Kamerun- Auf die harte Tour

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Bisher hatte ich dreimal ohne Berufsjäger auf gefährliches Großwild gejagt. Heute ist das fast unmöglich . Außer in Kamerun. Und zugegeben, so ganz allein war ich nicht… – Andreas Rockstroh

Frühsommer 2012. Grillen mit 2 Jagdfreunden. Als Lutz durch die Tür kommt und das Gehörn meines Giant Elands sieht, erwacht sein Beutetrieb: „Wo hast Du das denn erlegt?“ – „2011 in Kamerun.“ – „Davon träume ich seit Jahren. Ist die Jagd dort noch möglich?“ – „Ja.“ – „Kannst Du den Kontakt herstellen?“ – „Ja, wir versuchen es jetzt gleich per Telefon bei Reinhard in Maroua.“ Das Telefonat klappt auf Anhieb, was bei Anrufen nach Westafrika nicht selbstverständlich ist. „Visse, Relais Porte Mayo.“ – „Andreas aus Deutschland, grüß‘ Dich Reinhard!“

Foto: Andreas Rockstroh

Nach dem üblichen Austauschen von Höflichkeiten die zielführende Frage: „Reinhard, hast Du 2013 noch ein Eland frei?“ Kurze Denkpause: „Ja!“ –„Dann gebe ich Dir jetzt Lutz, der interessiert sich für eine Elandjagd bei Dir.“ Die beiden werden schnell handelseinig. Details wollen sie bei Reinhards Besuch im August in Deutschland besprechen. Als Lutz den Hörer eingehängt hat, fragt er gespannt: „Du kommst doch mit, oder?“ – „Kaum, ich war 7 Mal in Kamerun, davon 6 Mal bei Reinhard. Wir haben zusammen fast alles erbeutet, was bei ihm möglich ist, darunter Elefanten, Bongo und dieses Eland. Nur bei meiner Löwenjagd war ich mit einem Franzosen unterwegs. Bezüglich Kamerun bin ich fast wunschlos glücklich, von einer Jagd auf Waldelefant, Riesenwaldschwein und Sitatunga weiter im Süden mal abgesehen.“ Aber Lutz lässt nicht locker.

Die Idee

Immer wieder spannend, das Weidwerk auf „die Kleinen“. Dieses Oribi kam am Letzten Jagdtag zur Strecke.

Als Reinhard im August bei uns ist, „bearbeiten“ mich die beiden, nachdem sie sich geeinigt haben, nochmals: „Was würdest Du denn gern machen, wenn Du mit kämst?“ Und plötzlich habe ich eine Idee: „Allein auf Elefant und Roan jagen. Ich brauche nur 3 oder 4 Pisteure (Fährtensucher) und 1 Wagen. Mein Vorschlag: Wir jagen getrennt. Du, Reinhard und Lutz auf Eland sowie Büffel, ich allein, ohne Euch in die Quere zu kommen. Büffel und Elands lasse ich in Ruhe. Elefanten und Roans kann ich allein ansprechen.

Meine Frau Elke kommt auch mit.“ – „Einverstanden. Jagen ohne PH ist in Kamerun erlaubt. Du kannst aber das Elfenbein nicht mitnehmen. Export in die EU ist zurzeit nicht möglich. Die Jagd ist selbstverständlich legal. „Ihr müsst gleich nach Ende der Regenzeit Anfang Januar kommen, später sind die Elefanten weggezogen. Und noch ein Vorteil: Im Januar sind die Temperaturen niedriger als im März oder April.“ Mitte November ruft Reinhard recht euphorisch aus Kamerun an: „Die Regenzeit ist zu Ende. Es sind über 100 Elefanten im Jagdgebiet. Ich habe das Gras-Brennen und Pisten-Schieben solange wie möglich hinausgezögert, um die Dickhäuter nicht zu beunruhigen. Hoffentlich war das kein Fehler für die Jagd auf Eland, Büffel und Roan. Es steht noch sehr viel hohes Gras, und große Flächen sind frisch abgebrannt.“ Doch da ich bei der Jagd immer optimistisch bin, macht sich bei mir eine wohlige Vorfreude breit. Unsere Vorbereitungen laufen an: Visa- und Waffeneinfuhr beschaffen wir wie immer schnell und unproblematisch über das Kameruner Honorar-Konsulat (Dr. Ing. Hans Walter) in Essen (www.kamerun-konsulat.de). Nur Lutz braucht die obligatorische Gelbfieber-Impfung, Elkes und meine sind frisch genug. Als Malaria-Prophylaxe besorgen wir Malarone, das zurzeit beste Mittel mit den geringsten Nebenwirkungen. Bei meinem Fitnesstraining bin ich nicht so eifrig wie sonst; hoffentlich wird das sich nicht rächen. Aber mit meiner geliebten .416 Rigby und einem Rucksack voll Patronen geht es auf den Schießstand. Die alte Munition nehme ich zum Training. Auf kurze Entfernung schieße ich auch freihändig über offene Visierung. Man weiß ja nie, was im hohen Gras so auf einen zukommt. Von den neuen Norma-Patronen (African PH) bin ich sehr angetan. Die 450 Grains Woodleigh Soft Nose bringen auf 100 Meterperfekte Schussbilder mit Streukreisen unter 3 Zentimetern.

Die Jagdzone

Reinhards private, von ihm exklusiv bejagte Konzession Voko-Bantadje ist rund 70.000 Hektar groß und liegt zwischen dem Faro-Reserve im Westen und dem Benue-Nationalpark im Osten. Sie ist von Buschsavanne, einigen Flüssen und bergigen Regionen geprägt, die bis 2.000 Meter Höhe reichen. Jäger sollten in der Lage sein, auch bei Temperaturen von über 30 Grad 15 Kilometer pro Tag zu laufen, denn Elefanten, Büffel, Elands, Roans und Löwen werden auf der Fährte bejagt. Löwen dürfen nicht angeludert werden.

Meine Pisteure mit altem Kob

Auch wird keinesfalls vom Auto aus geschossen. Stolz berichtet uns Reinhard bei unserer Ankunft in Maroua, dass seine Anti-Wilderer-Truppe am Tag zuvor den lange gesuchten, schlimmsten Wilddieb der Region mit einem Helfershelfer festgenommen hatte. Geführt wird diese Anti-Wilderei-Einheit von einer engagierten Naturschutzbeamtin, kurz Ma dame Mat genannt, der einzigen Frau in dieser dame Mat genannt, der einzigen Frau in dieser dame Mat Position in Kamerun.

Der Camp-Brand

Doch unsere gute Laune erhält abends im Hotel in Garoua beim Zwischenstopp einen gewaltigen Dämpfer. Reinhard erfährt von Mat per Telefon, dass in der Nacht nach der Festnahme der Wilderer ein Teil seines Camps abgebrannt sei, vermutlich ein Racheakt der Wilderer-Kumpane. Brandstiftung ist im Nachhinein eindeutig belegbar. Wir beschließen, trotzdem ins Camp zu fahren. Am Silvester-Nachmittag sind wir endlich vor Ort. Die beiden Gästehütten sind völlig zerstört. Am Essensplatz ist das Dach abgebrannt. 2 Hütten, Küche mit Kochwohnung, und Ersatzteillager mit Reinhards Behausung sind aber unversehrt, ebenso Maschinen und Fahrzeuge sowie Strom- und Wasserversorgung per Generator.

Sind die Büffel schon in Sichtweite?

Für die schwarzen Helfer wird ein Zelt aufgestellt. Dann geht’s ans Aufräumen: Das schlechte Gewissen der Camp-Mannschaft sorgt für Arbeitseifer. 3 Stunden später haben wir Strom und Wasser. Am gesäuberten Essensplatz ist ein provisorisches, Schatten spendendes Notdach errichtet. Den Jahreswechsel verschlafen wir allerdings alle 4. Neujahr, 1. Jagdtag, Wecken wie immer um 5.30 Uhr. 1 Stunde später dann der Aufbruch zur Jagd. Reinhard schlägt vor, an diesem 1. Tag gemeinsam zu jagen, um zu klären, ob die Elefanten noch im Jagdgebiet seien und wie es mit dem Fährtenbild von Elands und Büffeln aussieht. Abends kommt die Ernüchterung: Höchstwahrscheinlich sind alle Elefanten schon vor über einer Woche weggezogen. Auch das Fährtenbild von Büffeln und Elands ist spärlich. Eher zur Aufmunterung und zur Verbesserung der Camp-Küche erlegt Lutz nach kurzer Pirsch einen recht guten Kob.

Der Anfang ist also gemacht. Die nächsten eineinhalb Tage wollen Lutz und ich allein jagen, Reinhard muss nach Garoua, um Baumaterial für den Aufbau des Camps zu kaufen und die Anlieferung zu organisieren. Wir suchen mit Eifer nach Fährten der großen 3, Elefant, Büffel und Eland, sehen auch viel anderes Wild, Hartebeester, hier Bubal genannt, weibliche Busch- und Wasser-böcke, Ducker und Oribis. Aber die 3 Großwildarten machen sich vorerst rar. Einen uralten Roan-Bullen mit abgekämpften, dicken, kurzen Stangen entdecken wir in der Nähe des Camps vom Wagen aus. Den merke ich mir natürlich vor, vielleicht werde ich ihn ja wiederfinden. Roans, in Kamerun Koba genannt, sind recht standorttreu. Doch als Reinhard zurückkehrt, war Lutz einzige Beute ein Warzenkeiler Von nun an wollen wir getrennt jagen, Lutz mit Reinhard, ich allein mit den Pisteuren. „Da die Elefanten weggezogen sind, kannst Du stattdessen auch Büffel jagen. Du hast also alles frei außer Eland. Diese Lizenzen sind vergeben“, so der PH. Die Spannung steigt, und der alte Roan-Bulle mit dem abgekämpften Gehörn geht mir nicht aus dem Kopf. Ich lasse mich also mit meinen 4 Pisteuren nachmittags etwa 7 Kilometer vom Camp entfernt absetzen und will gegen den Wind, die Roan suchend, zurück pirschen. Der Plan geht auf. Doch der alte, gewitzte Bulle entdeckt uns zuerst, und wir sehen ihn nur hochflüchtig abgehen. Wir finden sogar Elefantenfährten, mindestens 1 Woche alt … und in einer Geländemulde überraschen wir einen alten kapitalen Bubal-Bullen auf 50 Schritt. Doch auch der flüchtet sofort spitz von uns weg. Bei den Pisteuren trübt sich die Stimmung, wieder kein „Fleisch“. Auf dem Heimweg entdecken wir im letzten Büchsenlicht schließlich einen alten einzelnen Kob, der uns auf 80 Schritt heranlässt, ohne uns zu bemerken. Er fällt nach kurzer Todesflucht, die Stimmung ist gerettet. Das Blatt wendet sich. Am nächsten Morgen brechen wir mit 2 Wagen auf. Reinhard meint, wir sollen weit entfernt voneinander in der traumhaft schönen Bergregion nach Großwildfährten suchen. Doch auf der Fahrt dorthin treffe ich Lutz und den PH an einer der Hauptpisten. „Wir haben hier frische Elandfährten, die werden wir auf-nehmen. Fahrt ihr mal weiter.“ Schon nach 2 Kilometern finden wir na-gelfrische Büffelfährten vom Morgen. Stolz zeigt mir Molmi, der junge, passionierte Chef-Pisteur, frische fast noch warme Büffellosung. Pisteur, frische fast noch warme Büffellosung. Pisteur Da ist sie, unsere Chance. Doch dann kommt die Ernüchterung: Die Fährten führen genau in die Richtung, in der „Le Patron“ und Lutz den Elands folgt. Also weiter. Da wir keine frischen Großwildfährten mehr finden, entschließen wir uns zu einer langen Pirsch in die Berge, die uns herrliche Einblicke in die weiten Ebenen bietet. Soweit Augen und Kondition reichen, können wir jagen. Glückshormone machen sich in mir breit. Wir sehen viel Wild an diesem Morgen: Bubals, Oribis, Ducker, Riedböcke, Warzenschweine, Paviane und Colobus-Affen. Köstlich anzuschauen, wenn die schwarz-weiß gefärbten Primaten bei unserem Anblick aufgeregt durch die Bäume toben.Mehrfach versuchen die Pisteure mich zu überreden, ein Bubal oder einen Riedbock zu erlegen. Aber da ich alle hier vorkommenden Wildarten schon mindestens einmal erbeutet habe, bleibe ich besonders wählerisch. Übrigens muss man bei Jagden ohne Berufsjäger Geschlecht, Alter und Trophäenstärke selbst ansprechen. Für die Pisteure, meist ehemalige Wilderer, ist alles Wild „Fleisch“. Unterschieden wird nur in „großes“ und „kleines Fleisch“. Für unsere Art der Trophäenjagd haben sie kein Verständnis. Ein Beispiel: Die Buschbockpirsch an den zahlreichen Trockenflüssen, Mayos genannt, liebe ich sehr. Bei einer Nachmittagspirsch entdecken wir auf Schrotschussentfernung 2 völlig vertraute junge Buschböcke. Einer hat halblauscherhoch, der andere ein paar Zentimeter höher geschoben. Begeistert beobachte ich dieses herrliche Wild. Doch schon hat Molmi das Dreibein aufgestellt und signalisiert „männlich“, was zweifellos stimmte. Verzweifelt versucht der Pisteur mir Pisteur mir Pisteurklar zu machen, dass einer der beiden Böckchen doch längere „Hörner“ habe. Die Mienen meiner Begleiter verfinstern sich, als ich das Wild unbeschossen ziehen lasse. Im Camp zeige ich Molmi in einem Bestimmungsbuch einen guten alten Buschbock und erkläre ihm, dass ich nach so einem Bock suche. Er nickt zwar, findet mich aber doch „eigenartig“. Zurück zu unserer Bergpirsch. Nach 4 Stunden, gegen Mittag, zieht es uns bei deutlich über 30 Grad im Schatten mächtig Richtung Wagen, so dass wir etwas unaufmerksam auf eine große Elandherde auflaufen. Polternd flüchtet sie in einer Staubwolke davon. Zurück ins Camp also, um neue Pläne zu schmieden. Die morgendliche Elandjagd der beiden Freunde war leider erfolglos geblieben. Also will Reinhard mit Lutz versuchen, die Elands vom Mittag wiederzufinden, und ich nehme mit den Pisteuren die Büffelfährten vom Morgen auf.

Die Büffeljagd

Wir kommen gut voran. Schon nach einer halben Stunde finden wir frische Büffellosung vom Nachmittag. Nun geht es in eine übermannshohe Grasfläche. Die Losung ist noch warm. Alte und neue Lagerstellen zeigen: Hier ist der Tageseinstand der Rotbüffel. Sichtweite in den tunnelartigen Wechseln maximal 10 Meter. Ich nehme den Gewehrriemen von der Büchse und überlege, ob ich auch das Zielfernrohr abnehmen soll. Doch irgendwann muss diese Grashölle ja zu Ende sein. Molmi signalisiert mir, ich solle dicht bei ihm bleiben. Der Abstand zu den anderen wird größer. Und dann hören wir die Rotbüffel vor uns, Entfernung 20 Meter.

Für die Helfer und mich der Höhepunkt dieser Jagd: ein starker, alter Roan-Bulle.

Selbst dem jungen, fitten Pisteur stehen dicke Schweißperlen auf Pisteur stehen dicke Schweißperlen auf Pisteurder Stirn, nicht nur von der stickigen Hitze hier im hohen Gras. Glücklicherweise bleibt der Wind konstant. 2 Büffel ziehen schemenhaft auf 10 Meter an uns vorbei, ansprechen unmöglich. Endlich kommen wir aus dem hohen Gras heraus. Auf 100 Schritt erkennen wir 2 vertraut äsende Büffel, sicher nur ein Teil der Herde. Das 1. Stück ist eindeutig eine junge Kuh. Im nunmehr rasch schwindenden Büchsenlicht entdeckt uns das Wild nicht, also schieben wir uns vorsichtig auf allen vieren weiter, um das 2. Stück anzusprechen: eine alte Kuh, die allerdings auf 3 Läufen zieht. Den linken Vorderlauf setzt sie nicht auf. Ich entschließe mich, sie zu erlegen. Mit verletzten Büffeln ist nicht zu spaßen. Sie fällt im Knall. Nachladen, das Zielfernrohr auf kleinste Vergrößerung stellen, ans Wild heransprinten. Fangschuss. Wie schrieb der bekannte PH Ronny Rowland kürzlich:

„It’s the dead one that kills you!“ Wir tasten fieberhaft den kranken Vorderlauf ab, und da haben wir die Erklärung: Auf der Schulter finden wir eine großkalibrige Verdickung. Beim Zerwirken am nächsten Morgen finden wir es, das Bleigeschoss eines Wilderers. Die Energie seines Vorderladers hatte nicht gereicht, um in die Kammer einzudringen. Eine Jagdwoche liegt noch vor uns. Lutz hat mittlerweile Keiler, Kob, einen alten Roan- und Bubal-bullen sowie einen sehr guten Wasserbock erlegt. Nur die Elands machen sich rar.

Morgendlicher Aufbruch. Lutz Büchse ist nur Unterladen!

Die Roan-Jagd

Ab sofort konzentriere ich mich mit den Pisteuren auf die Gebiete, die Reinhard als Roan-Einstände kennt. Morgens pirschen wir 5 Stunden, nachmittags 2. 3 Tage später entdecken wir auf 800 Meter an einem Berghang 2 Roans, die wir in einem trockenen Bachbett recht gut auf etwa 450 Meter anpirschen können: ein weibliches Stück und ein passabler Bulle. Weiter kommen wir nicht, das Gelände ist völlig offen. Aber da das Wild immer höher Richtung Horizont zieht, signalisiere ich Molmi, dass wir die Pirsch versuchen sollen, wenn es auf der anderen Bergseite verschwunden sei. Doch die Kobas lassen sich Zeit und bummeln auf dem Grat herum. Endlich verschwinden sie hinterm Horizont; noch eine dreiviertel Stunde Büchsenlicht. Die Pisteure, alle Anfang 20, verfallen in zügigen Laufschritt. 1.500 Meter Berghang mit 150 Höhenmetern liegen vor uns. Zugegeben, zwischendurch tragen die Pisteure meine Büchse. Endlich sind wir oben und pirschen vorsichtig, ich etwas atemlos, alle Mulden ab. Irgendwo muss das Wild hier doch sein. Wir finden es 600 Meter weiter unten im nächsten Tal. In einer Viertelstunde wird es dunkel sein. Enttäuscht brechen wir ab: Zurück zum Wagen. Da wir nun den Einstand der beiden Kobas kennen, versuchen wir es am nächsten Morgen wieder. Wir pirschen etwa 5 Kilometer westlich der Berge los. Schon nach einer Stunde finden die Pisteure frische Fährten zweier Roans, die sie aufnehmen und 2 Stunden gut halten. Plötzlich werden sie hektisch; Molmi baut das Dreibein auf und deutet nach vorn: „Roan!“ Doch das sind nicht „unsere beiden“, sondern eine kleine Herde. Vertraut ziehen sie auf knapp 150 Meter breit an uns vorbei. Wieder ist das Gras hoch, ich finde nur eine kleine Schluppe zum Ansprechen und eventuellen Schießen. Viel Zeit bleibt nicht. Schon ziehen die ersten Stücke über die kleine Freifläche. Im Zielfernrohr erkenne ich: „Kuh, Kuh, Kuh, Kuh, starker Bulle!“ Auf den Trägeransatz haltend ziehe ich langsam ab. Er fällt im Knall. Der Rest der Herde poltert hochflüchtig in einer Staubwolke auf 50 Schritt an uns vorbei. Sofort sprinten die Pisteure Richtung Anschuss, wo der Bulle mit Tiefblattschuss verendet. Begeistertes Umarmen und Händeschütteln, Singen und Tanzen. Vor uns liegt ein kapitaler Bulle mit dicken, an der Basis abgeschliffenen, langen Schläuchen. Ich bin im Jägerhimmel! Nach dem Zerwirken und Bergen fahren wir wieder laut singend im Camp ein. Dort kann ich mir das Messen nicht verkneifen: 70 Zentimeter Schlauchlänge, 23 Zentimeter Basisumfang.

Die Abschiedsfeier

Die restlichen Jagdtage nutzen wir zur Buschbockjagd an den zahlreichen Mayos. Ich will es kurz machen: Wir haben keinen reifen gefunden. Am letzten Jagdtag feiern wir mit dem Patron und Madame Mat abends Abschied. Je-Madame Mat abends Abschied. Je-Madame Matder Pisteur und Camphelfer erhält ein Bier, die Pisteur und Camphelfer erhält ein Bier, die Pisteur Moslems Limonade. Molmi meldet 12 Moslems und 6 Christen. Nach 5 Minuten kommt er verschämt zurück. Er habe sich geirrt. Sie seien 15 Christen und 3 Moslems. Unter allgemeinem Gelächter akzeptiert Reinhard die wundersame Bekehrung.

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