Elche: Zwischen Alaska und Kamtschatka

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Europäischer Elch
Europäische Elche können mit den Giganten aus Alaska und Asien nicht mithalten. Aber die Jagd kann genauso spannnend sein: Hier in Weißrussland.

Europäische Elche

Wer aber nicht unbedingt einem Elchriesen aus Alaska, dem Yukon oder Ostsibirien nachstellen will, kann viel näher und kostengünstiger einen europäischen Elchschaufler in Skandinavien (Schweden, Norwegen, Finnland) oder Osteuropa (Weißrussland und Westrussland) bejagen.

Den größten Teil der Strecke machen Stangenelche aus. Starke Schaufler sind zwar selten, kommen aber immer wieder vor. Jedes Jahr werden allein in Schweden über 200.000 Stück Elchwild erlegt.

Das Elchwild wird vorwiegend auf der Drückjagd erlegt: eine traditionelle Jagdmethode in ganz Skandinavien, die sehr erfolgreich ist. Dabei werden auch Elchhunde eingesetzt. Allein der Arbeit der Elchhunde beim Suchen und Stellen von Elchwild zuzuschauen, ist schon ein Jagderlebnis für sich.

Eine neuntägige Elchjagd inklusive eines Elchbullen, eines Elchtieres und eines Elchkalbes kostet je nach Jagdland etwa 3.000 Euro. Sie findet in der Zeit zwischen September und Dezember statt.

Ein zweiter Elchbulle kommt auf 1.200 Euro, ein zusätzliches Elchtier oder -kalb auf 300 Euro, ein Braunbär (in Schweden) auf 1.900 Euro, Auerhahn auf 400 und Birkhahn auf 250 Euro. Für Haselhahn und Schneehuhn zahlt der Jäger 130 Euro.

Sehr gute Jagden auf teilweise starke europäische Elche werden seit über zehn Jahren auch in Weißrussland veranstaltet. Mit Ausnahme der Jagdreviere im Naturschutzgebiet Beresina im Norden des Landes ist der Elchwild-Bestand in Weißrussland nicht sehr hoch (Gesamtbestand zirka 30.000 Stück, Jahresstrecke 3.500). Aus diesem Grund ist eine gezielte Bejagung der Elchbullen auf Einzeljagden nur in Berezina sinnvoll und empfehlenswert.

Starke Elchbullen tragen hier Trophäen zwischen zehn und zwölf Kilogramm Geweihgewicht, selten darüber. Gute Schaufler liegen jedoch immer wieder auf der Strecke.

Gewöhnlich werden Elche auf winterlichen Drückjagen bejagt (wobei bei der Jagdplanung unbedingt zu berücksichtigen ist, dass Mitte/Ende November die Bullen schon abwerfen).

Die klassische Jagd mit dem Elchruf ist in Weißrussland praktisch unbekannt, auch die Pirsch auf Elchbullen in der Brunft ist nicht sehr verbreitet. Diese beiden erfolgversprechenden Jagdmethoden auf gute Elchbullen werden aber in Zukunft sicherlich eine wichtigere Rolle spielen.

Für eine Woche Elchjagd zahlt der Jäger um 950 Euro für Servicekosten und je nach Trophäenstärke des Elches zwischen 500 und 1.500 Euro. Wer preiswert auf den mittelstarken Europäischen Elch jagen will, kann das auch im europäischen Teil Russlands machen. Mit Schaufelgewichten um neun Kilogramm (bei stärkeren um zwölf bis 13 Kilogramm, maximal bis 15) ist er deutlich schwächer als der Ostsibirier, dafür ist der Preis von 3.000 Euro unschlagbar. Und wenn ein Schaufelelch auf der Strecke liegt, und zwar so stark, dass die Hand mit gespreizten Fingern in die Schaufel hineinpasst, ist das auch eine beeindruckende Trophäe.

Das Problem ist nur, dass in den letzten fünf Jahren nicht überall im europäischen Teil Russlands auf den Elch gejagt werden konnte. Sein Bestand ist durch die Wilderei, falsches Wirtschaften und den Eingfluss der Wölfe in vielen Gebieten so dramatisch zurückgegangen, dass Elche zum Problem-Wild geworden sind.

Die meisten Regionen stellen seit zwei Jahren keine Elch-Lizenzen mehr aus, andere haben die Zahl der Lizenzen drastisch reduziert, ohne dass es aber bisher zu einer Besserung der Situation gekommen wäre. Für die wenigen Gastjäger sind natürlich genügend Lizenzen vorhanden, etwa in den Gebieten Jaroslavl und Kirov, wo zur Elchbrunft im September interessante Elchjagden mit erfahrenen Jagdführern (teilweise auch mit Elchruf) durchgeführt werden können.

Zu guter Letzt

 Für alle Elchgebiete der Welt gilt, dass eine erfolgreiche Jagd auf Trophäen-Bullen einiges an langen Recherchen und guter Vorbereitung bedarf. Der Jäger muss nicht nur am richtigen Ort sein, sondern auch den richtigen Zeitpunkt erwischen. Auch dann muss erst der Elch gefunden werden, wenn man nicht tagelang umsonst in der Tundra marschieren will.

Hansgeorg Arndt


Hansgeorg Arndt

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