USA: Wilde Pferde als Umweltproblem im Westen

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Im amerikanischen Westen leben zehntausende verwilderte Pferde auf Staatsland. Sie zerstören die einheimische Vegetation zwar weniger als die kommerziellen Rinderherden, stellen aber zunehmend als invasive Tierart ein Umweltproblem dar.

Im amerikanischen Westen leben zehntausende verwilderte Pferde auf Staatsland. (Foto: Steppinstars / Pixabay)

Von vielen Städtern und Tierfreunden geliebt, sind die schönen wilden Mustangs Gegenstand von Kampagnen zu ihrem Erhalt. Nichtregierungsorganisationen sammeln viel Geld mit emotionaler Werbung ein.

Nicht nur die Rinderfarmer, sondern auch Ökologen wünschen hingegen ihre Entnahme aus Umweltgründen, damit sich die Vegetation erholen und sich stattdessen einheimische Wildtiere wie Wildschafe, Hirsche und Pronghorn Antilopen wieder ausbreiten können. Sie fordern deshalb die Revision des Gesetzes über verwilderte Pferde und Esel (burros) aus dem Jahr 1971, das den Tieren grundsätzlich die Existenz garantiert.

Um jedoch ihre Zahl zu kontrollieren werden nach dem Gesetz auch Tiere eingefangen und auf staatlichen Weiden gehalten mit dem Ziel, sie an private Pferdeliebhaber zu vermitteln. Inzwischen werden auf diese Weise zehntausende Pferde durchgefüttert, die aber keinen Interessenten für eine Adoption finden. Ihr Unterhalt wird aus Mitteln bezahlt, die ansonsten dem Naturschutz zugutekämen. Eigentlich sollten sie euthanasiert werden, was aufgrund des politischen Widerstands aber nicht geschieht.

Die adoptierten Tiere zu zähmen und einzureiten ist schwierig und überfordert häufig die neuen Besitzer. Manche von ihnen übernehmen solche Pferde angeblich in erster Linie, weil der Staat nach einem Jahr 1.000 Dollar auszahlt. Danach sollen viele verschwinden oder in mexikanischen Schlachthäusern enden. Eine dem emotionalen Tierschutz dienende Maßnahme kann auf diese Weise eine gegenteilige Wirkung entfalten.

Der frei lebende Bestand wächst jährlich um ein Viertel. Aufgrund einer Dürre sind die verwilderten Pferde derzeit in einem schlechten Ernährungszustand. Deshalb sollen weitere 6.000 Tiere eingefangen werden. Niemand weiß, wie es weitergehen soll. „Nicht die Wildpferde erleben eine Krise; sie haben eine Krise geschaffen“, heißt es vor Ort. Derzeit ist keine Lösung für diese von Menschen verursachte Umweltkrise in Sicht. Die Zeche bezahlt nicht zuletzt das einheimische Wild.

rdb

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