Zeckenbiss-Fieber breitet sich drastisch aus

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Zeckenbiss-Fieber trat erstmals 1990 im südlichen Afrika auf und wird durch mit Rickettsia africae befallenen Zecken übertragen. Zwischen 50 bis 90 Prozent der Zecken sind betroffen. Die Durchseuchung der tansanischen Bevölkerung beträgt regional bis zu 90 Prozent.

 

Zecke
Grundsätzlich gilt: Zecken rasch entfernen!
In Europa nimmt die Erkrankung derzeit zu (Reiserückkehrer). Sie ist nach der Malaria die momentan zweithäufigste Ursache für fieberhafte Infektionen, vor allem bei Südafrika-Reisenden, und hier insbesondere bei Besuchern von Nationalparks.
Die Inkubationszeit beträgt 5 bis 10 Tage. Folgende Symptome sind für Zeckenbiss-Fieber typisch: plötzlicher Krankheitsbeginn, allgemeines Unwohlsein, Erbrechen. An der Haut finden sich geschwürartige Entzündungen und Schwellungen (Eschar), oft an mehreren Stellen des Körpers. Die Hälfte der Erkrankten leidet auch unter Lymphknoten-Schwellung bis zur Lymphangitis (Entzündung) der ableitenden Lymphgefäße oder Exanthem (Hautausschlag), ähnlich wie bei Windpocken, wenn sie leicht verlaufen.
Ohne Therapie zieht sich die Erkrankung über 10 Tage hin. Todesfälle sind bislang nicht bekannt. Vorbeugen kann der Jäger, indem er mit Insektizid imprägnierte, lange Kleidung (Arme, Beine und Hals) trägt, die Haut mit Repellent einsprüht und sie jeden Tag nach Zecken absucht. Das derzeitige Infektionsrisiko ist ausgesprochen hoch!
Dr. Bärbel Schick
 

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