopolje-Schweine, Kaninchen oder Meerschweinchen. Eine „Ziegen-Gang“ läuft frei durch das Parkgelände, holt sich Futter und Streicheleinheiten bei den Gästen ab. Die Dokumentation zeigt aber auch die Momente, die den Besuchern gänzlich verborgen sind. Ab Herbst ist der Tierpark gesperrt. Die schneereichen Winter lassen einen Ganzjahresbetrieb nicht zu. Selbst einige Tiere, wie Jaks, Hirschkühe und Hirsche, werden Ende Oktober ins Tal getrieben. Jedes Jahr aufs Neue bedeutet dieser Tag Anspannung für das Tierpfleger-Team. Sind die Gatter geöffnet, legen die mächtigen Hirsche in nur wenigen Sekunden die 300 Höhenmeter über die steile Bergflanke zurück. Mit den ersten Schneefällen wird es ruhig am Berg. Die Tiere sind vorsichtiger, bleiben eher in Deckung, und man muss lange suchen, um einen der weißen Polarwölfe im tief verschneiten Terrain zu entdecken. In der kalten Jahreszeit schalten die Tiere auf Reserve, keine Bewegung zu viel, vor allem bei den Braunbären ist Energiesparen angesagt. Sie liegen zusammengerollt in ihren warmen Heu-Nestern und schlafen fünf Monate, ohne zu fressen und zu trinken. Eine Zeit, in der das Filmteam den sonst so flinken Raubtieren ganz nahe kommen konnte. Mit dem Frühling kehrt wieder Leben in das Gehege ein: Bären rangeln, um ihre Hierarchien neu zu ordnen, Jungtiere kommen zur Welt, und das Training für die Flug-Show beginnt.

Mittwoch, 28. April

Bayerisches Fernsehen, 14.45 Uhr
Abenteuer Wildnis
Grzimeks Erbe in Afrika
In „Grzimeks Erbe“ werden Artenschutzprojekte vorgestellt, die Bernhard Grzimek in aller Welt initiiert hat. Für diese Folge war Christian Herrmann in Afrika unterwegs. Der Schweizer Biologe Dr. Markus Borner ist einer der Naturschützer, der mit Prof. Dr. Bernhard Grzimek noch persönlich gearbeitet hat. Grzimek, bekannt als Frankfurter Zoodirektor und Vorsitzender der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, hat Jahrzehnte für den Aufbau und Erhalt der Tierschutzgebiete gekämpft. Zusammen mit seinem Sohn Michael produzierte er den Kinofilm „Serengeti darf nicht sterben“. Genau dort, in der Serengeti, arbeitet Dr. Borner. Einst führte er hier mit Grzimek die Tierzählungen aus der Luft durch – im „Fliegenden Zebra“, einem in Zebrastreifen lackierten einmotorigen Flugzeug. Gemeinsam reisten sie auch in den Kongo zu den Berggorillas und in andere afrikanische Staaten. Filmemacher Christian Herrmann hat Dr. Borner auf einer Rundreise begleitet und festgehalten, was aus dem Erbe des Tierschützers Grzimek geworden ist.

Donnerstag, 29. April

3sat, 13.20 Uhr
Wildes Überleben II (1/5)
Kleine Helden
In manchen Lebensräumen ist es von Vorteil, klein zu sein. Auf Inseln bilden sich viele Zwergformen von Wirbeltieren heraus. Doch auch die Kleinsten müssen oft große Hindernisse überwinden. Zu den kleinen Helden der Tierwelt zählen die nachtaktiven Koboldmakis als kleinste Vertreter der Primaten. Aber auch viele andere Arten wie Kolibris, Zwergelefanten, Bambusfledermäuse und die winzige Pfauenspinne nutzen die Miniaturisierung als Überlebensstrategie.

3sat, 14.05 Uhr
Wildes Überleben II (2/5)
Tierisch genial
In ihrem Alltag begegnen Tiere vielen lebensbedrohlichen Situationen. Hier ist im Vorteil, wer ungewöhnliche Techniken beherrscht, ein gutes Gedächtnis hat oder sogar Werkzeug nutzen kann. Schimpansen sind für ihre kreativen Problemlösungen bekannt. Schließlich sind sie unsere nächsten Verwandten. Doch diese Dokumentation zeigt auch die erstaunlichen Strategien von vermeintlich primitiven Arten wie Giraffenhalskäfern, Buntfröschen und Würfelnattern.

3sat, 14.50 Uhr
Wildes Überleben II (3/5)
Gefährliche Kinderstube
Kaum auf der Welt, schon sehen Tierkinder sich zahlreichen Herausforderungen ausgesetzt. Wie sie Feinden entkommen, Futter finden und schließlich eine Familie gründen, zeigt dieser Film. Manche Tierkinder – wie junge Fangschrecken – müssen vor ihren eigenen Artgenossen auf der Hut sein. Eselspinguin-Küken werden nur gefüttert, wenn sie schneller sind als ihre Geschwister. Sumatras Thomas-Languren üben als Jungtiere den Sprung von Baum zu Baum.

3sat, 15.30 Uhr
Wildes Überleben II (4/5)
Hoch in den Bäumen
Das Leben im Wald ist für die tierischen Bewohner mit ganz eigenen Chancen und Risiken verbunden. In Baumkronen und am Waldboden finden Nahrungsspezialisten reichlich Nahrung. Der südostasiatische Marderbär ist hinter Vogeleiern her. Helmhornvogel und Goldlangur fressen Feigen und andere Früchte, der Tigerpython jagt Tiere aller Art. Doch viele Wälder schrumpfen, ihre Bewohner – wie die indischen Bartaffen – sind vom Aussterben bedroht.

3sat, 16.15 Uhr
Wildes Überleben II (5/5)
Tierische Freaks
In Aussehen und Verhalten wirken manche Tiere ausgesprochen seltsam. Doch jede Besonderheit hat einen triftigen Grund: Dahinter steckt die Anpassung an die Lebensbedingungen ihrer Umwelt. Der Film stellt einige schräge Typen der Tierwelt vor: Saiga-Antilopen tragen wahre Rüssel im Gesicht. Faultiere fallen durch extrem langsame Bewegungen auf. Bei Seepferdchen bringt der Vater die Jungen zur Welt, und der Kragenbär ernährt sich vorwiegend pflanzlich.

Freitag, 30. April

3sat, 14.45 Uhr
Karpaten – Leben in Draculas Wäldern
Kurt Mayers Karpaten-Film ist ein Zeitdokument einer sich rasch verändernden Welt. Sieben Reisen und ein ganzes Jahr waren notwendig, um den Menschen in Draculas Wäldern nahe zu kommen. Mit 1500 Kilometern sind die Karpaten der längste Gebirgszug Europas. Durch ihre wechselvolle Geschichte und nicht zuletzt durch den Eisernen Vorhang blieben weite Teile lange unbereist. Kurt Mayer folgt den Wegen des Wanderhirten Vasiles. Vasiles Jahresweg nimmt seinen Ausgang im Frühjahr mit dem Aufbruch der Herden. Einen eingeschworenen Begleiter hat er schon: Hajduk, sein junger Hirtenhund, lernt gerade, sich gegen die Gefahren des Waldes zu bewähren. Vasile genießt das unstete Leben in der Natur. Dabei begegnet er immer wieder dem ursprünglichen dörflichen Leben. Der hufeisenförmige Karpatenzug birgt so manche abergläubische Vorstellung – das schreibt schon Bram Stoker, der Begründer des Dracula-Mythos. Vasile ist neugierig und will mehr von den alten Bräuchen erfahren. Zugleich ist er auf Brautschau. Am Pfingstsonntag hat der junge Schäfer aus den Waldkarpaten endlich Erfolg. Die schöne Delia, ein Mädchen aus der Stadt, hat sich in ihn verliebt. Delia ist eine von ganz wenigen jungen Mädchen, die heute den Weg zurück ins Dorf wagen wollen. Eine Wahrsagerin bestätigt ihr, ein „Ciorban“ – ein Hirte – wird ihr Glück bedeuten. Am Weg von Weideplatz zu Weideplatz durchquert Vasile auf uralten Pfaden Schluchten und Wälder. Im Dunstkreis des echten Grafen Vlad Dracul stößt er auf verborgene Schätze. Denn wie jede Legende birgt auch diese – in mehr als 200 Filmen verewigte – Geschichte vom „untoten“ Vampir ein Körnchen Wahrheit, selbst wenn sie aus dem fernen England stammt und ihr Autor diese Gegend nie selbst bereist hat. Die Angst vor der Wiederkehr der Verstorbenen bestimmt die Gedankenwelt der Bewohner der Waldkarpaten und Transsilvaniens bis heute. Noch immer beschäftigen Vorkehrungen gegen die Wiederkehr die Fantasie. Erst seit Anfang der 1950er-Jahre schützt ein Gesetz die Ruhe der Toten.Vasile wird Zeuge einer „Totenhochzeit“, wie sie in den entlegenen Dörfern des Maramures immer noch gefeiert wird. Ein heiratsfähiger junger Mann ist verstorben. Sein Leben ist unerfüllt geblieben. Zur Wahrung der Harmonie und zum Abschluss seines Lebenskreises stellt die Dorfgemeinschaft bis zur Beerdigung eine symbolische Braut. Danach wird Hochzeit gefeiert und getanzt. Die Hochzeit für den Toten soll die Lebenden vor seiner Wiederkehr bewahren. Der Hirtenhund Hajduk, Vasiles treuer Begleiter, hat viel zu lernen in diesem Jahr. Mit der erfolgreichen Abwehr eines Karpatenbären besteht er seine Feuertaufe. Der Karpatenbogen beherbergt die größte Bären- und Wolfspopulation Europas. Ohne wehrhafte, gut ausgebildete Hirtenhunde ist hier Weidewirtschaft unmöglich. Ein Karpatenwolf reißt durchschnittlich ein Schaf pro Jahr. Im internationalen Vergleich ist diese Quote sehr niedrig. Der Grund dafür: In Rumänien werden die Schafherden durchgehend von Schäfern bewacht und von intensiv trainierten Hunden gegen Angreifer geschützt. Der harte Winter hat schließlich einen romantischen Ausklang: Bunt geschmückte Reiter galoppieren durchs Dorf. Es schließt sich der Kreis. Vasile, der Schäfer aus Budesti, bekommt seine Delia, das Mädchen aus der Stadt. Der Hochzeitsschlitten entführt sie in die Weite der Schneelandschaft.

Samstag, 1. Mai

arte, 12.45 Uhr
Metamorphosen – Die Wildnis kehrt zurück
Die Lausitz – Experiment Natur
Die Lausitz südöstlich von Berlin war eines der größten Braunkohlereviere Deutschlands. Gigantische Flächen wurden jahrzehntelang umgegraben – inzwischen haben die meisten Tagebaue ihren Betrieb eingestellt. Auf den ersten Blick wirken die einstigen Gruben und Abraumhalden karg und lebensfeindlich – doch gerade hier konnten sich Tiere und Pflanzen ansiedeln und entwickeln, die andernorts kaum noch Lebensräume finden. So haben Insekten, Vögel und Amphibien viele Brachen zum Leben erweckt. Wolf, Kranich und Seeadler erobern neue Naturschutzgebiete mit Sandwüsten, Feuchtgebieten, Wald und Heide. Einige der Tiere sind Generalisten, die von der Weite der Landschaft profitieren und davon, dass der Mensch sie in den Schutzgebieten nicht stört. Für andere Tierarten, die auf offene Lebensräume angewiesen sind, kann die sich schnell ausbreitende Vegetation zur Bedrohung werden. Die Naturschützer stellt dieser Wandel vor neue Herausforderungen: Wo können sie die natürliche Entwicklung zulassen, wo müssen sie gegensteuern, damit seltene Biotope nicht überwuchert werden? Offene Lebensräume wie die Heide werden gepflegt, damit sich Vögel wie der Ziegenmelker dort fortpflanzen können. Der Film begleitet ein einzigartiges Abenteuer: die Entwicklung und Gestaltung einer neuen, artenreichen Landschaft. Im Fokus stehen Naturschützer, die ihre Leidenschaft verbindet, sich auf die Spur einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt zu begeben – eine Welt, mit deren Entstehen hier vor nicht allzu langer Zeit noch kaum jemand gerechnet hätte.

arte, 21.45 Uhr
Die Odyssee der Großtrappen
Das Comeback der Riesenvögel
Online verfügbar von 01/05 bis 31/05
Großtrappen sind die schwersten flugfähigen Vögel, die es in Deutschland gibt. Bis zu 17 Kilogramm können die Hähne wiegen. Doch ihr Schicksal schien schon besiegelt. Jagd und der Verlust an Lebensräumen hatten zur Folge, dass es vor 30 Jahren nur noch etwa 50 Tiere in mehreren isolierten Arealen gab. Nicht mehr genug, um als wildlebende Art zu bestehen. Um das drohende Aussterben abzuwenden, finden sich Wissenschaftler und Artenschützer in einer beispiellosen Rettungsinitiative zusammen. Eine Handvoll unbeirrbarer Enthusiasten in Brandenburg und Sachsen-Anhalt richtet zunächst spezielle Schutzareale ein und renaturiert schrittweise ganze Wiesenlandschaften. Gefährdete Gelege der letzten wilden Trappen werden eingesammelt und in Inkubatoren ausgebrütet. Die schlüpfenden Trappen werden von Hand aufgezogen und dann ausgewildert, also Schritt für Schritt in den wilden Bestand der Großtrappen integriert. Die Schwergewichte sind bekannt für ihre auffälligen Balzrituale. Die Hähne plustern sich auf, spreizen das Gefieder und ihr Herz schlägt bis zu 900 Mal pro Minute. In einem Großteil ihrer ursprünglichen Heimat in Osteuropa und Asien sind die imposanten Vögel bereits ausgestorben. Das mitteldeutsche Modellprojekt weckt deshalb internationales Interesse und Hoffnungen. Heute gibt es wieder über 350 Großtrappen in Deutschland. Aber an der Schwelle zum Aussterben sind Erfolge fragil. Stromleitungen und Windräder sind eine neue Gefahr. Und ungelöst bleibt der Konflikt, wie viel Platz der Natur einzuräumen wir bereit sind.

Sonntag, 2. Mai

arte, 12.15 Uhr
Vermisst – Wo sind die Vögel?
Vögel sind Nachfahren der Dinosaurier und älter als die Menschheit. Doch überall auf dem Land verschwinden sie. In Deutschland ist die Zahl der Feld- und Wiesenvögel in 30 Jahren um mehr als die Hälfte gesunken, in Frankreich um 38 Prozent. Betroffen sind auch Kiebitze, Feldlerchen und Rebhühner. Die britische Vogel-Bloggerin Mya-Rose Craig hat sich auf eine Spurensuche nach den Ursachen gemacht und dabei Wissenschaftler, Landwirte und den US-Bestsellerautoren und Vogelbeobachter Jonathan Franzen getroffen. An der Universität von Exeter haben Wissenschaftler einen europaweiten Rückgang der Vögel seit 1980 um 421 Millionen Tiere festgestellt. Statt vier Vögeln pro Einwohner gibt es heute nur noch drei oder weniger. Ein Besuch bei der französischen Vogelkoryphäe Frédéric Jiguet zeigt: Es sind vor allem die Feld- und Wiesenvögel, die verschwinden. Diese Vogelgruppe lebt dort, wo früher Kühe auf Weiden standen und Bauern auf Äckern Korn anbauten. Es gab genug Kräuter und Insekten, von denen Vögel sich ernähren konnten. Heute sind Landwirte oft gezwungen, industriell zu wirtschaften und mit Pestiziden und Herbiziden zu arbeiten. Die Untersuchungen der Wissenschaftler machen deutlich, welche dramatischen Folgen, diese Art der Landwirtschaft hat. Der Filmemacher Heiko De Groot vermittelt in seiner Dokumentation eindrücklich, wie die intensivierte Landwirtschaft das Vogelsterben verursacht und welche Bedeutung Vögel für das Überleben der Menschen haben. Die Sendung ist auch online verfügbar von 01/05 bis 29/08 auf dem Internetportal von ARTE.

TV-Programm 03.05.2021 - 09.05.2021

Montag, 3. Mai

arte, 17.50 Uhr
Wildnis Europa (1/6)
Der Wisent
Die Wildnis Europas mit ihren Wäldern, Meeren und Nationalparks bietet einzigartige und überraschende Landschaften. Die sechsteilige Dokumentationsreihe porträtiert ihre größten, stärksten und seltensten tierischen Bewohner. In dieser Folge: Er gilt als das größte und schwerste Landsäugetier Europas, voller Kraft und Anmut – der Wisent. Fast wäre er ausgestorben. Das letzte wildlebende Exemplar wurde 1927 im Kaukasus geschossen. Langsam erobert sich der König der Wälder seinen Lebensraum zurück. Kann er sein Territorium in Zukunft behaupten? Die Dokumentation begleitet die herrschaftlichen Tiere in die ursprünglichsten und faszinierendsten Regionen Europas und zeigt die Versuche des Menschen, dem Wisent eine neue alte Heimat zu geben – von den rumänischen Karpaten über Deutschland bis hin zur niederländischen Nordseeküste. Der letzte wildlebende Wisent wurde 1927 im Kaukasus geschossen. Langsam erobert sich der König der Wälder seinen Lebensraum zurück. Im Wisentgehege Springe bei Hannover hat Thomas Hennig eine Gruppe aus zweijährigen Wisentkühen zusammengestellt. Nun sollen die Tiere endlich ausgewildert werden – in den rumänischen Karpaten. Dort gehen die Ranger Matei Miculescu und Catalin Josan täglich auf Spurensuche, um das Leben der Wisente in Freiheit zu studieren. Die meisten der dort lebenden 64 Tiere stammen aus Zoos und Aufzuchtstationen. Bisher weiß man wenig darüber, wie die Wisente mit der gewonnenen Freiheit umgehen. Die Herde steht unter Beobachtung. Während in Springe und Rumänien Wälder den Lebensraum der Wisente prägen, ist in 1.800 Kilometer Entfernung von den Karpaten ein Dünenparadies zu einer neuen Heimat für die Wildtiere geworden. Direkt an der Nordsee hat sich eine einzigartige Küstenlandschaft erhalten: der holländische Nationalpark Zuid Kennemerland. Esther Rodriguez ist Biologin und zusammen mit Ranger Ruud Maaskant für den Erhalt des vielleicht ungewöhnlichsten Lebensraums für Wisente verantwortlich. Ohne die Tiere würde das sensible Ökosystem zerstört. Die Sendung ist auch online verfügbar von 02/05 bis 01/08 auf dem Internetportal von ARTE.

arte, 18.35 Uhr
Wildnis Europa (2/6)
Der Luchs
In dieser Folge: Der Luchs ist die größte Katze in Europa und ein scheuer Jäger. Tief in den Wäldern lauert er seiner Beute auf. Doch sein Lebensraum ist bedroht. Der Nationalpark Risnjak im Westen der Gebirgslandschaft Gorski Kotar in Kroatien ist einer der letzten Rückzugsorte für den Luchs. Vedran Slijepcevic ist den Tieren mit der Hilfe von Fotofallen auf der Spur. Auch in Deutschland, im Nationalpark Harz, wird unter großer Anstrengung seit den 1990 Jahren Lebensraum für den Luchs geschaffen. Durch Wiederansiedlung kehrt der Luchs in vielen Regionen zurück. Der Nationalpark Risnjak im Westen der Gebirgslandschaft Gorski Kotar in Kroatien ist einer der letzten Rückzugsorte für den europäischen Luchs. Seine Wälder und türkisfarbenen Seen bieten auch Lebensraum für viele Tiere seiner Speisekarte. In dem seit den 60er Jahren bestehenden Naturschutzgebiet findet sich eine noch ursprüngliche Population. Im benachbarten Slowenien werden im Rahmen eines Auswilderungsprojekts junge Luchse in die Freiheit entlassen. Seit einem Monat durchstreift das Luchsmännchen Boris die Gegend. Der dreijährige Luchs gibt Rätsel auf: Wo verläuft seine Wanderroute und kann er ein eigenes Revier besetzen? Mit Fotofallen versucht er, das Tier aufzuspüren. Auch im deutschen Nationalpark Harz wird unter großer Anstrengung seit den 90er Jahren Lebensraum für den Luchs geschaffen. Anfangs gab es Zweifel, ob Autobahnen und Äcker nicht unüberwindbare Hindernisse für die Luchse sind – aber das Harzer Projekt ist ein Riesenerfolg. Die Tiere ziehen von hier Richtung Südwesten, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Die Sendung ist auch online verfügbar von 02/05 bis 01/08 auf dem Internetportal von ARTE.

3sat, 21.00 Uhr
Wildes Kanada (4/4)
Der hohe Norden
Die letzte Folge dieser vierteiligen Serie führt weit hinauf in die Polargebiete Kanadas – einer rauen Welt, die den größten Teil des Jahres von Schnee und Eis bedeckt ist. Diese abweisende, schroffe und lebensfeindliche Region hat aber gigantische Meereisflächen, die zu leben scheinen. Mit Ebbe und Flut bewegen sie sich über 16 Meter auf- und abwärts und bilden eine Landschaft, die aussieht, als würden sie atmen und dabei regelmäßig gefährliche Spalten und Risse erzeugen. Trotzdem ist genau diese Umgebung die Heimat eines Tieres, das zum Symbol für die Arktis geworden ist – des Eisbären. Ein Eisbärenweibchen hat ihre Jungen in einer Höhle an der Küste zur Welt gebracht und bereits seit acht Monaten nichts gefressen. Jetzt muss es dringend nach Nahrung suchen. Das aber kann es nur auf dem Meereis und damit erst, wenn der Nachwuchs fähig ist, mehrere hundert Kilometer zurückzulegen. Oft ist dann bereits der Zeitpunkt erreicht, an dem das Meereis zu schmelzen beginnt und eine Jagd auf die bevorzugten Robben unmöglich wird. Ein Dilemma, das mit der zunehmenden Erderwärmung hier jedes Jahr früher sichtbar wird.
Und so suchen sich manche Eisbären andere Futterquellen. Im nördlichen Québec wollen sie es ihren Verwandten, den Grizzlies, gleichtun – indem sie in einem durch warme Quellen nicht zugefrorenen Fluss Fische fangen. Leichter gesagt als getan, denn Eisbären fehlt die Erfahrung – und so müssen sie erst nach dem Prinzip Versuch und Irrtum tollpatschig erlernen, hier Beute zu machen.
Werden die Eisbären eines Tages diese Region verlassen müssen? Oder können sie vielleicht gar nicht überleben? Wir wissen es noch nicht. Sicher ist nur, der hohe Norden hat sich drastisch verändert – unwiderruflich!

Dienstag, 4. Mai

3sat, 10.15 Uhr
Karpaten – Leben in Draculas Wäldern
Kurt Mayers Karpaten-Film ist ein Zeitdokument einer sich rasch verändernden Welt. Sieben Reisen und ein ganzes Jahr waren notwendig, um den Menschen in Draculas Wäldern nahe zu kommen. Mit 1500 Kilometern sind die Karpaten der längste Gebirgszug Europas. Durch ihre wechselvolle Geschichte und nicht zuletzt durch den Eisernen Vorhang blieben weite Teile lange unbereist. Kurt Mayer folgt den Wegen des Wanderhirten Vasiles. Vasiles Jahresweg nimmt seinen Ausgang im Frühjahr mit dem Aufbruch der Herden. Einen eingeschworenen Begleiter hat er schon: Hajduk, sein junger Hirtenhund, lernt gerade, sich gegen die Gefahren des Waldes zu bewähren. Vasile genießt das unstete Leben in der Natur. Dabei begegnet er immer wieder dem ursprünglichen dörflichen Leben. Vasiles treuer Begleiter, hat viel zu lernen in diesem Jahr. Mit der erfolgreichen Abwehr eines Karpatenbären besteht er seine Feuertaufe. Der Karpatenbogen beherbergt die größte Bären- und Wolfspopulation Europas. Ohne wehrhafte, gut ausgebildete Hirtenhunde ist hier Weidewirtschaft unmöglich. Ein Karpatenwolf reißt durchschnittlich ein Schaf pro Jahr. Im internationalen Vergleich ist diese Quote sehr niedrig. Der Grund dafür: In Rumänien werden die Schafherden durchgehend von Schäfern bewacht und von intensiv trainierten Hunden gegen Angreifer geschützt. Der harte Winter hat schließlich einen romantischen Ausklang: Bunt geschmückte Reiter galoppieren durchs Dorf. Es schließt sich der Kreis. Vasile, der Schäfer aus Budesti, bekommt seine Delia, das Mädchen aus der Stadt. Der Hochzeitsschlitten entführt sie in die Weite der Schneelandschaft.

3sat, 11.00 Uhr
Roseggers Waldheimat – Ein Jahr im Zauberwald
Die Geschichten des Waldbauernbuben Peter Rosegger zählen bis heute zu den emotionalsten und beliebtesten Erzählungen rund um Weihnachten – und die steirische Waldheimat rund ums Alpl zu den waldreichsten Gebieten Österreichs. Diese Wälder, nur selten von naturnahen Wiesen und Streusiedlungen unterbrochen, liefern spannende, reichhaltige und höchst unerwartete Geschichten für ein „Universum“ über die Wildtiere des steirischen Voralpenlandes. Was, wenn diese Tiere reden könnten? Welche faszinierenden Geschichten würden sie uns erzählen? Welche Überraschungen hätten sie für uns parat? In welche Welten würden sie uns entführen? Ausgehend von dieser Idee folgt Regisseur Klaus T. Steindl den Tieren der Region in verborgene Lebenswelten und stößt dabei auf „Exoten“ wie den Marderhund, „Alteingesessene“ wie das Reh, „Wasserratten“ wie Fischotter und Steinkrebs oder „Bergfexen“ wie Gams und Steinbock. Dabei lassen die einzigartigen Tieraufnahmen staunen – und schmunzeln: denn der Film lässt die Zuseherinnen und Zuseher hautnah am turbulenten Paarungstanz der Fischotter, an der Geburt eines Rehkitzes oder dem „Schlupf“ von Steinkrebsen teilnehmen; sie beobachtet ungestüme junge Gämsen, die sich im „Gämsenhort“ auf einem frühsommerlichen Schneefeld austoben; und sie ist dabei, wenn die Rehgeiß den Fuchs zum Schutze ihres Kitzes im wahrsten Sinne des Wortes an der Nase herumführt. Für Unterhaltung und Erstaunen sorgen auch andere Verhaltensweisen aus der Tierwelt: beispielsweise die „vorbildliche“ Erziehung von Jungstörchen, die „ewige“ Rivalität zwischen Fuchs und Raben, die frechen Machtkämpfe unter Steinböcken oder die geduldig klugen Rehe, die sich im Notfall schon einmal bis zum Kopf einschneien lassen. Den Rahmen für diese spannenden Tiergeschichten bildet die faszinierende Landschaft zwischen Semmering und Hochschwab, die bis heute weitgehend unberührt blieb – und da gibt es im Besonderen einen verborgenen Urwald, bis heute nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Es ist ein geheimnisvoller Ort, wo sich die Natur gänzlich selbst überlassen ist. Ein Ort, der außerhalb jedes Zeitbegriffs zu stehen scheint – ein wahrer „Zauberwald“. Regisseur Klaus T. Steindl führt in einzigartigen Bildern durch das Jahr der Waldheimat. Er hat eine Rehgeiß übers Jahr beobachtet, die in diesem Zeitraum ihr Kitz bis zur Selbstständigkeit bringen muss. Bricht wieder der Winter an, muss das kleine Reh gelernt haben, eigenständig über die Runden zu kommen; denn wenn die Geiß im kommenden Frühjahr erneut Nachwuchs haben wird, dann ist an ihrer Seite kein Platz mehr für das nun bereits erwachsene „Kleine“. Vieles davon hat auch Peter Rosegger in seinen Büchern beschrieben. Hundert Jahre sind seitdem vergangen, doch der besondere Zauber der Waldheimat hält immer noch an.

arte, 17.50 Uhr
Wildnis Europa (3/6)
Der Bartgeier
In dieser Folge: Der Bartgeier ist der größte flugfähige Vogel Europas und einer der seltensten. Seine riesigen Flügel mit einer Spannweite von fast drei Metern machen ihn zum geborenen Segler. In den Alpen werden Bartgeier seit den 80er Jahren wieder neu angesiedelt. WissenschaftlerInnen wie Franziska Lörcher kümmern sich um ausgewilderte Junggeier. Auch in den spanischen Pyrenäen werden die Tiere von Menschen versorgt. Jordi Canut füttert wilde Bartgeier mit gesunder Nahrung. Bartgeier ernähren sich von Knochen und können große Stücke schlucken. So entsorgen sie Kadaverreste aus der Natur. Bartgeier sind nicht nur große, sondern auch außergewöhnlich schöne Vögel. Sie färben sich ihr Federkleid selbst ein: Nach einem Bad in einer Schlammpfütze strahlt es leuchtend orange. Einst hatten sie einen schlechten Ruf und wurden im Alpenraum ausgerottet. Doch seit den 80er Jahren widmet sich ein internationales Team aus WissenschaftlerInnen ihrer Wiederansiedlung. Eine von ihnen ist Franzsika Lörcher. Sie lebt im Sommer hoch oben in den Schweizer Alpen und betreut zwei Junggeier, die dieses Jahr ausgewildert wurden. Bald werden sie ihren ersten Flug wagen. Das Revier der Bartgeier sind die Berge. An Felswänden bauen sie ihre Horste und nutzen die Thermik, um von dort aus abzuheben. Die meisten Geierarten Europas finden sich in den spanischen Pyrenäen. Neben Bartgeiern fliegen hier auch Gänse-, Mönchs- und Schmutzgeier. In Buseu befindet sich eine Futterstelle für Bartgeier. Weil in den Kadavern von Weidetieren oft Medikamentenrückstände sind, die die Tiere bedrohen, hat Jordi Canut es sich zur Aufgabe gemacht, die Tiere mit gesundem Futter zu versorgen. Das macht Hoffnung, dass diese erhabenen Vögel mit dem borstigen Bart unterm Schnabel auch in Zukunft in Europa wieder eine Heimat finden. Die Sendung ist auch online verfügbar von 03/05 bis 02/08 auf dem Internetportal von ARTE.

arte, 18.35 Uhr
Wildnis Europa (4/6)
Der Vielfraß
In dieser Folge: Der Vielfraß gilt als stark und angriffslustig und wird nicht ohne Grund gefürchtet. Er gehört zur Familie der Marder und ist der größte Vertreter der Art in Europa. Er ist ein unermüdlicher Wanderer, ständig in Bewegung und auf der Suche nach Nahrung. Im dünn besiedelten finnischen Niemandsland versucht der Tierfilmer Kari Kemppainen den Vielfraß anzulocken. In Finnland leben nur etwa 200 Vielfraße. Doch die richten für manche großen Schaden an: RentierzüchterInnen beklagen, dass immer wieder Rentiere von Vielfraßen gerissen werden. Der Vielfraß liebt den hohen Norden. In der unbewohnten Wildnis Skandinaviens streunt er einsam durch die Wälder und Sumpflandschaften. Er ist ein unermüdlicher Wanderer, ständig in Bewegung und auf der Suche nach Nahrung. Im dünn besiedelten finnischen Niemandsland, dem Grenzgebiet zu Russland, genießt der Vielfraß die unberührte, weite Natur. Er ist mit seinem dicken Fell und den breiten Pfoten bestens für die kalte Jahreszeit gewappnet. Der Tierfilmer Kari Kemppainen will den Vielfraß anlocken. Mit einem Köder und einem Elchgeweih als Requisite versucht er sein Glück. Geduld ist gefragt. In Finnland leben nur etwa 200 Vielfraße. Doch die richten für manche großen Schaden an: RentierzüchterInnen wie Leo Juntunen beklagen, dass immer wieder Rentiere von Vielfraßen gerissen werden. Mit seiner extremen Beißkraft kann ein Vielfraß sogar einen jungen Elch töten. Doch meistens muss er nehmen, was übrigbleibt: Als Aasfresser bedient er sich an der Beute von Wölfen oder Bären. Wenn er viel Nahrung auf einmal findet, hortet er sie in Verstecken in seinem Revier. Doch auch wenn es der Name vermuten lässt: Ein Vielfraß frisst nicht mehr als andere Tiere. Die Sendung ist auch online verfügbar von 03/05 bis 02/08 auf dem Internetportal von ARTE.

Mittwoch, 5. Mai

3sat, 14.50 Uhr
Kielings wildes Afrika
Seit 25 Jahren bereist Andreas Kieling als Tierfilmer die Welt und berichtet von den schönsten Tierparadiesen. In dieser Folge widmet er sich ausschließlich dem afrikanischen Kontinent. Extreme jeder Art stehen immer wieder im Vordergrund: Von der legendären Serengeti und dem Mahale-Nationalpark in Tansania geht es ins äthiopische Hochland. Von den Regionen rund ums Kap der Guten Hoffnung weiter bis zum Addo-Elefanten-Nationalpark in Südafrika. Die Afrikareise von Andreas Kieling startet in den weiten Grassteppen der Serengeti, dem Inbegriff für afrikanisches Tierleben. Neben den bildgewaltigen Aufnahmen von Elefanten, Löwen, Flusspferden und Geparden gelingen auch die kleinen Geschichten am Rande: Löwenbabys spielen mit einer Schildkröte Fußball. Im verwunschenen Regenwald der tansanischen Mahale-Berge macht sich Andreas Kieling auf die Suche nach unseren Verwandten. 800 Schimpansen sind hier zu Hause, die letzte große frei lebende Population der Erde. Einblicke in ihr Familienleben und ihre spannenden Jagdzüge gibt es hier reichlich. Um die seltenen Äthiopischen Wölfe geht es am nächsten Ziel. Andreas Kieling begleitet in den Bale-Bergen, der größten zusammenhängenden alpinen Landschaft des Kontinents, den argentinischen Biologen Claudio Sillero-Zubiri. Der Wolfsspezialist bekämpft seit Jahren die Ansteckung der Wölfe mit Tollwut durch die Hütehunde der Bauern. Rund ums Kap der Guten Hoffnung macht der Tierfilmer Bekanntschaft mit den riesigen Kolonien von Pelzrobben und Kaptölpeln. Die Begegnung mit Brillenpinguinen geht nicht ganz schmerzfrei ab. Der ungeheure Tierreichtum dieser Region geht zurück auf das Zusammentreffen zweier großer Meeresströmungen: dem kalten Benguelastrom und dem warmen Agulhasstrom. Im südafrikanischen Addo-Elefanten-Nationalpark begleitet Andreas Kieling eine Forscherin und wird zusammen mit ihr Zeuge, wie an einem Wasserloch erwachsene Elefanten ein kleines Kalb aus dem Schlamm retten. In der unvergleichlichen Bergwelt des Simien-Nationalparks in Äthiopien endet die Reise. Die grasbewachsenen Hänge sind ein Paradies für Spezialisten wie Dscheladas. Die Blutbrustpaviane sind die einzigen Primaten der Welt, die ausschließlich auf dem Boden leben und sich rein vegetarisch ernähren. In dieser grandiosen Naturlandschaft kann Andreas Kieling die Tiere aus nächster Nähe beobachten.

arte, 17.50 Uhr
Wildnis Europa (5/6)
Der Elch
In dieser Folge: Der Elch gilt als Symboltier Skandinaviens und wird „König der Wälder“ genannt. Er lebt im hohen Norden, Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt machen ihm nichts aus. Der norwegische Naturführer und Fotograf Børre Aasbø folgt den Elchen auf tagelangen Wanderungen durch die Wälder. Die meiste Zeit des Tages ist der Elch mit Fressen beschäftigt. Ein Problem für die WaldbesitzerInnen Norwegens, denn mit seinem Fressverhalten richtet der Elch große Schäden an. Die Elchjagd hat eine lange Tradition in Norwegen und ist immer wieder ein bewegendes Ereignis für Mensch und Natur. Elche gehören zu den Hirschen und sind die größten Vertreter dieser Art. Seine Überlebensstrategie ist die perfekte Anpassung an seine Umgebung. Er lebt im hohen Norden, Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt machen ihm nichts aus. Im Gegenteil, er mag es kühl und zieht sich im Sommer in den Nationalpark Jotunheimen, die „Heimat der Riesen“, zurück. Hier erhebt sich das höchste Gebirge Norwegens. Der Naturführer und Fotograf Børre Aasbø folgt den Elchen auf tagelangen Wanderungen durch die Wälder in der Nähe des Namsenfjords. Um die scheuen Tiere vor die Kamera zu bekommen, arbeitet er mit Fotofallen, die er regelmäßig kontrolliert. Die meiste Zeit des Tages ist der Elch mit Fressen beschäftigt. Besonders gern mag er die Triebspitzen junger Bäume. Ein Problem für die WaldbesitzerInnen Norwegens, denn mit seinem Fressverhalten richtet der Elch große Schäden an. Deswegen wird jedes Jahr Jagd auf ihn gemacht, streng kontrolliert von den Kommunen. Die Elchjagd hat eine lange Tradition in Norwegen und dient heute dem Schutz der Wälder. Denn außer dem Menschen hat der „König der Wälder“ in Norwegen kaum noch natürliche Feinde. Die Sendung ist auch online verfügbar von 04/05 bis 03/08 auf dem Internetportal von ARTE.

arte, 18.30 Uhr
Wildnis Europa (6/6)
Die Kegelrobbe
In dieser Folge: Die Kegelrobbe ist das größte Raubtier Europas. Ein Bulle bringt fast 300 Kilogramm auf die Waage. Oft wirken die Tiere wie pure Genießer: Am Strand räkeln sie sich in der Sonne und erholen sich von ihren Raubzügen unter Wasser. Seit wenigen Jahren kehren auch die Kegelrobben an die deutsche Ostseeküste zurück. Oft wirken die pfundigen Tiere wie pure Genießer: Am Strand räkeln sie sich in der Sonne und erholen sich von ihren Raubzügen unter Wasser. In der deutschen Ostsee war die Kegelrobbe ausgerottet. Erst seit wenigen Jahren kehren die Tiere an unsere Küsten zurück. Linda Westphal arbeitet beim Deutschen Meeresmuseum und erforscht die Rückkehr der Tiere am Greifswalder Bodden vom Boot, Flugzeug und vom Ufer aus. Inmitten der Nordsee, auf Helgoland, lebt Deutschlands größte Kegelrobbenkolonie. Eine Dünenrangerin ist dafür zuständig, die Tiere und die Badegäste auf Distanz zu halten. Kegelrobben nutzen ihre Barthaare zur Orientierung, aber auch zum Erkunden. Neben Helgoland sind die britischen Farne Islands ein europäischer Lieblingsplatz der Kegelrobben. Die Inselgruppe ist bei TaucherInnen beliebt, die sich von der bunten Unterwasserwelt und den Kegelrobben faszinieren lassen. Die Tiere können im Wasser weite Strecken zurücklegen und durchqueren sogar die Nordsee zwischen England und dem Wattenmeer. Doch außerhalb der Naturschutzgebiete bedeuten Schiffsverkehr, Plastikmüll und Unterwasserturbinen auch große Gefahren für Kegelrobben.
Die Sendung ist auch online verfügbar von 04/05 bis 03/08 auf dem Internetportal von ARTE.

Donnerstag, 6. Mai

arte, 7.50 Uhr
Metamorphosen – Die Wildnis kehrt zurück
Die Lausitz – Experiment Natur
Die Lausitz südöstlich von Berlin war eines der größten Braunkohlereviere Deutschlands. Gigantische Flächen wurden jahrzehntelang umgegraben – inzwischen haben die meisten Tagebaue ihren Betrieb eingestellt. Auf den ersten Blick wirken die einstigen Gruben und Abraumhalden karg und lebensfeindlich – doch gerade hier konnten sich Tiere und Pflanzen ansiedeln und entwickeln, die andernorts kaum noch Lebensräume finden. So haben Insekten, Vögel und Amphibien viele Brachen zum Leben erweckt. Wolf, Kranich und Seeadler erobern neue Naturschutzgebiete mit Sandwüsten, Feuchtgebieten, Wald und Heide. Einige der Tiere sind Generalisten, die von der Weite der Landschaft profitieren und davon, dass der Mensch sie in den Schutzgebieten nicht stört. Für andere Tierarten, die auf offene Lebensräume angewiesen sind, kann die sich schnell ausbreitende Vegetation zur Bedrohung werden. Die Naturschützer stellt dieser Wandel vor neue Herausforderungen: Wo können sie die natürliche Entwicklung zulassen, wo müssen sie gegensteuern, damit seltene Biotope nicht überwuchert werden? Offene Lebensräume wie die Heide werden gepflegt, damit sich Vögel wie der Ziegenmelker dort fortpflanzen können. Der Film begleitet ein einzigartiges Abenteuer: die Entwicklung und Gestaltung einer neuen, artenreichen Landschaft. Im Fokus stehen Naturschützer, die ihre Leidenschaft verbindet, sich auf die Spur einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt zu begeben – eine Welt, mit deren Entstehen hier vor nicht allzu langer Zeit noch kaum jemand gerechnet hätte.

Freitag, 7. Mai

arte, 7.55 Uhr
Metamorphosen – Die Wildnis kehrt zurück
USA: Neues Leben am Eriesee
Zwischen den Industriestädten Cleveland und Akron liegt einer der jüngsten Nationalparks der USA, der immer mehr ehemalige Landwirtschafts- und Industrieflächen mit einbezieht. Biber, Flussotter und Fischadler sind hier wieder heimisch. Weißkopfseeadler und Kojoten finden genügend Nahrung für ihren Nachwuchs – und sogar Schwarzbären und Luchse wurden hier bereits gesichtet. Die Dokumentation erzählt die Geschichten von Naturschützern und Forschern, Freiwilligen und Landwirten rund um den Eriesee. Es ist die Vielfalt von Initiativen und Projekten, die sich zu einem ermutigenden Bild zusammenfügt: Die Natur am Eriesee bekommt eine neue Chance – weil immer mehr Menschen ihren Wert erkennen und für ihn kämpfen.

arte, 10.30 Uhr
Die Odyssee der Großtrappen
Das Comeback der Riesenvögel
Großtrappen sind die schwersten flugfähigen Vögel, die es in Deutschland gibt. Bis zu 17 Kilogramm können die Hähne wiegen. Doch ihr Schicksal schien schon besiegelt. Jagd und der Verlust an Lebensräumen hatten zur Folge, dass es vor 30 Jahren nur noch etwa 50 Tiere in mehreren isolierten Arealen gab. Nicht mehr genug, um als wildlebende Art zu bestehen. Um das drohende Aussterben abzuwenden, finden sich Wissenschaftler und Artenschützer in einer beispiellosen Rettungsinitiative zusammen. Eine Handvoll unbeirrbarer Enthusiasten in Brandenburg und Sachsen-Anhalt richtet zunächst spezielle Schutzareale ein und renaturiert schrittweise ganze Wiesenlandschaften. Gefährdete Gelege der letzten wilden Trappen werden eingesammelt und in Inkubatoren ausgebrütet. Die schlüpfenden Trappen werden von Hand aufgezogen und dann ausgewildert, also Schritt für Schritt in den wilden Bestand der Großtrappen integriert. Die Schwergewichte sind bekannt für ihre auffälligen Balzrituale. Die Hähne plustern sich auf, spreizen das Gefieder und ihr Herz schlägt bis zu 900 Mal pro Minute. In einem Großteil ihrer ursprünglichen Heimat in Osteuropa und Asien sind die imposanten Vögel bereits ausgestorben. Das mitteldeutsche Modellprojekt weckt deshalb internationales Interesse und Hoffnungen. Heute gibt es wieder über 350 Großtrappen in Deutschland. Aber an der Schwelle zum Aussterben sind Erfolge fragil. Stromleitungen und Windräder sind eine neue Gefahr. Und ungelöst bleibt der Konflikt, wie viel Platz der Natur einzuräumen wir bereit sind.

arte, 11.20 Uhr
Vermisst – Wo sind die Vögel?
Vögel sind Nachfahren der Dinosaurier und älter als die Menschheit. Doch überall auf dem Land verschwinden sie. In Deutschland ist die Zahl der Feld- und Wiesenvögel in 30 Jahren um mehr als die Hälfte gesunken, in Frankreich um 38 Prozent. Betroffen sind auch Kiebitze, Feldlerchen und Rebhühner. Die britische Vogel-Bloggerin Mya-Rose Craig hat sich auf eine Spurensuche nach den Ursachen gemacht und dabei Wissenschaftler, Landwirte und den US-Bestsellerautoren und Vogelbeobachter Jonathan Franzen getroffen. An der Universität von Exeter haben Wissenschaftler einen europaweiten Rückgang der Vögel seit 1980 um 421 Millionen Tiere festgestellt. Statt vier Vögeln pro Einwohner gibt es heute nur noch drei oder weniger. Ein Besuch bei der französischen Vogelkoryphäe Frédéric Jiguet zeigt: Es sind vor allem die Feld- und Wiesenvögel, die verschwinden. Diese Vogelgruppe lebt dort, wo früher Kühe auf Weiden standen und Bauern auf Äckern Korn anbauten. Es gab genug Kräuter und Insekten, von denen Vögel sich ernähren konnten. Heute sind Landwirte oft gezwungen, industriell zu wirtschaften und mit Pestiziden und Herbiziden zu arbeiten. Die Untersuchungen der Wissenschaftler machen deutlich, welche dramatischen Folgen diese Art der Landwirtschaft haben. Der Filmemacher Heiko De Groot vermittelt in seiner Dokumentation eindrücklich, wie die intensivierte Landwirtschaft das Vogelsterben verursacht und welche Bedeutung Vögel für das Überleben der Menschen haben.

Samstag, 8. Mai

Bayerisches Fernsehen, 9.30 Uhr
Welt der Tiere
Wölfe in der Toskana
Wölfe waren in Europa nahezu ausgerottet. Der Kreuzzug gegen den Wolf begann im Mittelalter, die Kirche schürte die Angst vor den scheuen Räubern, machte sie zu Hexenkomplizen. Überlebt haben nur wenige Wölfe im Südwesten Europas. Einer der wenigen Zufluchtsorte war die einsame Region des toskanischen Apennin. Seit 1960 hat sich die Wolfspopulation in der Toskana sogar erholen können. Gerade einmal 100 Kilometer entfernt von der Strandhochburg Rimini leben einige Wolfsrudel in den dichten Wäldern des Nationalparks Casentinesi. Die Forschungsstation Casa Stabbi liegt mitten in diesem Gebiet. Dort arbeiten der Wolfsforscher Andrea Gazzola und der Huftierforscher Paolo Bongi von der Universität Sassari Hand in Hand mit einheimischen Jägern. Rehe und Wildschweine werden jedes Jahr in aufwendigen Treibjagden eingefangen und mit Sendern versehen, um zu erforschen, welche Auswirkungen die zunehmende Anzahl von Wölfen auf ihre Beute hat. Andrea Gazzola ist den Wölfen auf der Spur, untersucht deren Ausbreitungsgebiet und Jagdverhalten. Mithilfe der Sender wissen die Forscher mittlerweile, dass die Wölfe junge Wildschweine und Rehe bevorzugt jagen. Ein wichtiges Argument, um den immer noch gefürchteten Jäger zu schützen, denn Konflikte mit Viehbesitzern, vor allem Schäfern, bleiben nicht aus. Lange Zeit wurden die Schafe unbewacht hinausgetrieben auf die Weiden. Heute ist das kaum mehr möglich, denn allzu verlockend und einfach ist es für einen Wolf, ein Schaf zu reißen, wie ein Überwachungsvideo der zuständigen Polizei zeigt.

3sat, 15.35 Uhr
Wildes Borkum
Borkum ist die größte der sieben Ostfriesischen Inseln. Weit über die Hälfte der Fläche steht unter Naturschutz und bietet Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Christoph Müller ist der letzte Schäfer auf den Ostfriesischen Inseln. Seine Moorschnucken arbeiten als Landschaftspfleger im Osten von Borkum. Die Dokumentation zeigt die facettenreiche Natur der Insel Borkum im Wandel der Jahreszeiten. Jonny Böhm ist der Hegeringleiter von Borkum. Gemeinsam mit seinem Jagdkollegen Christian Fink und der Borkumer Jägerschaft kümmert er sich ehrenamtlich um die Inselwildnis. Als Wattjagdaufseher sind sie auch für die Rettung verwaister Heuler zuständig. Für Seehunde ist Borkum eine Art Hotspot: Auf der riesigen Sandbank direkt vorm Hauptstrand ruhen sich oft Hunderte der Meeressäuger aus. Mitte Juni, wenn die Muttertiere ihre Jungen bekommen, sind Jonny Böhm und Christian Fink fast täglich im Einsatz. Der Tüskendörsee liegt direkt hinterm Deich. Hier finden viele seltene Brut- und Zugvögel ein reiches Nahrungsangebot. Martina Flerlage leistet ein Jahr lang Bundesfreiwilligendienst auf Borkum und arbeitet für den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und den Naturschutzbund NABU. Die Vogelbeobachtung hat sich bei ihr zur Leidenschaft entwickelt.

Sonntag, 9. Mai

3sat, 19.10 Uhr
Geniale Gefährten – Die erstaunlichen Fähigkeiten des Hundes
Die Wissenschaft kommt immer öfter „auf den Hund“, da deren außergewöhnliche Eigenschaften ein weites Forschungsfeld bieten. Ein „NZZ Format“ über die genialen Gefährten und ihre Fähigkeiten. Hunde können eine Million Mal besser riechen als der Mensch. Man schätzt, dass sie etwa 15 000 verschiedene Gerüche in einer Minute analysieren können. Der Mensch schafft gerade drei bis vier. Spürhunde werden wie hoch spezialisierte Detektoren eingesetzt. Studien zeigen, dass Hunde sogar in der Lage sind, erfolgreich Krebstumore zu erschnüffeln. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben versucht, diesem genialen Riechsystem auf die Spur zu kommen und wollen es elektronisch nachbauen. Doch auch das Zusammenspiel von Hund und Mensch und die Fähigkeit des Vierbeiners, die Menschen „lesen“ zu können, steht auf dem Prüfstand der Wissenschaft: Verstehen die besten Freunde den Menschen tatsächlich – oder haben sie nur geschickt gelernt, ihn in dem Glauben zu lassen?

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